Sonntag, 13. November 2022

Ungleichgewicht

 Im Moment ist alles aus den Fugen geraten. 

Eigentlich begann es schon vor Monaten, wenn nicht Jahren. 

Der Tod meiner Schwester hat es lediglich beschleunigt. 

Jetzt ist es so schlimm, dass ich nichts in mir behalten kann. 

Sinngemäß, nicht wörtlich. 

Ich lese ein paar Seiten und möchte zeichnen, habe aber zu wenig Energie um kreativ zu sein. 

DS ist quasi nicht existent in meinem Leben und doch sollte es mein Mittelpunkt sein. 

Nimmt man bei einer Waage den Standfuß weg, was passiert?


Monsieur ist gut zu mir, ich hatte ihm gezeigt, dass der Dalai-Lama eine Veranstaltung teilt, bei der seine Doku mit Desmond Tutu gezeigt wird, unter anderem, und er hat mir den Film direkt ausgeliehen. So ist er. Er besorgt mir umgehend, was ich brauche, außer wenn es um DS geht. Das macht es ja so schwierig. 

Gefühlt liegt alles in mir in Trümmern da und ich laufe und sucre und versuche zu reparieren und dabei zertrample ich diese Scherben in immer kleinere Splitter. 

Alleine schaffe ich das sicher nicht mehr und Monsieur weiß wie es mir geht, aber ob er es begreift? Ich denke schon, jedoch ist er sehr mit sich und seinen Problemen beschäftigt, wie schon immer und da bleibt wenig Zeit und Energie für mich. Dann falle ich hinten runter…

Sonntag, 2. Oktober 2022

Verantwortung

 Für manche ist man eine Perle im Dreck, über die man sich freut, sie gefunden zu haben, für andere der Dreck unterm Fingernagel, den man dringend loswerden muss, der nur stört und lästig ist…

Was ich wohl für Monsieur bin, muss ich nicht sagen, also tue ich mir das nicht mehr an und werde mich in Zukunft selber gut behandeln und der erste Schritt ist Selbstfürsorge. Heilen. Sich um mich kümmern und mir gut tun. Mich nicht mehr so behandeln lassen. 

Raus aus der Angst und Sorge. 

Wieder atmen und leben. 

Verantwortung für mich selber übernehmen. 

Mir nicht anhören müssen, wie schlimm ich bin, obwohl ich jeden Tag alles gebe und leiste, damit er arbeiten gehen, danach PlayStation spielen kann und nicht mehr als das machen muss. 

Mir reicht das nicht. 

Für mich fehlt da was. 

Aber ich kann nur in meinem Leben etwas ändern. 

Montag, 29. August 2022

Zwischen Türen stehen

 Es fühlt sich an, als würden wir mitten in der Türe stehen, nicht wissen, ob wir wirklich rein gehen wollen, oder nicht. Doch lieber draußen bleiben? 

Ich habe mich Monsieur geschenkt. Nicht jedes Geschenk wird pfleglich behandelt und nicht jedes Geschenk mag man gleichermaßen.


Unsere schlechten Verhaltensmuster setzen sich fort und wir finden nicht zueinander. 


Vielleicht ist zu viel, zwischen uns, kaputt gegangen. 

Vielleicht haben wir aus den Augen verloren, was wir aneinander haben, jedoch vor so langer Zeit, dass wir es nicht wiederfinden können. 

Vielleicht sind wir auch einfach zu unterschiedlich in unseren Bedürfnissen. 

Jeder möchte geliebt werden, um seinetwillen. 

Jeder möchte seine Bedürfnisse befriedigt wissen. 

Jeder möchte sich geborgen und wohl fühlen.


Und das fehlt. 


Und so stehen wir in der Türe, durch einen Raum getrennt und wissen nicht, ob wir nochmal rein gehen sollen, oder…

Sonntag, 28. August 2022

Ich bin

 Ich bin dieser eine Mensch, der erst bei sich nach Fehlern sucht. 

Ich bin dieser eine Mensch, der da ist und hilft, egal wie es mir selber geht. 

Ich bin dieser eine Mensch, der das Wohl anderer, über mein eigenes stellt. 

Und ich bin dieser eine Mensch, der bisher dachte, ich habe einen Menschen an meiner Seite verdient, der das versteht, beachtet, berücksichtigt, damit umgeht und mich beschützt. 

Dann habe ich versucht es selbst hinzubekommen. 

Dann sagte Monsieur, dass ich dazu doch gar nicht in der Lage bin. 

Im Moment ist es nicht so wichtig, weil alle aus dem Urlaub zurück sind und kein Bedarf besteht, jedoch ist es nur eine Frage der Zeit. 

Ohnehin ist es nur ein Symptom. 

Ich bin nicht gut darin auf mich zu achten, weil ich jeden und alles wichtiger nehme und meine Bedürfnisse zurück nehmen. Eigentlich habe ich das immer für eine schöne Eigenschaft gehalten, wenn ein regulierender Herr im Hintergrund ist, der für mich sorgt und das gerne tut. Anders kann ich nicht funktionieren. 

Derzeit habe ich Monsieur, der viele Ansprüche äußert, dann dazu sagt, dass er nicht möchte, dass ich mich kaputt arbeite. Wie das klappen soll, lässt er offen. 

Er stellt also lauter lose Enden in den Raum und mich damit alleine und beschwert sich dann, egal wie ich versuche es zu lösen. 

Das ist mühsam, frustrierend und ich möchte nur noch aufgeben. 

Mir fehlt die tägliche Freude komplett.

Ich habe, gefühlt, mein Leben aufgegeben. Es wird für die Bedürfnisse für mein Kind geopfert und Monsieur und den Hund. Fertig. Da ist nichts mehr übrig. 

Und der Dank?

Kaum spürbar, außer vom Hund, der zeigt es täglich deutlich. Immerhin. Obwohl er mir am deutlichsten meinen Platz genommen hat, der ohnehin nicht spürbar war. 

Das geht nicht mehr gut. 

So unzufrieden mag keiner sein. 

So mache ich mir nur Gedanken, was ich ändern kann und muss, damit es besser wird und zwei Faktoren kann ich nicht ändern. Kind und Hund.

Sonntag, 21. August 2022

Einfach mal atmen

 Ich hatte mehr schwere Tage im Leben, als leichte, sagt mir mein Gefühl, für Realität würde eher sagen, es waren mehr durchschnittliche. 

Durch die schweren Tage lernt man ungemein viel und genau in so einer Phase lernte ich vor vielen Jahren, wie wichtig die Atmung ist. Mittlerweile entstand ein regelrechter (esoterischer) Hype darum, leider, jedoch ist da wirklich was dran. Wenn man länger aus, als ein atmet, entspannt man, achtet man allgemein auf seine Atmung für ein paar Momente, kommt man bereits zur Ruhe, so einfach kann es sein. Es kostet nichts, nicht mehr, als den Zeitpunkt zu erwischen, in dem man bemerken kann, dass man gestresst ist und genau das ist oft das eigentliche Problem!

Vor lauter Stress nicht mehr bemerken können, wie sehr man gestresst ist und keine Pause machen können. 

Nach wie vor finde ich, wie wohl fast alle, die Zeiten so schwierig!

Krieg, Inflation, gefühlt ist sich jeder der nächste und jeder ach soooooo wichtig und zeigt im Internet wie toll und glamourös sein Leben ist und hinter den Fassaden bröckelt es vor sich hin und hinter der Stirn sind Tränen und Missgunst verborgen, weil sie vor lauter zur Schau stellen, nicht mehr genug Zeit finden, um ihre Zeit wirklich sinnvoll zu genießen, aber ich schweife komplett ab, tut mir leid und das war nun wirklich sehr verallgemeinert, keine feine Art, pardon!

Das beschreibt aber ein anderes Problem, womit man sich das Leben schwer macht ;)

Zu sehr auf das Leben Anderer  achten und dadurch, nicht nur sein eigenes aus den Augen verlieren, sondern  auch noch garstige Gedanken haben. 

Alles nicht toll und doch ist die Lösung in jedem Fall die selbe. 

Einfach wieder auf sich selber besinnen. Auf sich selber konzentriert. Auf sich selber hören. Auf sich alleine und was die eigene innere Stimme sagt, unabhängig vom Außen. 

Ich habe viel zu lange versucht es allen recht zu machen und ja, auch ich las und lese überall, dass man das eh nicht kann usw. und dachte dann, dass ne ich das ja nicht machen, aber ich kann auch nicht immer objektiv auf mich schauen. 

Wie ich schon vor ein paar wenigen Wochen schrieb, ist hier alles im Umbruch und wenn das vielleicht auch nicht jeder versteht, mich selber inklusive, ist das auch in Ordnung. Nicht alles in Leben muss verstanden werden. 

Was auf alle Fälle immer funktioniert ist:

Weiter gehen, atmen, einen Schritt nach dem anderen, es kommt ohnehin wie es kommen soll und es genügt, wenn ich einen Schritt nach dem anderen mache und arme. 

Und in Situationen wo ich wirklich nicht vor oder zurück wusste, wo ich nicht einmal mehr wusste, ob ich den nächsten Tag erleben würde, nein nicht weil ich psychisch labil bin, sondern im Krankenhaus lag und Komplikationen hatte, kann ich genau mit diesem Gedanken durch die Stunden. 

Und wenn ich durch die schlimmsten Stunden dankt kam, werde ich dich wirklich jede Situation damit kommen und das hilft mir, auch wenn es im Moment eigentlich keinen Anlass gibt, weil im Moment nichts schlimmes passiert, außer dass Weltgeschehen, das ist wirklich grauenhaft!

Jedenfalls muss ich kürzer treten, denn die Pflichten haben wieder überhand genommen und für die schönen Dinge ist kaum Zeit übrig geblieben und das geht nicht. 

Wir haben nur ein Leben und das kann nicht nur auf Arbeit bestehen. 

Freitag schrieb ich Monsieur noch, was für tolle Dinge wir am Wochenende machen können und was haben wir nun letztlich wirklich gemacht, kaum etwas. 

Im Blog geht es im Moment kaum um DS, geschweige denn um TPE, das ist mir vollkommen bewusst. 

Zu TPE und DS fehlen zwei. 

Monsieur ist ein liebevoller Partner, der mich umsorgt und verwöhnt und sich wirklich bemüht. 

Unser Machtgefälle ist nicht vollkommen weg, ich mache es nur nicht gerne zum Thema, weil es ein zartes Pflänzchen ist. 

Wir haben feste Gewohnheiten. Nach wie vor esse ich am Boden mit meinem kleinen Tisch, bekomme die Kette mit Schloss ans Halsband, muss immer fragen, ob ich auf die Toilette darf und ab und zu fordert Monsieur etwas mehr, wie gestern Abend beim Spaziergang, als ich ein Hundehalsband tragen musste. 

Vielleicht wird es mehr, vielleicht nicht, im Moment versuche ich meinen Alltag so zu strukturieren, dass ich ihn bewältigen kann, ohne dass der Alltag mich aufrisst und ich unglücklich bin, so dass ich genug Zeit für die schönen Dinge finde und ausgeglichen bin, denn mein Glück auf DS und TPE zu bauen, das brachte leider auch nichts und meine Abhängigkeit von meinem Herrn bringt auch nur Unzufriedenheit, also selbst ist die Frau.

Früher dachte ich immer, wenn meine Kinder groß und aus dem Haus sind, werde ich Vollzeitsklavin sein und mein Herr wird mein ganzes Leben bestimmen und mich benutzen und einsetzen, wie es ihm beliebt und ich meine nicht nur sexuell, sondern auch beruflich und privat, wie seine persönliche allumfassende Wohlfühlperson, die sich um alles kümmert und für alles sorgt, so dass er den Kopf für die wichtigen Dinge frei hat und nun?

Mein jüngstes Kind ist 17 und nein, ich bin nicht uralt, ich werde dieses Jahr 41, ich hatte lediglich früh begonnen, zum früh fertig zu sein und vor allem, ich war jung als meine Kinder jung waren und ich war noch fit, als sie jung waren und wir hatten so viel Spaß zusammen. Wir hatten gemeinsam Blödsinn im Kopf und ich war mir für nichts zu schade und ja, ich Wasser die Mutti mit 12cm Pfennigabsatz auf dem Spielplatz, die schneller durch den Sand, oder über die Holzbrücke rennen konnte, als andere Mütter mit flachen Schuhen!

Und nun sind sie fast alle auf dem Haus und flügge und brauchen mich nicht mehr und Monsieur braucht mich auch nicht und mein Alltag ist so vollgemüllt mit Pflichten von außen und Arbeit, dass ich gefühlt ersticke.  

Aber ich ändere gerade. 

Ich tue was nötig ist und möglich ist und ich atme und ich bin in mir und ich schaue was das Leben für mich bereit hält und es kommt doch ohnehin immer ganz anders, als man denkt und schmeißt alle Pläne um, also sortiere ich eben um und buddle mich unter dem ganzen Alltagsmüll wieder hervor!


Sorry für die Rechtschreibfehler, ich habe das auf dem Handy getippt und bin müde und zu faul es nochmal zu lesen und freut euch doch einfach drüber, wenn ihr einen findet, dass ihr viel schlauer seid als ich!

Freitag, 19. August 2022

Es braucht nicht viel

 Ich hatte mir zwar vorgenommen etwas kürzer zu treten, bekam es dennoch nicht sonderlich gut hin. 

Monsieur war Anfang der Woche drei Tage weg und das funktionierte recht gut. In meinen früheren Herrschaften wäre ich grandios zerbrochen und hätte gelitten, dieses Mal machte es mir nichts aus. 

Monsieur hinterließ mir einen liebevollen Brief mit der Anweisung, dass ich genug Pausen machen soll und es auch meine Aufgabe ist, dies via Handy zu übermitteln und das tat ich so gut es ging. Ansonsten schrieben wir ab und zu und ich hatte genug zu tun. 

Selbst nachts fand ich gut ins Bett, obwohl Monsieur vor mir eingeschlafen und mich nicht auf der Ferne ins Bett geführt hat. Früher wäre ich die halbe Nacht wach geblieben, aber mittlerweile bin ich selbstständig genug, um selber klarzukommen. 

20 Jahre TPE kann man also doch rückgängig machen, wenn es nur sein muss und man kommt mir immer weniger aus. Nun reicht es mir schon, wenn ich Frieden habe, keinen Streit, die Wohnung sauber ist und ich in Ruhe gelassen werden 😊

Happy life!

Genau genommen ist TPE auch nur eine Sucht. 

Sucht nach Kontrolle. Nun lebe ich frei, ob ich will oder nicht, aber suchtfrei leben ist gut, so kann man wieder die feinen Details spüren und Kleinigkeiten entdecken und braucht nicht den großen Bums!

Ich meine das wirklich ernst!

Es ist mühsam und anstrengend, wenn man sich immer sehnt und erhofft und nichts kommt und man nie befriedigt ist. Nun habe ich Frieden und das ist unbezahlbar.





Dienstag, 9. August 2022

Alltagstrott

 Wir haben nun etwa vier Wochen damit verbracht, unser Leben zu entrümpeln und waren äußerst erfolgreich, wie ich finde und Monsieur versicherte es mir täglich auf seine Art. 

Das klingt so, als hätten wir ein Messi Wohnung gehabt, dabei kam tatsächlich kaum was weg, aber jeder weiß doch, wie toll es sich anfühlt, wenn man Frühjahrsputz macht und einfach mal schaut, was man wirklich noch braucht. Weg kam das alte Sofa, rum Beistelltisch, der Sitzsack mit Hocker, ein paar Plüschies und wie haben ganz viel umstrukturiert. Das brachte viel.

Mit neuen Augen, auf alte Dinge schauen. 

Was das aber auf Dauer bringt, wird die Zeit zeigen. 

Dann dachte ich, wenn ich damit fertig bin, werde ich Pause haben, Zeit für mich!

Pustekuchen!

Einen Tag lang fand ich immer noch was und noch was und noch was und dann wollte immer noch jemand was von mir und noch hier jemand und da noch was. 

Keine Pause. 

Wieder von morgens bis abends machen und tun und rennen und mal 30min auf dem Sofa sitzen, oder morgens mal 30min liegen bleiben, das war mein Luxus, oder wie jetzt, etwas länger schon wach sein, aber eben nicht aufstehen. 

Es gibt da diese Geschichte mit dem Professor an der Uni, der Steine in ein großes Glas füllt und seine Studenten fragt, ob das Glas voll ist und die Studenten immer: „Jaaaa!“ und dann füllt er noch kleinere Steine rein und dann Sand und zu letzt, mal ist es Wasser, mal ein Feierabend Bier. In der buddhistischen Variante ist es natürlich Wasser und er sagt dazu, man muss sich seine kostbarsten Steine als erstes ins Glas legen, denn sonst passen sie nicht mehr hinein. 

Immer steht das Glas für den Tag und ich habe es gerade nicht ordentlich erzählt, denn das haben wirklich so tausende Menschen vor mir getan! Mit Worten und Videos, gebt einfach irgendwo Glas, Steine, Professor ein, das müsste schon reichen. Es gibt unterschiedliche Details, die Aussage ist immer gleich. Du kannst noch was in den Tag quetschen, aber die, für dich, wichtigen Dinge, solltest du direkt rein stecken, sonst findest du keinen Platz dafür. 

Sklavinnen neigen dazu die Verantwortung ihrem Herrn zu geben. Ist das richtig? Keine Ahnung. Ich mag nicht urteilen, ich würde sagen es ist individuell. Er bestimmt, also hat er ja automatisch die Verantwortung. 

In meinem Fall habe ich sie selber, denn es reguliert keiner. Zwar hat es dann gestern Abend selbst Monsieur mal gereicht, als es eigentlich schon viel zu spät war, jedoch sagte er dann: „Dann bist du halt morgen Mann für keinen zu erreichen.“ und das ist so ja auch nicht möglich, zumal das daher gesagt war und heute wieder kein Thema war, bzw. Es ist ja früh morgens, er ist los zur Arbeit, ich weiß nicht wie der Tag sich entwickelt, aber nun erst mal kein Thema war, in dem Zettel, den er mir schrieb. 

Wie auch immer, da er bisher nicht regulierend einwirkt, ist es meine eigene Verantwortung und ich bin da nicht gut drin. 

Eigentlich müsste ich Grenzen ziehen und mehr auf mich achten und auch mal nein sagen, leider bekomme ich das allerdings nicht und denke mir statt dessen: „Ach, reiß dich halt zusammen und mach das noch eben.“ und dann machte ich das gestern mehrfach und irgendwann war ich einfach nur noch sauer. Ich dachte mir davor, dass eine Mal noch und immer gab es dann noch das eine Mal und noch ein Mal und es nahm kein Ende. 

Aber dann Monsieur, wie ich früher einen Herrn benutzt hätte, zum Regulieren, mag ich auch nicht. Das ist zwar schön einfach und in gewisser Form würde ich  nach wie vor sagen, dass das zur Pflege einer Sklavin gehört, dass man auf sie achtet und sich um sie kümmert, Monsieur hingegen ist kein Pflichterfüller und ich stelle mich auf meine Beine und werde nun eben lernen mich um mich zu kümmern und die Aufgaben zu meistern, die mir das Leben stellt und sie auch als Aufgaben zu erkennen. 

Gestrige Aufgabe des Lebens also: lerne Grenzen zu setzen, damit es dir gut geht und Andere dich nicht zu sehr vereinnahmen und achte mehr auf dich, denn es achtet kein Anderer darauf

Lektion gelernt und nun heißt es üben…


Nachtrag:

Das liest sich falsch. Monsieur kümmert sich um andere Bedürfnisse in unserem Leben. Die zwischenmenschlichen hat er nicht im Fokus, wenn es um meine Bildung, um Dinge die mir Freude bereiten oder oder Ärger machen gehen, um anderes Wohlbefinden, darum kümmert er sich rührend und ausdauernd.

Keiner kann seinen Fokus auf allem haben, immer fällt irgendwo etwas herunter, natürlich muss ich dann lernen mich um diese Dinge selber zu kümmern.


Sonntag, 7. August 2022

Schmetterling

 Dir einen fahren in den Ferien in den Urlaub, wir zu Ikea 😂

So könnte man das kurz beschreiben und finanziell war unser Ferienprojekt auch gar nicht so viel kleiner!

Vorab, danke für die lieben Nachrichten und tut mir, dass ich nicht zum Beantworten kam, nun erkläre ich auch gleich warum das so ist.

Mein Anstoß löste einen Tsunami aus und irgendwie fühle ich mich ja schon irgendwie, nach wie vor, wie so ein kleiner Schmetterling. 

Zwar weiß ich noch nicht genau wo meine Reise hin geht, aber ich gehe Schritt für Schritt und schaue was das Leben für mich bereit hält, denn es kann nur besser werden.

Wir haben möbeltechnisch in der Wohnung nicht viel verändert, eigentlich nur ein neues Sofa gekauft (meine Güte sind bequeme und zugleich schöne Sofas teuer!) und dann passten die Vorhänge nicht mehr und und und, man kennt das vermutlich und das Sofa ist größer, als das alte, also müssen neue Beistelltische her usw.

Jedoch waren auch das nur kleinere Veränderungen. Wir haben viele Dinge aussortiert und umsortiert, vor allem umstrukturiert. Monsieur ist sehr gut darin. Weit waren recht häufig bei Obi und haben stapelbare, durchsichtige Kisten gekauft, die aus einem System stammen, dass dadurch besticht, dass alles zusammen  kleinere Kisten für rein, abteiler, Schalen usw., alles sehr praktisch und eben, dass sie durchsichtig sind, so dass  man reinsehen kann ich man nicht, wie bei Ben stylischen und schönen, die wir vorher in unserer Kammer hatten, immer erst nachsehen musst.

Aber das sind alles Puzzleteile.

Wir haben unser Leben entrümpelt, neu strukturiert und schöner gemacht, in jedem Raum und Bereich.

Im Alltag sammeln sich schlechte Angewohnheiten an, man merkt es nicht.

Kleines Beispiel: im Bad haben wir wir zwei Anlagen schön auf der Badewanne stehen gehabt, in die  man immer so sein Duschgel, Shampoo, Zeug reinstellt. Sie haben Löcher unten drin, damit das Wasser abfließen kann, aber darunter sammelt sich immer Schnodderrotze und man muss regelmäßig daran denken es sauber zu machen. Wenn man mal zu spät dran ist, stinkt es und ist ekelhaft und schwerer wegzubekommen und weil die Dinger drauf stehen, sieht  man es nicht *würg

Ich hätte viel früher mal daran denken sollen, einfach diese tollen Saugnapfablageeckschalendinger von Ikea zu kaufen. Das schwebt nun in der Ecke über der Wanne und man wischt einfach mal drüber und fertig!

Seelenhygiene.

Man muss auch immer schauen, was man in sich anlagert.

In meinem Fall, muss ich darauf achten, wie ich mit mir umgehen lasse.

Ich neige dazu, mir zu viel gefallen zu lassen.

Dann kommt von Monsieur, dass ich aber auch gemein zu ihm bin. Stimmt. Wenn er mich nicht gut behandelt, neige ich dazu, unzufrieden zu sein und das meinen Partner spüren zu lassen. Dann kann man sagen, es ist menschlich und verständlich, aber so möchte ich nicht sein. Nur weil ich schlecht behandelt werde, muss ich es nicht auch zurück geben. Ich muss dem Anderen meinen Honig uns Maul schmieren, jedoch kostet Freundlichkeit nichts, höchstens Mühe 😊

Jedenfalls habe ich alles mögliche umgeräumt und umstrukturiert und rausgeschmissen und dünn gemacht!

Leider blieb der Alltag ja noch ebenso anstrengend, also 3x am Tag mit dem Hund raus und weil gefühlt alle im Urlaub waren, habe ich noch eine Katze zeitaufwändig betreut und der Haushalt musste ja trotzdem gemacht werden, also Wäsche waschen, aufhängen usw., dann auch noch die Hitze und ich hatte kaum eine Pause oder ruhige Minute.

Morgens aufstehen, Morgentoilette, Hund, frühstücken, Wohnung, Haushalt, was auch immer, Hund, Essen Haushalt, Wohnung oder so, abends Hund, bettfein machen schlafen und von vorne. Dazwischen einkaufen bei Ikea, Katze versorgen und soziale Kontakte, was halt so ansteht. Da war keine Zeit für nichts und keine Zeit zum nachdenken.

Heute ist aber der große Tag!

Ein paar Sachen kommen ins Auto, die fahren wir morgen zum Oxfam Laden, dann Staub wische ich nochmal alles, sauge und wische den Boden, dann müsste ich fertig sein und dann kann mich nichts mehr von meinem Buch und einem Eistee fern halten!!!!


Und was  danach kommt?

Das zeigt mir das Leben und vielleicht Monsieur…



Samstag, 23. Juli 2022

Perpetuum mobile

 Es hat sich vieles in meinem Leben verändert.

Meine Schwester ist gestorben.

Ich habe ihren Hund geerbt.

Ich wollte keinen Hund.

Ein Hund passt nicht in mein Leben.

Nun habe ich einen Hund in meinem Leben.

Vieles mussten wir umgestalten.

Ein Stück Kindheit bricht weg, wenn die große Schwester stirbt.

Man wird ein Stück erwachsener.

Ein Stück Komfort kommt zurück, wenn ein Mensch stirbt, der einem das Leben schwer machte.

Es fühlt sich etwas an, wie eine Raupe, die nun als Schmetterling den Kokon verlässt. 


Eigentlich bin ich eine Tiefstaplerin. 

Ich mache nicht wenige Rechtschreibfehler.

Ich benutze Fremdwörter nicht immer richtig.

Sprache benutze ich allgemein sehr kreativ.

Für meine Kommabenutzung habe ich auch ganz eigene Regeln. 

Wenn jemand denkt, dass ich dumm bin, dann lasse ich ihn in dem Glauben, weil es mir vollkommen egal ist, denn Intelligenz ist eine Form von Eitelkeit und meine Vermutung ist ohnehin, dass Menschen die meinen für intelligent gehalten werden zu müssen, ihre ganz persönlichen Probleme haben.

Die Dinge, auf die ich Wert lege, haben mit Charakter zu tun, mit Loyalität, Ehrlichkeit und Stärke. Dafür braucht man weder Grammatik, noch einen hohen IQ. Herz und Verstand genügen mir vollkommen.

In den letzten Wochen bin ich weit von meinem Weg abgekommen.

Ich komme auch weiterhin immer weiter weg davon und dadurch zurück zu mir, zu meinem ursprünglichem Ich und meine innere Sklavin, das was ich dafür hielt, ist wie ein Scheinriese. 

Je weiter ich von ihr weg war, umso mehr sehnte ich mich nach mir, umso wichtiger kam sie mir vor und jetzt, wo ich sie theoretisch haben könnte (darauf gehe ich später mehr ein), merke ich, sie war nie meine innere Sklavin, sie war keine Sklavin, sie war etwas anderes.

Ich muss dafür aber weiter ausholen.

Ich bin eine Tiefstaplerin.

Gerne stelle ich, was ich tue und bin, als wesentlich kleiner dar, als ich bin. Dieses klein machen, ist so ein weibliches Ding, Erziehungssache, hat ganz verschiedene Hintergründe, ist ganz typisch für Frauen allgemein, für Sklavinnen im Besonderen. Warum eigentlich? Warum darf man eigentlich nicht stolz sein? Aber das geht nun weit vom Thema weg.

Ich wurde als drittes Kind geboren und meine große Schwester war 8 Jahre älter als ich. Sie hatte einen schweren Unfall, als ich noch ganz klein war und saß fortan im Rollstuhl. Das ist schlimm, keine Frage, aber ab dann hieß es, dass ich für sie da sein muss und ihre Füße ersetze. Wenn sie etwas brauchte, hatte ich es zu holen, denn immer in den Rollstuhl rein, um es sich selber zu holen, ist ja schon arg mühsam, also kann das ja die kleine Bianca machen.

Kein großes Ding... wenn man sich damit keinen Tyrannen heranziehen würde.

Meine Schwester nutzte es gnadenlos aus. Sie rief mich wegen jeder Kleinigkeit. "Bianca, komm mal!" und dann wollte sie mir was im Fernseher zeigen, oder ihr war langweilig, oder oder oder, jedenfalls war so gut wie nie etwas wirklich wichtiges. Wenn ich dann entnervt nicht sofort lief und sie immer lauter und hysterischer schrie und mein Vater schauen ging, versteckte sie z.B. ihre Wasserflasche und behauptete dreist, dass sie furchtbaren Durst hätte und ich ihr nichts zu Trinken bringen würde.

Küchenpsychologen würden an dieser Stelle nun lauthals los diagnostizieren, dass ich deshalb zu DS fand und Sklavin wurde. Nein, tut mir leid. So einfach ist es nicht :)

Ehrlich gesagt spielte ich auch schon in einem ähnlichem Alter, an Kindergeburtstagen oder zu anderen Gelegenheiten, am Liebsten "armer schwarzer Kater". Dabei geht es darum, dass Kinder einen Kreis bilden. Ein Kind ist der arme schwarze Kater und muss in der Mitter, auf allen Vieren miauend ein Kind aussuchen. Das Kind soll nun drei mal, ohne zu lachen!, "armer schwarzer Kater" sagen. Schafft es dass, versucht es der Kater beim nächsten Kind usw. 

Also meine Veranlagung allgemein war schon immer da, das wurde mir auch in meinen ersten Beziehungen sehr deutlich, in denen ich immer etwas vermisste und nicht wusste, was ich genau suchte und dann, in einer leider zu brutalen Form fand ich es und merkte langsam, wohin die Reise geht, ohne Worte dafür zu kennen.

Es ist schwer in Worte zu fassen, was in den letzten Wochen in mir passiert ist.

Ich wurde immer klein gehalten. Dieses "nicht gut genug" Gefühl.

Monsieur ist da anders. Er sagt immer "Gönn es Dir." oder "Warum nicht? Ja es kostet mehr, aber es ist ja auch besser."

Dadurch und durch viele andere kleine Dinge, entstand ein stetiges langsames Umdenken.

Meine Mutter starb früh, auch an Krebs, weil er bei uns vererbt wird. Eine Familie ohne Mutter ist keine Familie, so ist meine Erfahrung.

Man hat immer eine Wahl im Leben. Selbst wenn es schlimme Nachrichten gibt, hat man die Wahl, wie man damit umgehen kann. 

Meine Schwester ging nicht zur Vorsorge, das war ihre Wahl. Ich ging und gehe zur Vorsorge, das war meine Wahl. Zwar hatte ich einige OPs und bin körperlich nicht mehr so fit wie andere in meinem Alter, aber ich lebe, sie nicht. Ich bin älter als meine Mutter geworden und mit etwas Glück werde ich älter als sie.

Ich tue alles dafür

Ich habe immer versucht die richtigen Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie nicht leicht waren.

Sicher habe ich nicht immer das Richtige getan, aber ich habe immer mit dem Gedanken, das Richtige zu tun, entschieden.

Als ich zu Monsieur kam, sah ich mich als alleinerziehende Mutti, chronisch krank, aber so fit, dass ich 5x die Woche ins Fitnessstudio gehen kann, TPE Sklavin durch, wissbegierig und permanent untervögelt.

Und wenn mich jemand gefragt hatte, was ich im Leben geleistet habe, dann wäre mir nichts eingefallen. Einfach nichts.

Bei Gesprächen ließ er nebenbei einfließen, wie toll er es fand, dass ich trotz meines psychisch so kaputten Mannes, meine Kinder so gut erzogen habe und das, obwohl ich ständig im Krankenhaus war. Vorher sah ich das nicht so. Zwar hatte ich die zwingende Notwendigkeit erkannt, klar, aber die Leistung dahinter nicht, nur den Druck es zu schaffen.

Oder meine Krankheit. Mal sah ich sie als Fluch, mal als Horrortrip, immer recht negativ, aber er erkannte darin meine Stärke, die ich unter beweis stellen konnte und eine Chance. Nun bin ich stolz darauf, was ich trotz meiner Krankheit schaffe.

Er sagte nie etwas zu meinem Bildungsgrad, sondern betonte immer, wie toll er es findet, wie ich mich nebenher weiter gebildet habe, es noch tue und was ich alles geschafft habe, was ich alles weiß und dass ich nicht aufhöre.

Er hat immer wieder diese vielen Seiten an mir aufgezeigt, die vorher keinen interessiert haben.

Meine Partner, oder auch andere Männer die ich kennengelernt hatte, haben sich für mein Aussehen interessiert, für meine devote Seite, aber das wars.

Mein Wesen kaum.

Meine Krankheit wurde entweder ignoriert, oder schlimmer, mein Ex-Ehedom nutzte sie gerne, um sich als Opfer zu inszenieren, wie arm er dran ist, mit so einer kranken Frau...

Mich mal intellektuell fördern? Nein, das ist kein Thema gewesen.

Monsieur war da immer vollkommen anders.

Ich hatte irgendwann erwähnt, dass ich in jungen Jahren gerne gemalt und gezeichnet hatte, dann aber aufhörte und später meine Sachen meinem Kind geschenkt hatte. Er fragte, was ich dafür brauche. Mittlerweile habe ich eine gigantische Bibliothek und meine Kunstecke ist perfekt! Wirklich, mir fehlt es an nichts und das nur, weil ich mal sagte, wie gerne ich es früher machte und dachte, ich kann es eh nicht.

Aber er glaubt an mich und fördert mich.

Im Buchladen nehme ich mir ein paar Bücher, setze mich in eine Ecke, schaue sie mir genauer an, während er herumstöbert. Meistens vertiefe ich mich in eins und wenn er fertig ist, fragt er mich, welche ich möchte. Er schaut dann nicht, ob es zu teuer ist, sondern was für eins es ist. Er interessiert sich für das Thema und sagt etwas dazu, wobei ich besonders gerne höre, dass er es auch gerne lesen würde, weil das bedeutet, dass wir darüber reden werden :)

Damit meine ich nicht, dass ihm Geld egal ist, so ist es nicht. Wir sparen dafür an anderen Dingen. Jeder hat Zeug, wo er lieber spart und Zeug, was ihm wichtig ist und daher das Geld lockerer sitzt. Es geht darum, dass er weiß, ich würde ein teures Buch immer direkt zurücklegen und sagen, es ist mir zu teuer, ich nehme das, was weniger kostet, auch wenn ich das Andere lieber haben würde, aber er ist die Stimme die dann sagt: "Nein, gönn es Dir, Du bist es wert!"

Ich wuchs mit Stimmen auf, die mir sagten, dass ich es nicht wert bin.

Ich hatte kein eigenes Zimmer.

Ich sollte für meine Schwester da sein. Ich durfte keine eigene Zeit haben, sondern sollte für sie verfügbar sein. Sie hatte kaum eigene Freunde und wenn ich zu meinen gehen wollte, bekamen wir Streit. Immer wieder Streit. Ich wuchs mit dem Gedanken auf, ich bin es nicht wert. Egal was.

Als ich also den Anruf bekam, dass sie Krebs hat, war es keine so große Überraschung, weil sie nicht zur Vorsorge ging, aber es stellte einiges um, denn nun hatte ihr Leben ein Verfallsdatum. Kein genaues, aber eins, was bedeutete, dass wir ihren Hund aufnehmen würden.

Das war ein sehr blöder Zeitpunkt dafür.

Monsieur und ich hatten eine Dauerkrise. Im Prinzip seit wir zusammengezogen sind.

Monsieur ist ein super Monk, der alles umstellen musste und nicht wollte und ich, die Hippie Queen, die das bunte Chaos mag, sich schon zusammen gerissen hat, es ihm recht machen wollte, aber nicht wusste wie.

Wir saßen nur noch in unseren Ecken und waren seelisch komplett auseinander.

In Krisen halten wir zusammen und funktionieren. Das klappt gut, aber mehr auch nicht. Wir funktionieren.

Meine Schwester stirbt, ich habe ihren Hund, der nicht in mein Leben passt, ich mag die Verantwortung nicht, der Hund macht meine Position streitig, Monsieur ist noch unzufriedener, dadurch bin ich noch unzufriedener, außerdem stirbt meine Schwester, meine Migräne wird immer häufiger und schlimmer, ich komme einfach überhaupt nicht mehr klar! 

So sah es in etwa aus, als der Anruf kam, dass sie plötzlich und viel zu früh gestorben ist.

Nicht mal am Krebs im eigentlichen Sinne. Sie ist erstickt. Nur indirekt am Krebs so gesehen.

Und das war wirklich plötzlich, denn eigentlich hätte sie noch ein paar Wochen oder Monate gehabt und das hat mich dann umgehauen.

Aber manchmal braucht man genau das.

So einen Baseballschlägerschlag voll in die Fresse!

Dann liegst du auf dem Boden, blutend, leidend, alles tut weh, voller Hass und Wut!

Aber das Leben interessiert es nicht.

An dem Punkt war ich schon einige Male.

Du denkst echt, du kannst einfach nicht mehr, du bekommst keine Luft, du hältst das jetzt einfach nicht mehr aus, aber das Leben interessiert es nicht und es geht einfach weiter. 

Was hast du denn dann für eine Wahl?

Keine!

Du machst weiter...

Aber das Wie! ist entscheidend. 

Wie machst du weiter?!?

Das hat sich geändert.

Warum denke ich so klein von mir?

Warum staple ich mich immer so tief?

Ich bin ein toller Mensch.

Ich helfe nahezu jeden Tag Menschen.

Ich bin immer für Andere da.

Ich habe anderen Leuten durch ihre schlimmsten Tage geholfen.

Ich habe Andere aufgebaut, als sie nicht weiter wussten.

Es gibt gerade jetzt einen Menschen in meinem Leben der sagt: "Ich muss nur Deine Stimme hören, und es geht mir schon besser!"

Ich habe an Menschen geglaubt, als sie es selber nicht konnten.

Ich habe an mich geglaubt, als es kein Anderer tat.

Ich bin nicht gestorben, als es mehrmals knapp war.

Ich war für meine Kinder da, ich selbst für mich alleine zu schwach war.

Ich gehe jedes Jahr zu Vorsorge, obwohl ich so furchtbar Angst habe.

Ich stehe jeden Morgen auf, egal wie es mir geht und was ich zu erwarten habe.

Ich habe die Hölle erlebt und lebe noch und kann positiv in die Welt schauen.

Ich hatte ein furchtbares Leben und bin mit einer der positivsten Menschen, die ich kenne!

Ich kann lieben, lieben, lieben, egal wie oft ich verletzt wurde und werde.

Ich habe den Hund meiner Schwester aufgenommen, der krank ist und mir das Herz brechen wird, der meinem verstorbenem Hund so ähnlich sieht und mich täglich an sie erinnert und mir dadurch weh tut, weh tut, weh tut.

Ich bin einer der stärksten Menschen die ich kenne und ich kann so verdammt stolz auf mich sein, dass eine Verdienstmedaille erst noch erfunden werden müsste!

Und durch diese neue Einstellung, die unter anderem von Monsieur erschaffen wurde, habe ich mit ihm ein Gespräch geführt, was vielleicht längst fällig war, aber sicher noch nicht früher reif gewesene wäre.

Im Prinzip lebten wir nur noch wie in einer WG.

Wir aßen zusammen und schauten mal eine Serie, oder einen Film. Wir führten nette Gespräche und gingen uns viel aus dem Weg, ansonsten stritten wir viel. Mehr war nicht übrig geblieben.

Meine innere Sklavin war eingeschrumpelt und nicht mehr vorhanden.

Ich setzte mich mit ihm hin und erklärte meine Sicht, unter anderem das Gefühl, dass ich aufgegeben wurde, bereits vor langer Zeit. Dass man sich keine Mühe mehr mit mir als Mensch gibt. Details sind hier unwichtig, er bekam sie zu hören.

Auch erklärte ich, worin aus meiner Sicht unsere Probleme entstanden sind, eben das Thema Monk&Hippieseele und wie man das miteinander leben kann. Er sagte, dass das gar nicht geht und an dem Punkt kann man nur antworten, dass man dann keine Beziehung führen kann. Wenn das Gegenüber meint, etwas geht gar nicht, ist es nicht das Thema, dass man diskutiert, sondern die innere Einstellung. Geht gar nicht ist eine Blockade.

Gut, wenn es gar nicht geht, braucht man nicht weiter reden, dann trennt man sich eben.

Vielleicht war das ein Weckruf?

Danach verlief unser Gespräch anders und seit dem krempeln wir unser Leben um und ändern viele Dinge. Innerlich, äußerlich, allgemein, im Detail.

Monsieur mag es nicht, wenn wir persönliche Details preisgeben, daher lasse ich es an der Stelle offen.

Das ist auch der Grund, warum ich erst einmal alle Blogeinträge offline  nahm und sie nach und nach, oder auch nicht, wieder online stelle, je nach Beurteilung.

Vieles aus unserem Leben fliegt raus, manches wird ersetzt, anderes hinterlässt eine Lücke, aber keine als Platzhalter, sondern eine schöne freie Fläche, damit das Auge darüber schweifen und entspannen kann.

Meine Scheinriesensklavin ist noch so ein Ding.

Meine innere Sklavin ist ein Teil von mir, aber ein anderer, als den den ich bisher sah. Meine innere Sklavin ist ein verspieltes Wesen, eher ein kleiner Kobolt und kein Paragraphenreiter, der darauf achtet, ob auch alles genau eingehalten wird. Das entstand eher, als mein Ex-Ehedom mich zunehmend verletzte durch Missachtung und man lediglich daran messen konnte, ob man noch Aufmerksamkeit bekommen würde.

Meine innere Sklavin, auch das hat mir Monsieur nach und nach gezeigt, braucht Liebe und Wärme, Zuneigung und Nähe. Nicht durch Regeln und Gehorsam, sondern als Grundvoraussetzung und darauf baut man dann auf! Als Grundgerüst und erst dann kann man doch, durch das dadurch gewonnene Vertrauen, Regeln und Gehorsam einsetzen. Soweit sind wir im Moment nicht, weil wir beide noch keine Wohlfühlphase haben, sondern noch im Aufbau sind und zueinander finden müssen. Uns selber finden müssen und zueinander finden müssen.

Ich muss vor allem auch zu meiner Stärke finden und sie nicht verleugnen. Wenn ich stark bin, kann ich meinen Herrn auch besser unterstützen. Wie kann eine starke Sklavin, ihrem Herrn, unterstützen und helfen? Das ist grenzenlos, wenn er sie ebenso fordert und stützt. Ein Perpetuum mobile.



Montag, 30. Mai 2022

Keine gute Sklavin, aber ein Mensch



 Ich bin Monsieur, im Moment, sicher keine gute Sklavin. 

Seinem xten Neustart, stehe ich nach wie vor, eher kritisch gegenüber. 
Vertrauen baut sich nicht schnell auf, denn höchstens Routine und Zeit können das bewerkstelligen und selbst dann kann ein Zweifel übrig bleiben, der stetig an einem nagt. 

Das Wochenende war eigentlich schön. Keinen Streit, nur ein paar Diskussionen und er versucht Konstanz zu etablieren, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. 

Er hatte es auch nicht einfach. Als ich zu ihm kam, war ich zwar eine gut ausgebildete Sklavin, aber voller Trigger und einer schlechten Vergangenheit. Er hatte nicht sehr viel Erfahrung mit TPE und war mit unserem Einzug überfordert. 

Jetzt, langsam, kehrt Ruhe ein und Monsieur kann etwas Atem schöpfen und sieht Hoffnung, wozu ich derzeit nicht in der Lage bin. 
Umso länger es etwas besser läuft, umso misstrauischer werde ich  und meine Ängste wachsen dadurch weiter an, nach dem Motto: „Nun hält es schon so und so lange an, also ist es jeden Moment wieder vorbei!“

Dabei sollte ich mich eigentlich freuen, denn z.B. gestern Nacht befahl er mir, dass ich endlich das Handy weglegen soll. Sonst sagt er es freundlich, mit einem Bitte garniert, oder auch bekräftigend, in einem etwas genervten Ton. Gestern hingegen gab es ein zackiges: „Handy aus jetzt!“
Dann zögere ich keine Sekunde, reflexartig lege ich es brav eilig weg und dann kommt die Freude. Freude über seinen Tonfall und Wortwahl, Freude über meine prompte Reaktion, meine innere Sklavin jubelte. 

Dann kommen aber so Momente, wie beim Spaziergang am Rhein. 
Wir hatten irre viel Spaß mit einem schwimmenden Hund, der den gesamten Weg lang schwebte vor Glück!
Ich war dann etwas frech zu Monsieur, meistens passiert das aus meiner Langeweile heraus. Der Hund war da schon müde, von den vielen Glückshormonen und wir waren bereits fast am Auto, da brach es heraus und ich versuchte ich ihn in den Nippel zu zwicken und rannte anschließend weg. Ich hörte nicht auf sein „bei Fuß“, sondern kicherte eher zusätzlich herum und blieb einige Meter weiter weg stehen.
Er holte mich ein und ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr, jedoch war es etwas wie: „Eigentlich hättest du eine Strafe verdient, aber das war  gerade noch in Ordnung, du kleiner Kobold!“

Und dann brach ein riesiger Lachanfall aus mir heraus, weil ich mir vorstellte und dann auch laut aussprach, so dass er teilhaben konnte, was für Ausdrucksweisen Monsieur noch finden würde, um mich nicht zu bestrafen: 

Fast böse, aber doch noch gut. 
Beinahe böse. 
Haarscharf noch gut.
Etwas böse, aber noch gut genug.
Tendenziell böse, dennoch gut.

Und natürlich der allseits beliebte Evergreen-Satz: beim nächsten Mal!!!

Aber an der Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. 

Ist das schon topping from the bottom?
Schwierig!

Bevor ich weiter giggeln und mich lustig machen konnte, hatte ich die Leine vom Hund am Halsband und wurde hinter Monsieur hergezogen, der sich ursprünglich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, dann aber zu Ernst rüberschaltete.

Im ersten Moment war es mir unangenehm, waren wir doch nicht alleine auf der Wiese, aber dann traten langsam alte und zu gleich schöne Gefühle hervor. 
Ich liebe Leinen und Halsbänder. 
Ich liebe den Status, den sie verleihen. 
Ich liebe den Zug, der den Zwang symbolisiert, wenn man daran zieht.




Dienstag, 5. April 2022

Stoßgebet

 

Heute in guter Begleitung


Gestern erledigte ich noch zeitlich korrekt meine Aufgaben und begrüßte Monsieur kniend an der Türe, wie es auf meinem Plan stand, aber nicht nötig gewesen wäre, weil ich es ebenso von mir aus getan hätte. Aber ich bin ehrlich, wenn er es fordert/wünscht, fühlt es sich natürlich ungemein viel besser an, aber ganz ehrlich, es fühlte sich seit langer Zeit, endlich, mal wieder wirklich wie mein Platz an und als würde ich genau an der richtigen Stelle, zum richtigen Zeitpunkt sein.

Die Verbalisierung, also dass es im Plan vorgesehen war, ist trotzdem ungemein wichtig für mich, weil es mir die Sicherheit schenkt, dass Monsieur ebenso Interesse daran hat und ich es nicht für mich tue.

Wir frühstückten dann gemeinsam, ich natürlich auf dem Boden, Monsieur am Tisch und mir wurde danach erlaubt ein gemütliches Bad zu nehmen und mich frisch zu machen.

Im Moment liegt das Kniekissen mitten im Wohnzimmer und so nutzte ich die Gelegenheit, kniete mich darauf, Arsch in Richtung von Monsieur, der auf dem Sofa saß, Rücken durchgedrückt, Kopf nach unten, so dass er gemütlich meine Rasur kontrollieren konnte. 

"Bleib!" und schon huschte er weg und im nächsten Augenblick hatte ich auch schon einen Vibrator zwischen den Beinen, wobei es im übernächsten Moment an der Türe klingelte! Verflucht!

Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben, auch wenn Monsieur fürchterlich grummelte und frustriert war, denn damit hatte uns der Alltag wieder. Dinge mussten erledigt werden und ein kleiner Ausflug in die Stadt stand an.

Ehrlich gesagt, obwohl wir in meinen Lieblingsgeschäften waren, hatte ich wenig Freude, was Monsieur nicht verborgen blieb, also ab ins Auto und statt heimzufahren, bog er Richtung Burgerladen ab und fütterte mich, ganz darauf bedacht, dass ich nicht auch noch für uns kochen muss.

Ursprünglich war mir seine rücksichtsvolle Art zu viel und ich konnte nichts damit anfangen, jedoch hat er sie mir nun angepasst und ich fühle mich wirklich wohl!

Eigentlich geht es mir nicht gut, dennoch fühle ich mich sehr wohl, gut aufgehoben und beschützt.

Das ist unbezahlbar!

Abends hatten wir sturmfreie Bude und Monsieur spielte ein wenig und ich war eigentlich auch beschäftigt, bis mir da was einfiel.

Schnell schlüpfte ich aus meinen Klamotten und kniete mich, wie vormittags, wieder auf das Kissen und schon war die PlayStation aus und Monsieur verschwunden, um ein paar Dinge zu holen.

Also hätte man mir vorher gesagt, wie mir hinterher alles weh tun würde, weiß ich nicht, ob ich es wieder getan hätte.

Monsieur war sehr gut drauf, für seine Verhältnisse, oder ich war einfach zu empfindlich, oder beides?

Nach meinem gemütlichen ersten Orgasmus bekam ich einige Hiebe mit der Gerte, glaube ich, und Monsieur sagte mir so nette Dinge wie, dass ich eine läufige Hündin sei und anderes, was mich dahinschmelzen lässt. 

Nach wie vor in der Position auf dem Kniekissen hatte Monsieur alle wichtigen Bereiche verfügbar und somit kam nicht nur mein Hintern dran, sondern auch meine Innenschenkel und hmm meine intimste Stelle.

Wir streiten heute noch darüber, ob das in seinem Profil stand. Ich denke nicht, weil ich dann sehr abgeschreckt gewesen wäre. Ich mag das einfach nicht. Es tut furchtbar weh und ich achte darauf, dass ich meine Aufgaben gut erfüllen kann und daran hätte ich beim Lesen des Profils, doch sehr gezweifelt. Andererseits lese ich Profile ja nur selten und hmm vielleicht habe ich es wirklich nicht bemerkt? Ich denke doch, er denkt nein, ist sich jedoch auch nicht zu sicher. Aber egal, nun hat er mich an der Backe...

Mein zweiter Orgasmus war eher erzwungen, denn der erste hatte mich bereits mehr als befriedigt und ich war danach so k.o., dass ich einfach vom Kissen rollte und mich wirklich nicht mehr auf den Knien halten konnte. Monsieur legte eine Decke über mich, fand einen Platz neben mir für angebracht und kuschelte mich etwas, mir Zeit schenkend und eine Verschnaufpause für nötig haltend. 

Meiner Pflicht bewusst, riss ich mich zusammen, kraxelte zitternd zurück auf meine Position, wo Monsieur es für angebracht hielt mich mehrfach zwischen die Beine zu schlagen, mit der Hand, treffsicher und nicht sehr vorsichtig, immer wieder und wieder und noch einmal. 

Normalerweise ist es ja eher rhythmische und in dreier, oder fünfer Schlägen unterwegs, aber diesmal, im Takt zur Musik, ohne Pause und ohne, dass es sanfter wurde. 

Eigentlich weine ich nicht, wenn ich gespankt werde. Wenn es wirklich ganz schlimm wird, läuft mir vielleicht mal ein stilles Tränchen runter, was ich schnell wegwische und kaschiere, aber es hätte nur noch eine Sekunde gebraucht und ich wäre wirklich in Tränen ausgebrochen, weil es so weh tat und ich keine Mauern habe und einfach nicht mehr konnte.

Zufall, oder gewollte, egal, Monsieur schickte mich dann ins Schlafzimmer, weil er es gemütlicher haben wollte und dort angekommen, hatte ich ja einen Moment Zeit gehabt und es ging mir wieder etwas besser, so dass ich nur leise wimmerte, als er mich nahm und es höllisch brannte, einfach nur weh tat und er mir dennoch ein paar Hiebe dazu setzte, bis er endlich in mir kam. So bekommt der Ausdruck "Stoßgebet" eine neue Perspektive, aber ich war sehr erleichtert, auch wenn ich kein Stoßgebet gen Himmel schickte, sondern Monsieur dankte, dass er nicht länger durchgehalten hat.

Heute fühle ich mich, als hätte ich gestern bei einem Umzug geholfen, plus dass meine Mumu brennt und weh tut. Mein Hintern hat nur ein paar schmerzhafte Stellen, der geht schon irgendwie, aber beim Pinkeln fluche ich leise vor mich hin.

Der Morgen war entspannt und gab mir somit wieder etwas Zeit zu denken, was im Moment nicht wirklich gut ist, weil ich dann trübe Gedanken habe, also bekommt Monsieur Nachrichten mit der Frage, ob er mich liebt, weil ich mich selber gerade nicht so fühlen kann und ich bekomme dann zuckersüße Antworten, die ich genieße und mich aufbauen.

Das Leben ist nicht einfach. Einerseits diese Trauer und Wut in mir, wegen dem Bombeneinschlag in unserem Leben, auf der anderen Seite läuft es zwischen uns wirklich fantastisch und das macht mich glücklich und entspannt mich.

Achterbahn...


Aber ich komme langsam an... sehr langsam...





Montag, 4. April 2022

Tage-Bücher

Ich musste gerade, auf dem Weg zum Laptop, innerlich lachen. Wenn ich einen Blogeintrag schreibe, der nicht einfach nur langweiliges Alltagsgeplänkel ist, habe ich keinen Text im Kopf, sondern ein Gefühl was heraus möchte und beim Schreiben, fließt es und ist ein Stück weit selbstständig. Was ich dann tatsächlich schreibe, ist regelmäßig nicht mehr das, was ich im Kopf hatte, sondern viel mehr und auch für mich innerlich ein Erlebnis.

Gelacht habe ich, weil ich mir gerade vorstellte, wie es hier frustrierte Leser gibt, die sich auf einen Eintrag über DS, vielleicht Sex, vielleicht Praktiken freuen und dann einen Text wie gestern vorfinden, oder einen, wie der gleich folgende.

Ich bin eben nicht nur eine Sklavin, sondern auch ein Mensch und eine Sklavin besteht, wie jeder Mensch, aus vielen Facetten.

Das hier war noch nie eine hmm Porno-Seite. Manchmal gibt es ein sexy Bild (schon sehr lange her!) und manchmal auch typische BDSM Sexpraktiken, jedoch ist das mein Tagebuch (seit 2004!) und deshalb findet man hier alles mögliche und nicht nur Hochglanz SM.

Bei BDSMlr gibt es genug Bilder, die alles zeigen, genug Berichte über Sex mit sonst wem, sonst wie, genug Darstellungen, wie BDSM theoretisch sein sollte mit "Ja, mein Herr, bitte, mein Herr, ich bin ein Nichts, mein Herr.", die die Realität ausblenden und nur eine Friede, Freude, Eierkuchenwelt beschreiben, aber das wäre mir nicht genug. 

Ich finde immer das Dahinter viel spannender. Nicht etwa, dass eine  Sklavin perfekt gehorcht und alles tut, was ihr Herr verlangt, sondern wie es dazu kam, wie man Widrigkeiten umschiffen, oder ertragen konnte, wie man es schafft, eine Beziehung am Laufen zu halten und sie, für beide, glücklich zu gestalten. Wie man reagiert, wenn es unschön ist und wieder wundervoll hinbekommt. Das reale Leben, in all seiner Pracht, auch und gerade mit den unschönen Seiten, die eine Beziehung, ein Leben, ausmachen und viel interessanter sind, als ein Bild, von einem gestriemten Hintern und einem öden Text dazu, wie toll man doch gedient hat. Das ist einfach, das ist langweilig, das ist leichte Kost.

Als ich die Domain von meinem damaligen Ehe-Dom geschenkt bekam und ich stolz sagte: "Da mache ich ein Tagebuch drauf!", war mir nicht bewusst, was das wirklich bedeutet hatte. 

Er gestaltete mir die Webseite, nach meinen Wünschen und richtete alles so ein, dass ich einfach, mit den wenigen Kenntnissen über HTML, die ich habe, alles selber eintragen konnte und das tat ich.

Ich schrieb oft, mehrfach die Woche, wie sich alles so entwickelt, worin (im DS Bereich) meine Probleme liegen, was passiert ist, womit ich nicht umgehen konnte, womit ich umgehen konnte, was schön war, was weniger schön war, einfach alles, wie in einem Tagebuch.

Was mir nicht bewusst war, damals gab es nicht viele solcher privaten Seiten. Allgemein war BDSM kein großes Thema im Web, weil alles noch so jung und frisch und klein war, sich entwickeln musste.

Eines Tages sprach er mich also an, dass was mit dem Server nicht so gut läuft, irgendwie langsamer und dadurch kam er drauf, dass mein kleines Tagebuch sehr viele Zugriffe hatte.

Bei den Suchmaschinen, suchte man Sklavin, war meine Seite der erste Treffer usw. Das interessierte mich nicht, interessiert mich bis heute nicht, aber was spannend war, war der Nebeneffekt, dass mich Leute anschrieben.

Viele Leute! 

Erst der Fall Kampusch stieß mich von meinem Thron :)

Aber worauf ich hinaus wollte, mich schrieben viele Leute an, die ähnliche Gefühle hatten, ähnliche Probleme, die sich dann selber in meinen Texten erkannten und eine Verbundenheit spürten, mit denen ich tolle Gespräche führte und die profitierten, von dem was ich mir von der Seele schrieb.

Das ist mein Tagebuch hier und ich möchte meine intimsten Stellen nicht jedem präsentieren und damit Klicks bekommen. Ich muss meine Bilder nicht aufhübschen und etwas besseres vorgaukeln, als was ich real darstelle.

Das ist mein Leben, ehrlich und schonungslos, wie es eben manchmal ist.

Keine Wichsseite :)


So, aber warum ich eigentlich einen Blogeintrag schreiben wollte, ist etwas vollkommen anderes. 

Mir ging es die letzten Tage nicht wirklich gut, seelisch und ich bin es gewohnt, schwierige Zeiten alleine aushalten zu müssen, so fand ich vor über 10 Jahren zum Buddhismus. 

Ich hatte die Diagnose meiner Krankheit bekommen, eine Welt brach für mich zusammen, an meiner Seite ein Mann, der sich im Mittelpunkt hatte und verlangte, dass alles sich um ihn dreht, der keinerlei Hilfe bot, weder im Alltag, noch wenn es Schwierigkeiten gab, sondern weg war.

Es war wirklich hart. Ich war damals ja nicht weniger Sklavin als heute, nur konnte ich es mir nicht leisten, wie eine Sklavin zu denken oder zu fühlen, weil ich keinen Herrn hatte. Zwar hatte mich mein erster Dom geheiratet und wir wollten 24/7 leben, aber leider war er dazu nicht in der Lage und DS, 24/7 usw., waren für ihn rein theoretische Dinge, in seinem Kopf, in dem alles möglich war und es keine Verpflichtungen gab und so lebte er auch, eine Scheinwelt in seinem Kopf, die dann mit der Realität kollidierte. 

Und zu einem Zeitpunkt, wo ich mehr denn je auf mich alleine gestellt war und stark sein musste und mein Leben auf dem Spiel stand, suchte ich eine Perspektive, irgendwie da durch zu kommen und fand den Buddhismus, so wie er gedacht ist, nicht unbedingt, wie er in der westlichen Welt oberflächlich betrachtet wird.

Ich habe viel darüber gelesen, mich informiert und wurde entspannter, konnte gut mit meiner Situation umgehen, rückte meine Welt wieder gerade und kam durch die schlimmste Zeit, nicht immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, doch aber ohne verrückt zu werden :)

Die dadurch gefundene innerliche Einstellung habe ich mir bewahrt, integriert in meinen Charakter und sie beeinflusst mein tägliches Leben sehr positiv. Leider verlor ich gewisse Details aus den Augen, weil ich in den letzten Jahren so konzentriert darauf war, dass ich Monsieur alles recht machen möchte und so haben sich bei mir auch ungesunde Angewohnheiten eingesiedelt, denen ich am Wochenende auf die Schliche kam!

Zwar hatte ich schon gemerkt, dass ich kaum noch entspannen kann, meine ruhige Art verschwunden ist, ich nur noch herum hetze und schaue, was ich noch erledigen muss, selbst wenn ich auf dem Sofa saß und eigentlich in Ruhe einen Film schauen konnte und klar, das hat mich wirklich belastet, Energie gekostet und nichts gebracht, weil Monsieur in seinen eigenen negativen Mustern gefangen war und das ergab ein sehr schadhaftes Miteinander.

Wir stritten uns vor ein paar Wochen so fürchterlich, weil ich nicht mehr mit der Art umgehen konnte, wie er mich behandelt hat, also wie er mit mir sprach und das ein gemeinsames Gespräch überhaupt nicht mehr möglich war, so dass ich das Halsband ablegte und sagte, das geht nicht mehr. Ich mache das nicht mehr mit. Es ist für uns beide ungesund und auf der Ebene ist überhaupt keine Beziehung mehr möglich.

Ich ging innerlich hart auf Abstand und schottete mich ab. Das kann Monsieur nicht gut vertragen. Zu dem Zeitpunkt hatte er mich als Blitzableiter für jeglichen Frust gebraucht und mich dabei sehr verletzt und positive Erlebnisse hatten wir kaum noch, weil alles überschattet wurde, von seiner Wut, seiner innerlichen Zerissenheit und daran ließ er mich teilhaben. Das ist, finde ich, vollkommen verständlich. Wenn man jemanden liebt, teilt man alles mit ihm, leider auch die negativen Gefühle und den Schmerz.

Indem ich mich da raus nahm, distanzierte und sagte: "Ich mache da nicht mehr mit, das kannst Du mal schön alleine mit Dir ausmachen!", nahm ich ihm eine wichtige Möglichkeit und bei seinen Versuchen, seinen Frust mit mir zu teilen, blieb ich anteilnahmslos, was für ihn den gewünschten Effekt ruinierte. 

Positiv war, er musste sich endlich andere Strategien suchen.

Positiv ist, die behält er bei und ermöglichte uns somit, ein gesünderes Miteinander und damit, auch wieder DS.

Wir haben ausgemistet, sowohl mental, als auch in der Wohnung. Wieder einige Dinge umgestellt, manches flog raus, anderes wurde umsortiert, so dass mehr Struktur und Ordnung herrscht, ohne, dass man sich so darum bemühen muss. Das beziehe ich komplett auf mental, sowie die Wohnung.

Monsieur mag es nämlich extrem ordentlich und wenn ich ein paar Dinge auf dem Nachttisch habe (z.B. einen Bücherstapel, ein paar Stifte, vielleicht noch einen Kopfhörer), dann nennt er es schon meine Messi-Ecke. Wir sind da anfangs immer wieder kollidiert. Ich bin ein kreativer Typ, mache viele Dinge, die dann "Raum" fordern. Beispiel: Wenn ich male, dann habe ich meine Utensilien um mich herum verteilt, ich brauche den Platz und lasse es dann auch mal bis zum nächsten Tag liegen, um weiter zu machen. Damit kommt Monsieur nicht klar, also habe ich meine kleine kreative Ecke, mit Tisch, Ordnungssystem und in dem Bereich darf es dann zeitweise unordentlich sein.

Lustig ist, ich mag es auch sehr gerne ordentlich, aber an anderen Stellen. Monsieur lässt gerne seine Kaffeetasse stehen, mal sein Handtuch in der Eile liegen, stellt nicht jedes Glas direkt in den Geschirrspüler, sondern auch mal nur auf die Anrichte, bis er es später machen möchte und dann wusle ich schon los und beseitige das alles, weil es mich total nervt. Wir sind also schon beide gerne ordentlich, nur jeder auf seine Art und die des anderen, stört dann etwas. Aber damit haben wir uns auch arrangiert. Grummelnd, aber ich habe nun meine kleine Ecke und lasse von ihm schon mal was liegen, weil er sonst ein schlechtes Gewissen hat, wenn ich alles von ihm wegsortiere.

Jedenfalls trat nach und nach wieder mehr DS in unser Leben, für ein paar Tage, dann traf uns die Hiobsbotschaft am Freitag, was wieder alles umsortiert und umstellt.

Meine alten Mechanismen wurden aktiv, also alles Störende und Belastende beseitigen, damit man den Fokus auf die neuen Lebensumstände haben kann, aber Monsieur hatte auch dazugelernt und ging mit mir anders um. 

Er wütete nicht, er ließ seinen Frust nicht an mir aus, sondern war für mich da.

Er ließ sich nicht wegstoßen, engte mich allerdings auch nicht ein. 

Er gab mir (was bin ich froh!), keine gut gemeinten Ratschläge, die mir überhaupt nichts bringen, weil wir so grundverschieden sind, sondern schaute, wie ich damit umgehe und wie ich dann wirklich Hilfe benutze und was diese Hilfe ist.

Was habe ich gemacht? Freitag verkrochen, weggestoßen, in mich zurück gezogen, viel geflucht, wenig geschafft, viel allein sein wollen, mir ein Buch bestellt, dass buddhistische Wege in der Not zeigt, weil die mir wirklich helfen.

Der Buddhismus ist ein sehr guter Lehrer, der einem beibringt mit Leid in jeglicher Form umzugehen, sich nicht nur damit zu arrangieren, sondern damit gut und glücklich leben zu können.

Samstag kam mein Buch an, Monsieur stellte hier und da eine Frage, ließ mich zwar alleine im Schlafzimmer, kam aber wirklich oft vorbei, erkundigte sich und war präsent. Ich kam ein wenig aus meinem Schneckenhaus raus, ließ ihn teilhaben an meinen Gefühlen, erklärte wie ich weiter machen möchte und zeigte ihm stolz mein Buch. Das ist ein wirklich gutes Buch! Schon auf den ersten Seiten wurde mir ein großer Denkfehler bewusst. Ich hatte mich immer wieder gefragt, wie ich das ertragen soll, wie ich damit umgehen soll, aber das ist die falsche Perspektive! Was habe ich schon alles ertragen und ich konnte sehr gut damit umgehen und ich hatte in den schwierigsten Phasen meines Lebens, trotzdem auch kleine, wirklich lustige und tolle Momente, an die ich mich bis heute, mit einem Lächeln im Gesicht, erinnere. Ich sollte mich nicht fragen, wie ich das schaffen kann, denn das passiert von alleine. Man geht jeden kleinen Schritt, kommt so voran und durchschreitet somit die schlimme Phase, auch  und gerade, wenn man sich nicht fragt, wie man den nächsten Schritt machen soll, sondern einfach abwartet was passiert und sich darauf einlässt.

Als es mal ganz schlimm war, ich lag im Krankenhaus, es ging mir unterirdisch, mein damals noch Mann kümmerte sich nicht gut um die Kinder, es war wirklich alles eine Katastrophe, da dachte ich mir: "Es geht weiter. Egal wie, es geht weiter. Ich liege hier, kann nichts machen (Randnotiz: ich durfte nich einmal das Bett verlassen), aber es geht weiter. Es ist vielleicht nicht schön wie es weiter geht, aber es geht weiter, immer weiter und wenn es mal nicht mehr weiter geht, dann werde ich tot sein und es wird mir egal sein können, aber solange ich lebe, geht es weiter, einfach weiter, egal was ich mache, was ich nicht mache, die Stunden vergehen und es gibt eine Entwicklung und die Entwicklung kann ich irgendwann wieder aktiv beeinflussen, aber bis dahin, geht es weiter, also lasse ich es geschehen und mache das Beste daraus."

Dieses Loslassen, dieses einfach tun was man machen kann und dann loslassen und geschehen lassen, ist wahrscheinlich die Lösung. Ich meine nicht, dass man aufgeben soll, oder dass man nichts machen soll, aber an dem Punkt, an dem man nichts mehr machen kann, abwarten muss, alles getan hat, den zu erkennen und dann sich zurück lehnen und geschehen lassen können, das ist der Schlüssel. Sich verrückt machen bringt keinem was.

Und ich hatte vergessen, dass ich das alles durchstanden habe und dass ich es gut überstanden habe und dass mir das Vertrauen in mich selber schenken sollte. Nicht den Fokus auf: "Wie soll ich das überstehen?" richten, sondern auf: "Ich habe solche Dinge schon überstanden und konnte hinterher gut leben, also schaffe ich es wieder!" Das ist es.

Oh und ich spielte viel. Ich habe meine Switch und Monsieur suchte mir ein paar Spiele raus, die ich mögen könnte und eines hatte ich noch offen. Ich hatte ursprünglich ja nichts für Videospiele übrig und dann gab es bei Playstation Plus mal Hollow Knight umsonst und ich direkt: "Bäh, ich mag sowas nicht!" und er: "Ach, schau mal kurz rein, ich habe immer so viel Spaß daran, wenn Du etwas Neues entdeckst!" und ich so nach einer Stunde: "Ich liebe das Spiel und WEHE DU NIMMST MEINEN SPIELSTAND!!!" und er so: "Das ist nicht meine Art von Spiel, die ich mag, das wußte ich schon vorher, aber ich ahnte, dass es was für Dich ist und ich mag wirklich, wenn ich Dir zusehen kann."

Naja und so kam die Switch in mein Leben und dann spielte ich da nochmal Hollow Knight durch und entdeckte andere Spiele und Ori 2 (schaut euch mal die wundervolle Grafik an!) war noch offen für schlechte Zeiten, also perfekt für das Wochenende und ich spielte viel, schob meine Probleme zur Seite und hatte nicht nur Spaß, sondern merkte, dass ich so viel besser geworden bin und das gibt einem auch in anderen Bereichen Selbstvertrauen.

Samstag las ich also in dem Buch und merkte, dass viel von meiner wichtigen, positiven und ruhigen Lebensart verschüttet war und ich begann zu graben.

Sonntag spielte ich auch viel, ich gebe es zu! Aber Monsieur war noch immer, wieder, nach wie vor, für mich da, schaute nach mir, schaute was ich brauche und was er für mich machen könnte und ließ mir Raum.

Er hatte mir am Samstag die Manschetten an die Arme und Beine gelegt, mit den dicken Schlössern und das Talena trage ich auch wieder. Davor war es unser schönes Hundehalsband. Als wir raus gingen, zog ich einfach die Socken über die Beinmanschetten, eine Leggins darüber, so dass man nur seltsame Beulen um meine Knöchel sah und die Manschetten und Schlösser an den Handgelenken, verschwanden im Ärmel meines Pullis. 

Man kann nicht nur spielen und die Probleme verdrängen, weil sie dadurch nicht kleiner werden.

Man verlässt das Spiel und alles ist noch da, unverändert.

Also las ich weiter :)

Es ist ähnlich wie ein Erinnerungsalbum. Ich lese, was ich früher schon an anderer Stelle, durch einen anderen Autor, bzw. mehrere Autoren, gelesen hatte und merke, was ich vernachlässigt und vergessen habe, hole es zurück und fühle mich wohler.

Mir geht es wesentlich besser.

Wirklich besser.

Auf vielerlei Ebene.

Ich hatte durch das Buch ein anderes entdeckt, was aus mehreren Kapiteln besteht, die es in ihren anderen Büchern gab, also wie eine Essenz ihrer Bücher, also bat ich Monsieur mir das bitte auch zu bestellen, was er sogleich auch tat. Darauf freue ich mich sehr und ich bin gespannt, was für Schätze ich darin noch finde.

Eine Freundin hat sich getrennt und ist gerade auf einem Selbstfindungstrip. Viele Bücher, die sie mit mir teilt, kenne ich schon, sie liest gerade irre viel, andere sind mir neu und so kam ich auf ein Buch, was mich sehr interessiert hat, leider aber 50 Euro kostet, was ich für ein dickes Buch trotzdem viel finde. Es ist via Selbstverlag herausgebracht worden, vielleicht erklärt das etwas den Preis. Es gab bis vor ein paar Tagen noch eine Kindle Version für 30 Euro, um die ich schon Wochen herum schleiche. Tolles Buch, wirklich guter Inhalt, aber 30 Euro?

Donnerstag dann der Schock!

Keine Kindle Version mehr.

50 Euro ist mir definitiv zu teuer und was macht Monsieur? Ich hatte öfter mit ihm über das Buch geredet, weil ich den Inhalt so toll finde, jedenfalls was man im Web so fand und was meine Freundin teilte, jedenfalls bestellte er es.

Ich bin sehr dankbar, auch etwas geschockt, aber vor allem denke ich, dass er mir einfach helfen will.

Helfen, mit der Situation klarzukommen und am Besten so, dass es mir gut geht, auch hinterher.

Ich muss mich nu sputen!

Monsieur schrieb mir einen Guten-Morgen-Brief mit Tagesplan, der beginnt um 9 Uhr und nun bin ich ein wenig spät dran, wegen dem Blogeintrag.

Eigentlich entstand das Problem, weil ich nicht um 9 Aufstand, sondern um hmm 6:40, oder so und dann las ich noch etwas und hatte wieder eine tolle Erkenntnis durch dieses wirklich gute Buch und Gedanken führen, sie führen einen ja immer weiter und und weiter, so dass ich unbedingt einen Blogeintrag schreiben wollte. Darüber, dass es mir besser geht, vor allem wegen Monsieur, weil er da ist, ohne mich zu bedrängen und mir hilft, auf meine Art und nicht seine, die nicht zu mir passen würde und dass im Buch steht, bezogen auf andere Dinge, dass man geschehen lassen muss. Dinge geschehen, man weiß nicht warum, aber es hat Gründe und meistens versteht man es hinterher und dass man durch Kontrolle, die man ausüben möchte, zu unflexibel für was Geschieht, was das Leben ist, wird. 

Und da man das immer auf alle Bereiche beziehen kann, fiel mir auf, dass mein Fehler unter anderem darin bestand, dass ich mich Monsieur nicht öffnen wollte.

Meine Angst verleitet mich zu Selbstschutz und das verhindert, dass ich bereit für ihn bin und dann agieren wir anders miteinander, als wenn ich ihm vertraue und verhindere dadurch eventuell, dass wir ein schönes Miteinander haben.

Wenn ich vertraue, ermögliche ich ihm vieles und wenn es wieder schief geht, dann tut es weh, aber damit kann ich umgehen. Was ich jedoch nicht erlebe, weil ich aus Selbstschutz verschlossen bin, weiß ich dann nicht und vielleicht wäre das die Lösung gewesen, also habe ich mir vorgenommen, wieder offener zu sein, wieder zu investieren und zu hoffen, dass es sich lohnt und alles gut wird.

Ich meine nicht einmal, offener, als bevor Monsieur viele Fehler in unserer DS Beziehung machte, sondern weiter zurück liegend!

Oh man, nun kommt noch ein ein Stück, was ich erklären muss und ich überziehe maßlos meine Zeit!

Aber Monsieur wird es hoffentlich freuen, wenn er es ließt und mich vielleicht milde bestrafen, wobei er ja irgendwie nie wirklich bestraft, egal, also:

Ich begann ja mit Ende 19 DS für mich zu entdecken. Mit 20 lernte ich meinen Ehe-Dom kennen und er heiratete mich. 

Damals war ich jung und dumm, sagen viele, ich formuliere es gerne anders: ich war naiv und unerfahren!

Die Option, dass er mir ein Fantasieschloss vormacht und in Wahrheit in einer mentalen Bruchbude lebt, kam mir nicht.

Er sagte mir, wie er sich alles vorstellt und das war genau, was ich auch wollte.

Leider ist er psychisch krank gewesen und hat sehr viel bei mir kaputt gemacht und während ich versuchte ihm zu helfen, für ihn da zu sein und immer wieder die Beziehung retten wollte, war er gefangen in seinem Kopf.

Er verletzte mich unendlich oft, unendlich heftig und meine Schutzmechanismen bildeten sich nach und nach und vorher war ich echt total unbedarft und für alles offen, hätte alles für ihn getan und bekam dann doch wieder nur eins aufs Maul, deutlich ausgesprochen.

15 Jahre lang.

Danach sagte ich mir, dass mir das nie wieder so passieren wird.

Leider hat es den Nebeneffekt, dass ich mich nicht gut auf eine Beziehung einlassen kann und konnte und sobald es enger wurde, mich abschottete und flüchten wollte.

Monsieur hat das wirklich gut im Griff gehabt.

Er ließ mich entweder überhaupt nicht gehen, oder ließ mich ein wenig herum tapsen und sammelte mich wieder ein.

Dadurch blieb ich, aber ich habe trotzdem meine Blockaden.

So sehr, wie ich meinen Ehe-Dom geliebt habe, wollte ich nie wieder lieben, denn ich war hörig, ich war abhängig und wenn er sich nicht meldete, wurde ich halb verrückt.

Diese Abhängigkeit machte mich so verletzlich, dass ich bis heute, wenn ich Monsieur länger nicht erreiche, nein das ist falsch. Wenn Monsieur sich nicht meldet, rattert es schon in meinem Kopf und wenn ich ihn dann nicht erreiche, ich innerlich Panik bekomme, die ich aber im Griff habe und der ich keine Macht schenke. Es ist eher wie ein Flüstern und ich höre nicht hin, aber wirklich weg ging es nie.

Das entstand damals ja dadurch, dass mein Ehe-Dom dauernd weg blieb, sich nicht meldete, nicht ans Telefon ging, keine Mail beantwortete. Wenn es tagsüber war, ärgerte und verletzte es mich "nur", aber wenn er nachts meinte, er fährt heim und meldete sich nicht mehr und ich wußte nicht, ob es wieder nur "seine Art" ist, oder dieses mal wirklich was schlimmes passiert ist, dann saß ich die ganze Nacht weinend wach, wußte nicht was ich machen soll und stellte mir vor, wie er sterbend im Graben liegt, oder überfallen wurde, oder oder oder. Ich hatte ja viel Zeit, um mir schlimme Szenarien auszumalen.

Das hinterlässt heftige Spuren und das wollte ich nie wieder fühlen müssen und somit verhindere ich aktiv, dass jemand allzu viel Platz in meinem Herzen einnimmt.

Aber durch solche Blockaden verhindere ich ja auch aktiv, dass Monsieur nicht nur weniger Platz in meinem Herzen hat, ich weniger abhängig bin und gelassener mit Situationen umgehen kann, sondern die wirklich tiefen Gefühle ermöglichen Erlebnisse, schöne Momente und eine andere Ebene in der Beziehung.

Beim Schreiben merke ich schon, dass die Blockade, der Schutz gewaltig ist. Eine große Aufgabe, für die ich noch nicht ganz bereit bin, aber wenn ich etwas mehr Vertrauen kann, wenn Monsieur weiterhin so auf mich eingeht, ohne dass es nur darum geht, dass wir auf ihn eingehen, wie es die letzte Jahre der Fall war, dann werde ich daran arbeiten und an den Punkt zurück kommen, wo meine innere Sklavin  bereit ist alles für ihren Herrn zu tun, wirklich alles.

Aber das gebrannte Kind scheut das Feuer, Monsieur hat sich leider auch Fehltritte erlaubt und alles ist wieder so frisch, neu und damit noch nicht stetig.

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und zu gewinnen gibt es immerhin ein tolles, erfüllendes Leben...


Samstag, 2. April 2022

Lebenszeichen

 Es sind die kleinen Dinge im Leben, die mich glücklich machen.

Man sagt, dass man nur das große Glück finden kann, man es im Kleinen entdeckt und findet, aber ich habe eher das Gefühl, dass es bei mir nur die kleinen Dinge im Leben gibt, die Glück schenken können.

Große Schicksalsschläge, kleine Dinge die glücklich machen können.

Im Prinzip ist es so, seit ich drei Jahre alt bin. Eine Hiobsbotschaft, reiht sich an den nächsten Schlag und kaum denkt man, es könnte ein wenig Ruhe einkehren, folgt die nächste Katastrophe.

Dann stelle ich mir, mittlerweile, die immer gleichen Fragen:

- Wie viel kann ein Mensch eigentlich ertragen?

- Was kann denn noch passieren?

- Bekomme ich denn nie eine Pause?

- Wie soll ich denn damit nun wieder umgehen?

- Bekomme ich irgendwann einen Nervenzusammenbruch?

Und nein, darauf gebe ich mir keine Antworten, es sind lediglich Fragen in meinem Kopf, die sich mit der Zeit selber beantworten.

Als der Hund hier war, hatte ich gefühlt kaum eine Pause, weil nicht nur der Hund Zeit und Energie fraß, sondern mein Kind krank war... lange.

Monsieur und ich lebten schlimmer nebeneinander her, als jemals zuvor, aber irgendwie auch harmonischer, weil keiner Zeit und Energie hatte, um zu streiten, sondern man platt herum saß und sein Ding machte, oder mal einen gemeinsamen Film schaut.

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass wir wegen Corona und unserer Vorsicht, weniger Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten haben.

Vor Corona gingen wir gerne mal in die Sauna, Kino, Restaurant, Museen, auch mal ein Konzert.

Jetzt?

Restaurant bitte nur, wenn es draußen warm genug ist, weil ich nicht drinnen sitzen möchte und dann auch nur, wenn es nicht zu voll ist. Sauna? Nein danke! Usw. wobei das im Einklang ist, denn wir verzichten beide gerne, keiner von uns sagt, er würde ja gerne, aber macht es wegen dem Anderen nicht.

Ich bin geimpft, ich bin geboostert, das zweite Mal schon und die Angst bleibt dennoch, weil ich nicht weiß, wie mein Körper reagieren würde und wir nichts riskieren wollen.

Als der Hund weg war, begannen wir uns zaghaft anzunähern und entspannten, genossen es sehr. 

Monsieur musste oft sehr früh raus, ich decke dann gerne am Abend vorher seinen Frühstückstisch und lege einen Zettel dazu, indem eine nette Kleinigkeit steht, liebe Wünsche, Gedanken, Zeug eben.

Wenn ich aufwachte, lag auf seinem Kissen ein Zettel für mich, ebenso liebe Gedanken, Wünsche, Angaben was ich bitte machen soll, was eher nicht, dass ich frühstücken soll und Bilder schicken. 

Ironisch war, dass an dem Tag, an dem er mir morgens noch schrieb, dass ich nun endlich einmal entspannen kann und muss, dass ich einen faulen Tag brauche, Erholung, dass Ruhe einkehren muss und endlich kann, kurz darauf wieder so ein Bombeneinschlag kam, der alles durcheinander wirbelt.

Vorher herrschte schon ein Wirbelsturm in mir.

Das große Problem bei DS war bisher für mich, dass ich einen Ehe-Dom hatte, der mich wirklich schlecht behandelte.

Anfangs wurde ich abhängig von ihm, hörig, alles was ein TPE Herr sich wünschen kann. Ich hätte alles für ihn getan, habe auch nicht wenig davon beweisen können und dann? Ließ er mich sitzen. Er war bei der Arbeit und sagte er fährt los, kam nicht an. Ging nicht ans Telefon. Antwortete auf keine Mail. Nichts.

Die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen eine Mail, es tue ihm leid, er wisse nicht was los war, er komme nach der Arbeit heim.

Kam er dann meistens, nicht immer, manchmal hängte er eine Nacht dran.

Einmal eine Woche.

Ich wußte nie, wann es soweit war, wann nicht.

Die maximale Unsicherheit.

Kein Vertrauen in irgendwas.

Immer wieder, über Jahre.

Wir waren insgesamt 15 Jahre etwa zusammen. Es ging quasi durchgehend so.

Ich bin es also gewohnt, dass DS ein on/off Ding ist und nicht mehr bereit mich dann zu 100% darauf einzulassen, wenn ich weiß, mein Dom achtet nicht mehr auf Regeln, ist nicht konsequent und legt keinen Wert darauf.

Kein Thema, ich kann mich nahezu perfekt an die Anrede halten und Regeln befolgen ist kein großes Ding für mich, weil ich es ja gerne mache und es mir sehr viel gibt, aber wenn ich merke, oder nur ahne, dass mein Dom kein Augenmerk darauf hat, oder sogar kein Interesse und nichts kontrolliert, hört es an der Stelle für mich auf. Warum soll ich mir dann Mühe geben?

Monsieur nennt es Selbstsabotage...

Ich nenne es Selbstschutz...

Wenn man so viele Jahre mit so einem Dom zusammen lebt, hat man viel Selbstschutz.

Hat man dann noch meine Vergangenheit, hat man noch mehr Mechanismen.

Monsieur hatte sicher kein perfektes Leben, das hat wohl keiner, jedoch ein wesentlich einfacheres und dadurch gewissen "Luxus" erleben können, wie ein ruhiges, entspanntes, geradezu langweiliges Leben führen zu können.

Dann platze ich rein und alles wirbelt herum und nichts mehr ist wie vorher. Kein Wunder, dass ihn das überfordert hat.

Aber es hat auch etwas Gutes!

In der Not sind wir immer füreinander da, unterstützen einander und ohne viel zu reden, ohne viel Aufhebens, sorgen wir gut füreinander. Das funktioniert einwandfrei.

Wir hatten es also gerade geschafft, fast wie zu beginn unserer Beziehung, wieder DS aufrecht zu erhalten über mehrere Tage und hatten eine schöne Perspektive und Pläne.

Bumm....

Alles auf den Kopf gestellt.

Dabei war ich noch gar nicht so weit.

Zu dem Zeitpunkt, als Monsieur mir das mit "Ruhe einkehren lassen" geschrieben hatte, ging es darum, dass ich mich unwohl fühlte. Ich musste mich ihm öffnen, DS zulassen und hatte fürchterliche Angst, dass es wieder aufhört, dass er wieder nicht auf Regeln achtet und ihm egal wird, ob ich es tue oder nicht. Jeden Tag erklärte ich, wie ich mich fühlte, wie schwierig das gerade für mich ist und anders als sonst konnte er damit umgehen, ging auf mich ein, beruhigte mich, war für mich da und war nicht aggressiv, oder rastete aus, wenn ich kritisch dachte und es ansprach. Das war ein gutes Gefühl, auch mal aussprechen zu können, wie man denkt und fühlt, ohne hinterher über eine Stunde sich anhören zu müssen, wie schlimm das Leben mit mir doch ist und wie schrecklich alles ist, seit wir zusammen gezogen sind.

Tja. Eine Woche war das etwa.

Eine Woche, in der ich mich kaum entspannen konnte, obwohl ich es versuchte.

In der kaum Ruhe einkehren konnte, weil erst einmal Dinge aufgeholt werden mussten.

In der DS von vorne begann, mein Öffnen sich in Zeitlupe entwickelte und wir sogar einmal im Museum waren und viel Spaß dabei hatten.

Dann die Nachricht.

Alles wieder weg.

Dann greifen meine Mechanismen. 

Ich bin es gewohnt, dass dann keiner für mich da ist. Dass ich dann für Andere da sein muss und mich komplett zurück stelle und dass das bedeutet, dass mein Partner weggestoßen wird, weil es immer bedeutet hat, dass es eine Belastung ist.

Auch das stammt aus der Zeit von meinem Ex-Ehedom. Er war nicht für mich da, stellte sich in den Mittelpunkt, oder verschwand und war in jedem Fall eine große Belastung und ich musste um ihn herum organisieren, damit alles am Laufen blieb.

Also fallen mir die ganzen Probleme mit Monsieur wieder ein und dass, als der Hund da war, DS für ihn nicht möglich war, weil der Tagesablauf vom Hund (Spaziergänge, Futterzeiten usw.) ja den Tag bestimmten und nicht her. Vor dem Hund war nicht möglich, weil ihm andere Dinge nicht passten und er dann nicht dominieren konnte, wenn er nicht einmal die Gläser im Schrank so hinstellen kann, wie er möchte. Konnte er, aber wenn jemand Anderes den Geschirrspüler ausräumte, standen sie eben auch mal anders da. Mittlerweile schaue ich, dass sie einigermaßen nach seiner Ordnung stehen und umso mehr ich schaue, dass die Dinge so sind, wie Monsieur sie gerne hat, was er nicht verbalisiert, sondern entweder als Anklage im Streit formuliert, oder erwähnt, dass dies und das auch wieder falsch ist, so dass man dann so lange herum probiert, bis er weniger meckert oder sogar aufhört, jedenfalls fiel mir das alles wieder ein und während ich überlege, wie ich mit der Bombe, die eingeschlagen ist, umgehen soll, greift also der alte Mechanismus und ich denke mir: "Dann sollten wir uns eben lieber trennen. Dann geht es Monsieur besser und seine Gläser stehen wieder, wie er möchte und ich kann meine Energie auf die neue Situation einstellen."

Wir hatten mittlerweile so oft ein Hin und Her, so oft wollte ich mich schon trennen, dass es Monsieur nicht weiter überrascht hat.

Aber er ging souverän damit um, sagte, dass er darauf nicht eingeht und dass das meine alten Strategien sind, die bei ihm nicht nötig sind, weil er da ist, da bleibt, nicht weg geht und wir das schon zusammen hinbekommen.

Das ist neu für mich und dem stehe ich wieder einmal sehr skeptisch gegenüber, im Hinterkopf hängt auch fest, wie Monsieur unter anderem sein kann. 

Bei solchen Hiobsbotschaften stelle ich mir besagte Fragen, die ich nicht beantworte und ich überlege, wie es werden kann, welche Optionen es gibt, was sich wohl verändert und wie ich damit umgehen kann, soll, werde.

Aber das liegt alles nicht in unserer Hand.

Wir müssen abwarten, Antworten und Ergebnisse müssen ankommen und dann ergibt es sich meistens da heraus, nahezu von alleine, weil man selber so wenig in der Hand hat.

Und ich fühle mich, wie in einer schwarzen Gewitterwolke, um mich herum braust und tost ein Strum, wieder wird ein Stück Sicherheit aus meinem Leben gerissen, was nicht ersetzt werden kann, weil Menschen nicht ersetzt werden können, wenn sie sterben und eine Sache ist diesmal anders.

Ich sitze in meiner Gewitterwolke alleine, aber da liegt dieses mal eine Hand auf meiner Schulter, von Monsieur, der sagt, dass wir das irgendwie schon hinbekommen werden.

Ich weiß nicht wie lange es so weiter geht, wie es sich entwickelt, wie Monsieur sich durch die neue Situation verändern wird und ich traue mich überhaupt noch nicht, diese Hand als Hoffnungsschimmer zu sehen, aber diese Hand ist schon mehr, als ich sonst hatte  und sonst zuließ.

Im Moment trage ich unser Talena Halsband und Manschetten an Armen und Beinen, mit Schlössern und eigentlich sollte ich mich damit viel wohler fühlen, als ohne und früher war das auch so, aber im Moment machen sie mir Angst.

Angst, dass Monsieur wieder aufhört.

Angst, dass ich mich öffne und wieder verletzt werde.

Angst, dass es wieder nur eine Finte ist und alles in der Gleichgültigkeit des Alltags verloren geht, jedenfalls im Alltag von Monsieur, denn mein Alltag ist trotz allem DS und TPE und Monsieur und wenn er dann Regeln fallen lässt, wenn er dann allem Anderen im Leben Beachtung schenkt, außer seiner Sklavin, seinem Haustierchen, dann sind das jedes mal Stücke, die meinen Alltag zusammen gesetzt haben und weg brechen und diese entstehenden Lücken muss ich dann mit Selbstschutz füllen und der besteht daraus, sich nur auf sich selber verlassen zu können und das bisschen Energie was man noch hat, für andere Dinge einzusetzen und die Energievampire zu beseitigen.

Und all das ergibt diese enorme Gewitterwolke, in der ich sitze und nein, das ist keine Metapher für eine Depression. Wenn man nicht aufpasst, könnte es eine werden, das weiß ich, aber ich passe auf und ich habe leider Übung darin, mit scheiß Situationen umzugehen und im Moment kann ich auf allen Ebenen nur abwarten und bin abhängig von Anderen, die handeln können...