Sonntag, 31. Januar 2021

Alltägliches

 Ich war ein wenig ruhig, in den letzten Tagen.

Zum Einen, weil ich erkältet war, zum Anderen, weil irgendwie nichts passierte und dann ganz viel auf einmal.


Ab und an bekomme ich eine PN oder Mail, in der meine Webseite angesprochen wird, was mich immer freut, egal ob es Lob oder Kritik ist, wobei mich das Lob natürlich mehr freut :)

Heute bekam ich unter anderem eine kleine Erinnerung daran, dass ich auch schöne Dinge beschreiben wollte. Ich bin eine Frustschreiberin, wie andere Frustfresser sind, auch kann ich mich meinem Herrn nicht so gut mitteilen, geschweige denn meine Gefühle so deutlich ausdrücken, als wenn ich sie aufschreibe. Wenn ich also wütend bin, kann ich das alles in die Tastatur hauen und mich so deutlich machen. 

Aber, das hier ist ja nicht nur ein Frustablageort, sondern, in meinen Augen, vor allem unser Erinnerungsalbum und Tagebuch in einem.

Nachdem ich schlimme Migräne hatte, wie im meinem letzten Eintrag beschrieben, hatte mein Herr aufgehört mir morgens und abends fünf Hiebe zu geben. Warum? Fragte ich nicht, weil es seine Entscheidung ist und ich es, offen gestanden, auch nicht vermisse.

Mein Herr sucht nach wie vor unseren gemeinsamen Weg. Es ist nicht einfach für ihn, leider. 

Ich bin seine erste TPE Sklavin und wo andere, wesentlich ältere Herrn, ihre Erfahrung vor mir mit anderen Subs/Sklavinnen erleben, erproben und suchen konnten, schaut mein Herr mal in die eine, mal in die andere Richtung, versucht hier etwas, probiert dort ein wenig, wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen, um dann zu erfahren, was er mag, was er öfter haben mochte, was er nicht leiden kann, was gut funktioniert u.s.w.

Anfangs hatte ich damit große Probleme, zum Teil, weil ich es gewohnt war, dass ein Herr seinen Weg genau kennt, seinen Geschmack schon weiß und mich straight führt. Dass ein Erziehungskonzept schon ausgebaut vorliegt, alle Regeln fest stehen, alle Fallen schon ausgemerzt wurden und alles sehr konstant und konsequent ist.

Was ich nicht bedacht hatte war, dass solche Herren auch nicht so geboren wurden, sondern lernen mussten, sicher öfter auf die Nase gefallen waren und ich eigentlich davon profitierte, dass sie schon alt und erfahren waren. An die Subs/Sklavinnen vor mir hatte ich keinen Gedanken verloren, an denen es wahrscheinlich ausprobiert wurde. Die Versuchskaninchensklavinnen :D

Ich bin auch nicht schnell und brauchte meine Zeit um mich daran zu gewöhnen. Stellte mein Herr eine Regel auf und verschwand sie wieder, war es für mich eine Tragödie! Weltuntergang! Das Drama war vorprogrammiert! Aber warum?

Wenn eine Regel nicht funktioniert, wäre es ziemlich blöd, wenn man trotzdem an ihr festhält. Eigentlich hätte ich dankbar sein müssen, dass er den Mut hatte, nicht sinnlosen Mist durchzusetzen, nur damit er als konsequenter Herrscher dastehen kann!

Er achtet sehr darauf, dass es sich gut anfühlt, dass es sich passend anfühlt. Das ist schwierig. Nicht jeden Tag fühlt sich das selbe gut an, dennoch sollte es eine gewisse Konsequenz und Standhaftigkeit im Alltag geben, damit die Sklavin sich geborgen und sicher fühlen kann. Man sollte vielleicht unterscheiden, ob es sich nahezu nie passend anfühlt, oder als Ausnahme nicht. 

Mein Motto ist ja: "TPE beginnt, wo der Spaß endet!", bedeutet, so lange es Spaß macht, ist es nicht unbedingt TPE, da es einfach ist, aber wenn man keinen hat, dann kann man beweisen, was TPE wirklich bedeutet. Vielleicht ist das auch für den Herrn so. Nicht immer kann alles Spaß und Freude bereiten, manchmal ist es auch Arbeit und Mühe. Konsequent sein, denke ich, ist immer auch Arbeit und Mühe. Man muss andauernd an etwas denken, bis es einem ins Blut übergegangen ist.

Mein Herr legte nun fest, da eine reine Bodenhaltung etwas utopisch ist, in seinen Augen, dass ich zu fragen habe, bevor ich mich auf ein Möbel setzen darf und wenn er den Raum betritt, ich aufzustehen habe, unter anderem, um ihm Respekt zu zollen.

In der Theorie klasse! War ich sofort dabei!

In der Praxis vergessen wir es beide oft, oder haben Stolpersteine wie zum Beispiel, dass die Katze auf mir liegt, aber jeder Katzenbesitzer weiß, wenn die Katze auf einem liegt, darf man nicht aufstehen, selbst wenn die Welt unter geht, also fragte ich schon vorher, ob ich dann sitzen bleiben darf, aber verbalisiere, damit er weiß dass ich daran gedacht habe, dass ich aufstehen würde wenn sie nicht da wäre.

Wenn man hingegen zu viele solcher Ausnahmen hat, ist der Kopf zu voll und es bildet sich auch keine Konsequenz und wird immer weniger beachtet, bis sich keiner mehr an die Regel erinnert.

Schwierig!

Wirklich dauerhaft hat sich bisher lediglich die Regel gehalten, dass ich abends im Bett angekettet werde und frage, ob ich auf die Toilette darf.

Ach und die Hoodie-Kleiderregel ist auch recht konsequent durchgesetzt worden.

Von dem was wir uns vorstellten, als wir zusammen zogen, ist aber wenig übrig geblieben, leider.

Für meinen Herrn war der Einzug, eine Familie haben, neue Möbel, weniger Platz, mehr Zeug das herum steht u.s.w. eine sehr große Umstellung, an der er nach wie vor herum knabbert und damit umgehen lernen muss, was die DS-Seite oft in den Hintergrund manövriert. 

Ich versuche meinem Herrn viel "Spielraum" zu lassen, es ruhig hinzunehmen, wenn er eine Regel wieder fallen lässt, mich darauf einzulassen, wenn eine neue auftaucht und ihn so sondieren lassen kann, bis er ein passendes Baukastensystem an Regeln, Ritualen und Vorgaben gesammelt hat, was für uns passend ist und funktioniert. Der Alltag wirft uns da auch immer noch etwas zurück und so braucht es einfach Zeit und Gelassenheit und wer mich kennt weiß, das ist so gar nicht mein Talent :)

Abends versuche ich immer nochmal nicht so schön gelaufene Dinge anzusprechen, im versöhnlichen Ton und vor allem schöne Dinge, die ich gut fand, mit einem Lob für ihn verknüpft. Ursprünglich war mein Gedanke, dass ich gerne abends ein Resümee bekommen würde, indem er schreibt, was verbesserungswürdig an meinem Verhalten war und was gut lief, aber ich möchte keine Forderungen stellen, also ging ich mit gutem Beispiel voran :)


Durch Corona gehen wir nach wie vor weniger raus, außer für Spaziergänge, und mein Herr hat viele Video-Konferenzen. Eigentlich hatte ich angenommen, dass er dabei gerne seine Ruhe hat und somit habe ich mich leise im Wohnzimmer aufgehalten, mich selber beschäftigt und ihm ab und zu einen Snack und/oder ein Getränk gebracht. Er sagte zwar, dass ich gerne im Sessel im Büro sitzen darf, aber das hielt ich für Höflichkeit und da ich nicht stören wollte, blieb ich weg.

Da wir an unserer Kommunikation arbeiten, kam heraus, dass er es gerne sieht, wenn ich im Sessel bin, es beruhigt ihn und somit packte ich mir ein paar Dinge zusammen und machte es mir dort gemütlich, während er arbeitete. Natürlich brachte ich ihm dennoch Dinge für sein leibliches Wohl rein! Und ich kroch auch schon mal unterm Tisch rüber und legte mein Köpfchen in seinen Schoß und wurde gekrault, was mein Highlight an dem Tag war :)

Es ist sehr, sehr schwierig für mich etwas aus Eigeninitiative zu tun. Ich möchte nicht, dass es bestimmend rüber kommt, oder mich aufdrängen. Ehrlich gesagt bin ich gerne im Hintergrund, bekomme ab und an ein Lob, ein liebes Wort und bleibe ansonsten unbemerkt. Zu ihm zu krabbeln und mich anzubieten war da schon das höchste der Gefühle und fiel mir sehr schwer. 

Wenn ich mich anbiete, dann habe ich genau genommen, meinem Herrn eine Entscheidung nicht abgenommen, aber irgendwie aufgedrängt, daher mag ich das nicht so gerne. Er sagt, ich würde damit Bedürfnisse ausdrücken, was er gut findet, ich aber nicht.

Ja, ich sagte mal, ich sei pflegeleicht und einfach, nein er sagt immer, ich sei sehr kompliziert und in solchen Momenten gebe ich ihm Recht.

Vermutlich möchte ein Herr nicht immer fordern und sagen was er will, sondern auch mal begehrt werden und spüren können, dass man etwas von ihm will. 

Sagte ich schon, wie schwierig das alles ist?

Mir schwirrt ja bereits beim Schreiben der Kopf!

Ursprünglich wollte ich einen schönen Eintrag schreiben, über unseren Alltag...

Irgendwie passiert auch so wenig, dass ich gar nicht weiß, was ich schreiben soll, außerhalb von solchen Gedankengängen wie oben.

Ich versuche es mal :)

Heute morgen wachten wir recht spät auf, weil wir nicht so früh im Bett waren und noch ein wenig herum kränkelten. Unser Bett ist im Moment noch hochgebockt auf Kommoden und hat dadurch drunter Platz für meine Kuschelhöhle mit Hundebett, aber das ewige hoch und runter klettern nervt uns und der Raum wirkt durch den Bettglotz ungemütlich und dunkel, somit machen wir uns bereits Monate schon Gedanken dazu, wie wir ihn umgestalten sollen.

Mein Herr mag nicht, wenn ich im Hundebett schlafe, weil es so weit weg ist und er mich nicht einmal greifen, berühren und sehen kann, also möchte er gerne das Bett wieder auf den Boden stellen, das Hundebett daneben und nicht mehr irgendwo hoch kraxeln müssen. 

Wir wachten also auf und diskutierten wieder Möglichkeiten fürs Schlafzimmer durch und ob wir es einfach mal umstellen wollen, um zu schauen wie es wirkt u.s.w.

Wir frühstückten und ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich dabei nicht mehr auf dem Boden saß :( Es fehlt mir sehr, jedoch mag mein Herr es auch, wenn wir uns gegenüber sitzen und reden können, denn wenn ich auf dem Boden bin, ist es wie eine Barriere, sagte er mal. Verstehe ich auch! Vielleicht sollten wir mal schauen, was wir ändern könnten, damit keine Barriere vorhanden ist, aber dennoch mein Platz gewahrt wird.

Später ging er etwas seinem Hobby nach und ich meinem, wir haben ein paar Dinge erledigt und herum getrödelt. 

Aufstehen wenn er rein kommt, ist noch so ungewohnt, dass wir es dauernd vergessen und uns höchstens mal gegenseitig erinnern und stöhnen, weil wir so oft darin versagen. Gestern meinte mein Herr, wir sollten es mal bewußt üben, damit es normal wird und man direkt merkt, wenn es nicht eingehalten wird. Disziplin ist nicht so unseres, glaube ich langsam, aber dann beschwere ich mich wieder, dass mir mein Platz fehlt, mein Habitat nicht stimmt und ich mich unwohl fühle.

Ich muss langsam Schluß machen, weil er mich im Büro haben möchte und ich noch kochen muss. Er sagt nicht "Komm jetzt endlich rüber...", sondern fragt was ich mache, hatte vorhin gesagt ich solle später kommen und würde mich nicht beim Schreiben unterbrechen, auch wenn das sein volles Recht wäre. Einerseits genieße ich diesen Respekt und die Höflichkeit, andererseits fehlen mir direkt wieder klare Worte, aber wie ich in den letzten Einträgen bereits schrieb, ich arbeite daran und gebe mir Mühe die leisen Worte zu hören und beende nun lieber den Eintrag, damit ich danach handeln kann :)


   


Donnerstag, 28. Januar 2021

Das Habitat des Haustierchens

 >> Ich bin kein Pet! Ich benehme mich nicht wie ein Tier, belle nicht, oder wedle mit dem Schwanz herum und dergleichen, das können Andere viel besser und denen überlasse ich es zu gerne. Haustierchen ist mein Name und zugleich eine Beschreibung, von dem was ich bin, von dem was mein Herr heran gezüchtet hat, durch seine Erziehung, Geduld und Mühe. Ich schenkte ihm meine Rechte und mein Leben, er hingegen formte und erzog mich, so dass ich nach und nach zu seinem Haustierchen wurde. Er behandelt mich, wie sein rechtloses Tier, schmust mich, bindet mich an, gibt mir Freilauf und sorgt sich um mein Wohl. Er alleine bestimmt über mein Leben und entscheidet alles, ich hingegen habe nur zu bitten, zu folgen und ihm gut zu tun.<<


Zitat aus Haustierchens Profil im SMC


Das Wort "Habitat" bezeichnet, laut Wikipedia, "den charakteristischen Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart". In welchem Lebensraum fühlt sich so ein Haustierchen wohl? Das Haustierchen trägt wenig schützende Bekleidung, es ist häufig nackt, gelegentlich mit einem Hoodie bekleidet. Das possierliche Tierchen liebt deshalb gemütliche Ecken mit Kissen und Kuscheldecken und Plüschies aller Art. Auch auf Sofas wurde es schon gesichtet.


Aber zu kuschelig darf es nicht sein, denn das Haustierchen spürt gern seinen Platz, die strenge Hand des Herrn. Und so muss es in diesem Habitat auch einen Ausgleich zum Kuscheligen geben. Wir beide lieben Halsbänder und Leinen, und das Haustierchen wird des Nachts im wahrsten Sinne an die Kette gelegt. Mein Haustierchen besitzt eine kleine Kuschelhöhle nebst Hundebett unter dem Bett des Herrn, aber im Regelfall schläft sie im Bett, um immer greif- und verfügbar zu sein.


Auch wenn das Haustierchen eigentlich auf den Boden gehört und es mir dort knieend viel Freude bereitet, darf es sich auch auf dem Sofa aufhalten, wenn es zuvor um Erlaubnis gefragt hat, das Menschenmöbel benutzen zu dürfen. In jedem Fall erhebt es sich, wenn ich den Raum betrete, um mir Respekt zu zollen und Platz zu machen.


Wer ein Haustierchen hält, muss immer darauf achten, es artgerecht zu halten: es muss seinen Platz kennen und spüren, sonst beißt es gelegentlich mal. Halsband, Kette oder Leine und Hundepeitsche und Gerte leisten gute Dienste bei der Erziehung des Haustierchens; wichtiger und besser aber noch sind lobende Worte und Streicheleinheiten (wenn sie mit der nötigen Härte gepaart sind). Wer das Haustierchen nicht gut erzieht, den beißt es auch mal.


Ein Haustierchen braucht nicht viel zum Leben, es ist bescheiden und genügsam. Aber ein wenig Grundausstattung braucht es auch in seinem Habitat: Bücher sind das Grundnahrungsmittel des Haustierchens; es verschlingt sie gerne bei einem Tee und im warmen Licht einer Leselampe. Das Haustierchen liest viel und vieles; Sachbücher, Ratgeber, Kuriosa – aber am liebsten lässt es sich in Welten entführen, die ihm Gefühle und interessante Menschen offenbaren. Neben Büchern braucht ein Haustierchen auch Aufgaben und Herausforderungen, es lernt gern. Und nicht zuletzt braucht es auch gelegentlich Wartung (siehe dazu den eigenen Eintrag).







Montag, 18. Januar 2021

Mein Körper ist ein ...

 Ich habe gerade etwa fünf Tage wirklich schlimme Migräne hinter mir, weil ich nicht genug Tabletten fürs Wochenende hatte und so war ich fast ununterbrochen nur leidend im Bett.

Mein Herr war vorbildlich! Er ließ mich viel in Ruhe, fragte nur, ob ich etwas bräuchte, versorgte mich mit Müffelchen und Getränken und war äußerst fürsorglich.

Sicher war ich nicht die beste Gesellschaft, wenn ich denn mal ansprechbar war, da meine Laune im Keller war, dies tut mir auch sehr leid, aber unter starken dauerhaften Schmerzen kann man etwas ungenießbar werden, das ist menschlich, denke ich, aber mein Herr wußte es zu deuten und nahm es nicht persönlich, auch dafür bin ich sehr dankbar!

Ich sorge nun auch gewissenhaft dafür, dass so eine Situation nicht mehr eintritt, unter anderem aus meiner Angst heraus, es nochmal durchstehen zu müssen.

Heute war also der erste halbe Tag, an dem ich gegen Nachmittag keine Schmerzen mehr hatte und dementsprechend war meine Hochstimmung!

Total happy, gut gelaunt, erleichtert und glücklich wurde ich irgendwie mehr und mehr enttäuscht.

Mein Herr wollte nicht raus gehen, außer die Erledigungen mit dem Auto machen, die er machen mußte und er fuhr mich dabei zu einem Zoofachhandel, weil der Hamster mehr Zeug brauchte und auch bekam :)

Ich wäre sehr gerne spazieren gegangen, nachdem ich drei Tage durchgehend im Bett war :(

Dann zuhause gestaltete er seinen Abend wie üblich. Ob ich dabei bin, oder nicht, ist eigentlich irrelevant, es macht keinen Unterschied. Er verbrachte die letzten Abende so, als ich im Bett war und heute wieder.

Ich verzog mich dann hinter die Couch, weil ich was am Laptop machen mußte und von dem Geflacker auf dem Fernseher wurde mir schon wieder ganz schwummrig im Kopf. Er fragte nicht nach, machte weiter und irgendwann machte er alles aus und ging raus, keine Ahnung wohin, ich glaube in sein Büro. 

Es fühlt sich nicht schön an, wenn man wirklich schlimm gelitten hat, dann endlich wieder etwas machen kann, aber keiner da ist.

Morgen diskutieren sie wieder über neue Corona Regelungen und ich habe Sorge, dass es dann wirklich eine Ausgangssperre gibt und dass man nicht mehr einfach so in die Natur gehen kann, denn ganz ehrlich, ich trage immer meine FPP2 Maske, sobald Leute auftauchen, aber auch sehe ich immer Familien, mit Kindern, die gar keine Masken tragen und sich dann z.B. mit fremden anderen Familien an ein Tiergehege stellen und keinen Abstand halten. Es ist wie mit Aids, keiner hat es, sehen ja alle gesund aus!

Nein, ich gehe nicht zu irgendwelchen Tiergehegen, eher komme ich zufällig vorbei bei meiner Runde und bleibe auch nicht stehen, ziehe meine Maske auf und husche schnell vorüber. 

Die Zeit ist im Moment sehr mühsam für die meisten Menschen, umso wichtiger ist es, dass man sich gegenseitig Gutes tut und füreinander da ist und versucht sich die Zeit zu versüßen! Wenn es den Menschen um mich herum gut geht, geht es mir automatisch auch gut  und wenn ich jemandem eine Freude bereite, freue ich mich ebenso mit, also eine win-win Situation!

Ich versuche mich aber durch die Enttäuschungen nicht meine Zeit vertrüben zu lassen und gehe jetzt gleich ins Bettchen, damit ich morgen früh fit bin und raus kann, z.B. Nordic-Walking in der Kälte betreiben, das mag ich ganz besonders! Wenn es so klirrend kalt ist! Oder wenn es unmögliches Wetter hat und man die Natur mal wieder ordentlich spürt! Wenn man durchgeweht wird, oder überschwemmt wird und man sich ganz klein fühlen kann und erfährt, wie die große Welt auf einen wirken kann. Ein Erlebnis!

Oder eben auch einfach die frische Luft genießen, ohne Frostbeulen, Wasser in der Lunge oder anderen Wettereinbrüchen, bloß raus, sich bewegen und genießen, dass der eigene Körper gerade mal wieder funktioniert!



Montag, 11. Januar 2021

Genauer wünschen

 Mein Herr sagte, ich solle mich für den Spaziergang fertig machen und ich fragte hoffnungsvoll: "Spaziergang mit Leine?"

Die Antwort kam direkt:"Ja."

Fazit nach dem Spaziergang:

Mit Leine heißt nicht automatisch auch an der Leine und so blieb die Leine in der Tasche meines Herrn und kam nicht ans Halsband :(

Wieder etwas gelernt!

Sonntag, 10. Januar 2021

Die leisen Töne

 Ich habe bei meinem Herrn ein wenig herum gejammert, weil mir mein Selbstwert etwas abhanden gekommen ist und unter anderem schickte er mir folgendes Bild aus vergangenen Tagen:



Die leisen Töne, wie im vorherigen Beitrage lange und ausführlich beschrieben, liegen mir leider nicht wirklich und mein Herr weiß, dass ich mit meiner Haarfarbe sehr gerne experimentiere und schränkte mich darin nicht ein, sagte jedoch auch, dass er meine feuerroten Haare von früher am Liebsten mag. 

Ehrlich gesagt habe ich da weniger hin gehört und stand eigentlich total auf so beerige, leicht ins Pinke gehende Töne und war dennoch nicht, obwohl die Farbe als solches fantastisch aussah in meinen Augen, zufrieden damit.

Es funktioniert für mich einfach nicht, wenn ich im Hinterkopf habe, dass mein Herr mir zwar die Freiheit gewährt, dass ich sie tragen kann wie ich mag, aber sie nicht so aussehen, wie er sie wirklich gerne mag, also zurück zum Ursprung, wieder mehr in Richtung feuriges Rot gefärbt und meinen Herrn zufrieden gestimmt, wie er mir mehrfach, von sich aus, geäußert hat. Dann habe ich nicht unbedingt die Farbe, die ich super gerne mag, hingegen aber die Zufriedenheit meines Herrn und das wiederum macht mich sehr zufrieden und unbezahlbar ruhig und entspannt.

Das mit den leisen Tönen funktioniert erstaunlich gut! Zwar höre ich sie nicht unbedingt, aber nachfragen bringt Klarheit und bis vor wenigen Tagen hätte ich es unnötig gefunden zu fragen, hätte ich mir meine eigenen Gedanken gemacht und daraus die Schlüsse gezogen, auch weil ich angenommen habe, dass die Fragerei meinen Herrn nervt, dabei ist es das Gegenteil! Jede Frage die ich nicht stelle, nimmt ihm eine Entscheidung weg und ein Stückchen seiner Macht über mich.

Fragen nervt nicht, fragen gibt ihm Macht über mich.

Dringend im Kopf behalten.

Überhaupt mache ich mir dauernd zu viele eigene Gedanken und nehme meinem Herrn dadurch sicherlich einige Möglichkeiten, Entscheidungen und ganz viel Macht ab. Das tut mir sehr leid und ich bin dabei es zu ändern :)

Im Moment arbeitet er viel und hat wenig Zeit für mich, also bin ich ganz ruhig, gebe keinen Anlass für negative Gefühle und versuche ihm im Hintergrund Gutes zu tun, wie z.B. mit Getränken und dergleichen zu versorgen, ihm Dinge abzunehmen, um die er sich dann nicht auch noch kümmern muss und sende ab und an eine kleine Nachricht :)

Einen Schritt zurück treten und es von außen betrachten bringt oft Klarheit.

Ich freue mich auf die Tage, wenn mein Herr wieder etwas mehr Zeit für mich hat und sie in mich investiert :) Bis dahin tapse ich leise und still weiter, um ihn nicht zu stören.




Freitag, 8. Januar 2021

Zaunpfähle und Stecknadeln

 



Ich brauchte eine kleine Pause, aus vielen Gründen.

Weihnachten und Neujahr haben wir gut überstanden und sind nach wie vor gesund bzw Corona-frei.

Damit mein Herr etwas Platz, Zeit und Muse hat zu wachsen, kleine Schritte zu gehen, zu lernen und zu finden, habe ich mich arg zurück genommen in letzter Zeit und die Füße still gehalten, so gut es ging, wobei das nur bildlich gemeint ist, denn real bin ich viele Schritte gegangen.

Meine Migräne war zeitweise sehr häufig und schlimm und mein Neurologe erinnerte mich daran, dass auch Ausdauersport eine Verbesserung bewirken kann, unter anderem.

So begannen wir wieder mit Nordic Walking. Wieder, weil ich eigentlich schon sehr viel mehr Sport gemacht hatte, bevor Corona in unser Leben trat und die Fitness Studios schließen mussten. 

Von 3x die Woche Gerätetraining + Laufband und 2x die Woche Bodybalance,  zu 3x die Woche ins Fitness Studio, egal ob Geräte oder Bodybalance, hin zu gar nicht mehr gehen können.

Nun also nach einer Auszeit wieder Nordic Walken und das kontinuierlich jeden 2. Tag. Dann noch lange walking Spaziergänge im Wechsel.

Ganz ehrlich?

Ich fand es eigentlich schön, bin ich doch gerne in der Natur unterwegs und schlechtes Wetter ringt mir ein Lächeln ab, weil ich auch das genießen kann. Nur hmm meine Begleitungen waren hmm mäßig begeistert. Wir teilten es auf zwei Personen auf und ich hatte das Gefühl, dass ich wie eine ungewollter Hund spazieren geführt werde, ohne dass mein Weggefährte selber Spaß daran hat. Das ist nicht schön.

Naja, nun geht mein Herr nur noch mit mir und ich versuche seinen Frust dabei zu übersehen.

Gassi-Service bezieht sich ja immer auf Hunde und in einer Komödie die ich mal sah, wollte jemand ihren alten Vater dafür anmelden. Keine schlechte, die vermutlich nicht so gut ankommen würde, wie in einer Sitcom, leider. 


Wir reduzierten unsere DS Regeln und Angewohnheiten um Konsequenz zu finden und nehmen immer nur ein Element hinzu, bis es sich etabliert und eingespielt hat, so dass man sich nicht verzettelt und der Frustfaktor gigantisch steigt.

Nachts werde ich angekettet, meistens nur am Halsband, manchmal auch zusätzlich an einem, oder beiden Beinen.

Morgens und abends bekomme ich fünf Hiebe mit einer Gerte, von hart bis zart und zurück, mal im Wechsel, mal durcheinander, mal einheitlich, eben wie meinem Herrn der Sinn steht. Liebevoll nennen wir sie "die 5 Freunde".

Meine Frage, ob ich auf die Toilette darf, stelle ich freiwillig, mein Herr fordert sie nicht ein, umso mehr freut er sich, wenn er sie hört und daran erfreue ich mich wiederum :)


Ich war in der Zwischenzeit von vielen Dingen, Menschen, Situationen massiv enttäuscht und musste mit einigem erst einmal ins Reine kommen, unter anderem mein Bild von DS als solches musste ich überdenken, neu betrachten und neu zusammensetzen. Zwar habe ich immer ein Idealbild im Kopf, von dem mir viele sagen, dass es das so nicht geben kann, dass keiner immer an alle Regeln denken kann, nicht permanent der Herr sein kann und Konsequenz eher Tagesform abhängig ist und doch kenne ich persönlich mind. einen Herrn, der es kann und genau daraus seine Energie und sein Lebensglück zieht, ebenso wie ich. Es gibt also welche und so bin ich immer wieder auf der Suche und total gespannt, wenn ich neue DS Paare kennenlernen darf.

Leider werde ich sehr häufig enttäuscht, denn was öffentlich total authentisch und realistisch dargestellt wird, ist bei genauerer Betrachtung auch nur eine Illusion, Fantasiewelt und, böse gesagt, Lüge. 

Es wird dann beschrieben, welche Regeln man permanent hat, jeden Tag und die immer befolgt wird und wenn man dann Bilder betrachtet oder Texte aufmerksam liest stellst sich immer wieder heraus, kann gar nicht stimmen bzw sieht man eben auch, dass es so nicht permanent umgesetzt wird und man fragt sich leider, was davon dann überhaupt der Wahrheit entspricht und was die Wirklichkeit ist.

Halten sie die Illusion nach außen aufrecht, oder Leben sie ihre eigene Realität und blenden die Lücken aus? Belügen sie andere, oder sich selber direkt mit? Was hat man davon? Warum kann man nicht zu seinen Problemen und Fehlern stehen? Und wenn man es schon nicht kann, warum trägt man dann seine Lügen nach außen und präsentiert sie und schweigt nicht dazu?

Vielleicht vergleichbar mit Instagram, wo gefühlt alles nur geschummelt und gefälscht ist, damit andere staunend darauf schauen und ein wenig neidisch werden.

Ich möchte damit keinen persönlich angreifen! Ich würde es nur gerne verstehen!

Ich selber schreibe authentisch, über alles, die guten und die schlechten Seiten. Manchmal unschöne Dinge, manchmal die schönen, weil das Leben eben genau so ist! Nicht perfekt, nicht immer nur eine Seite und in der heutigen digitalen Welt geht es immer mehr verloren und eine künstliche, nach außen hin perfekte Welt wird simuliert, während im Inneren die Menschen mehr und mehr kaputt gehen, umso mehr bauen sie dann auch wieder eine Illusion nach außen auf und ich bin froh, dass ich anders bin und mit beiden Seiten lebe und und mir selber nichts vormache und innerlich ziemlich gesund bin und permanent daran arbeite, dass es so bleibt und noch besser werden kann.

Meinem Herrn gefällt auch nicht immer was er lesen muss, aber doch betont er, dass es wichtig ist beide Seiten zu sehen und dass die unschöne nicht minder wichtig ist, nur weil sie unangenehm ist.

Klar würde ich lieber schreiben, dass ich immer perfekt diene, alle Regeln einhalte und wenn ich mal eine übersehe, weil ich total im Streß war, mein Herr es umgehend bemerkt hat und ich eine Strafe bekam, er immer in seiner Rolle ist und akkurat perfekt reagiert und agiert, aber das Leben sieht nunmal anders aus und so hat jeder eigene Baustellen an denen er arbeiten muss und dann eckt man eben doch mal wieder aneinander an und spricht Dinge aus, die lieber ungesagt geblieben wären, die man aber nicht zurück nehmen kann und den anderen verletzt haben. So hält man sich dann mal an keine Regel, weil man wütend ist, bekommt dadurch sogar noch zusätzliche Schuldgefühle und hat es noch schwerer und dann ist der Herr vielleicht auch nicht super drauf, reagiert nicht so souverän, wie es besser gewesen wäre und zack entsteht ein handfester Streit. Ich verstehe, wenn man solche Situationen nicht in der Öffentlichkeit diskutieren möchte, was ich jedoch nicht begreife ist, warum man dann sagt, sowas würde einem nie passieren.

Keiner ist perfekt, erwartet doch auch niemand. Man kann darüber schweigen, aber lügen indem man es verleugnet? Muss man das?

Das ist nur ein Beispiel von vielen.

So wurde ich in meiner Sicht über andere DS Paare x-fach enttäuscht und stellte einiges in meinem Kopf in Frage.

Was eigentlich auch etwas Gutes hatte, denn es öffnete mir auch die Augen!

Die Probleme die wir haben, sind gar nicht so selten!

Nur wird wird darüber nicht gesprochen oder zum Thema gemacht.

Ich weiß, dass ich die perfekte Sklavin für meinen Herrn sein kann und ich weiß, dass eine Sklavin nur so gut wie ihr Herr sein kann, ebenso kann ein Herr nur ein guter Herr, mit einer guten Sklavin sein!

Mein Herr brauchte etwas Platz, Zeit und Ruhe, also versuchte ich sie ihm dies zu ermöglichen und kommentierte nichts mehr, zog mich zurück, fuhr mich auf ein Minimum herunter in allen Bereichen, machte vieles mit mir selber aus und legte den Fokus auf mein eigenes Leben, meine Bereiche an denen ich feilen muss.


Blieb die Leine im Auto weg, sagte ich nichts.

Blieb die Kette nachts weg, schwieg ich.

Bekam ich die Leine auf dem Sofa dran, freute ich mich still und machte es nicht zum Thema.

Ich zog an, was ich für richtig hielt, unabhängig von ihm und fragte nicht mehr, was ich essen, trinken oder machen darf und soll.

Ich versuchte einfach, dass er findet, was für ihn Sinn macht, dadurch den Spaß neu entdeckt und es selber wiederholt, wenn er möchte.

Nach wie vor ist sein Wille mein Fetisch, aber daraus entsteht unweigerlich das Problem, dass ich ihn nicht beeinflussen möchte und wenn ich es doch tue, es sich grauenhaft für mich anfühlt. Seinen Willen zu bekommen bedeutet auch, ihn zu spüren und da mein Herr sehr auf mein Wohlbefinden achtet und eben darauf hört was ich so von mir gebe und davon Entscheidungen abhängig macht, begann ich mehr auf die leisen Töne zu achten. Er befiehlt nicht, er spricht nicht in Großbuchstaben, wie ich es nenne, als Terry-Pratchett-Fan, sondern gibt mir Optionen.

Das ist offen gesagt so gar nicht meine Art, ich bin eher von der Leber frei weg auf die Zunge! Ich bin ein sehr direkter Mensch, ohne Blatt vor den Mund und wenn jemand durch die Blume zu mir spricht, verstehe ich nicht unbedingt, was er von mir möchte, umso mehr verlangt es mir ab, dann doch genau hinzuhören und im Leisen die Wünsche und den Willen meines Herrn herauszuhören.

Er sagt nicht: "Sklavin, Du hast Dich während meiner Video Konferenz neben mir auf dem Sessel einzufinden und ruhig zu sein!" 

Er sagt: "Ich würde mich freuen, wenn Du während meiner Video Konferenz auf dem Sessel bist."

Das gibt mir gefühlt viel Freiheit, die ich weder möchte, noch brauche, noch schätze und mein erster Instinkt ist es zu sagen, dass er mir nur Optionen zeigt und ich entscheiden kann, was ich wirklich machen möchte. Das bringt ihn in eine Zwickmühle, weil er ja weiß, dass ich seinen Willen möchte, er aber auch nicht sagen möchte, dass ich etwas tun soll, was ich von mir aus nicht möchte, obwohl das sein Recht ist. Diese Zwickmühlen muss ich vorher erkennen und vermeiden, indem ich auf jedes Wort genau achte, was er an mich richtet, weil er eben nicht Klartext sprechen möchte, sondern Möglichkeiten formuliert, die ich als Befehl interpretieren müsste, auch ohne die Klarheit und den strengen Ausdruck.

Für mich ist das sehr, sehr schwierig!

Ganz ehrlich gesagt, geht es mir massiv gegen den Strich, weil ich eben die Großbuchstaben, die klaren Worte und Befehle liebe und sagen würde, ich brauche sie!

Nun ist mein Herr allerdings anders und ich habe ihn mir ausgesucht und mich ihm geschenkt und TPE bedeutet eben auch, dass ich mir dann die Mühe mache und lerne, lerne, lerne, die leisen Töne zu hören, zu beachten und danach zu handeln.

Seine sehr höfliche Art gefiel mir früher über alle Maßen und ich genoss es einen Herrn zu haben, der sich gewählt ausdrückt, ohne dass es ihm selber bewußt ist, weil es zu ihm gehört und nicht aufgesetzt ist. 

Mir schwoll die Brust, wenn ihn jemand kennenlernte und mir zu raunte: "Oh, der drückt sich ja toll aus!" oder "Wow, sehr höflich und freundlich!"

Er strahlte durch seine Ausdrucksweise als geschliffener Diamant zwischen vielen grauen Kieselsteinen. Wie kann ich von so jemanden erwarten, dass er plumpe Befehle ausdrückt? Da muss ich umdenken und ich weiß jetzt schon, dass es viel Arbeit ist und ich oft an Grenzen stoßen werde, aber ich weiß auch, wofür ich mir diese Arbeit mache und dass es sich lohnt.

Umso mehr freue ich mich, wenn ihm dann und wann etwas flegelhaftes heraus rutscht und er plötzlich danach kichert, weil es ihn selber ebenso überraschte wie mich :)

Von winkenden Zaunpfählen umdenken zu fallenden Stecknadeln ist kein leichter Weg...