Dienstag, 30. Juni 2020

In Besitz -Theorie und Praxis

Es gibt viele schöne Dinge aus Edelstahl




Haustierchen sucht und findet viele Wege mich zufrieden zu stellen; darauf verwendet sie viel Zeit, und das kann man kaum würdigen, denn sie denkt nicht nur daran, was mir aktuell fehlt, sondern auch daran, was mir eventuell mal fehlen könnte und versucht in alle möglichen Richtungen schon einmal vorzumerken. Dabei springt sie nicht selten über ihren Schatten und blendet einiges aus.

Der letzte Blog-Eintrag ("Neues Kennzeichen") ist so ein Versuch, mir eine Freude zu machen, indem sie etwas, das ich tue, ins bestmögliche Licht zu rücken versucht. (Dass andere Beiträge, die viel stärker rezipiert werden, auch mal ins Schimpfen geraten, ist gewissermaßen der negative Gegenpol.) Beim Loben wie beim Schimpfen ist die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Wenn ich nun das, was sie in positivem Licht schreibt, hier etwas in die Dämmerung ziehe, tue ich das nicht um ihre Leistung zu schmälern, sondern sie im Gegenteil hervorherzuheben: Das ist Fokus, das ist Hingabe, wenn man die eigenen Gefühle und Stimmungen zugunsten des angestrebten und verteidigten Ideals zurückstellt.

"Monsieur ist im Moment sehr gut zu mir." – Das stimmt sicher so nicht; ich versuche, möglichst oft gut zu Haustierchen zu sein, aber die Wahrheit ist eben auch, dass mir das nicht allzu oft in einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Weise gelingt. Intention und Ausführung liegen dann doch zu oft auseinander.

Die Plakette habe ich gravieren lassen; so wie Haustierchen es beschreibt, und auch unser kleiner Dialog war so, wie sie es wiedergibt. "Schöner Gedanke :)" – in der Tat, aber die Ausführung ließ meinerseits dann doch zu wünschen übrig. Das Machtgefälle, das sie ersehnt und immer wieder anmahnt, das vernachlässige ich, indem ich ihr zuviel Freiheiten lasse, die sie in Unsicherheit und ungewollter Verantwortung halten.

Wer seinem Haustierchen eine solche Plakette gibt und sie an ihrem Halsband befestigt, der muss dann auch liefern: "In Besitz" muss dann auch heißen: Führung, Strenge, Richtungsvorgabe; dazu stehe ich – da hat sie in ihren Vorwürfen Recht – zu selten bereit. Ich bin mit Gedanken beschäftigt, die mich in die Vergangenheit weisen, aber führen kann nur der, der an die Zukunft denkt und diese Zukunft gestaltet. (Das ist das, was Haustierchen gnädigerweise in ihrem letzten Blogeintrag unterschlägt.)

Eine Plakette gravieren lassen, das ist leicht; dem, was hinter der Plakette steht, zu entsprechen, das ist nicht ganz so leicht und erfordert – gerade von dem der Plakette befestigt – mehr Engagement als ich ihr im Moment zukommen lasse und deutlich mehr hat sie verdient. (Und gerade deswegen will ich den Eitel-Sonnenschein-Eintrag nicht so stehen lassen, weil sie Besseres verdient.) Ich bin Haustierchen sehr dankbar, dass sie ihre Energie und Klugheit in den Dienst unserer Beziehung stellt.


Verpflichtung für beide




Und das werde ich ihr danken durch die Härte, Strenge und Führung, die sie sich mehr wünscht als alles Andere: Die Plakette mit Leben erfüllen; aus ihr meine kleine Hündin machen, mein Fickstück, meinen Fußschemel, aber eben auch das geliebte Haustier, das man ausgiebig streichelt und züchtigt – in beidem das auslotend, was die Tiefe und Intensität unserer Beziehung in unseren besten Moment ausmacht.




Neues Kennzeichen

Monsieur ist im Moment sehr gut zu mir.
Er stöberte letztens im Internet herum und ließ mir eine kleine Plakette gravieren (Bild folgt die Tage) , auf der mein Name (Haustierchen) steht, meine Sklavennummer und, dass ich in Besitz bin. Als sie gestern angekommen ist, war ich positiv überrascht, weil sie hochwertig aussieht, schwer ist und nicht so ein billiges Gelumpe wie beim Tierfachhandel.
Ich weiß nicht, ob er meine Gedanken lesen konnte, jedenfalls fragte er: "Weißt Du, was diese Plakette von denen für Hunde unterscheidet?"
Die Nummer?
Tasso hat auch Plaketten mit Nummern..
"Nein?"
"Nichts!"

Schöner Gedanke :)

Auch bin ich froh, dass ich nicht beringt bin, so dass die Plakette dort dran gemacht werden könnte.

Wenn ich so durchlöcherte Schamlippen sehe, muss ich immer an meine Oma denken, deren Ohrläppchenlöcher durch regelmäßige schwere Ohrringe bis sonstwo hingen und keinen Ohrschmuck mehr präsentieren konnte, weil sie so ausgeleiert waren, dass er schlicht durchgerutscht wäre.
Da schaue ich mir lieber meine rosig flaumigen und unversehrten Labien an, die frisch und jung sind und ihr Alter verbergen :)

Auch frage ich mich, wie das bei Nippelschmuck ist. Die Schwerkraft ist ja nunmal dauerhaft vorhanden und je nach Gewicht, wird alles herunter gezogen, was im Alter ohnehin hängen wird. Passiert das dann nicht früher schon?
Da lobe ich mir Klammern oder andere, nicht permanente, Befestigungsmöglichkeiten, so dass sie sich auch mal erholen können und nicht frühzeitig gen Boden wandern.

Schmuck kann man auch ohne Löcher anbringen, es gibt da vielseitige Möglichkeiten und ein wenig kommt es mir auch hier wieder vor, als würde es dem "höher, schneller, weiter" bzw. "härter, brutaler, fieser" Kult zum Opfer fallen.
"Meine Sklavin hat aber nicht vier, sondern acht Ringe durch ihre Schamlippen!" Oder so in der Art.

Ich muss zugeben, es gab eine Zeit, da hätte ich sehr gerne Ringe getragen, nur sah ich dann immer wieder hier und da eine gelöcherte Frau und immer öfter erschien mir eben das Bild meiner Oma und so mag ich wirklich nicht aussehen! Nun betrachte ich meine naturell gebliebene Spalte und bin glücklich, dass sie so schön aussieht, ohne einen halben Schmuckladen (er-)tragen zu müssen.

Wenn Monsieur jedoch Ringe wünscht, hat das Priorität, keine Frage!


Im Moment macht er sich allerdings noch Gedanken, wo, wie oft und zu welchen Momenten ich die Plakette tragen soll und natürlich werde ich seine Entscheidung umsetzen.





Mittwoch, 24. Juni 2020

Schwieriger Tag

Gestern war ich beim Friseur und für andere ist es ein Genuss und eine Wohltat, für mich eher Streß und Belastung.
Das Ergebnis mag ich meistens sehr, aber alles andere vorher, grauenhaft.
So bettel ich dann spätestens 24h vorm Termin bereits, dass ich nicht hin möchte und bekomme stoisch die selbe Antwort: "Du gehst da hin, hinterher wirst Du Dich freuen."

Also ging ich da hin und freute mich hinterher gar nicht!

Ich war bei einer anderen Mitarbeiterin und ausgerechnet auch noch die, die sonst meinem Herrn die Haare schneidet und das schon seit Jahren!
Schwierige Situation, weil ich weiß, dass mein Herr sehr viel Wert auf Etikette legt und ich einen guten Eindruck hinterlassen muss.

Dort angekommen war alles noch in Ordnung und ich bekam meine Haarkur und da redete sie noch kaum mit mir, was mir ehrlich gesagt sehr recht ist, weil ich ein Gespräch mit Stinos regelmäßig als anstrengend empfinde. Nicht missverstehen, ich kenne viele liebe Leute, aber es gibt Stolpersteine, auf die man achten muss.
Man darf ihn nicht "Herr" nennen, sondern muss seinen Namen benutzen, was auf meinen Lippen fast jedes mal ein Stolpern auslöst, deshalb bin ich dazu übergangen oft "Herr *hier Nachnamen eintragen*"  sage, was einfacher ist und sehr viel angenehmer!

So auch gestern, ich nannte ihn einfach beim Nachnamen mit Herr davor und fertig.

Sie fragte mich ein wenig aus, was ich schon nicht so gerne mag, weil ich auch da dann aufpassen muss, was ich antworte, zumal mein Herr es nicht mag, wenn ich zu private Dinge erzähle, also gab ich recht oberflächliche Antworten, oder etwas, dass möglichst nichts mit ihm zu tun hat, was auch ganz gut funktionierte, denke ich.

Ich zog für meinen Herrn um und das sieht sie als ein riesiges Geschenk an und fragte, wie ich mich eingelebt habe.
Wunder Punkt!

Ich habe mich nicht gut eingelebt.

Warum nicht?

Weil ich ein Gewohnheitstier bin, weil ich Veränderungen nicht mag, weil ich die Stadt nicht mag, weil ich meine sozialen Kontakte nicht mehr habe, weil es mir ganz schrecklich fehlt, wenn ich raus gehe, von Nachbarn gegrüßt zu werden und einen Plausch zu halten, oder bei jedem Geschäft ums Eck, weil es mir fehlt, bei meinem Stamm Edeka gesagt zu bekommen, dass ich heute ein schönes Kleid anhabe, oder sonst irgendwas.
Weil mir der Nachbarshund fehlt und der Kioskbesitzer an der Haltestelle.
Weil es mir fehlt, in die Bücherei zu gehen und von allen gekannt zu werden und gefragt zu werden, ob ich zu der und der Veranstaltung kommen möchte. Weil es mir fehlt, dass ich überall bekannte Gesichter habe, die mich mögen und mit denen ich kurz palavern kann, ohne dass es unangenehm ist, oder ich aufpassen muss, was ich sage, weil alles schön oberflächlich ist.

Es ist dieser gewohnte, schnöde Alltag, voller Menschen die ich kenne, der mir fehlt!

Aber wie erklärt man das in wenigen Worten?

Ich habs versucht, hat nicht gut funktioniert, denn sie fragte insgesamt drei Mal nach und sagte gegen Ende meines Besuchs, dass sie es sehr schade findet, wenn man damit so unglücklich ist.

Super! Was soll ich damit nun anfangen?

Nächstes Problem, der Schnitt war super, ich glaube auch, dass er noch etwas besser ist, als der bei der anderen Friseurin, aber das Finish hinterher, schrecklich!
Zu viel Schaum ins Haar, so dass alles aussah, als wäre es festbetoniert und keine Löckchen!
Letztes Mal wurden mir zauberhafte Löckchen geschenkt, einfach mit dem Schaum, einem Diffuser und ein wenig herum kneten.

Vorher sagte sie, sie bekäme es auch hin, hinterher sah es trauriger aus, als was ich je zustande gebracht hatte, wenn ich mir Mühe gab.

Aber mein Herr geht da die Tage wieder hin und wird ein paar Wochen später wieder hin gehe und wieder und wieder, also ließ ich nur ein wenig Kritik durchklingen und versuchte ihr kein allzu schlechtes Gefühl zu geben.

Dann ging ich noch schnell etwas einkaufen und auf dem Weg hatte ich ein Problem zu klären, was ich nicht klären konnte bzw. nicht zu meiner Zufriedenheit (ich kann nicht sagen um was es geht, weil es zu intim ist) und war dann auch noch schrecklich wütend!

So kam ich also Zuhause an und war total verzweifelt.
Scheiß Frisur, die ich umgehend waschen ging, im Kopf, was mir alles fehlt und was ich nicht mehr habe und der Streit.

Mein Herr war arbeiten und konnte nicht wirklich antworten, als ich ihm schrieb, wie mies es mir geht und ich wollte ihn auch möglichst nicht belasten und schrieb dann alles auf einen Zettel. Schrieb alles runter und heulte wie ein Schloßhhund,  schrieb ihm, dass ich ihm was auf den Schreibtisch gelegt habe zum Lesen und verkroch mich in meine Kuschelhöhle, mummelte mich ein, weinte noch was, machte mir ein Schnulzenhörbuch an und nickte weg.

Wach wurde ich durch meinen Herrn, der sich in die Kuschelhöhle quetschte, mich in den Arm nahm und sich alles erzählen ließ, darauf schimpfte, wie gemein die Welt doch sein kann und mir ein gutes Gefühl gab.
Er tröstete mich und es fühlte sich sehr schön an und so beruhigte ich mich was, kroch  mit ihm zusammen wieder raus und machte uns was leckeres zu Essen :)

Dort wirklich verzweifelt zu liegen und dann in den Arm genommen, gehalten zu werden, während man Verständnis und Zuspruch bekommt, das brachte mir viel.
Ich bin meinem Herrn äußerst dankbar dafür und weiß gar nicht, wie ich es ihm noch zeigen kann.

Kommt nun vielleicht rüber, als sei ich eine totale Mimose, aber im Alltag bin ich nicht so der gefühlsduselige Mensch und vergrabe viel in mir, damit ich damit keinem auf die Nerven gebe, mit dem Effekt, dass dann manchmal ein kleiner Auslöser reicht und alles überschwappt und gestern war so ein Tag. Das große Betrauern des verlorenen Wohlgefühls, was man sich Jahre lang aufgebaut hat und mit dem Umzug weggefallen ist.

Nicht missverstehen, ich bin sehr froh mit meinem Herrn zusammenzuleben! Er ist es absolut wert! Nur wurde mir gestern bewusst, was ich aufgegeben habe und das tat einfach weh und musste mal raus.
Mein Herr zeigte mir dann ganz deutlich, warum ich es getan habe und warum es richtig war. Vielleicht sollte ich mir wirklich mal Mühe geben, die Stadt zu mögen, denn bisher bin ich lediglich auf Abwehr und Abneigung und versuche es nicht einmal.
Alles eine Sache in meinem Kopf. Vielleicht bin ich auch noch nicht ganz bereit dazu und muss es schrittchenweise machen und überlege mir nun, was einer der Schritte sein könnte.

Meinem Herrn würde es sicher gut tun, wenn ich mich wohler fühle und auch sehen kann, dass "seine" Stadt schön ist.



Dienstag, 23. Juni 2020

Der Fokus ist so wichtig

Mein Herr hat im Moment viel zu tun, kein Wunder, da sich durch Corona so einiges aufgestaut hatte.

Er ist viel unterwegs und hinterlässt mir dann süße Zettel, mal mit Plan, mal ohne und ich freue mich immer so sehr über seine warmen Worte und lese sie nochmal und nochmal und nochmal :)


Wenn man nicht aufpasst, hinterlassen die Ketten nicht nur Spuren im Kopf



Wenn er früh raus muss, löst er die Ketten ganz leise und vorsichtig, damit ich weiter schlafen kann. Einerseits freut mich seine Fürsorge, andererseits fehlt es mir, zum Abschied, vor ihm gekniet zu haben, aber das ist nicht meine Entscheidung und so versuche ich mich auf die Freude seiner Sorgsamkeit zu konzentrieren.

Manchmal nimmt er mich mit, manchmal nicht und dann versuche ich alles besonders schön für seine Ankunft zu machen, so dass er gestreßt und müde nach Hause kommen kann und nichts machen muß, außer sich aufs Sofa werfen und zu erzählen, was ihm auf dem Herzen liegt. Ich frage dann, ob er etwas kaltes Trinken möchte, oder lieber einen Kaffee, oder ob er bereits Hunger hat und versorge ihn dann.
Das ist mir sehr wichtig.
Wenn ich nicht genau weiß wann er ankommen wird, habe ich immer das Fenster offen und lausche nebenher, ob sein Auto vorfährt und wenn irgendwas mit Motor angekommen ist und die Türen zuschlägt, flitze ich kurz nachsehen, um entweder enttäuscht meiner Arbeit nachzugehen, oder mich schnell in den Flur zu knien und ungeduldig zu warten.
An seinen Schritten kann man oft schon hören, wie es ihm geht. Sind sie eher schleppend und stampfend, dann hat er keine so gute Laune, oder sanfter, schneller, dann war sein Tag gut. So oder so, schließt er seine Türe auf, freut er sich den Kater und mich zu sehen und streichelt uns ausgiebig.

Manchmal darf ich seine Schuhe ausziehen, meistens jedoch macht er es automatisch selber, während er schon los sprudelt, was ihm so passiert ist.

Gerade während Zeiten, in denen er viel unterwegs sein muss, mache ich viel im Hintergrund, um ihn zu entlasten und seinen Tag schöner zu gestalten.
Ich finde, im Bett devot zu sein ist einfach, allerdings unterscheid sich eine gute Sklavin doch eher davon (aus meiner Sicht), wie sie im Alltag funktioniert. Ob sie ihren Herrn da unterstützt und seine Bedürfnisse, möglichst unauffällig befriedigt.

So gesehen ist den ganzen Tag mein Kopf damit beschäftigt, zu schauen, was ich für meinen Herrn tun kann, was erledigt werden muss und was er brauchen könnte.

Wenn er, mein Kopf, damit nicht beschäftigt ist, weil alles getan wurde, versuche ich mich zu bilden, denn auch das ist meinem Herrn sehr wichtig.
Ich lerne französisch, weil er mich gerne damit anspricht. Oder ich bilde mich anderweitig weiter und freue mich immer, wenn er meine breit gefächerte Neugierde anspricht.

Allgemein halte ich mich lieber im Hintergrund und ziehe dort meine Fäden, so dass es jedem möglichst gut geht und alles hat was er braucht und noch ein wenig mehr.

Mein Herr dankt es mir auch, indem er z.B. einen Wellness Friseurtermin für mich machte. Dann bekomme ich eine Kur für die Haare, Haarwäsche mit Kopfmassage und einen frischen Schnitt, bzw. werden nur die Spitzen geschnitten, weil er wieder lange Haare an mir sehen möchte.

Als wir uns kennen gelernt hatte, hatte ich lange Haare und einen Undercut mit einrasiertem Mandala. Wenn ich nicht wollte, dass es jemand sieht, ließ ich die Haare einfach darüber fallen, wenn doch, dann steckte ich sie mir hoch :)

Ich fand es damals wunderschön!
Mein Herr leider nicht. Er sagte, ich solle es herauswachsen lassen.

Kurz darauf fragte ich, ob ich mal wieder (das mache ich alle Jubeljahre) meine Haare kurz tragen soll, also Schulterlänge und ein wenig weniger und er wollte es und war dann auch begeistert. Ich bin immer etwas hin und her gerissen. Beides hat Vor- und Nachteile.
Morgen jedenfalls soll ich nur die Spitzen schneiden lassen, denn er möchte sie wieder lang sehen :)




Am Wochenende passierte in meinem Kopf etwas recht faszinierendes.
Wir hatten ordentlich Spaß im Bett und mein Herr ließ mich extra vorher zwei mal kommen, damit ich ordentlich durchblutet bin, wie er sagt und schlug mich dann mal mit der Hand, mal mit Mr. Slapper (der ein Paddel ist) zwischen die Beine, die ich weit gespreizt haben musste.
Ich werde nicht angekettet oder fixiert, wenn ich geschlagen werde, ich halte so möglichst still und befolge seine Anweisungen und diesmal schlug er sogar härter zu, so dass ich über den Tag verteilt noch etwas davon hatte und es tat natürlich schrecklich weh und nein, nach wie vor ist es einfach nur Schmerz für mich, kein bisschen Lust, kein Bisschen Erregung, im Gegenteil, ich werde dann ungeil und trocken und hasse es. Also er schlug wie gesagt zu und ich musste meine Beine weit, sehr weit, so weit es geht, spreizen und hielt still.
Ich meine wirklich, ich zuckte nicht einmal!
Ich hielt sie offen, so offen wie meine kleine Seele für meinen Herrn ist und hielt einfach still, obwohl es nur fürchterlich weh tat und ich gerne geflüchtet wäre, aber statt dessen blieb ich da und konzentrierte mich alleine darauf, meine Beine genau so gespreizt zu behalten, egal was passiert.

Mein Herr lobte mich ausgiebig dafür, dabei und danach und ich war in dem Moment nicht einmal stolz, weil ich mir dachte: "Das ist doch genau meine Aufgabe. Dieser Moment zeigt doch am aller deutlichsten, dass ich diene so sehr ich nur kann."

Was war passiert?

Ich hatte mich dieses mal nicht auf den Gedanken eingelassen, dass ich es hasse und so gerne gerade etwas anderes machen würde.
Ich hatte nicht nachgedacht, wie schlimm ich es eigentlich finde und wie weh es tut.

Statt dessen hatte ich mich lediglich darauf konzentriert, dass ich mich genau an seine Anweisungen halte und dass ich möglichst perfekt für ihn und seine Lust bin.

Ich hatte all die Male zuvor den falschen Fokus und es war mir nicht einmal bewusst.

Ich meine, ich wurde davor auch schon geschlagen, auch schon mal zwischen die Beine (ja, nur von einem und dem wäre ich fast ins Gesicht gesprungen dafür, statt dessen riss ich mich zusammen und er sagte schlug weiter und meinte: "Geiler Blick! Man sieht Dir an, dass Du gerade etwas anderes tun wollen würdest, aber statt dessen bleibst Du still und schaust mich so an."), aber dann betraf es eher den Hintern und Rücken, minimal vielleicht auch die Brüste, aber zwischen die Beine...

Der größte Unterschied, natürlich außer dem Schmerz selber, ist wie ich finde, dass man sich automatisch versuchen will zu schützen.

Mag ja Gewohnheit sein, dass ich beim Popo oder so kaum das Bedürfnis habe, aber bei meiner intimsten und empfindlichsten Stelle, da ist dieser permanente Impuls der mir sagt, ich solle schnell irgendwas machen, nur damit da nichts dran kommt.

Das beginnt doch eh schon, wenn man die Beine spreizen muss, oder?
Es ist ein riesiger Unterschied, ob ich meinen Hintern herausstrecken soll, oder die Beine weit spreizen. Geht es nur mir so?

Arsch präsentieren, super easy, kein Thema.
Beine weit spreizen, oha, ich will mich schützen.

Aber gut, ich hatte also diesen Fokuswandel und vielleicht schlug mein Herr deshalb härter zu und ließ sich mehr Zeit und so im Nachhinein betrachtet bin ich ja auch stolz auf mich, aber nicht allzu sehr, eher bin ich stolz auf die Veränderung, weil es wie ein Zahnrad ist, dass nun eingerastet ist und sich richtig anfühlt. Nun denke ich mir, wenn er es wieder tun wird, wird es nicht nur einfacher sein, sondern sich besser anfühlen im Kopf, weil ich den korrekten Fokus habe und das freut mich und macht mich stolz :)

Naja, nicht missverstehen, DAS freut mich, nicht dass ich mich darauf freue!
Darauf freuen hmm werde ich wohl nie. Eher auf die Lust, die ich meinem Herrn damit bereite, aber sonst... also hmm brauchen tue ich das wirklich nicht, aber ich mache es gerne für ihn und nun mit noch etwas mehr Hingabe und komplett ohne Widerwillen :)



Freitag, 19. Juni 2020

Natur genießen




Gestern und heute waren wir spazieren.
Einfach mal die Seele baumeln lassen, die Natur genießen und frische Luft tanken.

Ich finde, wenn man im Wald ist, das ganze Grün um einen herum hat, dann entspannt man und erholt sich automatisch. Ein schönes Gefühl.

Mein Herr weiß wie ich empfinde und geht deshalb gerne mit mir raus, fährt mich mal zum einen Wanderweg, mal zum anderen Wald und freut sich, wenn ich kleine Käfer "rette" oder winzige Frösche finde.

Treffen wir Hunde, fragt er z.B. was für eine Rasse es war und freut sich, wenn ich ihm eine ausführliche Antwort geben kann.

Gestern waren wir im Wald unterwegs, teilweise auch mit der Leine am Halsband und ich durfte auf der Autobahnbrücke verweilen, den Autos winken und das Wetter genießen.
Das klingt vielleicht einfältig, jedoch sind die einfachen Dinge oft die Besten und wer mal selber auf so einer Brücke stand und erlebt, wie es sich anfühlt, wenn Fremde winken, Lichthupe geben oder LKWs hupen, der weiß was ich meine, denn es macht nunmal Spaß :)

Heute hingegen waren wir auf "meiner" Wiese. Die besuche ich nunmehr fast 3,5 Jahre und dort passieren oft kuriose Dinge.

Man muss wissen, dort sind (wußte ich vorher gar nicht!) immer ein paar Nudisten im Gebüsch und unter den Bäumen, die sich sonnen und ihre Ruhe wollen.

Wenn man ins Unterholz geht, weiter weg von den Nackedeis und vom Pfad, dann dauert es trotzdem nicht lang, bis einer hinterher kommt.

Wenn man auf dem Parkplatz vor der Wiese herum steht, dann scharwenzelt schon mal einer ums Auto herum, was eigentlich seltsam ist, denn es sind wirklich Nudisten, keine Swinger dort und die, die nackt sind, sind nicht die, die einen verfolgen oder das Auto beobachten.

Passiert ist bisher nichts, unwohl wurde mir hingegen ein paar Mal, z.B. als wir von drei Leuten aus zwei verschiedenen Richtungen verfolgt wurden, aber dann huscht man schnell zum Auto und ist weg.

Heute gingen wir also wieder spazieren und mein Herr führte mich an der Leine, ich artig einen Schritt hinter ihm und wir plauderten, als uns weiter weg ein Mann auffiel, der immer wieder in unsere Richtung schaute.
Ok, verstehe ich ja auch, wenn man wen mit Leine sieht, aber dann drehte er um und kam uns entgegen, lief glotzend an uns vorbei, auch noch hmm gerade so verständlich.

Wir liefen ein U und bei der Rückrunde hat er uns den Weg abgeschnitten und stand am Wegrand und gaffte uns an und lief ein Stück hinter uns her, aber ließ dann immer mehr Abstand.





Offen gesagt verstehe ich das dann weniger. Wenn ich jemanden interessant finde, dann schaue ich, in Ordnung, aber das immer wieder schauen, dann hinterher laufen muss nicht sein, denke ich.

Einmal sprach uns jemand an, ob er mitmachen darf und mein Herr sagte: "Es gibt nichts zum Mitmachen." und der andere murmelte was wie ok und ging weiter.
Fand ich auch nicht schlimm, nur wenn man Leuten den Weg abschneidet und dann verfolgt, sollte man doch von sich aus wissen, dass dies unangenehm wirken kann.

Naja, mir macht es weniger aus, ich bin immer nur froh, wenn nichts passiert und versuche derweil die Natur zu genießen und zu entspannen :)

An der Leine geführt werden ist ja immer etwas sehr schönes, wie ich finde :)

Ich bin meinem Herrn sehr dankbar für diese Ausflüge und dass er so an mich denkt und aufmerksam ist und weiß, wann ich es wieder nötig habe.
Merci beaucoup, Monsieur!



Mittwoch, 17. Juni 2020

Einkaufserlebnis

Vorwort:

Wer kein Interesse daran hat, sondern den eigentlichen Eintrag lesen möchte, soll bitte einfach weiter scrollen, bis zum markiertem Text. Dankeschön :)


Etwas zum vorangegangenem Eintrag:
Ja, ich mache mir hier Luft, dafür war ursprünglich unsere Webseite gedacht. Ein Tagebuch, ein Fotoalbum, eine Erinnerungsstätte, allerdings auch, damit ich schreiben kann, was ich nicht auszusprechen wage und mein Herr dennoch wissen sollte.

Manche Einträge schrieb ich in Wut, andere voller Liebe und Hingabe, manchmal in Verzweiflung, andere im Echo der erlebten Lust.
Soll ich sie dann mit klarem Kopf löschen, weil sie nüchtern betrachtet zu hart sind, unfair oder gemein rüber kommen könnten?

Mein Herr bekommt die Einträge zu lesen, segnet sie ab, oder sagt, was er anders haben möchte. 
Er weiß, ich würde jederzeit Teile oder alles löschen, wenn er es wünscht.
Er hat alle Rechte, nicht nur über mich, sondern jeglichen Bereich meines Lebens, also auch hierüber und er versteht mich und meine Gefühlswelt und kann sie einschätzen, weiß, wie er meine Worte zu deuten hat, auch die harten und kennt mich. 

Ich möchte hier keine heile, aber zensierte Welt darstellen, es ist unser Leben, wie es eben ist, mit Höhen und Tiefen, wie es jeder erlebt.

Rechenschaft schulde ich lediglich meinem Herr.

Da ich einen anonymen Kommentar bekommen habe, den ich nicht öffentlich beantworten möchte, kann ich an der Stelle nur sagen: Lies bitte diesen Eintrag, oder schreib mir eine Mail, wenn es Dir überhaupt um eine Antwort geht.

So und nun zu meinem Eintrag, der eigentlich, wie ich finde, schön und weitaus lesenswerter ist, als das heutige Vorwort :)



Einkaufserlebnis!






Mein Herr musste heute leider in aller Frühe raus und überraschte mich mit einem Tagesplan.
Vor hmm rund zwei Wochen hatte ich das Thema Tagesplan ausgiebiger beschrieben, hier ein kleiner Auszug:

Als er heute arbeiten ging, brauchte ich nicht einmal einen Tagesplan. Beim Verabschieden (ich kniend, den Blick gesenkt, er vor mir stehend, Hand auf meinem Kopf) sagte ich kurz, ich würde noch eben fertig spielen, dann ein wenig entspannen, etwas Französisch lernen und pünktlich für ihn kochen, so dass er bei seiner Rückkehr essen kann. Er war einverstanden und es war ok für mich, kein Gefühl, er hätte mir Zeit widmen müssen und tat es nicht und ich sei weniger wert dadurch. Kein Gefühl fallen gelassen worden zu sein. Keine kleine Sorge, dass man nicht entscheiden möchte, was man tun soll, obwohl er ohnehin immer meine Vorschläge angenommen hatte, da sie durchdacht und passend waren.

Wenn ich durch andere Dinge meinen Platz spüre, brauche ich keinen Tagesplan, weil ich ohnehin weiß, was getan werden muss, besser als mein Herr, da er nicht so den Überblick hat. Braucht er auch nicht, es gibt Wichtigeres in seinem Leben. Meine Aufgabe ist es, ihm solche Dinge abzunehmen :)


Nun legte er mir den Plan vor und ich wußte offen gestanden nicht direkt, warum ich ihn bekam, weil wir ja festgestellt hatten, ich weiß besser was ansteht und brauche eigentlich keinen.
Es war ein recht lockerer Plan, darin Erledigungen untergebracht, die ich vorher nicht wußte und genug Zeit für Päuschen und Puffer, falls etwas länger dauert.

Natürlich befolgte ich ihn und es fühlt sich gut an, da ich nicht überlegen muss, was er noch wünscht und braucht, sondern es ablesen kann und hinterher weiß, es richtig gemacht zu haben.
Auch und gerade die Pausen sind dadurch erholsamer, weil es erlaubte und gewollte Pausen sind und ich mich nicht fühlen muss, als würde ich sie stehlen, oder nicht verdient haben.

In der Pause meines Herrn schrieben wir ein wenig und da war sie wieder, diese Verbundenheit.
Leider sind wir beide mittlerweile so verletzt, dass jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird und man direkt annimmt, der andere würde einen etwas Böses wollen.
Da versuchen wir aktiv gegenzulenken und dem anderen wieder mit Empathie zu begegnen. Mal hat der eine mehr als der andere und umgekehrt. Schwierig ist es nur, wenn beide zu wenig haben.
Heute allerdings hatte mein Herr Empathie für mich übrig und versuchte mir zu helfen, was sich schön anfühlte und uns etwas näher brachte.

Ich unterstelle ihm zu oft, dass er nicht die gleichen Ziele und Bedürfnisse hat.
Da spielt leider auch wieder meine Vergangenheit mit, in der ich trotz BDSM Beziehung immer wieder lange kein DS hatte, was mich sehr ungeduldig macht und ich mich weigere zurück zu stecken.

Ich pflege dann zu sagen, dass ich nur ein Leben habe und schon viel zu viel Zeit für andere Dinge verschwendete und endlich bitte das Leben leben möchte, das für mich vorgesehen ist.

Mein Herr ist da geduldiger, verschiebt seine Bedürfnisse und kann sie unterdrücken.

Fluch oder Segen, mag ich nicht entscheiden, nur ist es eben nicht mein Umgang damit.

Später fuhren wir einkaufen und mein Herr mag es nicht einzukaufen, also brachte ich die Idee vor, man kann doch auch das versüßen, mit ein wenig DS, so dass es uns beiden mehr Spaß macht und er hat es herrlich umgesetzt und an den Ring vom Halsband eine kleine Kette angeschlossen, die ich unter meinem Kleid und einem Schal verbergen durfte.
Unter dem Kleid schwang sie bei jedem Schritt gegen meine Clit und die Hormone brachten den Übermut mit sich!

Ich neckte meinen Herrn etwas und er zog die Kette heraus und mich hinter sich her.

Eigentlich sollte es mir peinlich sein, war es auch, aber auf eine so prickelnde angenehme Weise und dann ist da dieser kleine Kobold in mir, der ein wenig mehr neckt, damit ein wenig mehr passiert und deshalb entschied mein Herr, die Kette bleibt sichtbar hängen.

Anfangs wäre ich gerne im Erdboden verschwunden, reckte aber eher trotzig den Kopf hoch und dachte mir: "Lass dir nichts anmerken! Wenn Du es normal und als selbstverständlich behandelst, wird es anderen auch nicht auffallen!" und so war es. Kein blöder Blick und ich würde schwören, es blieb vollkommen unbemerkt :)






Beim Einkauf hochtragen konnte ich wieder meine Finger nicht still halten und provozierte meinen Herrn, der mich dann am Treppengeländer angeschlossen hat und warten ließ.
Grinsend saß ich da und freute mich insgeheim und ich war mir sicher, dass keiner kommen würde, wenn doch, hätte ich nichts gehabt, um die Kette oder das Schloß zu verbergen.

Es kam keiner, außer mein Herr, der mich in die Wohnung führte.

So hatten wir beide Spaß und fanden wieder ein kleines Stück zurück.

Ich darf nicht aus den Augen verlieren, dass mein Herr seine Bedürfnisse zurück steckt, es aber die selben sind wie meine und ihm nicht unterstellen, dass sie nicht vorhanden sind.

Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, statt zu behaupten, der jeweils andere würde einen sabotieren und hätte da kein Interesse dran.

Unsere große Stärke am Anfang war es doch, dass wir miteinander reden können und miteinander an uns arbeiten und nicht aufgeben und aneinander festhalten.

Das Gefühl von damals war nicht gelogen, es war echt, also muss es irgendwo in uns noch vorhanden sein.









Montag, 15. Juni 2020

Rohrkrepierer





Gestern Abend, nahm mir mein Herr das Elektroschock Halsband ab und erklärte, er würde es morgen nicht wieder anlegen, weil es ja übertrieben sei, weil es ja wie eine Strafe ist und ich ja nicht dauerhaft gestraft werden solle und das ja nun so nicht der Sinn war.

Gestern hatte er auch erklärt, vormittags, dass er es mir morgens anlegt, wenn ich in meinen Arbeitstag starte, damit ich meinen Platz habe, damit er mich rufen kann damit, damit es mir bewusst ist und ich keine Ausflüchte habe.

Wow.
Mal eben wieder der Teppich unter den Füßen weggezogen.

Heute starteten wir also wieder wie jedes normale Paar in den Tag, indem wir aufstanden, er Brötchen holte, ich den Tisch auf dem Balkon deckte und mit ihm am Tisch saß.

So ging es weiter, weiter, weiter.

Als er dann arbeiten fuhr, durfte ich mit und fragte wirklich zaghaft, wo ich denn heute DS hatte.

Ich hatte mich kaum getraut zu fragen, wegen dem, was dann auch folgte, weil ich davor Angst hatte, weil es eine riesige Lawine ist, weil es einen überflutet, überschwemmt und man erstickt darunter, was dann kommt.

Ich versuche wirklich genügsam zu sein, ehrlich!

Ich bin brav, ich bin so brav, wie ich es nur sein kann. Außer, dass ich mal schmutzige Wörter in den Mund nehme, weil ich lustige Schimpfwörter mag, mache ich doch gar nichts.

Ich gehorche, ich versuche schon vor seinem Wort Wünsche zu erfüllen, ich zerbreche mir den Kopf darüber, was ich für ihn tun kann, wie ich es ihm schöner machen kann.

Und dann?

Dann ist das Elektrohalsband zu viel für ihn.
Dann gibt es keine Rituale mehr, weil sie keinen Sinn machen.
Dann gibt es fast keine Regeln und die Regeln die es gibt, gibt es, weil ich sie einhalte und nicht in Frage stelle.

Was bleibt dann?

Wo habe ich meinen Platz?
Durch was habe ich meinen Platz?

Dann durfte ich mir anhören, dass ich vielleicht nicht genug im Leben habe, dass mich ablenkt. Dass ich vielleicht wirklich mehr außerhalb machen muss, damit ich für DS keinen Kopf mehr habe, oder doch wenigstens weniger Kopf.

WOW!

Was ist das für eine Aussage?

Dann darf ich mir anhören, dass er es vielleicht doch alles nicht kann, dass es vielleicht doch nicht das Richtige für ihn ist, aber wenn ich darum bitte, dass er mir das Halsband abnimmt und mich gehen lässt, sagt er, ich würde immer direkt aufgeben und hinschmeißen und wäre nicht loyal.

Ehrlich gesagt kenne ich keine Sklavin, die so lange ohne bzw mit kaum DS leben würde und dann noch immer geblieben wäre.
So höre ich schon dauernd, dass andere Sklavinnen fremd gehen, lügen und betrügen und ich soll nicht loyal sein, wenn er sagt, er kann nicht, er zeigt, dass er nicht kann und ich darum bitte gehen zu dürfen, damit beide wieder glücklicher sein können?

Was wäre denn loyal?
Wäre es loyal, wenn ich bleibe, obwohl ich nichts bzw kaum etwas bekomme? Gut, das mache ich doch!
Wäre ich loyal, wenn ich bleibe, obwohl ich nicht mehr kann und nicht mehr möchte? Gut, auch das mache ich doch!

Warum bin ich nicht loyal?

Warum muss ich, damit ich meinen Lebensweg ändere und keine Zeit, keinen Kopf mehr dafür habe, mein Leben ändern? 

Ich verleugne mich doch bereits die meiste Zeit, aber es ist nicht genug... 

... es ist nie genug, egal was ich mache.


Mir schrieb ein ganz lieber Mailkontakt, dass ich sicherlich die Regeln der O kenne und mag.

Vorab, ich las das erste mal "die Geschichte der O" mit Anfang 20 und vorher sagte mir jeder, es sei soooo brutal und ich würde es nicht mögen. Damals gab es wenig bekannte BDSM Literatur und ich war natürlich super neugierig.

Was soll ich sagen? Ich war begeistert und abgeschreckt gleichermaßen.

Die Regeln sind toll!
Blick gesenkt halten, nur sprechen wenn man angesprochen wird, die Kleiderregeln, den Rock hochheben, bevor man sich setzt usw., toll!

Mit der Zeit hatte ich einiges davon auch (er-)leben dürfen und manches wünsche ich mir zurück, anderes finde ich nicht mehr so wichtig.

O hatte geliebt, bedingungslos geliebt und wo endet sie?
Wie wurde sie behandelt?

Mir wurde damals dadurch klar, dass Hingabe und Liebe kostbar sind und wenn man beides zu leichtfertig verschenkt, werden sie als wertlos angesehen und wie Müll behandelt.

Rare und seltene Dinge werden gut behandelt, aber was man hinterher geworfen bekommt und was man sich nicht erarbeiten muss, ist für viele dadurch nichts wert.


Ich bin so brav und er sieht es nicht einmal.
Ich bin so hingebungsvoll und er bemerkt es nicht.
Ich tue alles für ihn und er nennt mich illoyal.

Ich solle mir vielleicht mehr im Außen suchen, damit mein Kopf weniger Platz und Zeit für DS hat, was für Worte von einem Herrn...




Nachtrag:

Aktueller Stand:

Kein Bodenkissen mehr, ich darf aufs Sofa oder sonst wohin.
Keine Kuschelhöhle, sie verstaubt.
Keine Fake-Felle auf dem Boden, da ich ja überall hin darf.
Keine Nackthaltung, es interessiert keinen.
Keine Ketten, außer nachts und die Leine im Auto.
Keine Anrede, ich darf sogar seinen Namen nennen.


Ich bin so frei, wie jeder andere Mensch auch, aber ja, ich muss ja nur dringend mehr im Außen machen, damit es mir nicht auffällt und ich glücklich sein kann....




Sonntag, 14. Juni 2020

Abrieb und Bewegung

Bei uns ist gerade ganz viel in Bewegung und Transformation und das ist schön, finde ich, auch ein wenig schwierig, immer aber vielversprechend.

Gestern sprachen wir darüber, dass ich es nicht mag, wenn man keine frühen Termine hat, dennoch lange im Bett liegen zu bleiben. Dass ich lieber aufstehe und mein Tagwerk beginne und aktiv bin, während mein Herr gerne noch was im Bett bleibt, von da aus schon arbeitet und ich eher genervt daneben verweile und im Kopf ausmale, was ich schon alles erledigt haben könnte.

Das Leben als Sklavin ist kein Wunschkonzert ;)


Jedenfalls kamen wir von da auf das Thema, wie unser Morgen aussehen sollte.
Mein Herr sagte, er würde mir das Elektroschock Halsband anlegen und dran lassen. So kann er mich immer "rufen" mit dem Piepton und sich sicher sein, dass ich auch direkt komme, selbst wenn ich muffig bin und miesepetrig.

Ich hielt es, offen gesagt, wieder für eine hohle Phrase, sagte jedoch nichts weiter dazu.

Den Abend verbrachten wir bei einem Film, während ich zwar auf dem verhassten Sofa sitzen bzw liegen durfte, aber unsere schöne Leine angelegt bekommen hatte. Etwas versöhnliches :)

Danach im Bett war es lustig.
Ich hatte noch Lust, mein Herr stand auch schon parat, da fand ich heraus, woher das stetige Gemurmel kam.
Eine Nachbarin hatte noch eine Freundin zu Besuch auf dem Balkon.
Schwierige Situation.

Früher, als ich noch jung war, anno dazumal, und meinen ersten Dom und späteren Ehemann fand, hatte ich gaaanz leise Sex.
Man hörte nicht einmal, wenn ich kam! Was eigentlich ironisch war, denn bei meinem ersten Mal hatte ich ein wenig gestönt, um einen Orgasmus vorzutäuschen, damit das bescheuerte Gezappel auf mir ein Ende hat, was gut funktionierte.

Jedenfalls meine damaligen ehrlichen Orgasmen waren leiser als ein Mäusepups!

Mein Ehe-Dom erzog mich streng um und erschuf seine persönliche Screamerin. Nicht dass ich dafür schauspielern musste, ich hatte einfach entdeckt, wenn man hemmungslos stöhnt, wimmert, winselt und vielleicht auch mal schreit, dann gibt das einen gewissen Extraschwung und verstärkt den Orgasmus und die Gehirnzellen, die für die Beherrschung drauf gehen, wenn man leise sein muss, sind dann voll in der Lust involviert und es entsteht eine Explosion im Kopf!


Aber zurück zur vergangenen Nacht.

Also da war, Luftlinie von unserem Fenster aus etwa 5m, jemand auf dem Balkon und wir hatten eigentlich Lust, wollten aber keine Show bieten.
Was tun?

Mäusepupslauten Sex haben.

War dennoch schön, denn mein Herr säuselte mir unanständiges Zeug ins Ohr, was mich stellenweise eher hmm abkühlte, weil hmm wie soll ichs sagen?!?
Also ich bin total schwanzaffin. Ich liebe Schwänze! So, nun ist es raus. Und meine besten Orgasmen habe ich, wenn ich was in mir habe und meine Clit stimuliert wird, ich denke, so ist das bei den meisten Frauen und wenn ich nichts in mir habe, wird es schon schwierig, aber der neue Vibrator (er wurde getauft auf den Namen "Maxi Me", weil er die größere Version von "Mini Me" ist) hat eine so tolle Technik, dass ich Nullkommanichts komme, auch wenn ich leer gelassen wurde.

Meinen Herrn inspirierte es zu einem echt üblen Gedanken :(

"Oh, das bedeutet, ich kann Dich kommen lassen und Du bleibst ungefüllt und ungefickt!"
Bäh!
Wie kann man an so etwas denken?!?
Grauenhaft!

Aber ihm gefiel es, leider.

Er fantasierte weiter, wie er mich dann dauerhaft nicht mehr ficken würde, sondern mir sonst wohin spritzen könnte und wie groß mein Glück wohl wäre, wenn ich dann, irgendwann doch eine Füllung bekommen sollte.

Alptraum....


Nachdem wir also beide leisen Spaß hatten, es gab von Nebenan kein Gekichere, also denke ich, sie hatten nichts gehört, schliefen wir ein, ich eingemummelt in den Armen meines Herrn, zugedeckt durch seinen Körper.

Und morgens?
Ich hatte dran gedacht, aber gehofft, es würde kein Thema mehr sein, kramt er das Elektroschockhalsband heraus.





Also nur mal zur Erklärung. Ich habe totale Panik vor Strom.
Mir ist egal, ob Stufe 1 schwächer ist, als jedes TENS Gerät! Mir ist egal, ob Stufe 1 schwächer ist, als jedesmal, wenn man durch eine statische Ladung eine gewischt bekommt! MIR IST DAS EGAL! Weil ich beim Piepen schon einen halben Herzinfarkt bekomme! Weil ich auch nicht freiwillig an einen Weidezaun fasse, mir nicht freiwillig ein TENS Gerät anlegen lassen würde, mir keine wischen lassen würde, keine Batterien anfasse, die mir einen Schlag geben können und sonstigen Mist zumuten würde!

Aber in Ordnung....
Ich ließ es mir artig anlegen und diskutierte dann, ob wir es wirklich auch anschalten müssen :(

Und so sitze ich nun da, mit dem Mistteil um den Hals, es ist an und ich bin angespannt, aber ich vertraue meinem Herrn!




Freitag, 12. Juni 2020

Wenn ich mal was sagen darf...

... dann würde ich gerne zum Ausdruck bringen, wie gerne ich an die Leine genommen werden würde, damit ich nicht mehr herum irren muss.

Aber ich darf ja was sagen, ich darf ausdrücken, soll ausdrücklich ausdrücken was meine Bedürfnisse sind und dennoch bekomme ich dieses Gefühl nicht transportiert, nicht vermittelt.

Es kommt zu schwach an, es kommt zu transparent an, zeigt nicht die Dringlichkeit und Not dahinter, die Unerbittlichkeit des Leidensdrucks.

Ich bekomme Worte zurück, Versprechen, bekomme Fürsprache und Recht gegeben und hinterher, wenn die Worte verklungen sind, ist es wie vorher, dann haben sie nichts bewirkt, nichts verändert, dann sind sie verzogen und hinterlassen was auch zuvor schon da war.

Wenn ich mal was sagen könnte, so könnte wie ich es empfinde, mit allen Emotionen, mit allem Nachdruck, der in mir herrscht, wenn ich es so überbringen könnte, wie ich es erlebe und wie es in mir wütet, würde es dann etwas verändern?

Würde ich dann verstanden werden und würde sich dann etwas bewegen und in Schwung geraten? Eine Welle werden, eine Lawine?

Aber ich bin die, die immer sagt, man soll nicht über "was wäre wenn..." nachdenken, weil es sinnfrei ist, weil es nur Energie kostet und Träume aufzeigt, die im Kopf entstehen und die Realität würde sie anders zeichnen, mit harten Strichen und Kanten, mit schroffen Ecken, an denen man sich stößt, weil nie etwas so kommt, wie man es sich im Kopf erdacht hat.

Aber wenn da zwei Zeichner sitzen, das selbe Ziel vor Augen, die selben Träume im Kopf, könnten sie zusammen, gemeinsam, sich unterstützend, nicht doch einige Kanten, Ecken und Spitzen der Realität ausbessern, korrigieren, sanfter und geschwungener zeichnen? Könnten sie, mit vereinter Kraft, dann nicht wenigstens ihre Bilder im Kopf nach außen tragen, in die Realität und daran arbeiten, dass sie möglichst unbeschadet überstehen und überdauern?

Aber ich kann nicht einmal Gefühle übermitteln, geschweige denn Träume aus meinem Kopf in die Realität übertragen.

Stehe alleine da, irre herum, muss mich aus eigener Kraft bewegen, führungslos und haltlos und wenn ich um Hilfe bitte, kommen da nur wieder diese Worte, die verfliegen und nichts bleibt zurück, alles ist wie gehabt.







Wärme und Kälte





„So schlief ich dann ein, einsam und kalt, trotz Decke und der Hand meines Herrn am Halsband."

„Es ist so unendlich schwierig für mich. Da mein Wunsch nach Härte, Konsequenzen, Führung, Rituale und Regeln und dort mein fürsorglicher liebevoller Herr, der mich auf Händen trägt und alles für mich tut, was ich selber inbrünstig versuche zu würdigen, während aber alles in mir nach Härte und schonungsloser Dominanz schreit."

Zwei Stellen aus deinem letzten Blogeintrag, die mich aufhorchen lassen. A trip down Memory Lane...

Am Anfang unseres Kennenlernens hatten wir ein Gespräch über Härte/Kälte und Wärme/Fürsorge. Du sagtest mir – mit deinem unheimlichen Gespür (wir hatten uns noch gar nicht kennengelernt) – im Chat: "Ich fühle mich wohl, Wärme, hmm man mag sich darin einmummeln. Die meisten Herren sind immer etwas kühl und distanziert." Ich entgegnete dir: "Ich glaube nicht, dass Wärme und Konsequenz sich ausschließen." Worauf du direkt den Finger in die Wunde legtest: "Dadurch habe ich immer ein wenig Sorge das es mir zu weich, zu bequem wird."

An diesem Punkt sind wir mal wieder. (Und einiges anderes, was immer wieder hochkocht, kommt hinzu, aber das lasse ich mal hier weg, um nicht den Faden zu verlieren.) Wir hatten hart gefickt, ich hatte deine Fotze wund geschlagen, und danach kam mir das Bedürfnis, dich zuzudecken. Meine warme, fürsorgliche Seite trat hervor, die sich einen Platz teilt mit dem Sadisten, der auf cunt slapping steht. Und diese meine Wärme fühlt sich für dich wie Kälte an, weil nur unerbittliche Konsequenz dich wirklich wärmt. Aber wer kann immer unerbittlich und konsequent sein? (Zahlreiche Möchtegerns im Lesepublikum reißen jetzt den Arm hoch und schreien: "Ich!")

Die "pure Sklavin" in dir ist ein unglaubliches Geschenk, aber auch eine große Aufgabe, denn sie braucht artgerechte Haltung und das richtige "mentale Futter". Du forderst Härte, Konsequenz und Unerbittlichkeit ein. Und wenn du sie nicht ausreichend bekommst, ist Wärme und Fürsorge für dich schwer verdaulich. Zugleich müssen im Alltag Kompromisse gemacht werden.

Nackthaltung und Kettenhaltung – das sind die Schlagworte für das, was wir unter "artgerechter Haltung" verstehen: Die Sklavin ist nackt und trägt nur im absoluten Ausnahmefall Kleidung (wenn sie das Haus verlassen muss); ihre wenige Kleidung ist einfach und reduziert und so geschnitten, dass die Sklavin mit ein, zwei Handgriffen zugänglich ist. (Danke an D. für den zusätzlichen Input, für den wir dankbar sind.) Die Sklavin trägt Ketten, die ihre Bewegungsfreiheit einschränken, so dass ihr Aufenthaltsort und ihr Aktionsradius stets begrenzt und kontrolliert sind. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs...

Im Alltag setzen wir, setze ich das nicht in der Konsequenz um, die nötig wäre; wir gehen – vielleicht manchmal allzu willfährig – Kompromisse ein. Gerade wenn es dir nicht gut geht, bin ich immer bereit, meine Bedürfnisse zurückzustellen. Ironischerweise ist es aber genau das, was dir dann nicht bekommt. Härte und Einschränkung sind dein Lebenselixier, sie beleben dich und schenken dir Energie.

Wenn ich dich aufs Sofa bette, dir das Haar aus dem Gesicht streiche und dich zudecke, dann tue ich dir streng genommen nichts Gutes, denn schon dass du auf dem Sofa sein sollst belastet dich. Das Haustierchen gehört vors Sofa, zusammengerollt auf seinem Fakefell; zudecken kann ich dich auch, wenn du zu meinen Füßen liegst.

Die fürsorglichen Impulse muss ich gewissermaßen "sublimieren", damit sie bei dir keinen Schaden anrichten: Zuviel Flausch schlägt dir aufs Gemüt, wenn es nicht mit der nötigen Härte austariert ist. Streicheleinheiten: ja, aber nur wenn du auf dem Boden liegst wie ein braves Haustierchen oder wenn du auf meinen Knien liegst, den Arsch hochgestreckt, die Züchtigung erwartend, und meine Hände dir Sanftes und Hartes alternierend geben. Erst dann kannst du Wärme annehmen und genießen und musst dich nicht in die Kälte flüchten.


Schöne Vorsätze, die wieder nicht halten, Monsieur?
Wichtige Gedankengänge, die verpuffen und ein schales Gefühl hinterlassen, weil man dann auch noch weiß, er hat es verstanden, handelt aber dennoch nicht danach. Unendliche Traurigkeit...

Ce n'est pas si facile que ça, esclave. Einsichten sind keine Vorsätze, und Vorsätze allein sind, das weiß jeder, selten ihr Pulver wert. Was man sich vorsetzen muss, tut man nicht von allein. Das, was einem wohltut, das macht man, ohne sich Vorsätze zu machen, weil es gut tut und man mehr davon haben will. Die Frage, die ich mir stelle: Woran hakt es beim Wohltun? Woher rührt das Unwohlsein (und wie kann ich es abstellen)?



Mittwoch, 10. Juni 2020



Das Bild war ein Schnappschuss. Mein Herr löste morgens die Ketten und wir unterhielten uns etwas, er zückte sein Handy und meinte: "Grins mal!"
Tja, ich versuche wirklich jeden Wunsch meines Herrn zu erfüllen, aber auf Kommando grinsen? Kann ich nicht! Also schnitt ich statt dessen eine Grimasse, so dass er grinsen und sogar lachen musste. Mein "Grinsen" befand er für nicht ansehnlich, also habe ich es zensiert :)

Im Moment plagt mich mal wieder eine schlimme Migräne Attacke, leider, aber mein Herr ist dann sehr fürsorglich (wie eigentlich immer) und umsorgt mich.
Gestern schaute ich einen Film und wurde totaaal notgeil!
Eigentlich wollte ich nur irgendwas nebenher laufen lassen, während ich Wäsche zusammen legte und sah nach, was mir Netflix so vorschlug und ein Film klang ganz nett und stellte sich dann als Soft-Porno heraus, aber mit Fesseln und Machtspielen, wie ich es mag :)

Abends im Bett deutete ich zaghaft an, dass ich sehr gerne noch ein wenig Spaß haben würde und mein Herr erhörte diesen Wunsch und packte unser neues Spielzeug aus. Einen Vibrator für die äußere Anwendung und irgendwie sind die Vibrationswellen andere, als bei unserem sonstigem Spielzeug und ich kam recht schnell, obwohl er mich nicht mit seinen Fingern oder sonst etwas füllte. Normalerweise habe ich arge Probleme, ohne Doppelstimulation, aber das Teil haut alles weg :)

Ich bettelte noch ein wenig doch auch "ihn" in mir spüren zu dürfen, jedoch sagte mein Herr, dass er bestimme, wann ich "ihn" zu spüren bekomme und legte eine erneute Runde mit dem Vibrator ein. Der zweite Orgasmus dauert sonst immer eine gewisse Zeit, dieses mal jedoch nicht und so kam ich recht lautstark und intensiv erneut.

Wenn ich Orgasmen habe, mein Herr jedoch nicht, bekomme ich arge Schuldgefühle, egal wie oft er sagt, es wäre sein Wille und so war es dann auch und wir diskutierten ein wenig darüber, während ich Zeit zum Abkühlen bekam, sollte man meinen, aber statt dessen wurde ich nur noch heißer und es gibt da diesen süßen Punkt, wenn der überschritten wird, ist dort nur noch grenzenlose Lust und einem wird alles nahezu egal und darüber war ich hinweg und so sah empfand ich alles etwas verschoben.
Mein Herr schlug mich mehrmals mit der Hand zwischen die Beine, wie er es gerne macht und ich zuckte nicht einmal, es war mir vollkommen egal ob es weh tut oder nicht, weil es dienen bedeutete, weil mein Herr mich gerne dahin schlägt und es ihm Lust bereitet, war es pures Dienen, in einer Form, die man sonst wenig zeigen kann. Ich spreizte meine Beine, zuckte nicht einen Millimeter und war so stolz, dass mein Stolz alles andere überlagerte.

Ich bettelte um seinen Schwanz, statt dessen bekam ich wieder nur den Vibrator und es war in Ordnung, weil es sein Wille war und ich stöhnte unter ihm, ich schwitzte und winselte. Mich wundert es aus heutiger Sicht sehr, dass die Nachbarn nicht rebellierten, weil unser Fenster offen war und man viel hören könnte. Klatschgeräusche, Sexgeräusche, Kettengeräusche...

Was ich auch versuchte, mein Herr steckte nichts in mich, schlug mich ein wenig, wisperte mir Dinge zu und ließ mich so heftig kommen, dass der Nachklang in mir minutenlang widerhallte und ich noch eine Weile zuckte.

Hatte ich genug?
Nein, denn ein Genug gab es nicht mehr an dieser Stelle.

Mein Herr entschloss sich dann doch noch mich zu benutzen und ich bettelte unter ihm nach mehr, nach härteren Stößen und seiner Lust.

Nachdem auch er fertig war, befahl er mir, ich solle mich umdrehen und zudecken lassen.


Dieser überschrittene Punkt der Hemmungslosigkeit, an dem einem alles egal wird und man nur dienen möchte, egal auf welche Art und Weise, einfach nur gehorsam sein möchte, noch mehr, als sonst, hinterlässt ein trauriges Echo.

Ich weiß, dass es in mir steckt und ich weiß, es wird nicht verlangt oder abgerufen.

Ich weiß, da sind Grenzen, die überschritten werden möchten, aber es ist keiner da, der mich führt.

Ich weiß, da sind so viele extreme Dinge in mir, die gerne ausgelebt werden würden, aber es ist keiner da, der sich dafür interessiert.


Ich lag traurig auf dem Bett, hatte mich artig gedreht, hatte mich brav zudecken lassen und ich war untenrum wund, glücklich gefickt, noch voller Lust und Gier, dennoch befriedigt, mehr wollend.

Ich lag da traurig auf dem Bett, hatte wieder einmal die Purheit meiner inneren Sklavin gesehen und gespürt, die ich die meiste Zeit vergrabe, weil meine Bedürfnisse selbst in der Light-Version nicht voll ausgeschöpft werden.

Wenn man weiß und sieht, was in einem steckt, welches Potential und welche Fülle an Möglichkeiten und man weiß auch, selbst ein kleiner Prozentsatz davon wird schon nicht wahrgenommen und benötigt, dann macht das unendlich traurig und einsam.

So schlief ich dann ein, einsam und kalt, trotz Decke und der Hand meines Herrn am Halsband.


Er ließ mich schlafen, ließ mich im Bett, wissend, dass ich arg unter der Migräne leide und fragte nur, als ich wach wurde, ob er mir einen Tee machen soll, ob er mir etwas zu Essen machen soll, ob er etwas anderes für mich machen kann.

So fürsorglich und liebevoll und ich bin ihm unendlich dankbar dafür.

Etwas später stand ich auf, zauberte uns ein Rührei, bereitete Tee zu, deckte den Tisch, sorgte für ihn, auch wenn er es ursprünglich nicht wollte, respektierte er mein Bedürfnis danach.

Es ist so unendlich schwierig für mich.
Da mein Wunsch nach Härte, Konsequenzen, Führung, Rituale und Regeln und dort mein fürsorglicher liebevoller Herr, der mich auf Händen trägt und alles für mich tut, was ich selber inbrünstig versuche zu würdigen, während aber alles in mir nach Härte und schonungsloser Dominanz schreit.

Dann versuche ich mir zu sagen, es ist der Weg meines Herrn, diese warme Art, dieses verwöhnt werden, ist eben sein Weg und ich hatte mich entschieden seinen Weg zu gehen, wie kann ich dann nach etwas anderem verlangen?

Mein Fetisch ist sein Wille und wenn sein Wille Fürsorge und Wärme ist, kann ich schlecht sagen: "Das habe ich mir aber anders vorgestellt, Dein Wille soll gefälligst brutal und roh sein!"

So funktioniert es nicht, also muss ich mich fügen und folgen und es fällt mir so unendlich schwer...

Einen wunden Hintern gestreichelt zu bekommen, der brennt und glüht, ist ein wahnsinnig tolles Gefühl! Einen normalen, nicht gezeichneten Hintern gestreichelt zu bekommen hingegen etwas reizlos, für mich.
Aber das muss egal sein, weil er zählt. Er und sein Wille.

Die Freiheit jeden Tag, ohne Anleitung, mit kaum Regeln, ohne Rituale, ungefordert und ungefördert muss ich auch ertragen. Er will nicht mehr als das. Er fordert nicht mehr als das, also muss es mir auch genügen, egal wie es mir dabei geht.

Es ist so unendlich anstrengend!

Aber es ist sein Wunsch und Wille und ich folge gehorsam und stecke zurück.

Verbringe die Tage voller Sehnsucht und stopfe ihn mit anderen Dingen voll, damit es mir nicht permanent bewusst ist. Damit wenigstens mein Herr zufrieden ist und glücklich sein kann.


Montag, 8. Juni 2020

Sonnenschein und Regenschleier




Ich sitze sehr gerne auf dem Balkon und lese :)
Mein Herr ging dazu über, mich dort anzuketten, am Geländer, so dass man es, theoretisch, auch von der Straße aus sehen kann.
Ein wenig sorgte er sich, ob es mir etwas ausmachen könnte, aber da ticke ich anders und freute mich eher. Gesehen hat es, glaube ich keiner, aber das wäre auch kein Anlass zur Freude für mich gewesen, sondern der Gedanke, dass dort unten freie Menschen laufen und ich nicht frei sein darf/muss/soll :)

Ich bin nicht gerne frei.
Wenn es nach mir ginge, könnte ich permanent irgendwo angebunden oder angekettet sein, frei von der Entscheidung, was ich machen darf, da nur Dinge in Frage kommen, die in meiner Reichweite sind.
Frei von der Entscheidung, wohin ich gehen soll.
Frei von der Entscheidung, ob ich fragen muss oder soll, wenn ich etwas machen möchte, oder es einfach zu tun.
Frei von der Entscheidung, ob ich um etwas bitten soll oder muss.

Einfach frei eben :)


Im Auto bin ich auch angeleint.
Heute zum Beispiel fuhren wir unter einer Fußgänger Brücke durch und seit wir mal selber auf einer standen und runter schauten und uns immer wieder gewunken wurde, winke ich selber gerne und halte Ausschau.

Ganz selten entdecke ich mal wen und winke dann und noch seltener winkt jemand zurück.

Heute sah ich zwei Polizisten auf der Brücke, aber ich verkniff es mir zu winken, weil ich Sorge hatte, dass sie meinen könnten, ich würde um Hilfe winken.
Mein Herr belohnte es und kraulte mich ein wenig und grinste breit, während er Scherze darüber machte, wie es sonst weiter gegangen wäre :)


Mein Tagesplan, nicht so ein minutiöser, sondern der grobe Alltags Tagesplan ist wieder ins Stocken geraten, leider.

Wir haben dadurch, so empfinde ich es, ein großes Durcheinander :(
Kein abendliches Ritual, aber ich frage, ob ich ins Bett darf.
Auch kein morgendliches, aber ich frage ihn, wie er frühstücken möchte und wann.

Die Nackthaltung ist gerade auch kein Thema mehr, leider. Ich habe ein wenig versucht einen Kompromiss zu finden, um mich nicht aufzudrängen und es durchzuziehen, ohne dass er es wünscht und ich hätte mich damit genau genommen nur selber dominiert. Also zog ich eine Schlabberhose an, die seitlich geschlitzt ist und einen guten Einblick und Eingriff gibt. Oder meinen gewohnten XXXL Hoodie, wie gewohnt.
Er sagte nichts weiter dazu.




Heute gibt es keine Leine auf dem Balkon, aber ich hatte Ausgang, während mein Herr arbeiten musste.
Diesmal gab es auch keine Shopping-Überraschungen, sondern eine kleine Bildertour auf dem Handy :)

Ich startete vom Auto aus und ging um ein Feld herum, entdeckte einen gigantisch großen umgestürzten alten Baum, einen Fluss, kleine Babyfischchen, eine interessante Brücke, mehrere Koppeln voller Pferde, Jungenten die grundelten und einen Streichelzoo :)

Vollgesabbert holte er mich dann wieder ab und ich präsentierte ihm die Schnappschüsse, erzählte was ich sah und erlebt hatte und er freute sich scheinbar, auch wenn mein Herr sehr müde und erschöpft rüber kam.


Ich versuche ihm alles abzunehmen was ich kann und dennoch scheint es nie genug zu sein. Das macht mich traurig.

Wenn man all seine Kraft und Energie investiert und gefühlt verpufft sie und bringt keinen Erfolg.

Für Regenbögen braucht es Sonne und Regen, sagt man doch. So haben wir manchmal ganz kleine Regenbogenmomente und versuchen an denen festzuhalten und sie auszuquetschen, wenn es gerade mal wieder schüttet.

Morgen ist mein Herr alleine unterwegs, was nicht schlimm ist, da sich Wäsche angehäuft hat und ich mich kränkelig fühle. Auch gibt es genug im Haushalt zu tun und gerne würde ich in meinem Buch weiter kommen.

Ich beschäftige mich viel mit anderen Dingen, damit mein Herr nicht das Gefühl hat, er müsste mich unterhalten. Das ist nicht sein Job, sondern meiner. Für ihn da sein, schauen, dass es ihm gut geht und er Spaß hat.

Ich versuche mich dann abzulenken, beschäftigt zu sein, so dass er seinen Kopf frei hat und sich keine Sorgen machen muss, ob er mich vernachlässigt, oder ich mich langweile.
Zu tun gibt es immer genug :)
Ich möchte einfach mal, dass er nicht nur zufrieden, sondern glücklich ist, länger als wenige Momente.
Dass er strahlt und mehr Energie hat und sich wohl fühlt und glücklich ist.
Dafür kämpfe ich und stelle meine Bedürfnisse sehr zurück, verkneife mir vieles und verdränge es.
Mein Glück entsteht durch sein Glück. Erst wenn er es ist, kann ich es sein.



Sonntag, 7. Juni 2020

Was macht eine gute Service-Sklavin aus?






Wie gehabt, mein Herr schreibt in rot, ich in blau :)



Die landläufige Antwort ist wahrscheinlich, dass sie aufs Wort gehorcht und alles exakt so umsetzt, wie der Herr es anordnet. Sie hatte alle Rituale und Arbeitsprozesse perfekt einstudiert und geübt. Tee serviert sie in größter Eleganz und Demut und sitzt ansonsten sittsam in der Ecke und schweigt mit niedergeschlagenen Augen.

Auch wenn dieses Bild für sich einen großen Reiz hat, liegt für mich der Wert einer guten Service-Sklavin in einem anderen Aspekt: intelligentes Mitdenken, Antizipieren von Bedürfnissen und Wünschen. Service ist mehr als erfolgreiche Dressur (auch wenn das sicherlich dazu gehört, und Haustierchen beschwert sich – zurecht – dass ich ihr zuwenig Dressur angedeihen lasse, weil der Akt an sich ja schon für eine Sklavin befriedigend ist), Service erfordert Intelligenz und Einfühlsamkeit.

Ein Beispiel aus unserem Alltag: Am Freitag hatte ich einen beruflichen Termin, der im Vorfeld Fragen aufgeworfen hatte, für die ich einfach keine mich befriedigende Antwort gefunden hatte; entsprechend gestresst und schlecht fokussiert war ich. Haustierchen als die exzellente Service-Sklavin, die sie ist, unternahm nun Folgendes: Im Vorfeld machte sie sich fast unsichtbar und nahm mir viel ab, begleitete mich dann zu dem Termin und erledigte in der Zwischenzeit allerlei Dinge (von denen ich gar nichts ahnte). Als ich dann aus dem Termin kam, der wider Erwarten recht gut gelaufen war, hatte sie mir ein riesiges Wohlfühlpaket geschnürt, das ich dann in ihrem Beisein auspacken konnte:
  • Sie hatte uns eine neue Kaffeesorte aufgetan, weil sie wusste, dass ich mit der aktuellen Auswahl etwas unzufrieden war.
  • Sie hatte mir ein wunderschönes Lesenzeichen gefunden mit Motiven mittelalterlicher Handschriften. (Auch das hat einen Bezug auf Dinge, die ich ihr früher mal gezeigt und die sie für sich abgespeichert hatte.)
  • Stolz präsentierte sie mir ein Kuscheltier, das gleichzeitig eine Art Stressball ist ("Inside Out Plush Ball" ist wohl der Fachbegriff.), und eine Tasse mit einer positiven Botschaft. (Den Scherzartikel, den sie – ganz der kleine Kobold, der sie eben auch ist – beigelegt hatte, übergehe ich jetzt einmal.
  • Nicht zuletzt wartete ein kleines Puddingteilchen auf mich.


Das ist Service vom Feinsten; meine Sklavin hat sich nicht nur Gedanken gemacht, was ich von ihr erwarte (z. B., dass sie pünktlich vor Ort ist, etwas, das Haustierchen im Schlaf beherrscht), sondern auch meine Bedürfnisse antizipiert und sich Dinge überlegt, die meinen Stress mildern und mich auf eine postiviere Bahn setzen können. Merci, esclave, je t'aime.

Weil ich es ihr Alltag nicht oft genug sage, und sie mit Lob ohnehin schlecht umgehen kann, schreibe ich es hier mal für unser Blog auf.




Ich bin meinem Herrn äußerst dankbar für diesen Text, denn am Freitag war es eine herbe Enttäuschung für mich, da er mit seinem Kopf wo ganz anders war und ich mich, wie so oft, ungewürdigt und ungesehen fühlte. 
Er schrieb den Text heute, als ich mich ihm ganz weit weg gefühlt hatte und in Gedanken die Flucht ergriff und holte mich so zurück und mehr noch, zeigte, dass er mich doch sieht, wenn auch manchmal erst im Nachhinein.

Merci beaucoup, Monsieur. Je suis honorée!

Donnerstag, 4. Juni 2020

Perfektion

Haustierchen unter sich


Aus meinem Text wurde ein Dialog :)
Ich bin meinem Herrn sehr dankbar, dass er meine Gedanken so aufmerksam gelesen hat und sich die Zeit nahm, sie zu kommentieren und mir so einen Einblick in seinen Kopf gewährt hat!
(Wie immer, sein Text ist rot, meiner blau)



Manchmal schreibt man eigentlich nur eine Mail-Antwort und plötzlich wird viel mehr daraus, weil es einfach fließt und man gar nicht wahrnimmt, wie man einen kleinen Roman verfasst :)

So ähnlich ging es mir heute.

Ich antwortete und kam über den Begriff "Perfektion" immer weiter ins Grübeln.

Was für den Einen perfekt ist, ist für den Anderen keine Option und muss sich ändern.

Wie schön ist es dann, wenn es da einen weiteren Menschen gibt, der sagt: "Du bist perfekt für mich!" Wie so Puzzleteile die ineinander greifen :)

Mein Herr lobt mich im Moment häufig und nun endlich auf eine Art, die auch bei mir ankommt und nicht nur gehört, sondern und vor allem auch gefühlt wird :)

Das spornt mich ungemein an und ich gebe mir noch mehr Mühe, meine Laune ist unweigerlich besser und das kann ich dann auch meinem Herrn vermitteln, dem es somit auch zugute kommt :)

Wenn man sich gegenseitig das Gefühl gibt wertvoll zu sein, kann einem nichts auf der Welt etwas anhaben, weil man weiß, man hat einander und das ist unbezahlbar.

Das Gefühl, für den Anderen wertvoll zu sein, ist ein wichtiger Motor. Das Gefühl stellt sich am ehesten ein, wenn man dem Anderen vermittelt, dass er selbst wertvoll ist.

Als er heute arbeiten ging, brauchte ich nicht einmal einen Tagesplan. Beim Verabschieden (ich kniend, den Blick gesenkt, er vor mir stehend, Hand auf meinem Kopf) sagte ich kurz, ich würde noch eben fertig spielen, dann ein wenig entspannen, etwas Französisch lernen und pünktlich für ihn kochen, so dass er bei seiner Rückkehr essen kann. Er war einverstanden und es war ok für mich, kein Gefühl, er hätte mir Zeit widmen müssen und tat es nicht und ich sei weniger wert dadurch. Kein Gefühl fallen gelassen worden zu sein. Keine kleine Sorge, dass man nicht entscheiden möchte, was man tun soll, obwohl er ohnehin immer meine Vorschläge angenommen hatte, da sie durchdacht und passend waren.

Wenn ich durch andere Dinge meinen Platz spüre, brauche ich keinen Tagesplan, weil ich ohnehin weiß, was getan werden muss, besser als mein Herr, da er nicht so den Überblick hat. Braucht er auch nicht, es gibt Wichtigeres in seinem Leben. Meine Aufgabe ist es, ihm solche Dinge abzunehmen :)

Umso schöner ist es, wenn er seine Aufmerksamkeit dann auf zb. seine Arbeit richtet und man merkt, er kann sich entspannen und hat den Kopf dafür frei und dankt es mir hinterher umso mehr.

Dafür lebe ich, diese Momente, wenn man merkt, dass das Dienen wirkt, funktioniert, ankommt und man dafür gedankt bekommt und man voller Herzblut, sich umso mehr bemüht und angefeuert davon weitere Gedanken hegt, wie man es ihm noch gemütlicher gestalten kann, so dass er für die jeweiligen Teile seines Lebens die volle Aufmerksamkeit hat, vielleicht dann auch für mich :)

Zeit, den Kopf frei zu haben, sorgt dafür, dass ich meinen Kopf wieder für Gestaltung nutzen kann, und diese Gestaltung sollte dir zugute kommen.

Klar braucht mein Tag Struktur und von stetigen Ritualen und sich wiederholenden Tagesabläufen profitiert jede Sklavin, denke ich, aber zu genaue Pläne bringen keinem etwas und zeigen eigentlich nur, dass an einer anderen Stelle etwas fehlt. Es ist doch überflüssig mir vorzuschreiben, dass ich z.B. die Wäsche machen muss, was weiß ich, einkaufen gehen soll und zur Entspannung eine Serie schauen darf. Mein Herr hat nicht unbedingt alles auf dem Schirm und wenn ich ihm sage was erledigt werden muss und er es annimmt, ist es ja ohnehin, als würde ich meinen eigenen Plan schreiben. Ihm zu sagen was ich vorhabe und seine Erlaubnis zu bekommen, sollte doch genügen und ein Tagesplan könnte dann noch regeln, wann welches Ritual ansteht und welche Aufgabe, die eben nichts mit dem Alltagsgeschehen zu tun hat.

Neue Funktion für den Tagesplan: die Spitzen liefern, die Momente, die Zeitinseln, in denen du sein kannst – nackt, Stirn am Boden, Arsch in die Höhe. Oder benutzt, vom Orgasmus erschöpft.

Meinem Herrn waren die exakten Tagespläne immer ein Gräuel und ich verstand nicht, wie er sie so empfinden kann, aber jetzt, mit dem positiven Response an anderer Stelle, verstehe ich seine Gedanken besser.  Es stopfte schlicht ein anderes Loch, wenn ich bei seiner Rückkehr sagen konnte, dass ich den Plan befolgt habe.
Wobei, ganz ehrlich, Rechenschaft für das eigene Tun ablegen müssen, ist immer etwas wundervolles, weil es zeigt, die eigene Zeit gehört einem nicht selber, man muss sich rechtfertigen, was man damit angestellt hat, weil sie dem Herrn gehört *seufzt

Ja, du hast es verdient, dass du Rechenschaft ablegen darfst. Ich sage bewusst "darfst", nicht "musst", denn darin liegt eine Wertschätzung meines Haustierchens und seiner Fähigkeiten: Du darfst, weil du kannst und deshalb musst. Es liegt in deiner Natur.

Natürlich sind all das nur meine Gedanken und was mein Herr dann macht, wünscht und wie er es umsetzt, ist seine Sache alleine! Ich rede ihm da nicht rein, bzw. doch manchmal schon, wenn ich eine Idee habe, wie man etwas verbessern könnte. Wie er mit meinem Vorschlag umgeht ist dann aber schon wieder lediglich seine Sache. Ein Herr der keine Vorschläge annehmen und überdenken kann, hat doch irgendwie ein Ego Problem, finde ich.

Ich bin froh, dass mein Herr mich anhört und überdenkt, was ich zu sagen habe und es nicht einfach abschmettert, um krampfhaft seinen Willen durchzusetzen.

Es macht Freude, dich anzuhören, weil ich immer von dir lerne – auch und gerade da, wo ich dir vielleicht nicht zustimme. Das ist so wertvoll

Mir wurde allerdings auch schon gesagt, dass er dadurch kein Herr sei, weil er sich von mir etwas sagen lässt. Leider hat dieser Mensch dann nicht verstanden, dass mein Herr nicht befolgt, was ich sage, sondern lediglich überdenkt, was an meinem Vorschlag dran ist und dann entscheidet.

Wer so resistent gegen Gedankengänge von anderen ist, hat ein ganz anderes Problem. Jeder der etwas zu sagen hat, hat das Recht darauf gehört zu werden, denn selbst wenn es etwas nicht so Schlaues ist, so steckt doch ein Bedürfnis dahinter und jeder Mensch hat Aufmerksamkeit verdient.

Die die am Lautesten schreien, womöglich mit schmutzigen Wörtern, haben ein sehr intensives Verlangen gehört zu werden und die Botschaft steckt dann selten in den Worten, sondern dem was nicht gesagt wird.

Wenn man Anderen zuhört, wirklich aufmerksam zuhört, dann lebt man intensiver, so ist meine Erfahrung und hat bessere Beziehungen, nicht nur im inneren Kreis, sondern zu jedem.  Selbst Rüpel sind Menschen, die man verstehen kann und wenn man es versucht, kann man ganz tolle Menschen entdecken, die es wert sind, denn jeder Mensch hat Wert, auch die, die sich ungenießbar geben :)