Sonntag, 21. Februar 2021

Mischief managed: Wie Haustierchen beinahe mal ein paar Mandalas verschwinden ließ ...

 Mandalas und mehr

Mandalas sind im Hinduismus und im Buddhismus figurale geometrische Schaubilder, die komplexe religiöse Zusammenhänge visualisieren sollen. Die meisten Mandalas sind kreisförmig und um ein Zentrum herum organisiert. Im Mandala zeigt sich ein ganzer Mikrokosmos. Hinduistische Tempel sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut; sie spiegeln gewissermaßen die Struktur des Mandalas wieder und sind so Orte, dann denen die Welt der Menschen und die Welt der Götter sich treffen. Die Schwundstufe des Mandalas i.e.S. ist das Ausmalbild, das man zum Beispiel Kindern an die Hand gibt, damit sie es ordentlich ausmalen. Die religiöse Konnotation ist natürlich in dieser Schwundstufe nahezu völlig verschwunden.


Für die Erziehung einer Sklavin sind solche Mandalas, gemeint sind jetzt die Ausmalbilder, in mehrerlei Hinsicht von Wert: Sie können zur Konzentrationsschulung, aber auch im Rahmen von eher "zerebralen" Strafen genutzt werden. Sie sind leicht verfügbar und auf einfache Weise bereitzustellen. Das sorgfältige Ausmalen von Mandalas erfordert Genauigkeit und Konzentration, es fokussiert die Sklavin und gibt ihr eine überschaubare Aufgabe. Zugleich ist es aber auch eine Tätigkeit, die "Status" signalisiert; Mandalas zum Ausmalen erhalten Kindergarten- und Grundschulkinder, für die Sklavin kann also die Übertragung dieser Aufgabe eine Demütigung sein. Zugleich dient das Ausmalen keinem bestimmten Zweck jenseits der Tätigkeit; im tibetischen Buddhismus wird das Mandala sogar nach Vollendung sogleich verwischt und vernichtet, das ist integraler Teil der Übung. Entsprechend kann die Sklavin auch angewiesen werden, es nach erfolgter Arbeit zu zerreißen. Natürlich ist auch das umgekehrte Vorgehen denkbar: dass das gelungene Produkt nach Fertigstellung eine passende Würdigung erfährt. Welchen Weg man einschlägt, hängt vom Ziel ab: Konzentrationsschulung, Demütigung oder Bestrafung.



Ich bin immer wieder ganz fasziniert davon, wie mein Herr sich für ihn fremde Themen begeistern kann und sie mit mir teilt.

Anbei fand er heraus, dass es einen großen Tempel in Hamm gibt, den wir, wenn Corona nicht mehr wütet und man sorglos reisen kann, gerne besuchen möchte, gepaart mit einer Übernachtung im Hotel und etwas Entspannung :)


Ich liebe ihn für sein Multi-Interesse, Ideenreichtum und Flexibilität!


Dennoch möchte ich es sehr gerne zerreißen, nur eben vorher, damit ich es nicht machen muss, denn das ist eine wirkliche Qual! Dieses stupide Ausmalen und dennoch aufpassen, dass man nicht drüber malt und diesen Spagat zwischen öder Langeweile, dennoch aufmerksam sein, das ist wohl meine Achillesferse!

Umso ärgerlicher, dass mein Herr sie gefunden hat und nutzen möchte.

Ganz ehrlich! 10 Hiebe mit etwas Brutalem, sind mir unendlich viel lieber! Da hält man still und hat es hinter sich, kann stolz sein, hat eine Erinnerung und immer wenn man sich setzt, denkt man daran zurück. Wunderbar!

Aber Ausmalbilder?!? 

Das kann man keinem erzählen und schlimmer noch, es glaubt einem keiner, wie letztens, als ich gefragt wurde, wie ich bestraft werde und man mir nicht glauben wollte, dass ich Jazz hören, oder (Monsieur, schauen Sie bitte mal eben weg?) „Herr der Ringe“ schauen muss. (Wovon noch einiges offen ist, leider.)


Meuterei


Weil Mandalas so vielfältig eingesetzt werden können, habe ich letztes Jahr einen Kalender mit Ausmal-Mandalas gekauft; 53 Mandalas zu unserer Verfügung. Nun muss man wissen: Haustierchen ist dem Buddhismus sehr zugetan und kann sich an den religiösen Mandalas kaum satt sehen, aber das Ausmalen von Mandalas ist ihr zutiefst zuwider. (Dahinter erkennt man schnell ein Erziehungsdesiderat.) Und so war die Anschaffung des Kalenders für sie kein freudiges Ereignis. Zumal ich ihr scherzhaft eröffnete, sie müsse fortan jede Woche eins ausmalen.


Dann kam Corona, und der Kalender geriet, wie so vieles, in Vergessenheit. Beim Frühjahrsputz stopfte Haustierchen ihn dann kurzerhand ins Altpapier, aus dem ich ihn dann rettete, um die Mandalas, sehr zu Haustierchens Missfallen, auszuschneiden – für die spätere Nutzung. Die geretteten Mandalas ruhten auf meinem Schreibtisch, bis sie – mischief managed! – sich auf mysteriöse Weise wieder im Altpapier einfanden. Haustierchen, mit diesem Umstand konfrontiert, lächelte ihr zuckersüßes Lächeln, das mir sogleich verriet, auf welchem Weg dies geschehen war. Die zum zweiten Mal geretteten Mandalas fanden wieder ihren Weg auf meinen Schreibtisch, aber den "Diebstahl" konnte ich nun auch nicht ungeahndet lassen. Also griff ich mir aufs Geratewohl ein Mandala heraus und trug ihr auf, es bis zum Abend auszumalen.



Jaaaaa! Erst hatte ich versucht Monsieur im Laden davon zu überzeugen, dass der Kalender doch viel zu teuer und zu hässlich ist.

Dann habe ich auf ihn eingeredet, dass er unmöglich an der Wand hängen soll, immerhin verschandelt er das Allgemeinbild und was sollen nur die Nachbarn denken!?!

Funktionierte alles nicht so, also machte ich mir die Zeit zu nutze und ließ Gras über die Sache wachsen und beförderte ihn in den Müll und weil ich immerzu von einem schlechten Gewissen geplagt werde, muss ich es etwas auffällig machen, damit ich hinterher, falls es ja doch mal klappt, sagen kann: „Ich habe es doch sooo auffällig gemacht, na da kann ich nun wirklich nichts mehr für!“ Ok, wahrscheinlich würde es dafür auch eine Strafe geben, aber dieser mini kleine Prozentsatz, dass er nie wieder daran denkt, der genügt mir ja schon :)

Naja, wenn ich ganz ganz ehrlich bin, ich glaube, ich hätte ihm in letzter Sekunde doch noch einen Tipp gegeben, oder darauf hingewiesen, dass es mehr blöde Mandalas im Internet zum Runterladen gibt, als die Welt verkraftet. 


Miteinander


Haustierchen fühlte sich nun ungerecht behandelt und beschwerte sich via Messenger (als ich gerade am Schreibtisch saß): "Ich mag das nicht. Es fühlt sich nicht richtig an." Als ich sie fragte, warum es sich nicht richtig anfühlt, wies sie mich daraufhin, dass D/s bei uns nur auf häufig verlöschender Sparflamme kocht und vor diesem Hintergrund eine Strafe nichts zur Beziehung beiträgt. Zudem hatte sie, wie sie betonte, die Mandalas so auffällig platziert, dass sie mir gar nicht entgehen konnten und fügte an: "Ich hatte sie nicht zerrissen, ich hatte sie nicht unten rein gestopft, wo man sie nicht sieht." – Das erinnerte mich an eine Szene aus dem Film "Secretary", die Haustierchen sehr am Herzen liegt, und führte zu einem gewinnbringenden Austausch, der unsere Beziehung auszeichnet: Es gibt nicht nur den Service erster Stufe ("Dienen"), es gibt auch den Service zweiter Stufe, der es dem Herrn ermöglicht, mit seiner Sklavin zu interagieren, weil er Erziehungs- und Entwicklungspotential offenlegt. So ist jede Intervention des Haustierchen-Kobolds, wie ich diese Seite gerne nenne, immer auch ein Gesprächsangebot, ein Weg ins gemeinsame Miteinander.


Mal Butter bei die Fische. Wenn man wenig DS hat und dann das Gefühl bekommt, es würde lediglich negativ ausgelebt werden, um bestraft zu werden, ohne die schönen Glücksmomente als Belohnung zu haben, dann ist das falsch. So darf es nicht sein.

Klar baue ich hier und da mal kleine Piekser in den Alltag ein, um überhaupt ein wenig was zu bekommen, wobei die sehr unauffällig sind, so dass Monsieur sie eigentlich meistens übersieht, aber nichts davon ist böswillig oder gemein.

DS hat, wie alles im Leben, ein Harmoniebedürfnis, eine Waage aus positiven und negativen Gefühlen. 

Das Eine, kann nicht ohne das Andere existieren. 

Das Eine, kann man nicht ohne das Andere fühlen.

Es muss beides vorhanden sein, damit es sich richtig und gut anfühlt und da kamen wir in ein Ungleichgewicht und Monsieur möchte immer, dass ich meine Bedürfnisse ausspreche. Das war so eins. Ungerechtigkeit. Da bin ich ganz empfindlich.

Umso schöner, wie er reagiert hat und was daraus entstanden ist.

Das ist sehr wertvoll!

Dienstag, 16. Februar 2021

Frühlingsspaziergang

 Die letzten Tage waren sehr angenehm.

Monsieur ist wieder im Bau-Modus und sammelt Erkenntnisse, Ideen und setzt um.

Heute zum Beispiel musste er beruflich weg fahren, packte mich ein und im Auto verbreitete er gute Laune mit flotter Musik. Angekommen durfte ich ein wenig shoppen und nach seinem Termin gingen wir im herrlichen Sonnenschein spazieren!




Die Leine störte, glaube ich, keinen. Ein Jogger kam direkt drei mal an uns vorbei und sein Grinsen war von Mal zu Mal größer.

Als mein Herr mich mit der Leine ganz nah zu sich heran zog um mich zu küssen, das war mein persönliches Highlight des Tages, dabei blüht mein Herz auf und ich fühle mich vollkommen wohl!

Knien wäre natürlich die Kirsche, auf dem Sahnehäubchen, auf der Schokosoße, auf dem Milch-Shake gewesen, jedoch blickte mein Herr kurz auf dem Boden und entschied sich dagegen, da es nass und matschig war.

Danach aßen wir Burger im Auto, hörten dabei Hörbuch und es war einfach schön!

Am Valentinstag hatte Monsieur mir einen sehr langen Text geschenkt, unter anderem, und der half mir sehr weiter und verdeutlichte mir einige Dinge, zeigte seine Intelligenz durch die elegante und vielseitige Sprache und war so wortgewandt, dass ich mal wieder daran erinnert wurde, warum damals seine PNs aus den vielen die ich bekommen hatte, herausstachen und warum ich eigentlich nur mit ihm schreiben wollte.

Ich hatte ihm auch ein paar kleine Geschenke gemacht und ein tolles Frühstück, nicht nur mit den gewohnten Brötchen, Aufschnitt, Obst und Gemüse, sondern herzförmige Pfannenkuchen gab es auch, sowie Apfelherzchen, also alles passend und so ging es kulinarisch herzig weiter, mit Käseherzen und Kartoffelherzen. Ok, der Salat war dann wild gemixt und stand außerhalb vom Motto, bestach allerdings durch seinen Geschmack.

Meine Wartung auf dem Boden war standesgemäß und fühlte sich gerade dadurch viel besser an, als eine im Bett. Unvergleichbar. Mein Hirn macht dann Überschläge und wenn ich auf französisch betteln muss, damit der Vibrator entfernt wird, bekomme ich einfach nicht mehr hin und schreien zählt scheinbar nicht als betteln. Mein Herr hat aber ein Herz und lässt dann, wenn er genug davon hat, von mir ab und ich bin ein kleines wimmerndes Häufchen, dass nicht einmal mehr seinen Namen weiß, geschweige denn französisch kann. Dieses Häufchen knuddelt er dann, bis es sich ein wenig beruhigt hat und dann nimmt er sich, was er möchte und braucht und das Wimmern wandelt sich unter Schmerzen, während er seiner sadistischen Ader freien Lauf lässt.

Ich mag den Schmerz nicht, jedoch die Reaktion meines Herrn um so mehr. Der Genuss kommt dann durch seine Lust und vor allem, Werkzeug seiner Lust zu sein, mehr nicht. Nur ein Gegenstand, der benutzt wird, um ihm zu dienen, um seine Lust zu steigern, um seinen eigentlichen Zweck zu erfüllen. Das gibt mir Lebensenergie!

Die Sklavin zu sein, die sein Leben erleichtert, die ihm Lust bereitet, die seinen Alltag versüßt und ihm all seine Wünsche erfüllt, möglichst noch bevor er etwas sagen muss.

Es war ein schöner Tag, die letzten Tage waren schön, so kann es gerne weiter gehen :)

Oh, außer als mir gestern ein kleiner Fauxpas passierte.

Ich war gerade im Bad, abendliches bettfein machen, als mein Herr etwas von mir wollte. Zur späten Stunde war ich sehr müde, der Tag war anstrengend gewesen, ich wollte nur noch ins Bett und antwortete patzig. 

Eigentlich war ich stolz gewesen, meinen Herrn in letzter Zeit fast immer passend höflich und mit Anrede angesprochen zu haben, umso mehr ärgerte mich mein Ausrutscher, also ging ich umgehend zu ihm, kniete mich hin, Stirn auf den Boden und bat um Verzeihung. 

Mein Herr würdigte die Geste, nahm meine Entschuldigung an und ich wurde sogar ein wenig geflauscht.

Heute Abend darf ich "The Masked Singer" schauen und er freut sich mit mir. 

Er ist so großzügig!

Merci beaucoup, Monsieur! 


Sonntag, 14. Februar 2021

Happy Valentine´s day!





 Von meinem Herrn bekam ich unter anderem einen fantastischen Brief/Blogeintrag/Ansichten/Blickwinkel, für die ich sehr dankbar bin und die mich glücklich machen!

Merci beaucoup, Monsieur! 

Donnerstag, 11. Februar 2021

Alltagsprobleme, wie in jeder Beziehung

 Die letzten Tage flogen an mir vorbei.

Mein Herr musste viel arbeiten, aber positiv arbeiten, da er sehr kreativ war, viele Ideen hatte und somit viel umsetzen konnte.

Ich trete dann noch ein Stück weiter in den Hintergrund, ähnlich wie wenn ein Wissenschaftler sich in seinem Labor einbunkert und man ihm Essen vor die Türe stellt. So fühlt es sich für mich an.

Er kommt aus seinem Büro raus, aber redet dann ausschließlich von seinen Ideen und was er daraus macht, woher er sie hat und ähnliche Dinge. Er lobt mich unendlich dafür, dass ich ihm den Rücken frei halte und so gut für ihn sorge, ein kleiner Trost.

Zwischendrin durfte Zeiten in seinem Büro verbringen, auf dem Sessel, der dem Kater gehörte, eingemummelt in eine Decke, umgeben von Büchern, angekettet und wohlig brummelnd. Oder er kommt zu mir, schickt mich vom Sofa, die Stirn auf den Boden, Arsch hoch. Dann bin ich direkt wieder in mir, ganz ruhig, entspannt, Instant-Ruheinsel für die Seele. Immer viel zu schnell vorüber.

Ich genieße, dass es ihm gut geht unendlich und schlucke mein Gefühl, dass ich zu kurz komme, runter bis heute. Heute sagte ich etwas, weil ich nicht anders konnte. Ich sagte, ich fühle mich ihm im Moment nicht sehr nahe, weil er so intensiv sein eigenes Ding macht. Er fasste es leider anders auf, als ich angenommen hatte und so bereute ich es direkt wieder.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass er versucht mich ein wenig einzubeziehen, weil wir im Moment kaum etwas zusammen machen, aber das ist immer so ein Problem, wenn man seine Wünsche nicht deutlich artikuliert, der andere kann es gut missverstehen. Mein Fehler.

Ich habe versucht ihn zu korrigieren und ausgedrückt, was ich mir wünschen würde.

Sagte ich schon mal, dass sein Wille mein Fetisch ist?

Dann wird selbst einen Wunsch auszusprechen bereits ein Dilemma. Ich versuche es objektiv zu sehen. Ein Wunsch muss nicht erfüllt werden. Was mein Herr aus meinen Wünschen macht, ist seine Sache. Dass er mir gerne Gutes tut, also gerne meinen Wünschen entspricht, ist auch seine Sache, egal wie schwer mir das fällt und wie falsch es sich anfühlt, es liegt alleine in seiner Hand.

Ich habe noch so viel zu lernen.

Naja, man kann sich auch freuen, dass man lernen kann und nicht stagniert. 

Sonntag, 7. Februar 2021

Problem einer Sklavin

 Kein Herr ist perfekt und macht immer alles richtig. 

Jeder Herr ist immer auch ein Mensch, mit menschlichen Schwächen.


Das stellt mich manchmal vor einer schwierige Aufgabe.

Ich sehe, dass mein Herr sich gedanklich in etwas hinein manövriert, oder dass er bei zu bedenkenden Dingen, etwas aus den Augen verliert, oder dass er ungerecht ist, unfair, was auch immer, jedenfalls dass er jemanden braucht, der ihm den Kopf gerade rückt (so nannte er es kürzlich selber), oder korrigiert. Gewünscht hat er sich regelmäßig, dass ich meine Meinung beitrage, aber das ergibt einen großen Konflikt in mir. Es kommt meinem Bild einer Sklavin nicht nahe, sondern drückt zu viel Selbstständigkeit aus, die mir, aus meiner Sicht, nicht zusteht. Aber meine Sicht interessiert nicht, sondern die meines Herrn, denn er bestimmt.


Selbst ein Gott ist fehlbar.

Aber wie stellt man das an?

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, mir fällt es schwer! 

Klar sollte man dann seine Worte mit der Goldwaage heraus suchen und abwägen und überdenken, manchmal bleibt jedoch keine Zeit dafür, oder die Emotionen kochen über.

Schwierig!

Oft versuche ich es dann, indem ich es lustig formuliere, dadurch den Ernst und die Strenge heraus nehme und ein positives Gefühl verursachen möchte, manchmal geht es nicht oder ist es nicht angebracht.

Aber ich habe großes Glück!

Mein Herr ist kein Narzisst. Er ist auch kein Egomane, Macho oder eine andere Person, die damit nicht umgehen kann.

Er ist stark genug, um auch Kritik anhören und bedenken zu können.

Er ist gebildet genug, um Rat annehmen zu können. (Das klingt falsch, er ist sehr gebildet sogar!)

Er ist hört es sich an, lässt mich gewähren und kann hinterher sogar anerkennen, wenn ich etwas dazu beitragen konnte oder ihm helfen konnte.

Er hat keinen falschen Stolz, der ihm verbieten würde, gute Einwände anzunehmen.

Darüber bin ich sehr froh, aber nach wie vor mag ich es absolut nicht. Es ist manchmal nötig, das schon, aber ich halte es nicht für meinen Job.

Eigentlich ist das falsch, denn eine Sklavin kann auch Beraterin sein. Sie schreibt ja in dem Falle nicht vor, sondern macht Vorschläge und was der Herr daraus macht, ist seine Sache. Sie bestimmt also nicht einmal. Dennoch fühlt es sich für mich an, als würde ich zu sehr eingreifen.

Andererseits hatten wir in einem Chat mal eine Diskussion über ein ähnliches Thema, bei der zwei andere Doms darauf bestanden, dass sie stoisch ihr Ding machen. Leider war inbegriffen, dass sie es auch weiter machen, wenn es vollkommen bescheuert wäre. Konsequent bis in den letzten Winkel, leider ebenso unbedacht und unreif.

Einsehen, dass man Stärke, Größe, Mut und Selbstbewusstsein braucht, um eigene Fehler eingestehen zu können, war ihnen nicht vergönnt.

Manche sind eben auch in ihrem Denken so einsichtsresistent, dass sie lieber immer wieder gegen eine Wand laufen, anstatt sich sagen zu lassen, dass zwei Meter daneben eine Türe ist.

Jedenfalls bin ich immer ganz froh, wenn mein Herr einen Freund trifft und mit dem reden kann, der ihm dann den Kopf gerade rücken kann, so dass ich es nicht machen muss.

Wenn das nicht der Fall ist, bin ich leider oft sehr spät damit dran und das macht es nur schwieriger.

Also, eine Notiz an mich selber:

Es ist gut, wenn eine Sklavin auch beratend auftreten kann, aber dann auf den Ton, Körpersprache und Wortwahl achten, so dass es angemessen ist. Es macht einen Unterschied, ob man jemandem etwas vor die Füße kotzt, oder es als Geschenk überreicht, auch wenn der Inhalt der selbe ist :)



Freitag, 5. Februar 2021

Alltagsgesäusel und Dankbarkeit

 Wenn ich morgens meine Augen nicht einmal richtig geöffnet habe, krault und streichelt mein Herr mich. Was für ein schöner Einstieg in den Tag! Wach werden durch Zärtlichkeiten :)

Ich kuschle mich dann gerne an ihn ran und genieße bewusst das warme Bett, den Tag, der vor einem liegt und nehme mir schöne Dinge vor.

Heute morgen war ich noch etwas mürrisch und müde, so dass mein Herr wesentlich agiler aus dem Bett sprang und den Frühstückstisch deckte und alles vorbereitete. Dann nacht ein kleines schlechtes Gewissen an mir, aber ich freue mich auch, über seine Fürsorge. 

Leider hatte er recht viel zu tun und wenig Zeit für mich, so dass wir abgesprochen haben, was ich zu erledigen habe und als er fertig war abends, stand das Essen fertig auf dem Tisch und dazwischen hatte ich ihm noch etwas vorbei gebracht.

Unter anderem hatte ich heute wieder eine sehr schöne, sehr lange PN bekommen, die ich ebenso ausführlich beantwortet hatte. Manche Gespräche bringen einem neue Blickwinkel und Einsichten und wenn diese noch mit einer tollen Sprache verpackt werden, kommt man aus dem Genießen nicht mehr raus und so eine PN war das. Man sieht den Absender und freut sich schon ungemein, weil man weiß, sie wird gut sein, nein mehr als gut!

Mein Herr liest meine gesamte Kommunikation, wenn er es wünscht und freute sich ebenso über die Post und die Einblicke.

Ein interessanter Gedanke war ein angesprochener Spagat zwischen Sklavin und Haustierchen. Der Absender bezog es auf meinen Herrn, der diesen Spagat leisten muss, worüber nachdachte, denn eigentlich ist es umgekehrt. Mein Herr lernte mich als reine Sklavin kennen und hat das Haustierchen heraus gekitzelt. Jeder Herr hatte andere Ansprüche, andere Schwerpunkte und dem kam ich nach. Mein jetziger Herr genießt sein Haustierchen, was er erschaffen hat. Es gibt keine klaren Abgrenzungen zwischen Sklavin und Haustierchen, es geht schon ineinander über, dennoch gibt es Grenzen, fließende Grenzen. Mein Herr jedoch bestimmt welche Seite er anspricht und bekommt darauf seine Antwort. 

Ein schönes Beispiel dafür ist Sex. Das Haustierchen hat seine Orgasmen auf alle Viere und bekommt eine vollkommen andere Ansprache des Herrn, als die Sklavin, die meistens die sadistische Seite des Herrn befriedigen muss. Andererseits kuschle ich als Haustierchen viel lieber, während die Sklavin mehr die harte Hand sucht und nein, ich habe keine gespaltene Persönlichkeit, es sind lediglich Facetten, Launen. 

Ich finde es auch ganz spannend, was mein Herr anspricht und was dann als Echo zurück kommt. Neue Seiten an mir, die mir nicht bewusst waren und ausprobiert werden möchten :)

Gestern schien so schön die Sonne und ich hatte das dringende Bedürfnis eine Runde an der Leine spazieren zu gehen, auf meiner Wiese, meinem See, aber mein Herr hatte keine Zeit und quetschte wenigstens eine kleine Rundfahrt mit dem Auto zwischen seine Termine. Er ist wirklich gut zu mir und versucht alle meine Belange zu erfüllen und schaut, dass ich alles habe, was ich brauche und noch viel mehr. Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich bin und versuche es ihm zurück zu geben, indem ich mich so gut kümmere und sorge, wie ich kann und mache mir viele Gedanken und zu meinem Glück wird das auch noch bemerkt und wahrgenommen. Mehr kann man sich nicht wünschen, merci beaucoup, Monsieur! 





Dankbarkeit kann man auch ausdrücken, indem man weiter Französisch lernt, weil mein Herr es gerne mit mir spricht und einen geeigneten Gesprächspartner haben möchte, eine Serienbegleitung für seine Lieblings-Serie, die es nunmal nur auf französisch gibt und eine Zierde an Bildung. Ich gebe mir wirklich Mühe. 

Mein größtes Ziel ist es, einen wunschlos glücklichen Herrn zu haben <3



Mittwoch, 3. Februar 2021

Mein kleiner, schlichter Tag heute

 Mein Herr hat mich gestern dermaßen gelobhudelt und gebauchpinselt, als dass ich gerne im Erdboden versunken wäre.

Merci beaucoup, Monsieur!

Nach wie vor halte ich diese Dinge für eine Selbstverständlichkeit und für den guten Ton einer Sklavin.


Heute war ein ruhiger, angenehmer Tag. Als mein Herr merkte, dass ich wach bin, kraulte und flauschte er mich durch. Wunderbar so den Morgen zu beginnen!

Wir hatten ein schönes Frühstück mit lustigem Hörbuch und als er arbeiten musste, kümmerte ich mich um das Geschenk eines Bekannten. Zwischendurch brachte ich ihm Tee und Kekschen, durfte mich hinknien und bekam den Kopf gekrault. Diese kleinen Pausen sind Ruhe-Inseln, sehr wichtig wie ich finde, für beide. 

Mein Herr gönnte mir heute einen entspannten Tag. Er erkundigte sich öfter, wie es mir geht und ich fühlte mich dadurch behütet. Wenn er sagte: "Haustierchen, komm mal her.", war ich gefühlt sofort an meinem Platz, konnte den Streß wieder weg atmen und damit wirklich ruhig durch den Tag kommen wie selten.

Dafür bin ich meinem Herrn äußerst dankbar!

Überhaupt haben wir einen höflichen Ton im Moment, etwas das ich sehr vermisst hatte. Eine warme Höflichkeit, ohne Distanz. Es sind die kleinen Sätze, wie zum Beispiel, dass ihm mein Essen schmeckte und ein angehängtes Danke, in seinen Worten, mit seiner wärmenden Stimme, wie ich es hier leider nicht wiedergeben kann, aber gerne würde. So, dass einem auch innen drin warm wird. Dann aber auch wieder ein kräftiger Griff ins Haar, leicht schmerzhaft, daran erinnernd, was diese Hand letzte Nacht zwischen meinen Beinen für einen ganz anderen Schmerz ausgelöst hatte.

Eine herrliche Mischung.

Unter anderem mischte ich etwas Tinte, machte einen Füller sauber den ich damit benutzt hatte und ein wenig herum probierte. Die Freude von ihm darüber, dass ich sein Hobby damit aufgreife und etwas eigenes damit mache beflügelt mich, ermutigt mich und lässt mich kreativer werden. 

Wenn man weiß, dass einem der Rücken gestützt wird und man aufgebaut wird, wenn etwas nicht so ganz funktioniert, lässt einen mutiger werden und weiter gehen. Dazu gehört nicht einmal viel! Trotzdem ist es unsagbar wertvoll!

Danke mein Herr, dass Sie so gut zu mir waren!


Dienstag, 2. Februar 2021

Haustierchens subtiler Service

Haustierchen ist ein wertvoller Mensch. (An dieser Stelle würde sie jetzt einwerfen, dass jeder Mensch auf seine Art wertvoll ist, und damit liegt sie gewiß richtig. Aber um die anderen Menschen soll es im Folgenden nicht gehen, daher ist das – hier – nicht von Belang.) Also noch einmal von vorn: Haustierchen ist ein wertvoller Mensch und hat mein Leben in vielfacher Hinsicht bereichert. Lob-Einträge habe ich ihr im Weblog schon häufiger [hier und hier] geschrieben, aber aus meiner Sicht nicht häufig genug. Also hier noch einmal ein paar Zeilen, die ihr vielleicht nicht gerecht werden, aber sie doch ins rechte Licht rücken sollen.


Haustierchen ist eine Service-Sklavin, die das Wohl ihres Herrn immer im Blick hat; sie möchte ihrem Herrn zu Diensten sein und macht sich viele Gedanken über die vielfältigen Gesten und Taten, die diesem Dienst Gestalt verleihen können. Manchmal sind es ganz unscheinbare Dinge: die heiße Tasse Kakao zur rechten Zeit, eine neue Käsesorte als Gaumenschmaus, ein pikantes Foto, um die Stimmung zu heben. Und manchmal ist es, einfach da zu sein. Manche Dinge sind so unscheinbar, dass sie leicht untergehen könnten, und gerade deshalb verdienen sie es, gelegentlich hervorgehoben zu werden: Vor ein paar Tagen wollte ich Haustierchen einen Film zeigen, der mir am Herzen liegt. Es ist eigentlich nicht ihre Sorte Film – Science Fiction mit Horror-Einschlag oder Horror mit Science-Fiction-Einschlag –, und unsere Sichtung war immer wieder von allerlei Alltagsdingen kontaminiert, so dass ich sie schließlich ein wenig entnervt abbrach und auf einen späteren Zeitpunkt verschob. (Wenn ich ehrlich bin: so wichtig war es mir dann doch nicht.) Fast schon war der Film aus meinem Gedächtnis gerutscht, aber nicht aus dem des Haustierchens. Als ich heute Nachmittag – wir hatten sehr, sehr früh aufstehen müssen – auf dem Sofa einschlief, machte Haustierchen sich den Film an und schaute ihn tapfer durch, obwohl sie ihn, wie sie mir danach mitteilte, nicht mochte und ihn eher ertrug als genoss. Weil er mir wichtig war, und weil ich ihn ihr zeigen wollte. Das ist Service der allersubtilsten Art, der die Bedürfnisse des Herrn auch da erspürt, wo er selbst vielleicht gar nicht bewusst um sie weiß.


Merci, petit animal.

Throwback Tuesday (8)

 Ich lese und schaue ja ab und an gerne bei anderen Sklavinnen vorbei und was ich da, passend zum "Throwback Tuesday" entdeckt habe, fand ich schon recht amüsant. 

Auch Sklavin neli putzt ab und an gerne auf allen Vieren!

Ok, ihr Outfit ist in meinen Augen angebrachter, mein Ehe-Dom damals pflegte zu sagen: "Lieber ein gut verpacktes Geschenk, als blanke Tatsachen!" und somit hatte ich etwas an, was er gerne mochte. 

Eine Halbbrust Korsett, an dem Strapse befestigt waren, durchsichtiges Höschen, damals trug ich noch alle fünf Reifen permanent, an den Fußreifen via Kabelbinder die Ballet Heels, damit die Knie nicht unschöne Spuren bekommen, oder gar Aufschürfungen, gab es noch ein paar Schoner drüber, fertig ist das Putz-Outfit!






Auch heute noch denke ich, selbst ohne BDSM Hintergrund, es ist wirklich viel sauberer von Hand, da man in alle Ecken kommt, leichter unter die Sachen kann und aus der tiefen Perspektive einen so anderen Blickwinkel hat, als dass man noch mehr versteckte Ecken finden kann :) Also ein absoluter pro Tipp!

Das Bild stammt vom Februar 2012, wenn die Daten nicht lügen und war eines meiner letzten, wenn nicht sogar das letzte Bild auf der alten Version der DS-extrem, da eine sehr unangenehme Person meine Webseite entdeckt hatte und mir sonst was angedroht hatte. Heute sehe ich das entspannter, aber damals...

Egal! Meine Ehe war ohnehin schon ziemlich am Ende und in den letzten Zügen, da war ich nicht böse drum und die alte Version der Seite ruht sicher auf meiner externen Festplatte :)

Ansonsten bin ich nach wie vor sehr froh und erleichtert, dass mein Herr nackte Tatsachen bevorzugt und genieße diesen natürlichen Weg sehr!

Liebe neli, falls Du das hier liest, danke für die kleine Erinnerung und ich finde es toll, dass auch Du diesen sauberen Weg bevorzugst und Deinem Herrn dabei einen Augenschmaus bietest <3




Sonntag, 31. Januar 2021

Alltägliches

 Ich war ein wenig ruhig, in den letzten Tagen.

Zum Einen, weil ich erkältet war, zum Anderen, weil irgendwie nichts passierte und dann ganz viel auf einmal.


Ab und an bekomme ich eine PN oder Mail, in der meine Webseite angesprochen wird, was mich immer freut, egal ob es Lob oder Kritik ist, wobei mich das Lob natürlich mehr freut :)

Heute bekam ich unter anderem eine kleine Erinnerung daran, dass ich auch schöne Dinge beschreiben wollte. Ich bin eine Frustschreiberin, wie andere Frustfresser sind, auch kann ich mich meinem Herrn nicht so gut mitteilen, geschweige denn meine Gefühle so deutlich ausdrücken, als wenn ich sie aufschreibe. Wenn ich also wütend bin, kann ich das alles in die Tastatur hauen und mich so deutlich machen. 

Aber, das hier ist ja nicht nur ein Frustablageort, sondern, in meinen Augen, vor allem unser Erinnerungsalbum und Tagebuch in einem.

Nachdem ich schlimme Migräne hatte, wie im meinem letzten Eintrag beschrieben, hatte mein Herr aufgehört mir morgens und abends fünf Hiebe zu geben. Warum? Fragte ich nicht, weil es seine Entscheidung ist und ich es, offen gestanden, auch nicht vermisse.

Mein Herr sucht nach wie vor unseren gemeinsamen Weg. Es ist nicht einfach für ihn, leider. 

Ich bin seine erste TPE Sklavin und wo andere, wesentlich ältere Herrn, ihre Erfahrung vor mir mit anderen Subs/Sklavinnen erleben, erproben und suchen konnten, schaut mein Herr mal in die eine, mal in die andere Richtung, versucht hier etwas, probiert dort ein wenig, wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen, um dann zu erfahren, was er mag, was er öfter haben mochte, was er nicht leiden kann, was gut funktioniert u.s.w.

Anfangs hatte ich damit große Probleme, zum Teil, weil ich es gewohnt war, dass ein Herr seinen Weg genau kennt, seinen Geschmack schon weiß und mich straight führt. Dass ein Erziehungskonzept schon ausgebaut vorliegt, alle Regeln fest stehen, alle Fallen schon ausgemerzt wurden und alles sehr konstant und konsequent ist.

Was ich nicht bedacht hatte war, dass solche Herren auch nicht so geboren wurden, sondern lernen mussten, sicher öfter auf die Nase gefallen waren und ich eigentlich davon profitierte, dass sie schon alt und erfahren waren. An die Subs/Sklavinnen vor mir hatte ich keinen Gedanken verloren, an denen es wahrscheinlich ausprobiert wurde. Die Versuchskaninchensklavinnen :D

Ich bin auch nicht schnell und brauchte meine Zeit um mich daran zu gewöhnen. Stellte mein Herr eine Regel auf und verschwand sie wieder, war es für mich eine Tragödie! Weltuntergang! Das Drama war vorprogrammiert! Aber warum?

Wenn eine Regel nicht funktioniert, wäre es ziemlich blöd, wenn man trotzdem an ihr festhält. Eigentlich hätte ich dankbar sein müssen, dass er den Mut hatte, nicht sinnlosen Mist durchzusetzen, nur damit er als konsequenter Herrscher dastehen kann!

Er achtet sehr darauf, dass es sich gut anfühlt, dass es sich passend anfühlt. Das ist schwierig. Nicht jeden Tag fühlt sich das selbe gut an, dennoch sollte es eine gewisse Konsequenz und Standhaftigkeit im Alltag geben, damit die Sklavin sich geborgen und sicher fühlen kann. Man sollte vielleicht unterscheiden, ob es sich nahezu nie passend anfühlt, oder als Ausnahme nicht. 

Mein Motto ist ja: "TPE beginnt, wo der Spaß endet!", bedeutet, so lange es Spaß macht, ist es nicht unbedingt TPE, da es einfach ist, aber wenn man keinen hat, dann kann man beweisen, was TPE wirklich bedeutet. Vielleicht ist das auch für den Herrn so. Nicht immer kann alles Spaß und Freude bereiten, manchmal ist es auch Arbeit und Mühe. Konsequent sein, denke ich, ist immer auch Arbeit und Mühe. Man muss andauernd an etwas denken, bis es einem ins Blut übergegangen ist.

Mein Herr legte nun fest, da eine reine Bodenhaltung etwas utopisch ist, in seinen Augen, dass ich zu fragen habe, bevor ich mich auf ein Möbel setzen darf und wenn er den Raum betritt, ich aufzustehen habe, unter anderem, um ihm Respekt zu zollen.

In der Theorie klasse! War ich sofort dabei!

In der Praxis vergessen wir es beide oft, oder haben Stolpersteine wie zum Beispiel, dass die Katze auf mir liegt, aber jeder Katzenbesitzer weiß, wenn die Katze auf einem liegt, darf man nicht aufstehen, selbst wenn die Welt unter geht, also fragte ich schon vorher, ob ich dann sitzen bleiben darf, aber verbalisiere, damit er weiß dass ich daran gedacht habe, dass ich aufstehen würde wenn sie nicht da wäre.

Wenn man hingegen zu viele solcher Ausnahmen hat, ist der Kopf zu voll und es bildet sich auch keine Konsequenz und wird immer weniger beachtet, bis sich keiner mehr an die Regel erinnert.

Schwierig!

Wirklich dauerhaft hat sich bisher lediglich die Regel gehalten, dass ich abends im Bett angekettet werde und frage, ob ich auf die Toilette darf.

Ach und die Hoodie-Kleiderregel ist auch recht konsequent durchgesetzt worden.

Von dem was wir uns vorstellten, als wir zusammen zogen, ist aber wenig übrig geblieben, leider.

Für meinen Herrn war der Einzug, eine Familie haben, neue Möbel, weniger Platz, mehr Zeug das herum steht u.s.w. eine sehr große Umstellung, an der er nach wie vor herum knabbert und damit umgehen lernen muss, was die DS-Seite oft in den Hintergrund manövriert. 

Ich versuche meinem Herrn viel "Spielraum" zu lassen, es ruhig hinzunehmen, wenn er eine Regel wieder fallen lässt, mich darauf einzulassen, wenn eine neue auftaucht und ihn so sondieren lassen kann, bis er ein passendes Baukastensystem an Regeln, Ritualen und Vorgaben gesammelt hat, was für uns passend ist und funktioniert. Der Alltag wirft uns da auch immer noch etwas zurück und so braucht es einfach Zeit und Gelassenheit und wer mich kennt weiß, das ist so gar nicht mein Talent :)

Abends versuche ich immer nochmal nicht so schön gelaufene Dinge anzusprechen, im versöhnlichen Ton und vor allem schöne Dinge, die ich gut fand, mit einem Lob für ihn verknüpft. Ursprünglich war mein Gedanke, dass ich gerne abends ein Resümee bekommen würde, indem er schreibt, was verbesserungswürdig an meinem Verhalten war und was gut lief, aber ich möchte keine Forderungen stellen, also ging ich mit gutem Beispiel voran :)


Durch Corona gehen wir nach wie vor weniger raus, außer für Spaziergänge, und mein Herr hat viele Video-Konferenzen. Eigentlich hatte ich angenommen, dass er dabei gerne seine Ruhe hat und somit habe ich mich leise im Wohnzimmer aufgehalten, mich selber beschäftigt und ihm ab und zu einen Snack und/oder ein Getränk gebracht. Er sagte zwar, dass ich gerne im Sessel im Büro sitzen darf, aber das hielt ich für Höflichkeit und da ich nicht stören wollte, blieb ich weg.

Da wir an unserer Kommunikation arbeiten, kam heraus, dass er es gerne sieht, wenn ich im Sessel bin, es beruhigt ihn und somit packte ich mir ein paar Dinge zusammen und machte es mir dort gemütlich, während er arbeitete. Natürlich brachte ich ihm dennoch Dinge für sein leibliches Wohl rein! Und ich kroch auch schon mal unterm Tisch rüber und legte mein Köpfchen in seinen Schoß und wurde gekrault, was mein Highlight an dem Tag war :)

Es ist sehr, sehr schwierig für mich etwas aus Eigeninitiative zu tun. Ich möchte nicht, dass es bestimmend rüber kommt, oder mich aufdrängen. Ehrlich gesagt bin ich gerne im Hintergrund, bekomme ab und an ein Lob, ein liebes Wort und bleibe ansonsten unbemerkt. Zu ihm zu krabbeln und mich anzubieten war da schon das höchste der Gefühle und fiel mir sehr schwer. 

Wenn ich mich anbiete, dann habe ich genau genommen, meinem Herrn eine Entscheidung nicht abgenommen, aber irgendwie aufgedrängt, daher mag ich das nicht so gerne. Er sagt, ich würde damit Bedürfnisse ausdrücken, was er gut findet, ich aber nicht.

Ja, ich sagte mal, ich sei pflegeleicht und einfach, nein er sagt immer, ich sei sehr kompliziert und in solchen Momenten gebe ich ihm Recht.

Vermutlich möchte ein Herr nicht immer fordern und sagen was er will, sondern auch mal begehrt werden und spüren können, dass man etwas von ihm will. 

Sagte ich schon, wie schwierig das alles ist?

Mir schwirrt ja bereits beim Schreiben der Kopf!

Ursprünglich wollte ich einen schönen Eintrag schreiben, über unseren Alltag...

Irgendwie passiert auch so wenig, dass ich gar nicht weiß, was ich schreiben soll, außerhalb von solchen Gedankengängen wie oben.

Ich versuche es mal :)

Heute morgen wachten wir recht spät auf, weil wir nicht so früh im Bett waren und noch ein wenig herum kränkelten. Unser Bett ist im Moment noch hochgebockt auf Kommoden und hat dadurch drunter Platz für meine Kuschelhöhle mit Hundebett, aber das ewige hoch und runter klettern nervt uns und der Raum wirkt durch den Bettglotz ungemütlich und dunkel, somit machen wir uns bereits Monate schon Gedanken dazu, wie wir ihn umgestalten sollen.

Mein Herr mag nicht, wenn ich im Hundebett schlafe, weil es so weit weg ist und er mich nicht einmal greifen, berühren und sehen kann, also möchte er gerne das Bett wieder auf den Boden stellen, das Hundebett daneben und nicht mehr irgendwo hoch kraxeln müssen. 

Wir wachten also auf und diskutierten wieder Möglichkeiten fürs Schlafzimmer durch und ob wir es einfach mal umstellen wollen, um zu schauen wie es wirkt u.s.w.

Wir frühstückten und ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich dabei nicht mehr auf dem Boden saß :( Es fehlt mir sehr, jedoch mag mein Herr es auch, wenn wir uns gegenüber sitzen und reden können, denn wenn ich auf dem Boden bin, ist es wie eine Barriere, sagte er mal. Verstehe ich auch! Vielleicht sollten wir mal schauen, was wir ändern könnten, damit keine Barriere vorhanden ist, aber dennoch mein Platz gewahrt wird.

Später ging er etwas seinem Hobby nach und ich meinem, wir haben ein paar Dinge erledigt und herum getrödelt. 

Aufstehen wenn er rein kommt, ist noch so ungewohnt, dass wir es dauernd vergessen und uns höchstens mal gegenseitig erinnern und stöhnen, weil wir so oft darin versagen. Gestern meinte mein Herr, wir sollten es mal bewußt üben, damit es normal wird und man direkt merkt, wenn es nicht eingehalten wird. Disziplin ist nicht so unseres, glaube ich langsam, aber dann beschwere ich mich wieder, dass mir mein Platz fehlt, mein Habitat nicht stimmt und ich mich unwohl fühle.

Ich muss langsam Schluß machen, weil er mich im Büro haben möchte und ich noch kochen muss. Er sagt nicht "Komm jetzt endlich rüber...", sondern fragt was ich mache, hatte vorhin gesagt ich solle später kommen und würde mich nicht beim Schreiben unterbrechen, auch wenn das sein volles Recht wäre. Einerseits genieße ich diesen Respekt und die Höflichkeit, andererseits fehlen mir direkt wieder klare Worte, aber wie ich in den letzten Einträgen bereits schrieb, ich arbeite daran und gebe mir Mühe die leisen Worte zu hören und beende nun lieber den Eintrag, damit ich danach handeln kann :)


   


Donnerstag, 28. Januar 2021

Das Habitat des Haustierchens

 >> Ich bin kein Pet! Ich benehme mich nicht wie ein Tier, belle nicht, oder wedle mit dem Schwanz herum und dergleichen, das können Andere viel besser und denen überlasse ich es zu gerne. Haustierchen ist mein Name und zugleich eine Beschreibung, von dem was ich bin, von dem was mein Herr heran gezüchtet hat, durch seine Erziehung, Geduld und Mühe. Ich schenkte ihm meine Rechte und mein Leben, er hingegen formte und erzog mich, so dass ich nach und nach zu seinem Haustierchen wurde. Er behandelt mich, wie sein rechtloses Tier, schmust mich, bindet mich an, gibt mir Freilauf und sorgt sich um mein Wohl. Er alleine bestimmt über mein Leben und entscheidet alles, ich hingegen habe nur zu bitten, zu folgen und ihm gut zu tun.<<


Zitat aus Haustierchens Profil im SMC


Das Wort "Habitat" bezeichnet, laut Wikipedia, "den charakteristischen Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart". In welchem Lebensraum fühlt sich so ein Haustierchen wohl? Das Haustierchen trägt wenig schützende Bekleidung, es ist häufig nackt, gelegentlich mit einem Hoodie bekleidet. Das possierliche Tierchen liebt deshalb gemütliche Ecken mit Kissen und Kuscheldecken und Plüschies aller Art. Auch auf Sofas wurde es schon gesichtet.


Aber zu kuschelig darf es nicht sein, denn das Haustierchen spürt gern seinen Platz, die strenge Hand des Herrn. Und so muss es in diesem Habitat auch einen Ausgleich zum Kuscheligen geben. Wir beide lieben Halsbänder und Leinen, und das Haustierchen wird des Nachts im wahrsten Sinne an die Kette gelegt. Mein Haustierchen besitzt eine kleine Kuschelhöhle nebst Hundebett unter dem Bett des Herrn, aber im Regelfall schläft sie im Bett, um immer greif- und verfügbar zu sein.


Auch wenn das Haustierchen eigentlich auf den Boden gehört und es mir dort knieend viel Freude bereitet, darf es sich auch auf dem Sofa aufhalten, wenn es zuvor um Erlaubnis gefragt hat, das Menschenmöbel benutzen zu dürfen. In jedem Fall erhebt es sich, wenn ich den Raum betrete, um mir Respekt zu zollen und Platz zu machen.


Wer ein Haustierchen hält, muss immer darauf achten, es artgerecht zu halten: es muss seinen Platz kennen und spüren, sonst beißt es gelegentlich mal. Halsband, Kette oder Leine und Hundepeitsche und Gerte leisten gute Dienste bei der Erziehung des Haustierchens; wichtiger und besser aber noch sind lobende Worte und Streicheleinheiten (wenn sie mit der nötigen Härte gepaart sind). Wer das Haustierchen nicht gut erzieht, den beißt es auch mal.


Ein Haustierchen braucht nicht viel zum Leben, es ist bescheiden und genügsam. Aber ein wenig Grundausstattung braucht es auch in seinem Habitat: Bücher sind das Grundnahrungsmittel des Haustierchens; es verschlingt sie gerne bei einem Tee und im warmen Licht einer Leselampe. Das Haustierchen liest viel und vieles; Sachbücher, Ratgeber, Kuriosa – aber am liebsten lässt es sich in Welten entführen, die ihm Gefühle und interessante Menschen offenbaren. Neben Büchern braucht ein Haustierchen auch Aufgaben und Herausforderungen, es lernt gern. Und nicht zuletzt braucht es auch gelegentlich Wartung (siehe dazu den eigenen Eintrag).







Montag, 18. Januar 2021

Mein Körper ist ein ...

 Ich habe gerade etwa fünf Tage wirklich schlimme Migräne hinter mir, weil ich nicht genug Tabletten fürs Wochenende hatte und so war ich fast ununterbrochen nur leidend im Bett.

Mein Herr war vorbildlich! Er ließ mich viel in Ruhe, fragte nur, ob ich etwas bräuchte, versorgte mich mit Müffelchen und Getränken und war äußerst fürsorglich.

Sicher war ich nicht die beste Gesellschaft, wenn ich denn mal ansprechbar war, da meine Laune im Keller war, dies tut mir auch sehr leid, aber unter starken dauerhaften Schmerzen kann man etwas ungenießbar werden, das ist menschlich, denke ich, aber mein Herr wußte es zu deuten und nahm es nicht persönlich, auch dafür bin ich sehr dankbar!

Ich sorge nun auch gewissenhaft dafür, dass so eine Situation nicht mehr eintritt, unter anderem aus meiner Angst heraus, es nochmal durchstehen zu müssen.

Heute war also der erste halbe Tag, an dem ich gegen Nachmittag keine Schmerzen mehr hatte und dementsprechend war meine Hochstimmung!

Total happy, gut gelaunt, erleichtert und glücklich wurde ich irgendwie mehr und mehr enttäuscht.

Mein Herr wollte nicht raus gehen, außer die Erledigungen mit dem Auto machen, die er machen mußte und er fuhr mich dabei zu einem Zoofachhandel, weil der Hamster mehr Zeug brauchte und auch bekam :)

Ich wäre sehr gerne spazieren gegangen, nachdem ich drei Tage durchgehend im Bett war :(

Dann zuhause gestaltete er seinen Abend wie üblich. Ob ich dabei bin, oder nicht, ist eigentlich irrelevant, es macht keinen Unterschied. Er verbrachte die letzten Abende so, als ich im Bett war und heute wieder.

Ich verzog mich dann hinter die Couch, weil ich was am Laptop machen mußte und von dem Geflacker auf dem Fernseher wurde mir schon wieder ganz schwummrig im Kopf. Er fragte nicht nach, machte weiter und irgendwann machte er alles aus und ging raus, keine Ahnung wohin, ich glaube in sein Büro. 

Es fühlt sich nicht schön an, wenn man wirklich schlimm gelitten hat, dann endlich wieder etwas machen kann, aber keiner da ist.

Morgen diskutieren sie wieder über neue Corona Regelungen und ich habe Sorge, dass es dann wirklich eine Ausgangssperre gibt und dass man nicht mehr einfach so in die Natur gehen kann, denn ganz ehrlich, ich trage immer meine FPP2 Maske, sobald Leute auftauchen, aber auch sehe ich immer Familien, mit Kindern, die gar keine Masken tragen und sich dann z.B. mit fremden anderen Familien an ein Tiergehege stellen und keinen Abstand halten. Es ist wie mit Aids, keiner hat es, sehen ja alle gesund aus!

Nein, ich gehe nicht zu irgendwelchen Tiergehegen, eher komme ich zufällig vorbei bei meiner Runde und bleibe auch nicht stehen, ziehe meine Maske auf und husche schnell vorüber. 

Die Zeit ist im Moment sehr mühsam für die meisten Menschen, umso wichtiger ist es, dass man sich gegenseitig Gutes tut und füreinander da ist und versucht sich die Zeit zu versüßen! Wenn es den Menschen um mich herum gut geht, geht es mir automatisch auch gut  und wenn ich jemandem eine Freude bereite, freue ich mich ebenso mit, also eine win-win Situation!

Ich versuche mich aber durch die Enttäuschungen nicht meine Zeit vertrüben zu lassen und gehe jetzt gleich ins Bettchen, damit ich morgen früh fit bin und raus kann, z.B. Nordic-Walking in der Kälte betreiben, das mag ich ganz besonders! Wenn es so klirrend kalt ist! Oder wenn es unmögliches Wetter hat und man die Natur mal wieder ordentlich spürt! Wenn man durchgeweht wird, oder überschwemmt wird und man sich ganz klein fühlen kann und erfährt, wie die große Welt auf einen wirken kann. Ein Erlebnis!

Oder eben auch einfach die frische Luft genießen, ohne Frostbeulen, Wasser in der Lunge oder anderen Wettereinbrüchen, bloß raus, sich bewegen und genießen, dass der eigene Körper gerade mal wieder funktioniert!



Montag, 11. Januar 2021

Genauer wünschen

 Mein Herr sagte, ich solle mich für den Spaziergang fertig machen und ich fragte hoffnungsvoll: "Spaziergang mit Leine?"

Die Antwort kam direkt:"Ja."

Fazit nach dem Spaziergang:

Mit Leine heißt nicht automatisch auch an der Leine und so blieb die Leine in der Tasche meines Herrn und kam nicht ans Halsband :(

Wieder etwas gelernt!