Montag, 30. Mai 2022

Keine gute Sklavin, aber ein Mensch



 Ich bin Monsieur, im Moment, sicher keine gute Sklavin. 

Seinem xten Neustart, stehe ich nach wie vor, eher kritisch gegenüber. 
Vertrauen baut sich nicht schnell auf, denn höchstens Routine und Zeit können das bewerkstelligen und selbst dann kann ein Zweifel übrig bleiben, der stetig an einem nagt. 

Das Wochenende war eigentlich schön. Keinen Streit, nur ein paar Diskussionen und er versucht Konstanz zu etablieren, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. 

Er hatte es auch nicht einfach. Als ich zu ihm kam, war ich zwar eine gut ausgebildete Sklavin, aber voller Trigger und einer schlechten Vergangenheit. Er hatte nicht sehr viel Erfahrung mit TPE und war mit unserem Einzug überfordert. 

Jetzt, langsam, kehrt Ruhe ein und Monsieur kann etwas Atem schöpfen und sieht Hoffnung, wozu ich derzeit nicht in der Lage bin. 
Umso länger es etwas besser läuft, umso misstrauischer werde ich  und meine Ängste wachsen dadurch weiter an, nach dem Motto: „Nun hält es schon so und so lange an, also ist es jeden Moment wieder vorbei!“

Dabei sollte ich mich eigentlich freuen, denn z.B. gestern Nacht befahl er mir, dass ich endlich das Handy weglegen soll. Sonst sagt er es freundlich, mit einem Bitte garniert, oder auch bekräftigend, in einem etwas genervten Ton. Gestern hingegen gab es ein zackiges: „Handy aus jetzt!“
Dann zögere ich keine Sekunde, reflexartig lege ich es brav eilig weg und dann kommt die Freude. Freude über seinen Tonfall und Wortwahl, Freude über meine prompte Reaktion, meine innere Sklavin jubelte. 

Dann kommen aber so Momente, wie beim Spaziergang am Rhein. 
Wir hatten irre viel Spaß mit einem schwimmenden Hund, der den gesamten Weg lang schwebte vor Glück!
Ich war dann etwas frech zu Monsieur, meistens passiert das aus meiner Langeweile heraus. Der Hund war da schon müde, von den vielen Glückshormonen und wir waren bereits fast am Auto, da brach es heraus und ich versuchte ich ihn in den Nippel zu zwicken und rannte anschließend weg. Ich hörte nicht auf sein „bei Fuß“, sondern kicherte eher zusätzlich herum und blieb einige Meter weiter weg stehen.
Er holte mich ein und ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr, jedoch war es etwas wie: „Eigentlich hättest du eine Strafe verdient, aber das war  gerade noch in Ordnung, du kleiner Kobold!“

Und dann brach ein riesiger Lachanfall aus mir heraus, weil ich mir vorstellte und dann auch laut aussprach, so dass er teilhaben konnte, was für Ausdrucksweisen Monsieur noch finden würde, um mich nicht zu bestrafen: 

Fast böse, aber doch noch gut. 
Beinahe böse. 
Haarscharf noch gut.
Etwas böse, aber noch gut genug.
Tendenziell böse, dennoch gut.

Und natürlich der allseits beliebte Evergreen-Satz: beim nächsten Mal!!!

Aber an der Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. 

Ist das schon topping from the bottom?
Schwierig!

Bevor ich weiter giggeln und mich lustig machen konnte, hatte ich die Leine vom Hund am Halsband und wurde hinter Monsieur hergezogen, der sich ursprünglich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, dann aber zu Ernst rüberschaltete.

Im ersten Moment war es mir unangenehm, waren wir doch nicht alleine auf der Wiese, aber dann traten langsam alte und zu gleich schöne Gefühle hervor. 
Ich liebe Leinen und Halsbänder. 
Ich liebe den Status, den sie verleihen. 
Ich liebe den Zug, der den Zwang symbolisiert, wenn man daran zieht.




Samstag, 28. Mai 2022

Und dann…

 Man streitet nicht, weil es einem Spaß macht sondern, weil man unzufrieden ist. 

Wir hatten fürchterlichen Streit. Ich komme ohne DS nicht lange aus und will nicht mehr zurück stecken. Wir kamen mit klaren Vorstellungen zusammen. Wir zogen mit klaren Plänen zusammen und dann?

Dann kam der Alltag, Probleme, Schicksalsschläge… aber gerade dann braucht man doch klare Verhältnisse und Struktur!

Wie stritten, wieder, weil ich Bedürfnisse habe, die Monsieur ignoriert hat und wenn man dauerhaft andere Angebote hat, stellt man sich immer öfter die Frage, warum man da bleibt und nicht aufbricht, das Wagnis in angriff nimmt und schaut, was das Leben noch so bereit hält. 

Monsieur verschwand in der Nacht, in der ich den letzten Eintrag schrieb und es war ok für mich. Nicht egal, aber ok. 

Am nächsten Vormittag kam er zurück, pfiff fröhlich, hatte gute Laune und half einfach so im Haushalt mit. 

Eine Nacht verheiz befreit von mir genügt, damit er ihm so viel besser ging…

Ich sprach seine Fröhlichkeit an und meinen Gedanken, dass es ihm, kaum sind wir getrennt, so viel besser, aus. 

Wir waren nicht getrennt. Er bestimmt, wann wir getrennt sind, nicht ich. Er nahm lediglich die Zügel wieder in die Hand. 

Das wievielte Mal?

Ich zähle nicht mehr mit. 

Ich bin skeptisch, kritisch, traue dem Ganzen nicht und warte einfach darauf, dass es nach ein paar Tagen wieder weg ist. Natürlich kommuniziere ich das offen. Allgemein bin ich sehr offen und verberge nichts. Warum auch? Es macht ohnehin keinen Unterschied und ich fühle mich ohne Geheimnisse freier. 

Beim Autofahren hat er mich tatsächlich wieder an die Leine genommen und als ich beim Einkaufen frech wurde, musste ich zwei mal nachsehen, ob seine Schuhe (ohne Verschluss) offen waren, selbstverständlich auf Knien und mit gesenktem Blick, wie es sich gehört. 

Dennoch traue ich dem Ganzen kein Stück weit. 

Heute, Monsieur erlaubt mir mit dem Hund auf seinem Kissen einen Film zu suchen, half er mir bei der Entscheidung, welchen Film ich schauen darf. Das finde ich ohnehin immer extrem schwer. Man hat 5-6 Streaming Dienste und unendlich viel Auswahl, was soll man also schauen? Über diese Hilfe freue ich mich dann sehr. 

Auch durfte ich gestern hier und da etwas knien, wurde mehr geknuddelt und werde allgemein mehr beachtet, aber mein Misstrauen ist gigantisch und noch nicht einmal minimal geschrumpft. 

Er gibt sich Mühe, erklärt mir, warum sich das nun ändern wird, warum wir endlich dahin zurück müssen, wo wir begonnen hatten und endlich das Leben leben sollen, was wir gemeinsam ausgemalt hatten. 

Leider höre ich das nicht das erste oder zweite Mal…

Zwar verweigere ich mich nicht, aber einbringen möchte ich mich auch nicht. 

Die Enttäuschungen waren zu schmerzhaft und ich habe daraus gelernt, dass Worte wenig bedeuten und die Zeit es zeigen wird und ich bin zäh geworden und misstrauisch.

Das hat er zu verantworten und ich bin nicht mehr in der emotionalen Position zu sagen, dass ich darüber hinweg sehe, so wie die letzten x Male. 

Für mich hat es im Moment ein Ablaufdatum. 

Mittwoch, 25. Mai 2022

Alltäglicher Streit

 Dachte ich noch, es kann nicht noch mehr Streit geben, wurde ich eines Besseren belehrt.

Nach und nach schnitt er mir auch noch die wenigen Rückzugsorte ab, die ich gefunden hatte.

Ging ich in den Park, gerade weil wir Streit hatten, kam er kurz darauf nach und machte weiter.

Kann man mit einer Sklavin streiten?

Es entspricht nicht meinem Wesen. Ich mag Streit nicht, ich mag Diskussionen nicht, das ist alles nicht meins.

Früher konnte er mich dann triezen, bis ich sauer wurde und irgendwann ausgerastet bin, um mir dann zu sagen, dass ich psycho bin. Dass er vorher meine "Ich möchte bitte meine Ruhe." und "Ich mag nicht streiten..." und "Lass mich nun wirklich bitte in Ruhe!", ignoriert hatte und immer weiter machte, kam in seiner Erinnerung nicht vor. Für ihn war es aus heiterem Himmel und meine Bitten, mein Betteln, das existierte für ihn nicht.

Dann gewöhnte ich mir an entweder Kopfhörer mit Musik aufzusetzen, oder rauszugehen.

Rausgehen brachte wenig, weil er hinterher kam und weiter machte, also habe ich wirklich gute Kopfhörer, dann sehe ich höchstens aus dem Augenwinkel wie er wütend artikuliert und voll aufdreht. Seis drum.

DS spielt schon lange keine Rolle mehr und wenn, dann lediglich für wenige Tage, dann ist seine PlayStation wichtiger, sein Job zwischendurch auch mal, aber der bietet scheinbar zu wenig Ablenkung, aber keine Sorge, auch daran habe ich Schuld, denn darin ist er ein Meister. 

Er spielt ja nur so viel, um sich vom schrecklichen Alltag abzulenken.

Was ist der schreckliche Alltag?

Sein gesamtes Leben mit mir.

Was ist daran schrecklich?

Alles.

Wenn ich ihn versuchte auf eine Antwort festzunageln kommen Flüchte wie: "Das habe ich oft erklärt, scheinbar verstehst Du es einfach nicht." oder "Noch einmal erkläre ich es nicht, das hat ja eh keinen Sinn."

Die Wohnung ist ihm zu voll. Eine Wohnung, in der die Nachbarn mit Ehepartner und 2-3 Kinder leben können. Eine Wohnung, von der er vorher wußte wie groß sie ist und dass wir Dinge mitbringen, wenn wir einziehen, auch wenn ich etwa 3/4 weggeschmissen habe.

Außerdem leben wir wie Messies... seiner Ansicht nach, weil Zeug rum steht.

Zeug?

Ja, zum Beispiel in der Küche, da steht immerhin eine Küchenmaschine, die Kochlöffel und dergleichen Zubehör, ein Ständer für Flaschen. Zeug eben. Dass dieses Zeug normal in einer Küche ist und normal auf der Arbeitsfläche steht, macht mich zum Messie. 

Überhaupt ist das Leben ja auch so schlimm, weil nun mehr Möbel in der Wohnung sind.

Möbel die er ausgesucht hat. Möbel die dort stehen, wo er es möchte. 

An der Stelle könnte man darauf schließen, dass es ihm eben nicht gefällt, dass wir damals eingezogen sind, aber nein, das ist es nicht, sagt er.

Er führt auch kein selbstbestimmtes Leben mehr.

Was bestimme ich über sein Leben?

Alles, sagt er.

Warum?

Auch da kommt keine klare Antwort. 

Weil ich halt sage, dass wir einkaufen gehen müssen, wenn die Lebensmittel ausgehen, oder wir etwas anderes brauchen.

Früher war das eben anders, da bestellte er essen und ging nicht so oft einkaufen.

Einkaufen gehen nervt ihn.

Sage ich, dass ich auch alleine gehen kann, möchte er das nicht.

Dieses Schema zieht sich durch alle Bereiche.

Er mag was nicht, ich zeige eine andere Lösung, nein, das mag er auch nicht und dann sagt er, er bestimmt sein Leben nicht selber.

Ich frage ihn, wann er das erledigen möchte, aber scheinbar ist es dann auch nicht selbstbestimmt.

Wir haben, wegen mir, einen Hund, weil ein Familienmitglied stirbt und der Hund sonst nirgends hin kann. Einmal heißt es, ich sei eine goldene Seele, dann wird mir wieder vorgehalten, ich habe einen Hund angeschleppt, eine weitere Belastung.

Wie es gerade passt.

Aber keine Sorge, er ist hier das Opfer, weil ich ihm ja an allem die Schuld gebe, aus seiner Sicht.

Weil ich unausgeglichen bin, nicht gut gelaunt, schlechte Laune habe.

Dass ich sie habe, weil meine Welt nach und nach zusammen bricht und ich einen großen Verlust habe und kleine dazwischen hatte, das ist egal.

Dass ich keinen Ausgleich habe, weil mir DS komplett fehlt und ich alles selber bestimmen muss, darf auch keine Auswirkung haben.

Ja, er unterstützt mich, er hat mir Selbsthilfebücher gekauft, um mit dem Tod umzugehen. Danke, sagte ich mehrfach, aber die Hilfe, die ich eigentlich bräuchte, die verwehrt er mir, aber das liegt ja daran, dass er nicht mehr selber über sein Leben verfügen kann.

Ich stehe morgens auf, erledige meine Morgentoilette, gehe mit dem Hund raus. Wenn er nicht arbeiten muss, bleibt er im Bett liegen.

Ich lese etwas im Park, bespaße nebenher den Hund und wenn ich zurück bin, meistens mit Brötchen, hat er meistens den Tisch gedeckt und das Futter fertig gemacht. 

Alleine morgens geht er nie.

Auch nicht an den Wochenenden.

Ab und an kam er mit, aber eigentlich nur wenn wir Streit hatten.

Nach dem Frühstück ruhe ich mich etwas aus, mache was im Haushalt, koche vielleicht, bringe die Zeit rum und am Nachmittag geht es wieder mit dem Hund raus.

Da kommt er schon eher mit. Wir treffen nette Leute, unterhalten uns, spielen eine heile Welt vor, wo keine ist.

Danach wieder etwas Haushalt, vielleicht Erledigungen und wenn es gut läuft, auch eine kleine Pause. 

Pausen sind aber keine Pausen mehr, wie früher, bei denen ich mich entspannen und den Kopf abschalten konnte, sondern nur noch Erholungsinseln, um den Tag zu überstehen und das Pensum zu schaffen.

Abends lege ich gerne etwas Wäsche beim Fernsehen zusammen und es geht noch eine Runde mit dem Hund raus. Da geht er manchmal auch alleine, kommt fluchend und wütend zurück, wenn er den Beutel fürs Geschäft des Hundes nicht gut benutzen konnte und das ist oft der Fall, also gehe ich lieber mit und egal was ich versuche zu reden, es entsteht Streit.

Dann zurück, werden die Türe nochmal versorgt und ich mache mich fürs Bett fertig, um am nächsten Tag  in etwas den gleichen niederschlagenden Verlauf zu haben.

Den meisten Streit bekomme ich umschifft, indem ich uns beim Frühstück ein Hörbuch anmache (Stephen King ist praktisch, weil die immer sehr sehr lang sind...) und beim Mittag- bzw. Abendessen einen Film, oder eine Serie einschalte.

Ansonsten sitzt er an seiner PlayStation, oder arbeitet vielleicht mal.

Wenn er über seinen Job redet, höre ich ihm zu und versuche konstruktive Antworten zu geben, das funktioniert auch gut. Wenn ich etwas oberflächliches zu erzählen habe, klappt das auch.

Langsam habe ich raus, was für Gespräche möglich sind und was für welche eher nicht und trotzdem tappe ich regelmäßig in das "früher war alles besser!" Fettnäpfchen.

Wenn ich von Trennung anfange, sagt er, dass das immer meine erste Lösung ist und eine Flucht, dass es mit dem Nächsten nicht besser wird und er das keinem zumuten kann und ich mich nicht trennen soll, weil es ja eh keine Chance gibt, dass es irgendwo besser sein könnte, auch nicht, wenn ich alleine sein werde.

Zieht dieser Psychoterror nicht und ich bleibe dabei, ist sein letzter Notnagel, dass er plötzlich der perfekte Herr ist, für ein paar Tage, bis sich die Wogen geglättet haben und ich ein wenig Hoffnung geschöpft habe.

Wenn wir streiten, dann sagt er immer, dass ich ausziehen kann, umso schneller, umso besser, ja bloß weg. Ach nein, doch nicht, weil ein Anderer dann die selben schlimmen Sachen durchleben muss, mit mir, nein nein, er muss das irgendwie auf die Reihe bekommen, nicht zumutbar bin ich, für Andere.

Wenn er sich beruhigt hat, bin ich wieder die goldene Seele, ein so toller Mensch, der tollste Mensch überhaupt, aber das hält nicht lange an, dann bin ich wieder die Böse, die sein Leben zur Hölle machte.

Davon kann man ein Schleudertrauma bekommen.

Dass er zu DS nicht fähig ist, habe ich zu verantworten, der Rahmen fehlt für ihn, er kann ja nicht einmal über sein Leben bestimmen, wie soll er über meins bestimmen können?

Siehe oben meinen Tagesablauf, ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich da noch sein Leben bestimmen sollte, bin ich doch so schon damit ausgelastet mein eigenes zu überstehen.

Aber bitte, seht nicht mich als das Opfer, denn er ist es. Das ist ihm immer sehr wichtig. Viele Einträge schrieb ich gar nicht, oder löschte sie, oder schrieb sie ihm als Mail, weil ich ihn vollkommen falsch darstelle und in Wahrheit leidet er ja so unter mir.

Auch den Platz hier hat er mir genommen.

Jeder Eintrag war Anlass zum Streit, weil Kritik ist keine Kritik, sondern eine Boshaftigkeit, Gemeinheit, Bösartigkeit.

Dann schrieb ich betont positive Einträge, ließ vieles weg und fühlte mich nicht wohl damit. Dann gab es im Nachhinein Streit, weil es ja nicht sein kann, dass ich solche Dinge nur schreibe und Teile weglasse, egal ob das die Teile sind, wegen derer wir Streit haben.

Wie ich es mache, ist es falsch und wie es richtig ist, sagt er nicht.

Ich bin leider geübt darin, meine innere Sklavin wegzusperren und das habe ich wieder gemacht und sie regelrecht verleugnet und durfte mir anhören, wie gemein ich bin und gereizt, selbst wenn ich ihm nur noch aus dem Weg ging, was ihm ja auch nicht recht war.

Es tut verdammt weh zu hören, vom eigenem sogenannten Herrn, dass man zu etwas nicht fähig ist, nur weil man als Sklavin denkt, dass der Herr darüber bestimmt, bzw. es reglementiert. 

Ich kann mein Leben wunderbar alleine leben.

Ich weiß jederzeit was ich zu tun habe, was ansteht, was erledigt werden muss.

Ich kann eine Familie versorgen, umsorgen und den Alltag kombinieren für mehrere Personen.

Ich habe jederzeit alles im Griff, kann mich zusammenreißen, kann stark sein, wo andere zusammenbrechen und bin jederzeit handlungsfähig.

Aber ich bin es auch, die sich verschenkt hat, die sich als Eigentum jemandem geschenkt hat und ihre Rechte abgegeben hat.

Es ist eine Sache, ob ich diese Dinge kann, aber eine andere, ob ich sie machen möchte.

Ich möchte nicht bestimmen.

Das ist nicht meins, aber ich kann es.

Nur weil man etwas kann, heißt es nicht, dass man es mag.

Aber dass man dann, als dominanter Part einer Beziehung immer wieder raushängen lässt, dass die Sklavin ja unfähig ist, wenn sie versucht ihn bestimmen zu lassen, dann weiß ich auch nicht weiter.

In den letzten Jahren habe ich mir so oft anhören müssen, dass Dinge, von denen ich dachte, dass der Herr sie gerne bestimmt, einfach nur nervig für ihn sind, so dass ich sie komplett aus dem Kopf gestrichen habe.

Regelmäßig, wenn ich solche Themen angesprochen hatte, bekam ich zu hören, dass ich das doch selber kann, oder etwa nicht? Sei ich denn unfähig?

Das kratzt sicher bei jedem Menschen am Stolz und automatisch sagt und denkt man, dass man nicht unfähig ist und macht es eben.

Im Nachhinein betrachtet klammerten diese Gespräche von Anfang an alles aus, was mit DS zu tun hat, bis auf wenige winzige Ausnahmen.

Aber mir fällt keine Ausnahme ein.

Ich ging immer offen damit um, dass ich als TPE Sklavin leben möchte.

Ich kam gut erzogen zu ihm und bekam immer wieder Rüffel für die Dinge, die einen anderen Herrn erfreut hätte. 

Was für ihn eine Last war, mit der er mir deutlich zeigte, dass er abgeneigt und genervt ist, wäre für andere Herrn ein Grund zum Jubeln gewesen und irgendwann nimmt man diese Sicht an und verleugnet sich, seine Gefühle, seine Bedürfnisse immer mehr.

Wenn ich früher gefragt wurde, was meine Vorlieben sind, was ich mag, worauf ich stehe, konnte ich nur wenig antworten, weil ich sehr flexibel bin, mich meinem Herrn anpasse, seinen Wünschen entsprechen möchte, da ist wenig von meiner Seite, außer absolute Abneigungen, wie z.B. dass ich nicht bi oder lesbisch bin, oder körperliche Einschränkungen, z.B. dass ich aus gesundheitlichen Gründen anal nichts eingeführt bekommen darf. 

Dieses flexibel sein kann auch negativ ausfallen, das habe ich sehr hart lernen müssen.

Er mag nicht um Erlaubnis gefragt werden? Ok, mache ich nicht mehr.

Er mag nicht über irgendwas bestimmen? Ok, bestimme ich selber.

Er mag seine Ruhe haben? Ok, ziehe ich mich soweit es geht zurück.

Was bleibt noch übrig?

Wo bin ich in diesem Leben?

Ich erledige meine Pflichten. 

Dazwischen habe ich ein paar Pausen, damit ich nicht zusammenbreche.

Ich bekomme Vorwürfe, weil ich nicht mehr viel lese und nicht zum Malen komme, also erkläre ich, dass man dafür ein wenig einen freien Kopf brauche, aber zu belastet bin.

Am nächsten Tag bekomme ich das selbe an den Kopf gehauen, obwohl meine Belastung nicht weniger ist und mein Kopf kein Deut freier.

Wenn ich frage, wo ich am Tag meinen Platz fühlen konnte, bekomme ich die Antwort: "Natürlich nirgends!"

Frage ich es mit anderen Worten, in der Hoffnung, dass es weniger als Angriff aufgefasst wird, ist die Reaktion trotzdem schnippisch, weil ich ja schon wieder frage. Alle 24h fragen ist zu oft. Der Zeitpunkt meiner Frage ist auch immer unangebracht. Es wird immer ein Grund gefunden, warum man gerade jetzt nicht zu fragen hat. 

Beharrt man auf der Frage, um eine Antwort zu bekommen, sind es direkt Vorwürfe, die man machte und das ist böse und gemein.

Nicht einmal mehr fragen, ob man DS eventuell übersehen hat im Alltagsstreß, darf man.

Am Besten läuft es, wenn er arbeitet und ich mein Ding mache und er später PlayStation spielt und ich mich ins Schlafzimmer zurückziehe. Dann kommt er, wenn das Spiel neue Player sucht kurz vorbei und ist in den 2-5 Minuten umgänglich und nett.

Leider halte ich das nur einige Tage, wenige Wochen durch, dann muss ich es doch wieder ansprechen und der Streit geht von vorne los...

Ernsthaft, ich habe wirklich versucht das als DS zu interpretieren, mir zu sagen, wenn mein Herr so wenig Interesse an mir hat, mich so wenig sehen und interagieren möchte, habe ich das zu akzeptieren!

Aber dann bin ich doch eine zu schwache Sklavin und habe geringste Ansprüche, die aus mir heraus platzen und dann frage ich doch wieder, ob ich vielleicht DS an dem Tag übersehen habe und wo ich hätte meinen Platz empfinden können... und es geht von vorne los...


Dienstag, 10. Mai 2022

Schönes Wetter

 Im Moment ist durchgehend schönes Wetter, ein Segen. 

Morgens gehe ich mit Hundi in den Park, setze mich auf eine Bank, schmeiße ab und zu den Ball, lese, unterhalte mich mit anderen Hundebesitzern,  streichle die Fellnasen. 

Dann geht es heim, frühstücken, Haushalt machen, Dinge erledigen, was halt so abfällt. Yoga mache ich eher vorher, dann duschen und los. 

Vorgestern machte Monsieur die Leine bei einer Autofahrt ans Halsband. War ok, interessiere mich nicht weiter. 

Erschreckend finde ich eher, wie er sich entwickelt. 

Jede freie Minute wird an der Playstation verbracht. Ein Gespräch ist dann nicht möglich. Eben versuchte ich  drei Mal zu fragen, ob er morgen früh mit den Park möchte, aber er reagierte nicht. Ich sitze 2m weg, bei dem Hund auf dem Kissen, stricke, schaue Sixx und bin nicht enttäuscht, sondern eher abgebrüht. 

Zwischen zwei Spielen hat er dann eine Pause von vielleicht 5 Minuten, dann werde ich wieder beachtet und soll es gut finden, statt genervt zu sein. Ok, die Phase habe ich hinter mir, aber den Anspruch, dass ich dann zu springen habe, kann man nicht voraussetzen.

Macht halt jeder sein Ding und man versucht sich nicht in die Quere zu kommen.

Für den Moment ist das genug, ich mag meine Ruhe und ganz ehrlich, wahrscheinlich ist es besser, wenn ich wieder alleine gehe, dann gibt es keinen Stress.


Samstag, 7. Mai 2022

Neuer Weg





In meinen Büchern steht, unabhängig voneinander, dass man sich mit seinen Erwartungen unglücklich macht und dass man erst frei und glücklich sein kann, wenn  man sie ablegt. In einem ist es sogar sehr radikal, man soll die Erwartungen, dass es irgendwo besser sein kann, dass es irgendwann besser werden  kann, ablegen. 

Wir sind doch alle irgendwie davon getrieben, dass es irgendwann irgendwo besser werden kann. 

Wenn man genau darüber nachdenkt und schonungslos ehrlich ist, stimmt es, dass man so nicht glücklich werden kann, weil man dieses Glück überhaupt nicht erreichen kann, weil es stetig durch neue Ansprüche ersetzt wird. 

Also versuche ich es und werde versuchen keine Ansprüche mehr zu haben. 

Ich gehe meinen eigenen Weg, mache meine eigenen Dinge und wer mich begleiten möchte, gerne. 

Ich bilde mich weiter, mache weiter den Haushalt und sorge mich um alle in meinem Leben. 

Derweil versuche ich es mir in der neuen Situation als Hundebesitzerin gemütlich zu machen, am Besten dafür eignet sich eine Bank im Park bei Sonnenschein, den Rucksack bonnet Brötchen fürs Frühstück gleich. 

Was hat das noch mit DS und Sklavin sein zu tun?

Wenig, denke ich, aber mit dem Menschen, der ich auch bin, mit dem viel. 

Forderungen und Ansprüche stellen macht nur unglücklich, zumal die Zeit gezeigt hat, dass es nichts bringt. 

Wenn ich Monsieur verlassen möchte, setze ich ihn unter Druck und einige Tage ist er ein super Herr und dann verlischt es wieder. 

Ich konzentriere mich, vielleicht das erste mal richtig, auf mich selber, mache mich glücklich und zufrieden, der Rest wird sich zeigen und wenn das bedeutet keine Sklavin zu sein, dann ist das so, aber meiner Erfahrung nach, tun sich permanent neue Wege auf und neue Möglichkeiten. Darauf vertraue ich und derweil sorge ich mich um mich selber, was sondern auch keiner tut. 

Alleine im Park ist es schön, friedlich, ruhig. Kein Streit, keiner will was von einem, mit dem Hund bin ich in guter Gesellschaft. Ein Buch dabei, mehr brauche ich nicht 😊

Dienstag, 3. Mai 2022

Monster

 Monsieur hat durch sein Verhalten indirekt ein Monster erschaffen. 

Durch Probleme in unserer Kommunikation gab er mir erst Ratgeber an die Hand, die mir erklärten, auf was ich mehr zu achten habe. Beispiele sind vier Ohren und Giraffensprache. 

Ich habe es tatsächlich geschafft meine Sprache zu konkretisieren und darauf zu achten. Nicht permanent, man labert auch mal ungezwungen vor sich hin, jedoch in schwierigen Situationen und heiklen Gesprächen. 

Das Problem entsteht aber, wenn Monsieur sich ein Verhalten wünscht und nicht selber in der Lage ist, dieses Verhalten umzusetzen und mir dann, in diesem Fall, seine Missstände in der Kommunikation auffallen und ich plötzlich in der Position bin zu merken, was er hätte besser machen können. 

Anderes Beispiel. Durch den fehlenden Rückhalt von Monsieur und seiner Bestärkung, dass ich selber für mich einstehen muss, finde ich immer häufiger meine eigene Stimme für mich selber. Ich erwähnte es, als ich dem Arschengel sagte, dass ich nicht so mit mir reden lasse und mir zu  schade dafür bin. 

Nachteil ist, dass ich das nun auch häufig bei Monsieur denke und seinen Umgang kritischer betrachte und seine ewigen Vorwürfe hinterfrage. 

Mir fallen immer mehr Missstände auf und immer weniger Lösungen, weil ich nicht mehr jeden Fehler nur bei mir suche und immer öfter habe ich die „mir doch egal!“ Einstellung und scheiße gepflegt auf manche Dinge, was ihm natürlich überhaupt nicht behagt. 

Ich arbeite hart an mir und versuche hinter Dinge zu schauen, um keine Fehler zu machen, um keinem weh zu tun, aber leider macht das nicht jeder und somit schlagen Menschen wild um sich und verletzten andere, geben ihnen die Schuld daran und stellen sich als Opfer dar. 

Eigenverantwortung ist schwierig für manche und lieber werfen sie Anderen alles mögliche vor, Strafe auf ihr eigenes Verhalten zu schauen. Ich bin froh, dass ich wenigstens versuche genug Selbstreglexion an den Tag zu legen, um nicht in diese Falle zu tapsen. 

Durch jedes Buch das ich lese, sehe ich klarer. Nicht alles was ich sehe gefällt mir gleichermaßen. 

Oft lege ich einfach nur noch einen Spiegel auf und verhalte mich, wie er es erwartet, oder wie er zu mir ist. 

Dauernd sagt er, ich sei gemein (wenn ich Dinge ausspreche, die er nicht hören will und von denen er selber weiß, dass sie stimmen) und wenn er es schon sagt, warum soll ich mir noch Mühe geben?

Es ist egal was ich mache, ich bin gemein. 

Bin ich brav und spreche ein Thema an, dass er nicht mag, bin ich gemein. 

Blödle ich mit ihm herum, bin ich gemein. 

Vertrete ich nicht die selbe Meinung, bin ich gemein. 

Was soll’s!

Dann kann ich ebenso gut eben mein Ding machen…

Bin ich halt das Monster, dass er erschaffen hat und hey, ich habe eine Medaille verdient, denn ich sage so gut wie nie, was er selber  gerade wieder, z.B. in der Kommunikation, falsch gemacht hat, denn in den Büchern steht ja, dass man das nicht darf 😆