Mittwoch, 21. Februar 2024

Besser machen

 Um kurz auf meinen letzten Eintrag zurückzukommen:

Zwar konnte ich meinen kleinen Vorfall nicht ungeschehen machen, allerdings habe ich mir vorgenommen, das nächste Mal anders zu reagieren und ebenso wichtig, weil ich nichts rückgängig machen kann, habe ich mir in den nächsten Tagen noch mehr Mühe gegeben eine gute Sklavin zu sein. 

Monsieur möchte in der Realität ab und an eine Ansprache, findet es allerdings zu umständlich und sperrig, wenn man bei jeder kleinen Antwort, ein Monsieur dran hängen muss. Da bin ich voll bei ihm, denn früher hatte ich bei meinem Ex-Herrn die permanente Regel, bei ja und nein und anderen kurzen Antworten immer „mein Herr“ dranzuhängen, was zur Folge hatte, dass es echt bescheuert klingt, wenn man mehrfach hintereinander antworten muss und mich dazu brachte, statt dessen meine Antwort künstlich zu verlängern, damit ich mir nicht ganz so grenzdebil vorkam. Leider ist das Gespräch dann nicht mehr in einem natürlichen Fluss und ich konzentrierte mich mehr darauf, als auf den eigentlichen Inhalt. 

Anfangs hatte ich deshalb meine Probleme mit Monsieur, denn er hatte keine Regeln zum Thema Ansprache und hier und da meinte er: „Wie heißt das richtig?“ was dann zu einer Phrase wurde und nicht massiv nervte. 

Wann sollte ich es sagen, wann nicht? Es war vollkommen willkürlich aus meiner Sicht und frustrierte mich so massiv, dass ich ihn ebenso damit nerven wollte und auch regelmäßig fragte: „Wie heißt das richtig?!?“

Nicht Auge um Auge, sondern eher „weißt du wie es sich anfühlt?“

Daher bekamen wir überhaupt keinen Fluss und keine Konsequenz da rein und es war, für mich, nur noch mit Frust behaftet, bis wir nun mal wieder darüber sprachen und er sagte, dass er es für zu umständlich hält, immer Monsieur bei kurzen Antworten dranzuhängen und ich schaute ihn an, der Frust stand schon bereit, denn dann müsste ich jedesmal aufs Neue entscheiden, ob ich es nun wohl dranhängen muss, oder nicht?

Aber statt dass wir darüber stritten, wählte er einen schönen Vergleich: „Das ist wie würzen! Du kochst gut und würzt gut, ohne dass du Rezepte brauchst. Benutze es, wie du es beim Würzen machst und ja, mir ist klar, dass du anfangs noch Hilfe beim Regulieren brauchst, da helfe ich dir gerne.“

Fortan würzte ich eben und das funktioniert gut in meinem Kopf, weil man Gespür dafür bekommt und sonst eine Erinnerung. 

Durch die positive Reaktion angespornt, begann ich nun auch anderweitig zu würzen und begrüßte Monsieur z.B. wieder kniend an der Türe und Ähnliches. 

Leider ist Knien nach wie vor etwas hmm sagen wir es mal so, es interessiert ihn nicht wirklich. Er fordert es nicht ein, was es für mich dann schnell wertlos macht, obwohl ich es liebe zu knien, dann an meinem Platz, tief in mir drinnen bin und meine kleine Welt im vollkommenen Einklang ist. 

Jedenfalls war ich gestern mega super brav und fragte vorsichtig, ob ich eine Belohnung dafür bekomme. 

Nichts Materielles, weil ich das nicht meinte und genug Zeug habe, auch wenn Monsieur eine prall gefüllte Haustierchen-Belohnungskiste hat. 

Gut, er fand auch, dass ich brav genug für eine Belohnung war und versprach mir einen kleinen Orgasmus. 

Jubel!

Etwas später im Bett, ich war frisch rasiert und bereit, bekam ich meine Belohnung, in Form eines Vibrators zwischen meinen Beinen, allerdings hörte ich so gespannt zu bei seinen Erzählungen und was er sich für Gedanken gemacht hatte, dass ich recht spät erst kam und von der frischen Rasur noch empfindlich, war meine Haut schon recht strapaziert. 

Ich habe helle Haut, die sehr empfindlich ist und obwohl ich mich seit meinem 18. Lebensjahr alle paar Tage rasiere, wurde das nie besser. 

Jedenfalls ließ er mich dann ein wenig verschnaufen und als ich bereits dachte, dass Monsieur einschlafen würde, legte er ihn wieder an.

Manchmal kann ich gut mehrfach kommen, manchmal nicht und dieses Mal war es ein eher nicht gut. 

Monsieur gab sich alle Mühe, jedoch hatte ich wirklich große Probleme, bis mir die O eingefallen ist. 

Zum Verständnis, im Hintergrund lief die Geschichte der O auf französisch und ich fragte mich, an welcher Stelle wir gerade sind und dabei fiel mir eine meiner Lieblingsstellen ein. 

O in Roissy, gefesselt an der Wand, morgendliche Auspeitschung. 

Wie es wohl ist, wenn man morgens erst einmal ein paar Striemen bekommt, als Erinnerung, um gut durch den Tag zu kommen?

Schlaftrunken an der Wand stehen, die Sonne auf der nackten Haut und zu wissen, egal was ist, egal was kommt, immer gibt es erst einmal einige harte Hiebe. 

Nicht diese leichten, die zeitig verblassen, sondern solche, bei denen man Sorge tragen muss, dass man sich fast einnässt, weil man vor lauter Schmerz anspannt. 

Wie das wohl aussehen würde, auf unserem Bett, mit den Mango-Monden (Lampen) links und rechts, symmetrisch die Sklavin in der Mitte?

Die kuschelige Wärme des Bettes, auch von der Haut noch ausgestrahlt, zum Kontrast der kalten harten Wand, an die man sich zu Klammern versucht. Ohne Schutz und das Wissen, dass es morgen nicht anders sein würde. 

Nein, ich bin weiterhin nicht maso. Dabei geht es nicht um den Schmerz als Lust, sondern was er mit einem anstellt!

Das ist enorm!

In dem Moment. 

Im Verlauf des Tages. 

Im Blick auf den nächsten Morgen. 

Fantastisch. 

Allerdings lediglich, wenn man hart und konsequent genug ist, denn sonst ist zu viel Willkür darin und dann ist es lediglich der Moment und vielleicht ein paar Stunden mehr. 

Ich denke, dass extrem viel von Konsequenzen abhängig ist. 

Man muss sich darauf verlassen können. Das Wissen haben, dass es keine Ausnahme gibt. 

Dieses Gefühl der Konsequenz, der Härte, der Unerbittlichkeit, egal was ist, das macht mich an. 

Wie ich schon oft schrieb, konnte ich schon immer gut „um den Finger wickeln“, was mich total abturnt und genau das Gegenteil finde ich daher anziehend. 

Wenn ich mit den Wimpern klimpern kann wie ich möchte, aber das Programm ist vorgegeben und ich kann nichts daran ändern. 

Keine Machtübertragung, selbst im kleinsten Detail nicht. 

Deshalb sehe ich einer Ausnahme von der Regeln eher mit Trauer entgegen, auch wenn ich manchmal erleichtert bin, ist es eine Niederlage. Der Herr war nicht stark genug, nicht konsequent genug. Schlimm…

Selbst in den kleinsten Details. 

Beispiel: ich bekomme eigentlich nur an Sonntagen Kaffee und sonst Tee. Monsieur hat sechs Sorten schwarzen Tee so angeordnet, dass ich ihn der Reihe nach trinken kann, von Montag bis Samstag. 

Gestern fragte ich freundlich auf französisch, ob ich bitte einen Kaffee trinken dürfe. Ja…

Heute fragte ich nochmal auf deutsch, sogar ohne Anrede. Ja.

Ich mag es, wenn wir gemeinsam frühstücken auch Kaffee zu trinken, allerdings ist der Genuss ambivalent. 

Ich weiß, er gönnt es mir, will nur das Beste für mich, aber man merkt schnell, dass er keine Kinder hat, denn sonst weiß man schnell, dass das Beste nicht immer der Genuss, sondern oft der Verzicht ist, wenn es um Erziehung geht. 

Gestern war ich auch dankbar und heute… Ich habe nicht einmal ordentlich gefragt. 

Wobei Monsieur auch gedanklich nicht voll bei mir war, aber das ist eher sein Problem, nicht meins. Oder doch, auch meins. 

TPE im Alltag ist viel Arbeit, bis es eine Routine gibt. 

Routine auch für den Herrn, damit er nicht mehr über jeden Schritt nachdenken muss, aber bis dahin, eben viel Arbeit und ja, ich bin eine brave Sklavin, allerdings suche ich regelmäßig Grenzen, wenn ich keinen gefestigten Platz habe, um sie aufgezeigt zu bekommen und meinen Platz zu spüren. 

Umso weniger ich meinen Platz habe, umso mehr suche ich. 

Donnerstag, 15. Februar 2024

Missgeschick und Gedankenkarusell

 Gestern ist mir da was passiert...

Keine Glanzleistung...


Ja, gestern war Valentinstag und nein, der ist nicht so "Fifty Shades of Grey" mäßig unter dem Motto: "Heute bekommst Du 50 Hiebe mit den 50 Dornenrosen, die ich Dir schenke!"

Wenn man TPE lebt und der Herr sich immer seine 50 Hiebe, mit was auch immer, holen kann, ist das relativ uninteressant, zumal Monsieur weiß, dass ich Tischleichen Schnittblumen nicht mag. Ich schaue Pflanzen ungerne beim Sterben zu, also lieber eine Topfpflanze, die ein paar Tage länger lebt, jedenfalls bei mir und meinem braunen Daumen.

Nein, wir halten es eher traditionell, indem wir ein Geschenk vom Herzen besorgen, uns Gedanken zum Anderen machen und ich koche ihm zum Beispiel etwas Besonderes. 

Dementsprechend müde und k.o. lag ich im Bett, hatte die Gute-Nacht-Kette am Halsband angeschlossen und war gedanklich bereits am Abschalten.

Wir schlafen in Löffelchenstellung und Monsieur liegt ganz nah an mir dran, seinen Kopf neben meinem, genau wie ich es mag (außer im Sommer) und diese Nacht konnte es mir nicht nah genug sein.

Ich heile innerlich noch immer und kann mehr Nähe zulassen, brauche sie sogar. Früher kuschelte ich eher ungerne, aber das war bei Monsieur schon immer anders. Bitte nah, bitte näher, noch immer  nicht genug.

So lagen wir da, als er mich umdrehte und mich vorsichtig langsam nahm. 

Vom Essen hatte ich etwas nicht gut vertragen, ein wenig Bauchgrummeln bekommen und deshalb war er eher behutsam mit mir.

Hmm, meine erste Glanzleistung war, dass ich mir einen Kommentar zum Blümchensex erlaubte.

Ich und Blümchensex funktioniert nicht. Kann ich nicht. Empfinde ich null bei. Lässt mich kalt.

Wenn Monsieur das möchte, ist es auch vollkommen in Ordnung, ich wollte mich nur mitteilen und tat es eher ungeschickt. 

Ich hatte früher auch keine Orgasmen, bis ich den ersten Typen im Bett hatte, der mich nahm. Nicht diese zarte Nummer, sondern mich benutzte und das war ein Gamechanger! 

Ich hatte damals keine Ahnung von BDSM, meiner devoten Neigung, das kam alles erst 3 Jahre später. Der Sex mit ihm war unglaublich und überall! Nachts auf dem Spielplatz, in einer Nische, in einem Haus, in der Sonne auf einem Feld, auf einem Hausdach im Sternenlicht.

Ich hatte nicht mit vielen Männern Sex, hatte also nicht so die Erfahrung und mein erstes Mal war davon geprägt, dass ich einen Orgasmus vortäuschte, damit derjenige aufhörte und ich weg konnte, weil ich es so schlimm fand. Im Petting war er ja gut, aber dann? Naja, es blieb bei dem einen Mal und auch der nächste war nicht viel besser, so dass ich Sex eher als Pflicht fand, bis er in mein Leben trat und das vollkommen umkrempelte. Ich konnte nicht genug bekommen!

Eigentlich hätte er, in der Theorie, ein super Herr werden können, wenn er BDSM für sich entdeckt hätte und nicht zu psychopathisch gewesen wäre. Ich weiß nicht, ob er es hätte umlenken können, allerdings war er ein absoluter Kontrollfreak und ließ mich nicht einmal auf die Toilette alleine, hatte immer ein Auge auf mich. 

Er war recht eifersüchtig, was ich mit meinen jungen Jahren noch toll fand, weil es bedeutete, dass er mich ja wirklich liebt!

Seine erste Ohrfeige war auch nur leicht und eben aus Eifersucht, wie in Filmen und für mich kein Warnsignal.

Viele Subs geraten erstmal an Frauenschläger, sagte mir mal ein Sexualtherapeut im Chat, manche auch öfter als einmal.

Ich hatte mit ihm einige der tollsten Erlebnisse meines Lebens und viele der schlimmsten.

Bei der Ohrfeige blieb es natürlich nicht und die Kontrolle wurde dann zum Nachteil, als ich abhauen wollte. 

Wenn man misshandelt wird und immer wieder gesagt bekommt, dass man umgebracht wird, wenn man jemandem etwas erzählt oder fliehen möchte, wenn man immer wieder hört, er findet einen schon, dann glaubt man das irgendwann. 

Ok, das Messer in seiner Hand verlieh dem ganzen Nachdruck. 

Nur um das Thema abzuschließen, er landete wegen anderer Vergehen im Knast und schrieb mir dann Briefe mit Blut, statt Tinte, kein Scherz. 

Meine Familie und Freunde hatten rausbekommen was, er gemacht hatte und als er in Freiheit war, verbrachte er nur wenig Zeit in Ruhe, weil er überall angesprochen wurde, dass er mir nicht mehr zu nahe kommen darf. Einmal pinkelte er sich sogar in die Hose und dann zog er lieber weit weg und starb etwa 10 Jahre später.

Verstanden hatte ich ihn nie so ganz. Ich durfte quasi keinen anderen ansehen, aber als sein Freund bei uns übernachtete und ich seine Hände auf mir spürte, bekam ich erst Panik, dann waren jedoch vier Hände auf mir... nein, die Panik war nicht weg, sie war verändert. Nicht mehr von dem eifersüchtigen Typen beherrscht, sondern die Kontrollabgabe, die nötig gewesen wäre und die ich nicht leisten konnte. 

Es gab später eine ähnliche Situation. Wir hatten mit einem anderen Freund einen Ausflug mit dem Auto gemacht, sie gingen raus, ich saß noch drin, geöffnete Türe und er zog mich halb raus, in liegender Position und küsste mich, als ich von der anderen Seite die Hände seines Freundes spürte.

Nein, nichts für mich. Damals jedenfalls. Heute weiß ich es nicht, aber ich war 16. Himmel, ich war erst 16. 

Nun bin ich ganz weit vom Thema weg, also noch kurz, danach hatte ich eine total laaaaaaangweile Stino Beziehung, zu so einem schnöden beamtenmäßigen Mann, der auch nur wenig älter war und den ich im Internet kennengelernt hatte. Er war so ein Familienmensch und sehr lieb.

Ich zog zu ihm, verließ meine Heimat und war gefühlt frei.

Totales Kontrastprogramm, leider auch beim Sex.

Wir blieben etwas länger zusammen, aber ich merkte, dass es nicht funktionieren kann. Es war mir zu langweilig, zu schnöde und ich hatte ja nun gewusst, wie Sex sein kann.

Eigentlich war er eine liebevolle Verschnaufpause und ich hatte Jahre Schuldgefühle, bis mir ein Mensch mal sagte: "Deine Bedürfnisse hatten sich verändert, das kann passieren und ist kein Grund für Schuldgefühle."

Ich tingelte durchs Internet und traf dort auf jemanden, der in meinem Alter war, lustig drauf und mit dem ich viele tolle Gespräche hatte. Natürlich kam es auch zum Thema Sexualität und was wir uns wünschen und vorstellen, wobei ich selber so gut wie keine eigene Fantasie in dem Bereich habe, schon damals nicht und heute auch nicht.

Er inszenierte verschiedene Szenen und ich reagierte darauf und eines schönen Tages meinte, dass ich devot sei. 

Der Begriff sagte mir nichts, also machte ich mich schlau und merkte, dass da eine vollkommen neue Welt ist, die mein fehlendes Puzzleteil war. 

Wir hatten damals ja noch nicht so viele Webseiten und die Dating-Seiten hatten fast alle keinen Chat, das war eher neu und wir trafen uns eher im IRC. Dort lernte ich dann auch meinen zukünftigen Mann kennen. 

Ich bin nicht maso, wußte das auch direkt und so gut wie alle Chatter sagten, dass es DS nicht gibt, das was ich mir wünsche und vorstelle, das sei eben ein Leben in den 50igern, als Hausfrau. 

Tja, außer dieser eine Mann, der sich unter anderem viel im englischsprachigen Raum auffielt und dort war DS ein großes Thema.

So, aber nun wirklich zurück zu heute Nacht.

Blümchensex ist nichts für mich.

Wenn Monsieur das möchte, gerne, aber ich wollte ihm einen dezenten Hinweis geben und sagte irgendwas blödes kichernd wie: "Oh, heute gibts Blümchensex?"

Angespornt davon meinte er beim Aufstehen: "Ach, dem können wir schnell Abhilfe schaffen!"

Ich war müde, träge, hatte etwas Bauchweh und hätte mich freuen sollen, dass er so rücksichtsvoll war und mir Blümchensex anbot, aber nein, die riesige Klappe die ich habe, konnte ich sie ja nicht halten...

Er kam mit dem Holzpaddel zurück. Das ist eine gute Wahl, wenn man in Missionarsstellung fickt, weil man dann, währenddessen, auf die Schenkel, dazwischen und die Brüste hauen kann. 

Ich war nicht wirklich bereit dafür. Was eigentlich sonst nie ein Thema ist, aber in dem Moment tat es mehr weh als sonst. Mag sein, dass er härter schlug, kann auch sein, dass ich empfindlicher war, jedenfalls zappelte ich los und jammerte und er machte weiter, bis aus mir heraus platzte: "Langsam habe ich wirklich keine Laune mehr!"

Ich war total erschrocken über mich.

Er schlug mich nicht mehr und sinnierte über meinen Satz, total gelassen und Herr der Lage, während in mir ein Sturm voller Gedanken losbrach. 

Was hatte ich da gesagt? Das war nicht ok!

So viele Gefühle! Scham, Unzulänglichkeit, Verwirrung, Schmerz, gebrochener Stolz, schlechtes Gewissen... furchtbar viele Gedanken und Gefühle!

Monsieur schlug nicht mehr und versuchte mir souverän die Hand in den Mund zu schieben, während er weiter machte und ich biss ihn in den Finger.

Ja, das tat ich und ich schäme mich jetzt noch.

Es ist keine Entschuldigung, wenn ich sage, dass es aus meiner Verwirrtheit über mich selbst heraus passierte. Es gibt dafür keine Entschuldigung, jedenfalls nicht in meiner Gedankenwelt.

Monsieur bat mich freundlich den Mund zu öffnen und nahm mich weiter, dachte nach und sprach ruhig mit mir, dann holte er einen kleinen Vibrator und wollte es mir einfacher machen, ihn auflegen, während er mich benutzte und die Scham flammte wieder auf. Ich hatte mir sowas erlaubt und er will mir helfen? Statt mich zu bestrafen? Aber er zwang meine Beine auf und machte es einfach und es war gut, weil mein Körper dann die Kontrolle übernahm und meine Gedanken in den Hintergrund wanderten. Diesmal öffnete ich meinen Mund weit und versuchte, seine Hand, so gut es ging aufzunehmen und keine Zähne spüren zu lassen. Als er meinen Sabber in meine Haare wischte, wurde die Scham von Demut ersetzt und alles war wieder im Lot, so dass wir gleichzeitig Erleichterung fanden.

Aber das Danach...

Die Gedanken sind ja nicht weg.

Also entschuldigte ich mich mehrfach, erklärte, dass ich es nicht mag, wenn man so unkontrolliert auf meine Innenschenkel, zwischen die Beine und auf die Brüste schlägt, selbst wenn ich zapple. Dass ich dann nicht das Gefühl habe, er hat es im Griff, wenn es zu wahllos und schnell ist. Dass ich damit nicht gut umgehen kann und heute leider gar nicht.

Immer wieder auch, dass es mir leid tut, aber er reagierte perfekt und meinte nur, dass es doch gut ist, wenn ich es ausspreche und er Bescheid weiß. Dass es nicht schlimm war. Dass alles in Ordnung ist und immer wieder, dass es gut war.

Tja, leider finde und fand ich das nicht.

Weil ich mich erinnerte, dass es spät war und er wirklich früh raus musste, ging ich schnell ins Bad, machte mich frisch, extra ins kleine Bad, damit er ins Große kann und legte mich dann artig hin. Ich hatte es so eilig, dass ich sogar die Gute-Nacht- Kette vergessen hatte und mich halb erwürgte. 

Wir lagen dann wieder in Löffelchenstellung und für ihn war alles in Ordnung und ich wollte nicht, dass er noch ewig mit mir diskutieren muss, weil für mich nichts in Ordnung war, also wurden meine Augen zu feucht und überlegte noch fast bis zum Morgengrauen, wie es dazu kommen konnte, wie ich hätte reagieren müssen. Meine Scham, mein gebrochener Stolz, die fehlende Hingabe. Keine gute Sklavin gewesen zu sein. Nicht gedient, sondern widersprochen zu haben. 

Mein erster Gedanke heute morgen war natürlich wieder darauf bezogen.

Für Monsieur ist das Thema durch. Ich habe es ihm erklärt, es ist gut, dass er es weiß und fertig.

Während sich meine Gedanken weiterhin darum drehen und ich wieder heulen könnte.

Er hat perfekt reagiert, ich bin wirklich beeindruckt! Er schlug mich nicht mehr, suchte einen Weg, um es mir leichter zu machen und dennoch seinen Spaß zu haben und zu zeigen, dass er es nicht durchgehen lässt, während er erregt ist. Fantastisch.

Ich muss an mir arbeiten, er hat besseres verdient.


Mittwoch, 7. Februar 2024

Kein guter Tag, oder doch?

 Gestern konnte Monsieur einem wirklich leid tun.

Er musste früh aus dem Bett, dann in unbequeme Kleidung schlüpfen und zu mehreren Terminen, einen sehr unangenehmen unter anderem.

Dann war seine Laune dementsprechend nachmittags und er wollte sich mit den goldenen Brücken belohnen, also durfte er im Auto warten und ich besorgte sein Wunschessen.

Gerade als ich an den Pommes herum mümmelte, sah ich zu Monsieur rüber und war wirklich überrascht, als ich das Dilemma erkannte.

Seine Soße war ihm aus der Hand gerutscht, beim Versuch sie irgendwie abzufangen, hatte er seine Pommespackung durchs Auto geschleudert und saß nun da, mit den Händen und seinem Pulli voller Soße und um uns herum lagen die Pommes verteilt.

Wir bekamen einen Instant-Lachflash!

Ich bin froh, dass wir immer Servietten in Mengen und Desinfektionsmittel, im Auto haben und so konnte er sich grob reinigen und ging dann rein, um sich die Hände zu waschen. Auf dem Weg wurde er von einem Mitarbeiter angesprochen, wir müssen woanders parken, weil gleich ein LKW durch muss.

Also war das auch keine schöne Erfahrung.  

Den ganzen Heimweg lang bruddelte er herum, dass er nur noch das Auto und sich sauber machen möchte und dann seine Ruhe haben will.

Vollstes Verständnis von meiner Seite!

Während ich mit dem Hund ging, machte er alles schön reine und saß dann vor der Playstation.

Ein Weilchen schaute ich mir das an, machte mir jedoch auch Gedanken, was ihm gut tun könnte.

Unauffällig flitzte ich unter die Dusche, rasierte mich und schaltete die Mango-Mond-Lampen an, ließ Einaudi durch eine Box erschallen und legte mich unschuldig aufs Bett.

Keine Minute später kam Monsieur verwundert dazu, legte sich neben mich und sprudelte los, von seinem Tag, wie schön das Licht durch die Lampen ist, seit wann ich mich eigentlich rasiere (also wie es zur regelmäßigen Rasur kam, als Routine) und allerhand andere Themen. Unter anderem erklärte er mir auf liebevollem Französisch, so dass ich möglichst viel alleine verstehe, wie ein Haustierchen gehalten werden sollte und die Wörter, die mir unbekannt waren, übersetzte er direkt dabei, ohne dass ich nachfragen musste, so dass ich ebenso entspannt lauschend dalag und seine Streicheleinheiten genießen konnte. 

Dann erhob er sich, denn ein Haustierchen braucht verschiedene Formen der Zuwendung, so seine Worte, und holte den Hundeziemer und einen Vibrator. In Position, auf allen Vieren, ließ er mich schnell kommen, da er genau weiß, welche Knöpfe er drücken muss und danach gönnte er sich ein paar Hiebe mit der Peitsche. 

Ich frage mich, wie es kommt, dass er nun so aus sich raus kommt, jedenfalls habe ich sogar heute noch Spuren davon und das Sitzen tut weh. Aber schön weh, weil es eine Erinnerung an den schönen Abend ist und an seine Liebe zu mir und meine Hingabe und das Gesamtkonzept.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie froh ich bin, dass Monsieur sich mittlerweile mehr traut und sogar vorplant, von wegen: "Das können wir ja morgen nochmal machen!"

Ja, können wir. Jeden Tag, so oft wie Sie nur wünschen, Monsieur und das ist wundervoll!


Montag, 5. Februar 2024

Selbstportrait im Bad

 Monsieur war Bildung immer wichtig und mir ebenso.

Es ist nicht so, dass er mir neue Sachen aufdrängt, sondern schaut, für was ich mich interessiere und das dann liebevoll fördert. 

Als wir zusammenzogen hatte ich schon einige Bücher und er sehr viele, unter anderem, weil er beruflich viele Bücher liest und seine Interessen breit gefächert sind. Auch sein erstes Geschenk an mich war ein Buchpaket, wobei wir uns da noch nicht einmal gesehen hatten, sondern lediglich einige Tage gechattet. Er war ursprünglich in einer Buchhandlung, hatte zwei Bücher für sich und einen Tag im Park gekauft und die selben dann per Amazon an mich schicken lassen, damit wir synchron lesen können.

Das hat viel Eindruck bei mir hinterlassen, denn es waren auch keine einfachen Unterhaltungsromane, sondern ein Gedichtbüchlein und ein philosophisches Buch.

Mittlerweile habe ich, wenn man die Buchanzahl betrachtet, stark aufgeholt, und wir leben in einer Bibliothek, in der man auch wohnen kann :)

Zu jedem noch so kleinen Interesse, schenkte mir Monsieur Bücher, und ich liebe es! 

Dann entdeckte er, dass ich früher einmal versuchte zu zeichnen und fragte immer wieder, warum ich aufgehört habe. "Weil ich nicht gut war..." war eine Antwort, eine andere "Weil ich keine Zeit und Lust mehr hatte..." eine andere. Jedenfalls hatte ich meine Sachen verschenkt und nichts mehr in der Richtung gemacht, sondern mich wieder mehr auf das Thema Handarbeit konzentriert. 

Eigentlich kann ich alles. Stricken, häkeln, sticken, nähen. Und ja, alles selber beigebracht, wobei man mit dem Internet im Rücken, in der heutigen Zeit wirklich alles lernen kann! Früher aus Büchern heraus, heute per Videos :)

Monsieur ließ nicht locker und da ich zu der Zeit damals oft mit ihm mitfuhr, dachte ich mir, es wäre schön, wenn ich dann, was ich sehe, auch zeichnen könnte. Also schaffte ich mir einen Aquarellkasten an, ein paar Stifte und legte langsam los.

Das größte Hindernis, denke ich ist, dass man durch die Enttäuschungen hindurch am Ball bleiben muss. Wenn man etwas malt, oder zeichnet, es anfangs immer furchtbar aussieht und man dennoch dran bleibt und weiter übt.

Wobei ich gestehen muss, ich übe wirklich weder gerne, noch häufig. Meine Zeichnungen sind meistens der 1. oder 2. Versuch, dann mag ich nicht mehr.

Auch hat sich das Thema verändert. Eigentlich wollte ich meine Umgebung zeichnen können, dann trat der Hund in unser Leben und ich konnte nicht mehr mitfahren, also war das erst einmal durch und siehe da, ich fand etwas vollkommen anderes für mich!

Ursprünglich arbeitete ich mit Aquarellfarben und manchmal Tinte, aber als ich wirklich zeichnen lernte, verlagerte ich mich auf Bleistifte und ja, da gibt es große Unterschiede, nicht nur von der Stärke, sondern auch den Eigenschaften. 

Früher glänzten Bleistiftzeichnungen, nun gibt es matte Stifte und welche die man mit Wasser vermalen kann und selbstspitzende Druckbleistifte und und und! Alleine über Bleistifte habe ich schon mehrere Bücher, eines handelt vom Bleistift anspitzen!

Dann sind auch Radierer ein Thema. Welche, die keine kleinen Restchen hinterlassen, oder wie Knete sind und welche wie Druckbleistifte und elektrische! 

Also alles ein Riesending und so wandelbar. Egal was ich brauchte, Monsieur stellte es mir zur Verfügung, fuhr mich zu Läden und freute sich über jedes Bild, egal wie ekelig es aussah :)

Und nun kann ich das: 





Und nein, das ist noch nicht das Limit, sondern lediglich eine der wenigen Zeichnungen in der Qualität, also geht noch was, also ist es nur ein Zwischenschritt.

Vorlage war ein Bild, was ich für Monsieur mal im Bad machte, als ein befreundeter Sklave meinte, wenn Monsieur gerade auf Reisen ist und ich ihm eine Freude machen möchte, könnte ich ihm doch ein Nacktbild schicken. 

Das Bild selber habe ich nie veröffentlicht, weil wir es zu intim fanden, zu persönlich. So abgemildert geht es aber, denke ich.

Bin ich zufrieden? Nein! Da geht noch so viel mehr!

Bin ich glücklich, dass ich den größten Fan an meiner Seite habe, der mich mit allem unterstützt? Ja!

Wenn man so einen Menschen an seiner Seite hat, ist es leichter durchzuhalten, und wenn ich denke, dass etwas einfach nur scheiße aussieht, findet er noch immer etwas Schönes darin.

Leider kann man ihn dann schlecht fragen, ob ein Bild wirklich gut ist, weil er immer voreingenommen ist und selten objektiv, aber genau das lässt mich ja dran bleiben und weiter machen und an guten Tagen denken, dass ich noch so viel besser werden kann und dann beweise ich es uns und zeichne ein noch besseres Bild :)

Ein Herr zu sein, ich meine keinen Zwischendurch-Dom, sondern ein 24/7 und/oder TPE Herr zu sein, das ist viel mehr als nur: "Sklavin, leg Dich hin und spreize die Beine!".  Es geht um den individuellen Alltag, um das Miteinander und dass alle Bedürfnisse angesprochen werden, auch die ohne DS-Bezug. Es geht darum, dass man in allen Bereichen gefördert wird, auch der Herr, nicht nur die Sklavin, sondern beide. 

Wenn ich mir vorstelle, ich müsste einfach nur den Haushalt machen und mich benutzen lassen und das wars, dann würde ich eingehen und stagnieren. Eine Sklavin ist das Aushängeschild ihres Herrn. Ihr Betragen ist ein Abbild seiner Erziehung und das meine ich auch im intellektuellen Sinne, denn eine gebildete Sklavin macht mehr her. Das Gesamtbild muss stimmen, denke ich. 

Wenn sie hübsch ist, eine gute Figur hat, tolle Kleidung und was weiß ich, aber den Mund öffnet und man denkt, vor einem steht ein Gossenkind, was bringt das?

Monsieur sagte dazu mal:

„Ich will dich wachsen sehen und zugleich dich in den Staub drücken. Und je mehr du wächst, umso mehr Freude bereitet es dann, den Fuß in deinen Nacken zu setzen und dich niederzudrücken, um dich dann aufzuheben und mit dir den Sternenhimmel zu betrachten.“


„Aber mit so einem Haustierchen kann man auch ganz andere Dinge anstellen: Sie zwingen, Flauschesocken zu tragen, damit sie nicht friert, sie in eine braune Kuscheldecke einwickeln und ihr ein schönes Getränk bereiten. Mit ihr alte Miss-Marple-Filme schauen, während sie ihr Köpfchen in den Schoß bettet. Gemeinsam durch den Bücherflohmarkt flanieren und sich daran erfreuen, wenn der Andere eine Trouvaille gemacht hat. Und das Beste: ich muss mich gar nicht entscheiden zwischen der kleinen Schlampe, die unter der Gerte stöhnt, und dem kleinen Sonnenschein, der mir die Welt unter immer wieder anderen Facetten zeigt. Ich habe das Komplettpaket.“

Ist das nicht wundervoll? Ich bin so stolz auf ihn und seine Wortgewalt!

Ich versuche also auf vielen Ebenen eine Zierde meines Herrn zu sein, auf die er, zu Recht, ebenso stolz sein kann!

So, nun muss ich mich allerdings sputen, weil ich noch zum Stoffgeschäft muss, um etwas an Monsieurs Karnevalskostüm zu verbessern :) 

Samstag, 3. Februar 2024

Dämpfendes Badetuch

 Gestern fragte ich, ob ich baden dürfte und Monsieur wählte meinen Lieblingsbadeschaum für mich aus und schaute regelmäßig nach mir. Ich liebe es, wenn er sich fürsorglich zeigt und ich mich gut aufgehoben fühle.

Natürlich verband ich mit der Badezeit ein wenig Wellness und pflegte mich. Hinterher präsentierte ich ihm meine Rasur und er nahm es zum Anlass, dass ich mich aufs Bett legen solle. Da ist dieser kleine Kobold in mir, der allerhand Schabernack im Sinn hat und auch diesmal konnte ich nicht anders, ich wickelte mich fest ins Badetuch ein und legte mich so darauf, dass er es nicht einfach wegziehen konnte.

Monsieur nahm dies als Herausforderung an und schlug fester zu, als üblich, fragte dann, ob das weh tat. Mein kicherndes Nein nahm er für voll und holte kräftiger aus. 

-"Dieses Mal?"

-"Nein, überhaupt nicht..."

-"So gar nicht?"

-"Nein, so überhaupt gar nicht."

Er wunderte sich über die Dämpffähigkeit eines Badehandtuchs und holte die böse fiese Jutepeitsche. Gewarnt, dass es davor ja auch nie weh tat, zog er ordentlich durch.

-"Jetzt?"

-"Nein!"

-"Du willst mir erzählen, dass das nicht weh tat?"

-"Ja."

-"Ein Badetuch kann doch unmöglich so viel abfangen!"

-"Tja..."

Dann versuchte er es noch ein paar Male kräftiger, ohne eine Reaktion meinerseits, wobei er meine Zehen nicht im Blick hatte, sonst hätte er ahnen können, dass ich mir einen Scherz erlaubte.

Eigentlich bin ich wirklich immer ehrlich, wenn er mich nach meinem Schmerzlevel befragt, dieses mal geschützt, wunderte ich mich sehr, dass er mich bei meiner Lüge nicht ertappt hatte, denn üblicherweise bin ich eine sehr miese Lügnerin.

Monsieur befand, dass es genug sei und ich setzte mich auf und zeigte ihm die Spuren, denn die konnte ich nicht verleugnen. Ziemlich erstaunt fragte er sicherheitshalber nach, ob ich ihn angeflunkert habe? Ob es doch wehgetan hatte? 

Ich hatte einen kleinen Lachanfall und klärte ihn auf, wobei wir beide verwundert waren, dass er meine Lüge nicht durchschaut hatte. 

Aber was ich eigentlich erzählen wollte war, dass ich mich sehr über seine spontane Reaktion freute, über sein Bedürfnis mich ein wenig mit der Peitsche "zu verwöhnen".  Das fehlte mir sehr. 

Nein, nach wie vor bin ich nicht maso, ertrage den Schmerz für ihn, allerdings war es in dieser Hinsicht noch viel gemeiner von mir, dass ich ihn so hinters Licht geführt hatte. Böswille war es keiner, denn ich hatte angenommen, er würde es direkt begreifen.

Später entschuldigte ich mich dafür und bat um Verzeihung, hatte mich auch nochmal erklärt und Monsieur verzieh mir, inklusive einer Strafe von nochmals drei Hieben, jetzt allerdings ohne Handtuch dazwischen!

Er hat wieder Spaß daran und das ist so wertvoll und gibt mir so viel Hoffnung und zeigt mir, dass ich etwas besser mache und wir auf dem richtigen Weg sind.

Merci Monsieur!

*P.S: an der Anrede arbeiten wir noch ;)




Mittwoch, 31. Januar 2024

Vertrauen und bauen

 "Die Spuren machen Dich noch schöner!" Es sind diese Sätze, die man nicht vergisst, an die man sich ewig erinnert und an das intensive Gefühl, als man es gesagt bekam und die es noch intensivieren.

Aber von vorne.

Ich hatte in Fotoalben nach Bildern gesucht und habe mich durch die Jahre geklickt und dabei so vieles wieder entdeckt! Unter anderem viele Screenshots von Monsieur und mir, als alles noch neu und frisch war, als man sich noch säuselnd schrieb, wie sehr man sich vermisst, wie eng es in der Hose wird, wenn man an den anderen denkt und dass man es kaum erwarten kann, den anderen in Armen halten zu können.

Nicht nur das, sondern auch, dass dieser eine Moment so wundervoll war und jene Situation. Die Zeit, in der man die Situationen im Kopf weiter spinnt, was man beim nächsten Mal noch machen kann und so beflügelt ist, dass die Fantasie keine Grenzen kennt.

Ich teilte diese kleinen Fundstücke natürlich mit Monsieur und wir fragten uns, wie wir dahin zurück kommen können. Wir sind die selben Seelen, mit den selben Gedanken, Wünschen und Bedürfnissen von damals. Wir sind die, die gleichen Hobbys haben und Sachen mögen, von denen man denkt, dass man damit alleine ist. Wie konnte das Leben einen so sehr überfordern, als dass man all diese einzigartigen Möglichkeiten aus den Augen verlieren konnte?

Und besonders wichtig finde ich, dass der Ton ein vollkommen anderer war. Liebevoller, positiver, verheißungsvoll und immer überzeugt, dass alles toll wird und man füreinander bestimmt ist.

Der Ton ändert auch das Handeln und beeinflusst das Miteinander sehr und damit begann alles ins Rollen zu kommen.

Früher sprachen wir sehr konstruktiv miteinander, sagten auch ganz klar, was wir mögen und brauchen, sahen nicht wirklich auf die Defizite, sondern positiv orientiert, in die Zukunft investierend, was fehlte, was man gerne anders hätte und es hatte ja funktioniert!

Und es funktioniert auch noch heute!

Wir zeigen wieder Verständnis füreinander und bauen darauf auf. 

Was mir immer sehr wichtig ist, war und sein wird ist, dass ich den Kontrast brauche zwischen Liebe und Härte. Geschlagen werden bis man heult, aber dann direkt auch in den Arm und bekuschelt werden, mit liebevollen Worten und Stolz.

Ich hatte vor Monsieur immer den Eindruck, sobald ein Herr seine Sklavin liebt, verweichlicht er und das kann ich persönlich nicht gebrauchen, dann fehlt mir die andere Seite.

Im Alltag brauche ich viel Bestätigung, dass ich es richtig mache, dass ich helfe und eine gute Sklavin bin. Dieses Wissen gibt mir Sicherheit und macht mich immun gegen die Widrigkeiten des Alltags. Nur wenn ich mich vollkommen angenommen fühle und vertraue, kann ich eine gute Sklavin sein, die alles für ihren Herrn tut. 

Das rief ich nochmal ins Monsieurs Gedächtnis und es funktioniert!

Wobei das nun klingt, als hätte ich nur gefordert. Nein, eigentlich legte ich vor, bereits vor der Bildersuche, indem ich mir besonders viel Mühe mit der Wohnung gab. Wir haben noch nicht wieder alles an einen Ort zurück bringen können, weil wir renoviert haben, umräumten, Möbel neu kauften usw., so dass Monsieur sich nicht so wohl fühlte und ich versuchte das möglichst schnell zu ändern und als wir sahen, dass es die Varmblixt Lampe bei Ikea wieder gibt, freuten wir uns total! Monsieur sagte vor Ort noch, dass er kaum erwarten kann, meinen gestriemten Hintern bei diesem warmen Licht zu sehen. Zwar zweifelte er noch, ob wir sie wirklich kaufen sollen, denn brauchen tun wir sie ja eigentlich nicht... jedoch musste ich ihn nicht lange überzeugen und er packte sie ein. Ehrlich gesagt hatte er sie damals, als sie neu war, nicht mehr bekommen und mir ewig die Ohren vollgejammert, daher auch die Freude und ja, sie sehen wirklich gut aus, rechts und links vom Bett. Dann haben wir eine Birne in der Todessternlampe über dem Bett, die man farblich einstellen kann und das schön warme Licht verstärkt. 

Heute schickte er mich aufs Bett und machte Einaudi an. Ein kleines Ritual. Früher hörten wir zwar auch mal andere klassische Musik, jedoch meistens Einaudi und wenn einer von uns seine Stücke starten, weiß der andere schon, was ansteht :)

Es ist schön, diese Vertrautheit, wenn man so eingespielt ist.

Ich legte mich aufs Bett, wollte nichts vorweg nehmen und war überrascht, als er nicht sagte, ich solle mich ausziehen, sondern mich zur Bettkante lotste und es selber machte.

Es gestaltete sich wie eine klassische Wartung und ich genieße es immer sehr, wenn er mir dabei ins Ohr spricht, warum es eine Wartung ist, warum es genau so ist, wie es ist. Warum er seine Kleidung trägt und ich nackt bin. 

Danach nimmt er sich, was  er möchte von mir. Manchmal auch gar nichts, dann wars das. Damit komme ich wirklich schlecht klar. Wenn ich einen Orgasmus hatte, muss mein Herr mindestens auch einen haben. Heute jedoch sprach ich es nicht an. Ich versuchte auch nicht in seinen Schritt zu greifen und ihn zu stimulieren, wie ich es sonst immer gerne (vergeblich) versuche. Es ist eine Beeinflussung, die Monsieur nicht wünscht. Entweder nimmt er meine Hand und erlaubt es mir, oder ich habe die Finger wegzulassen. Das habe ich respektiert und keinen Versuch gestartet. Monsieur weiß sicherlich mittlerweile, dass es dann keinesfalls daran lag, dass ich nicht gerne gewollt hätte, sondern eine brave Sklavin war.

Er drehte mich auf den Bauch und ich ahnte was folgen würde. Die Spannung hält sich in Grenzen, jedoch gibt es immer ein paar Dinge, die willkürlich seiner Lust folgen, wie zum Beispiel welches Schlaginstrument er wählt, ob er mehrere nimmt und ganz wichtig, wie hart er schlägt und wohin!

Meistens ist die Hundepeitsche dabei, aber nur kurz, weil er sie im alten Schlafzimmer nicht gut benutzen konnte, weil das Bett zu sehr an einer Wand stand und so gut wie immer der Stock. Beides mit dem Satz: "Die habe ich extra für Dich gekauft!"

Nein, er benutzt nicht schon x Jahre alte Sachen an mir. Ich glaube, er hat nur Neues für mich benutzt. Aber was er sagen möchte ist, er hat es extra für mich angeschafft. 

Den Stock bereits bevor wir uns das erste mal sahen. 

Die Hundepeitsche hat eine große Bedeutung, durch "histoire d'O" und was anderem.

Nun steht das Bett frei im Raum, er kann also von beiden Seiten ausholen und hat Platz, genug Platz!

Also ja, er nahm die Hundepeitsche und begann recht zart. Ich hätte nicht gedacht, dass man sie auch so sanft benutzen kann. Es tat nicht weh, steigerte sich dann aber rasch und mein Gefluche begann alsbald. Das ist, für mich, ein wichtiger Punkt. Nein, ich fluche nicht um ihn zu beeinflussen, sondern wenn es scheiße weh tut,  und das weiß er. Verlässt er sich darauf und ändert etwas? Früher manchmal, aber ich denke, das wird nun seltener vorkommen.

Er schlug heute fröhlich weiter und ich war während dessen schon beeindruckt, wie zielsicher er ist!

Kein Schlag war zu hoch, zu tief und seltsam, er schlug so passend, dass sich nichts ums Bein wickelte und dort traf, wo er es wollte. Naja, gelobt habe ich ihn nicht, nur versucht ins Kissen zu fluchen.

Es ist ein kleiner Kampf zwischen uns. Er versucht lange nicht zu kommen, um mich länger zu schlagen, ich versuche es ihm möglichst schwer zu machen und mich gut für ihn anzufühlen, wenn er mich fickt, damit er möglichst bald kommt, damit er mich nicht nochmal schlägt.

Ich hasse und liebe diesen Wechsel zwischen Schmerz und Lust, wobei ich mit dem Kopf dann eher bei seinen Bedürfnissen bin. Wenn er in mich eindringt, dieses fantastische Gefühl genieße ich extrem, dann schalte ich allerdings schnell um und versuche es ihm schön in mir zu machen und heute zog ich noch schnell die Haarspange raus, weil ich weiß, dass er gerne an meinen Haaren zieht und mir dadurch zusätzlichen Schmerz zu verpassen. Wenn er sich dann zurück zieht und wieder zur Peitsche greift, kann ich mir ein frustriertes Stöhnen nicht verkneifen und versuche möglichst stillzuhalten, möglichst mich wenig zu bewegen und passend dazuliegen, so dass er seine Hiebe gut platzieren kann und nichts daneben geht. Er soll sich auf seine Lust konzentrieren können, weniger darauf, ob ich mich gerade von A nach B bewege.

Keine Ahnung wie er es machte, aber es hatte sich was in ihm gelockert, denn er schlug heute härter als sonst, öfter und ließ sich von mir nicht beeindrucken.

Ehrlich gesagt finde ich das gut. Ich konnte schon immer Männer gut um den Finger wickeln, wenn ich wollte und habe es zeitgleich gehasst, dass sie nicht standhafter blieben.

Monsieur hatte heute sehr viel Spaß und teilte ihn mit mir, indem er mir zum Beispiel sagte, dass die Spuren mich noch schöner machen. Indem er mir Küsschen auf die Spuren gab, die wellige und empfindliche Haut streichelte und, als wir uns wieder anzogen froh war, dass wir die Lampen gekauft haben und das sie meinen Hintern noch schöner machen, als er dachte.

Es sind aber vor allem die Kleinigkeiten, die sich wieder geändert haben. Die Sprache, auch die Körpersprache. Wie oft er wieder nach mir sieht, mich umarmt, einfach hält. 

Und ja, ich bin froh, dass er die Hundepeitsche nun endlich richtig benutzen kann, genug Raum hat und es ist ein großer Unterschied. Er war richtig gut darin! 

Sicher werde ich irgendwann genau darüber schimpfen, aber im Moment bin ich, mit schmerzendem Hintern sitzend, einfach glücklich, dass er glücklich und zufrieden ist.

Aus den alten Screenshots sind noch sehr viele Anregungen offen und ich freue mich schon darauf!

Merci beaucoup Monsieur, für diesen wundervollen Satz, den ich wie in einem Einmachglas konserviert, in mein innerliches Erlebnisglanzregal stelle und immer wieder betrachten werde!



Dienstag, 30. Januar 2024

Neuer Profiltext und doch so viel mehr

Eines seiner Lieblingsbilder



Als ich mit 19 Jahren zu hören bekam, dass ich devot sei, konnte ich mit dem Wort rein gar nichts anfangen und somit begab mich auf die Suche, was wohl dahinter stecken könnte und mir tat sich eine neue Welt auf und noch viel mehr als das, denn es beantwortete mir so einige ungestellte Fragen.


Ein Gefühl, was vorher nahezu immer unbefriedigt und unangetastet geblieben war, hatte nun einen Namen bekommen und somit die Chance, endlich ausgelebt zu werden und das packte ich direkt an!


So bin ich!


Ich möchte leben, erleben, spüren, fühlen, alles auf einmal und nie genug bekommen, unersättlich und immer noch eine Schippe mehr haben, bitte!


Es dauerte also nicht lange, bis ich auf meiner ersten Party war, meine ersten Erlebnisse sammelte, meine ersten Sessions hatte und schnell merkte, es ist nie genug, niemals genug und mir klar wurde, dass ich eine TPE Sklavin bin, dass ich es nicht nur genieße, sondern brauche, dass mein Tag gut strukturiert getaktet ist und ganz ehrlich, mein höchstes Ziel ist der Stolz meines Herrn. Mehr brauche ich nicht. Dieser Blick von ihm, von oben zu mir runter, auf mich herab, ich auf Knien zu ihm hinauf, dieser Blick voller Stolz und Liebe, dafür lebe ich.


Kontrolliert werden, nachgefragt bekommen, antworten können, dass ich artig war, dafür gelobt werden, gibt es etwas Schöneres?

Seine Hand im Genick spüren, sanft und stetig geführt werden, mit strenger und gerechter Hand, das ist perfekt.


Ich habe in den 22 Jahren nicht viele Herren gehabt, da mein erster mich direkt geheiratet hatte (nein, ich blieb nicht bei ihm), jedoch weiß ich, was ich nicht bin und was ich nicht mag und dazu gehört es, dass ich definitiv keine Barbie Puppe bin, denn das Äußere ist nicht unwichtig, aber oft überbewertet. Was bringt es, wenn die Hülle schrumpelt, mit was überzeugt man dann noch?

Mir ist der Charakter so viel wichtiger und schön anziehen kann man jeden und alles und mit den heutigen Make-up Tutorials überall, bekommt man aus jeder Baracke ein Schloss gezaubert... bis zur nächsten Dusche jedenfalls, deshalb heißt es ja oft, dass erste Date sollte im Schwimmbad, oder besser noch, in der Sauna stattfinden.

Nein, ich bin nicht so oberflächlich uns sehe lieber in die Tiefe, dort ist es schön muckelig dunkel und abgründiger. Das passt besser zu mir.

In der Szene ist das Leider oft verpönt, wie in den guten alten Zeiten, als es noch hieß: "Frauen die lesen sind gefährlich!"


Schade.


Eine schöne und gemütliche Leseecke, mit Kuschelfell und einer Tasse Tee, ein paar Kissen und einem tollen Roman, dazu die Sklavin versonnen lesend auf dem Boden, wo sie hingehört, nackt natürlich... was ist daran gefährlich? Wobei, vielleicht sollte man sie doch besser anketten, wer weiß!


Gefühlt muss alles glänzen und glitzern und mehr Schein, als Sein haben, muss es nach außen toll aussehen und innen verfault es, aber egal, so lange andere Menschen es nicht erkennen können.


Mein DS findet eher in trauter Zweisamkeit statt, intim, dafür umso dreckiger und abgründiger, am liebsten so sehr, dass man keinem davon erzählen mag, also pssst!


Vor einigen Jahren lernte ich dann Monsieur Philou kennen und er nahm mich bei sich auf und wir starteten mutig gemeinsam in dieses neue Kapitel unseres Lebens. Keiner sagte, dass es einfach werden würde, wie auch, bei diesem enormen Projekt und dazu kamen Widrigkeiten, von denen wir nichts geahnt hatten. Mittlerweile hat sich alles beruhigt und wir halten nach wie vor aneinander fest, was sonst ist TPE?


Natürlich könnte ich es mir einfach machen und bei den kleinsten Problemen verschwinden, einen Unterschlupf würde ich wohl finden, jedoch was wäre ich als Sklavin dann noch wert? Wie könnte man sich auf mein Wort verlassen?


Ich gehe lieber den steinigen Weg mit ihm und erhoffe mir den Honigtopf am Ziel, der eine stabile, ausgeglichene TPE Beziehung bedeutet.


Beide Seiten sind nicht leicht. Vorgehen und den Weg bestimmen, schweigend folgen und vertrauen. Man braucht einander, um voranzuschreiten, wenn der andere gerade keine Kraft hat und ihm beim nächsten Schritt zu helfen. Das ist in jeder Form von Verbindung so. 


Ich habe ihn damals auserwählt und mich ihm geschenkt und er hat mich angenommen und nun wachsen wir aneinander, miteinander und lernen voneinander, stehen füreinander ein und suchen unseren Weg durch das dornige Gestrüpp, aber auch über sonnige Blütenwiesen. 


Es ist so wertvoll, wenn man einen Menschen findet, der die lustigsten Hobbys teilt und die gleichen Interessen hat, obwohl sie kein Standard sind und wenn dieser Mensch noch die selben Abgründe hat und einen schamlos ergänzt, was braucht man dann mehr, als Geduld und Standhaftigkeit?


Wir verrieten einander, was tief in unserem Keller sich für Filme abspielen und was man für undenkbar hielt, bis der andere strahlend erwidert: „Da fängt es doch erst an, denken wir zusammen weiter!“


Das ist allerdings erst möglich, wenn man sich komplett füreinander entscheidet. Wenn man keine weiteren Optionen im Kopf hat, wenn man nicht mehr an eine Alternative denkt, sondern voller Vertrauen einen Kopfsprung in die Beziehung macht und dort aufgefangen wird.


TPE lässt kein „was wäre wenn…“ oder „aber!“ zu. TPE beginnt, wo der Spaß endet. TPE ist eine Lebensentscheidung ohne Zurück. TPE ist ganz oder gar nicht.


Ich habe mich für ganz entschieden und mich verschenkt.


Donnerstag, 11. Januar 2024

Alles beendet

 Gefühlt spielt sich im Moment alles in Zeitlupe ab. Die Zeit zieht sich wie Kaugummi, dehnt sich aus und  verharrt.

Aber im selben Moment passiert auch viel auf einmal. In mir.

Ich hate so viele Jahre, Jahrzehnte nur Streß. Meine Gesundheit, meine Familie, Schicksalsschläge noch und nöcher und jetzt gerade ist es ruhig. Das bin ich nicht gewohnt und doch versuche ich mich zu entspannen und es zu genießen, ohne permanent darauf zu warten, was als nächstes schlimmes passieren mag.

Mein gehetztes Leben legt eine Pause ein.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist mein Zimmer fertig und schöner als gewünscht.

Meine Migräne ist im Griff und betrifft lediglich 1-2 Tage im Monat.

Meine Krankheit ist nur noch ein Klinikbesuch einmal im Jahr und keinerlei andere Zwischenfälle.

Mit dem Hund habe ich mich arrangiert und, obwohl ich keinen wollte, sind wir ein super Team und versüßen uns gegenseitig die Tage.

Die Kinder sind gut untergebracht und keiner ist mehr da, der ständig an einem zerrt und belastet. Nein, Kinder sind viel mehr als das! Sie sind das größte Glück im Leben und schenken einem so unendlich viel, jedoch sind sie dennoch auch Arbeit, Sorgen und Streß.

Nun habe ich Ruhe.

Kann mich neu definieren und atmen.

Da Monsieur nach wie vor nicht als TPE Herr wirklich aktiv ist, musste und muss ich mich damit arrangieren.

Es kam dann der Zeitpunkt, an dem ich mir sagte: "Wenn er nicht in der Form für mich da ist, muss ich mich mehr um mich selber kümmern..." Als Sklavin würde ich es nach wie vor als Armutszeugnis deuten, als Mensch eher eine Überlebenstaktik und den Fokus verschieben.

Es bringt nichts, wenn ich mich darüber, oder über ihn ärgere, also mache ich eben mein eigenes Ding und genieße das wenige DS, was ich ab und an bekomme.

Das funktioniert eigentlich ganz gut im Moment. Dadurch komme ich zur Ruhe und höre meine innere Stimme deutlicher. Meine Sklavin hingegen wurde erst einmal verbannt.

Ich fühle mich wohler in meiner Haut und komme mehr zu Aktivitäten, die ich vor lauter unglücklichsein vernachlässigt hatte. 

Ich ziehe mich zurück, lese ein Buch, male, nähe, stricke, was auch immer. Beschäftige mich mit Dingen, die ich mag, die mir gut tun und ablenken.

Monsieur ist nicht komplett untätig. Ich kann andere Fürsorge von ihm mehr schätzen, als früher.

Ein Friseurbesuch war für mich immer sehr stressig. Die Sorge, dass die Haare zu kurz geschnitten werden, oder anderweitig nicht gut aussehen, damit hatte ich umgehen lernen und nun, durch ihn, der sagt, dass ein Friseur eben etwas mehr kostet, es das aber auch wert ist, komme ich in den Genuss, dass wirklich auf mich gehört wird und ich noch eine Wellnesspackung oben drauf bekomme.

Oder der Besuch in meinem liebsten Kunstladen und das Wissen, wenn ich etwas wirklich möchte, macht er es mir möglich und schimpft nicht, sondern sieht die Optionen, die ich dadurch habe und vertraut darauf, dass ich etwas daraus mache und wenn ich es umsetze, die Freude, an dem was ich erschaffen habe.

Die Lust, die ich auf Museumsbesuche entwickelt habe, obwohl ich früher so gut wie nie in eins ging und das Wissen, was ich gerne anschaue, was weniger und die Überraschung, dass mir dann doch wieder andere Sachen gefallen, von denen ich nichts wußte und dass er mich in meinem Tempo herumstöbern lässt und nicht darauf besteht, dass wir nebeneinander bleiben, sondern jeder die Zeit damit verbringt, was er gerne betrachten möchte. Manchmal husche ich nahezu durch und er lässt sich bei jedem Stück Zeit und Ruhe, ein anderes Mal ist es dann wieder umgekehrt, aber keiner hetzt den anderen, sondern beobachtet, wie fasziniert der Partner von den Kunstwerken ist und hinterher teilt man die Eindrücke, erklärt seine Sicht und schwelgt gemeinsam darin.

Es sind viele Dinge und ich kann unmöglich alle beschreiben, aber zusammen genommen ergeben sie ein Gefühl von Behaglichkeit, Akzeptanz und Wohlwollen.

Früher bemerkte ich nahezu nur die Abwesenheit von TPE und größtenteils DS.

Ist das genug? Nein. Wird es nie sein.

Ist es im Moment, wortwörtlich Moment genug? Ja, es ist ok. Weil ich verzichte und den Fokus auf andere Dinge lege. 

Die nächste Katastrophe kommt garantiert, aber ich versuche den Augenblick zu genießen, Ruhe zu tanken und auf mich zu achten, bis es wieder jemand anderes möchte. So lange bin ich eben für mich selber da. Also in guter Gesellschaft :)

Monsieur zeigt seine Liebe eben durch Annehmlichkeiten und das Kümmern, damit es einem gut geht. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

Vielleicht braucht er auch einfach seine Zeit. Muss sich wieder hören, auf sich hören. 

Und nun lebe ich weiter im Moment, versuche mir keine zukünftigen Fiaskos auszumalen und die Vergangenheit ruhen zu lassen. 

Ich habe so viele Bücher, die alle gerne gelesen werden wollen und jedes ist für sich eine Flucht in eine andere Welt :)

So viele Leben die man leben kann!


Dienstag, 21. November 2023

Veränderung



 Bei uns tat sich so einiges in letzter Zeit, jedoch hatte ich keine Lust darüber zu schreiben und es zu teilen, sondern habe es lieber im Stillen beobachtet und mich erfreut.

Seit wir die Zimmer renovieren und neu strukturieren herrscht zwar das Chaos in der Wohnung, weil wir jeweils immer die Möbel und den Inhalt eines Zimmers sonst wo verteilen müssen, jedoch bringt es uns immer ein paar Schritte weiter, auch innerhalb unserer Beziehung.

Lange war ich mir nicht sicher, ob ich die Zimmer renoviere um einen Abschluss für mich zu schaffen, um zu sagen, ich habe alles so ordentlich hinterlassen, wie ich gekommen bin, oder ob ich wirklich mein (erstes) eigenes Zimmer vorbereite. Im Prinzip sagte ich mir meistens, ich warte ab, ich habe mich nicht entschieden.

Zwar hat Monsieur arge Probleme mit den herumstehenden Sachen, dennoch passierte auch in ihm viel. Er meckert allgemein viel weniger, außer wenn er gegen was rempelt, etwas herunter purzelt, er sich den Fuß stößt... aber dadurch kam seine fürsorgliche und liebevolle Seite wieder mehr zum Scheinen und sobald es dann ums Gestalten ging, darum wie das Schlafzimmer nun arrangiert wird, blühte er so richtig auf und tut es noch.

Klar behalten wir den Großteil der alten Möbel, nun ist aber mehr Platz und alles anders verteilt, so dass es neue und andere Möglichkeiten gibt. So lange der Hund noch zwischen uns herum tappst gibt es nach wie vor Einschränkungen und ich denke, ein Hundebett wird sehr lange keine Option danach bleiben, aus emotionalen Gründen, jedoch kann man sich ja neue Alternativen einfallen lassen.

Auf Monsieurs Bettseite ist wieder richtig Platz, zum Beispiel für die Corner Time und er kommt nun problemlos an sein Brett dran, was zuvor auf meiner Seite hing.

Das Brett bekam ein richtiges Makeover und  erstrahlt im neuen Glanze!


So wie das Brett neu, schöner und ordentlicher gestaltet wurde, verändern sich hier gerade viele Dinge, nicht nur die räumlichen.

Ich finde, das Brett ist ein wundervolles Beispiel dafür, wie Monsieur tickt. Wenn alles seine Ordnung hat, seinen Platz und seine Struktur, dann erst kann er sich entspannen, wohlfühlen und loslassen, bzw. auch wieder die Zügel in die Hand nehmen, eben weil er sich dann heimisch fühlt und das fehlte ihm nun Jahre. Die Wandlung des Bretts ist ein perfektes Sinnbild.


Er fand beim Umräumen noch einige der übergebliebenen Haken und schraubte sie an, dann kam das Regal darunter weg, was ihm länger ein Dorn im Auge war und statt dessen kaufte er fröhlich einen Leder Köcher, in dem nun die Stöcke ruhen dürfen. Es sieht dadurch so viel besser aus und macht auch mehr Lust darauf sie einzusetzen :)


Ich hingegen habe mir Gedanken gemacht, wohin meine Halsbänder und Leinen kommen sollen. Die Garderobe passt nirgendwo mehr hin und wurde auch nicht benutzt wie geplant, also steckte ich sie kurzerhand einfach in den Kleiderschrank, denn das sind sie: meine Kleidung.



Wobei mir gerade auffällt, dass Monsieur die schöne Lederleine und das Halsband derzeit auf dem Hocker unter seinem Brett liegen hat und genau genommen nun Platz für ein weiteres Set ist *fügen Sie hier ein diabolisches Lachen ein*

Ja, mein Fetisch sind nach wie vor Halsbänder! Das wird sich auch nicht mehr ändern, denn so geht es mir von klein auf, schon seit ich denken kann.

Die Ketten im Bett blieben und sonst hat sich optisch viel getan, was hier jedoch nichts zur Sache macht, weil es keine Rolle spielt.

Wir hatten auch schon die ein oder andere reizvolle Nacht im neuen Zimmer und ich muss sagen, es ist wirklich praktisch, dass das Brett auf seiner Seite hängt und er einfach aufstehen kann, sich davor aufbaut und laut denkt: "Ah, die Teufelschwanzpeitsche ist zu laut gewesen, wir wollen ja keinen wecken, also was nehme ich denn statt dessen?!?" Sein genussvoller Klang in der Stimme, wie wenn jemand im Süßigkeitenladen steht und nicht weiß, was er zuerst probieren möchte.

Übrigens, es wurde dann ein Stock, glaube ich. Ich schaue nicht hin, ich vergrabe mein Gesicht im Kissen, denn was bringt es, wenn er extra ein leiseres Werkzeug wählt, ich dann aber laut herum jammere, denn es war hart, ehrlich. Wenn die Spitze vom Stock die immer gleiche Stelle am Oberschenkel trifft, das tut einfach höllisch weh. 

Auch freut er sich diebisch, dass er nun wieder komplett ums Bett herumlaufen kann, denn dann können beide Backen gleichermaßen bearbeitet werden. Seine Freude ist mein Leid. Wobei das falsch klingt!

Hinterher dachte ich mir, als mein Hals ganz wund von meinen kehligen Lauten war und schmerzte, dass ich ihn genau dafür liebe. Weil er eben mir Schmerzen zufügen kann, obwohl oder eher weil er mich liebt. Dass ich es wirklich hasse, wenn er mich schlägt und mich leiden lässt und zeitgleich liebe ich es, weil er es kann.

Man muss es vielleicht mit dem Hintergrund betrachten, dass ich schon immer Jungs und Männer einfach um den Finger wickeln konnte und bekam was ich wollte, was mich immer langweilte und nicht interessierte. Ich suchte den Einen, der sich davon nicht beeindrucken lässt und sein Ding durchzieht. Nicht missverstehen, ich habe viele Wünsche und liebe es, wenn er mich beschenkt und verwöhnt, aber das alleine ist reizlos und ich brauche jemanden, der mir durch Härte zeigt, wie sehr er mich liebt.

Hinterher gestreichelt werden, seine Küsse auf meiner wunden brennenden Haut, seine anerkennend tastenden Fingerkuppen auf meinen wulstigen Spuren, das ist der Inbegriff für Perfektion für mich, in meiner kleinen Welt, in meiner kleinen Seele.

Davor unerbittliche Härte und umso mehr ich leide, umso mehr macht es ihn an, danach die beiderseitige Anerkennung und Liebe und meine Ehrfurcht, dass er so mit mir umgehen kann, obwohl und weil er mich liebt. 

Mittwoch, 20. September 2023

Buchladen voller Weisheit

 Im Moment stand so viel Arbeit an, weil das letzte Kind ausgezogen ist, ein Kind zum Studieren weit weg zieht und wir die Chance nutzen und renovieren, so dass ich die meiste Zeit nicht wußte und weiß wo mir der Kopf steht, also nahm Monsieur mich mit in meine alte Wahlheimat.

Das letzte Kind hatte viel Zeug im Zimmer gelassen und gesagt, dass es weg kann und beim Durchsehen traten so allerhand Schätze ans Licht. Alte Erinnerungen und sogar noch Gutscheine, die über fünf Jahre alt waren, von einer Buchhandlung. Also rief ich dort an, ob sie noch gültig sind und siehe da, ich könne ruhig damit noch rum kommen!

Gesagt, getan und somit nutzte ich meinen Wahlheimaturlaub und spazierte in die Buchhandlung und sah mich um.

Eines der Probleme, warum ich allgemein gerade nicht mehr so oft in Buchhandlungen ging ist, dass ich kaum zum Lesen kam und so ungemein viele Bücher habe, die ich noch lesen muss, so dass ich nicht wirklich Lust habe, mir neue anzuschaffen. Ein anderes Problem ist, dass ich niemals nur mit einem neuen Buch heraus gehe. Ehrlich gesagt wäre ich mir auch schäbig vorgekommen, die Gutscheine einzulösen und fertig, also hatte ich mir vorgenommen, mindestens noch ein weiteres Buch zu gönnen!

Ich sah mich um und ich fand nichts.

Nicht missverstehen, ich lese wirklich gerne und bin nicht so wählerisch, aber deshalb habe ich eben zuhause bereits mehr als drei Billys samt Aufsätzen voller Bücher. Sicher würde ich schon ein viertes voll bekommen, wenn ich alle, die ich notdürftig woanders unterbringen musste und das sind nur die Romane, nicht die Kunst und Sachbücher einbezogen und dann reden wir nicht auch noch von den E-Books. Monsieur hat in etwa hmm das doppelte bis dreifache von mir?

Ja, wir leben in einer Bibliothek!

Das war mit ein Grund, warum wir uns auf Anhieb so gut verstanden hatten.

Also ich sah mich um und was mich interessierte, hatte ich schon und was ich nicht kannte, interessierte mich nicht so wirklich und gefühlt fand ich nichts und lungerte da so eine Weile herum, wobei ich es schön fand, dass ich ungestört blieb. Der eine Verkäufer, vielleicht auch Besitzer, beriet eine Dame und war fantastisch! Er erzählte so lebendig und freudig von den Büchern, so dass man direkt Lust auf alle bekam und eines hatte es mir besonders angetan. Ich hatte es schon auf meiner Liste und kürzlich war es bei den Kindle Deals für 4,99 dabei gewesen, aber ich hatte noch gedacht, dass es das bald wieder sein würde und nicht eilt. Ehrlich gesagt, ich habe wirklich sehr viele noch offen und zu lesen, jedes Buch was ich nicht kaufe kann froh sein, weil es Jahre warten muss.

Jedenfalls höre ich so nebenbei zu und es war mir so eine Freude und ich hatte noch genug Zeit und nahm mir vor, dass das ja mein zweites Buch werden kann, wenn ich sonst nichts finde.

Dann nach einer Ewigkeit entdeckte ich eines. "Der Kaninchenstall" von Tess Gunty würde mein Budget aufbrauchen und klang spannend. Ich mag den voyeuristischen Touch, denn es geht um ein Apartmentkomplex in Amerika und man erfährt so allerhand über die verschiedenen Leben der Nachbarn. Es scheint spannend und auch skurril bis lustig zu sein, also das sollte es sein.

Ich ging zu dem Verkäufer, lobte seine Ausführung über das Buch bei der anderen Dame vorhin und dass ich auch gerne eines davon hätte, weil er es so wundervoll beschrieben hätte. Leider war keines mehr übrig, also bat ich darum, mir den Titel und die Autorin auf einen Zettel zu schreiben und mir doch bitte ein weiteres zu empfehlen. Langsam wurde dann doch meine Zeit etwas knäpplich, denn ich musste noch in die Drogerie und manchmal ist Monsieur eher fertig und ich wollte ihn nicht warten lassen.

Was ich denn gerne lesen würde, war seine Frage. Ha! Das ist einfach und schwer zugleich. Eigentlich alles, außer Krimis, die mag ich wirklich nicht und bitte kein Fantasy oder Sci-Fi, aber sonst bin ich für alles offen!

Das freute ihn. Ob es eher fröhlich oder düster sein solle? Fröhlich bitte, düster ist mein Leben oft genug, dann soll es doch bitte heiter beim Lesen sein. Aha, so so, er selber lese ja eher anderes und man sah schon, wie er grübelte und griff ausgerechnet zu einem Buch, in dessen Titel bereits das Wort Schwester vorkam. Kurz erklärte ich, dass meine Schwester vor etwa genau einem Jahr verstorben ist, also bitte nichts mit Schwestern, wobei wir bei dem Thema eben blieben und ins Reden kamen. Er verstand mich und griff zu einem, was ich bereits hatte und ich zeigte auf einige weitere, die mir bekannt waren, als Buch, Hörbuch usw. und er schaute freudig und erstaunt.

Er lese ja selber wie gesagt eher mal was düsteres, gerne mal mit einem Selbstmord oder dergleichen, ob das ok sei? Ich musste lachen und sagte, gerne, wenn es den Richtigen trifft?

Damit sprangen bei ihm ganze innere Tore auf und er legte los!

Er stellte mir sein Lieblingsbuch vor, vermutlich etwas, was ich so nie gelesen hätte, aber ich bin froh drum! Man öffnet seinen Horizont und erfährt Neues und lernt dazu, erweitert die innere Welt, einfach herrlich! 

Ich mag es auch, wenn man nicht den Eindruck hat, dass es nur ums Geld geht, denn es war ein wirklich günstiges Taschenbuch und der Autor lag ihm sehr am Herzen! Also fragte ich direkt, ob er noch eines von ihm habe? Ja, leider aber nur als Hardcover.... war mir egal, her damit!

Gut, dann stand daneben noch eine Autorin, die er beschrieb, wie Monsieur eine Autorin beschreibt, die er sehr gerne mag. Jedes Wort sitzt, keines zu viel, ganz präzise gewählt, wundervolle Sprache! Das würde ihm gefallen, dachte ich mir.

Na, so wurden es auch noch zwei von ihr.

Die Gutscheine wurden mehr als aufgebraucht, ich ließ ein kleines Vermögen da und eigentlich war ich gedanklich bereits auf dem Weg, da fragte mich dieser wundersame, wundervolle Mensch: "Wenn ich mal so direkt fragen darf, ich das Halsband für Sie angefertigt worden? Denn eine gute Freundin von mir hat ein ganz ähnliches und wenn es das ist, weiß ich um die Bedeutung." 

Und seine ganze Körpersprache hatte sich geändert, war vorsichtiger und tastender und irgendwie niedlich. Nicht missverstehen. Ein älterer Herr, groß gewachsen und wirklich selbstsicher und stattlich, bis zu diesem Moment!

Ich war baff erstaunt und antwortete, dass es tatsächlich für mich angefertigt worden war und wahrscheinlich ebenso diese Bedeutung hat, die er meint und dass es etwas ganz Besonderes ist.

Oft werde ich nicht angesprochen.

Ich trage nun etwa 22 Jahre Metallhalsbänder und dieses auch permanent mit Ring und erkennen tun es vielleicht mehr, aber wirklich ansprechen? Nein, kaum.

Mal ein Sklave, der einen Armreifen trug. Mal ein seltsamer Mann, der es unbedingt anfassen wollte. Vor ein paar Monaten ein Mann im Rewe, der sich kaum traute und dann auch fragte, wie wir denn leben würden.

Ohne Ring hatte ich oft gedacht, es ist verständlich, dass es nicht unbedingt erkannt wird, mit Ring dachte ich anfangs, dass nun wirklich jeder begreifen muss, was es ist.

Ich erklärte ihm auch, dass Monsieur (nein ich nannte ihn nicht so), extra eines aus Titan wollte, weil ich bereits welche aus Edelstahl hatte und es etwas Neues und Besonderes sein sollte und ihm das extrem wichtig war und dass er es direkt am Anfang unserer Beziehung bestellt hatte und mir damit zeigte, welchen Wert ich für ihn habe.

Wir redeten kurz über Wertigkeit und ich habe noch genau im Kopf, mit welchem Strahlen er sagte: "Sie tragen es auch voller Stolz, das sieht man ganz deutlich:"

Leider wurde es dann auch hektisch im Laden und die Zeit drängte und ich verabschiedete mich.

Wir sind nicht aus der Welt.

Ich werde sein Buch lesen, was ihm sehr am Herzen liegt und dann eine Mail schreiben.

Das ist mir auch wichtig, denn er möchte sicher wissen, wie gut es anderen gefällt.

Später dachte ich noch öfter über das Gespräch nach.

Wie wichtig es Monsieur war, dass es aus Titan ist, nicht Edelstahl.

Wie stolz ich war, dass ich ihm so viel wert bin, weil es so früh war und er so viel Hoffnung in mich steckte und wo wir nun sind und wie wenig noch übrig ist.

Das muss eine große Bedeutung haben, sagte er.

Muss es, ja.


Samstag, 9. September 2023

Laufen lernen, bevor man rennt

 


Laufen lernen, bevor man rennen kann, bevor man rennen sollte, war noch nie so mein Ding, eher renne ich und fliege ich auf die Fresse und stehe wieder auf und versuche es eben nochmal!

Im BDSM Bereich funktioniert das nicht so gut, weil man zwingend aufbauen muss. Vertrauen aufbauen. Regeln aufeinander aufbauen. Eine Basis erschaffen. Alles baut aufeinander auf und wenn man etwas auslässt, rächt sich das später wieder.

Deshalb hatte und habe ich immer Verständnis, wenn Monsieur langsam war, langsam ist und nicht von heute auf morgen einen Turbo anschmeißt und sonst was an Regeln auf mich niederregnen lässt, sondern lieber eine Kleinigkeit nach der anderen ändern möchte.

Blöd ist es, wenn ich davon nichts spüre und nichts bemerke.

Diese Diskussion hatten wir nun mehrere Abende hintereinander.

Früher, als wir nicht zusammen lebten, hatten wir auf der Heimfahrt eine Manöverkritik. Jeder sagte was ihm gefiel, was weniger, auf eine humorvolle Art und wir konnten gemeinsam lachen und uns fürs nächste Mal vornehmen, was wir verbessern können. Nun haben wir noch immer eine Manöverkritik und die fällt weniger lustig aus und spiegelt im Prinzip dieselben Themen immer wieder, was für mich den Anlass gab, auch immer neue Worte für dieselbe Sache zu finden, um verstanden zu werden.

Als ich dann meinte: "Für mich ist DS Hauptnahrung und ich habe den Eindruck, dass es für Dich eher eine Art Dessert ist, also nicht zwingend notwendig, sondern etwas worauf man Lust hat und es sich dann eben gönnt.", hat Monsieur verstanden was ich immer versuche zu erklären und zu beschreiben.

Er sagt. dass sein Job viel Kapazität seiner Gedanken auffrisst, ich sage, dass DS in einem steckt und im Hintergrund immer präsent ist und es quasi permanent mitschwingt, dadurch eben keine Kapazität wegnimmt. 

Wir sind also wieder bei Grundsatzdiskussionen angelangt und meiner allgegenwärtigen Sorge, dass ich DS mehr brauche und für wichtiger halte, als Monsieur.

Wie auch immer, wir haben dennoch an unseren Beginn zurück gedacht und da war es normal, dass wir während unserer knapp bemessenen Zeit möglichst viel zusammen gemacht haben und dass DS in der gesamten Wohnung eine Option war.

Ich erinnerte mich, wie er die erste Stahlöse in die Wohnzimmereinrichtung bohrte und ich dachte: "Mist! Wenn wir uns trennen, ist da ein Loch! Einfach so ein Loch! Das sieht doch nicht aus!!!" Er sah nur die Option mich anzuketten. Mittlerweile sind die Teile überall in der Wohnung verteilt und ursprünglich waren da auch Ketten und Schlösser dran, so dass man mich jederzeit anschließen konnte. 

Die sollten wir mal wieder ausbuddeln.

Jedenfalls fielen mir diese Schreckmomente wieder, wie er die Einrichtung nach und nach "demolierte" und dann verkrümelte er sich ins Büro, weil er eine Videokonferenz hatte und ich dachte mir so: "Ach, wie war das noch gleich früher?" und huschte hinterher.

Mein Kniekissen kaufte er, als wir unsere ersten Chats miteinander hatten, ohne dass wir uns einmal gesehen hatten und es liegt heute im Büro und wartet immer auf mich, wie es schon damals auf mich wartete, also zog ich mich aus, schnappte meine Switch und hockte mich darauf.

Monsieur beobachtete mich nicht lange, kam direkt zu mir und belohnte mich mit einer Knuddeleinheit. Er redet nicht viel, er zeigt sein Gefallen körperlich mit Zärtlichkeit, streichelt mich und umarmt mich, küsst mich sanft. 

Dann kehrte er schnell zu seinem Schreibtisch zurück. Das Blickfeld der Kamera ist so, dass ich natürlich nicht zu sehen bin, auch nicht wenn ich aufstehe, falls es mal an der Türe klingeln sollte. 

Dort blieb ich also, spielte ein wenig Animal Crossing und war, was ich bin, eine gute Sklavin, ein gutes Haustierchen, eine gute Partnerin.

Danach bekam ich abermals eine knuddelige Belohnung und dachte bei mir, dass es früher so war und es war schön und nackt sein war schön und wie konnten wir so viel Zeit so sehr verschwenden?



Es ist so lange schon alles da und liegt brach und wir werden nicht jünger. Es ist eigentlich sehr traurig.

Die Idee von der Nackthaltung, von der Garderobe, an der ein Kleid hängt, falls man mal notfalls raus muss, oder der Postbote klingelt, die ist doch so schön gewesen. 

So viele schöne Ideen.

Aber ja, der Job frisst Hirnkapazität... na dann... eben nicht.

Dann ziehe ich mich wieder an und bin wieder die grantige und unzufrieden Hausfrau.

Scheint ja zu genügen...

Ehrlich?

Ich brauche mehr als ein Dessert, tut mir leid. Ich habe Hunger, jeden Tag. Ich renne gerne, weil ich fliegen möchte! Auch wenn ich dafür immer wieder auf die Schnauze falle, selbst dann fliegt man für eine Millisekunde! Ich bin die Art von Mensch, die alles riskiert, um kurz zu leben, weil ich weiß, dass das Leben kurz ist und in dieser kurzen Zeit will ich alles erlebt haben! Und da ist noch so viel, was ich erleben möchte und Himmel, die Zeit rennt! Also renne ich auch, ich will nicht laufen lernen! Ich will rennen und fliegen und fliegen und FLIEGEN!


Donnerstag, 7. September 2023

Naiv? Nein Hoffnungsvoll!

 Manche halten mich für dumm, dabei ist, glaube ich, naiv das Wort, was sie suchen, jedenfalls halte ich es für passender, denn dumm bin ich wirklich nicht.

Auch wurde ich schon öfter gefragt, warum ich mir ausgerechnet Monsieur damals ausgesucht habe, denn eine Auswahl hatte ich und anfangs fragte ich mich, wie ich denn da entscheiden soll und dauernd fragte ich: "Woran soll ich denn den Richtigen erkennen?!?"

Ich musste ehrlich gesagt täglich über hundert Antworten schreiben und man verfällt dann schnell dazu kurzzeilig zu werden, geradezu einwörtig und schnell dem nächsten Dom zu antworten, außer wenn da so ein Philou schrieb und noch so ein, zwei andere Herren. 

Daran erkennt man es. Man schrieb ihnen gerne, nimmt sich extra Zeit und schaut im überlaufendem Postfach, ob ER geantwortet hat, wobei der Rest chronologisch abgearbeitet wird.

Was war besonders an ihm, warum stach er heraus?

Seine Redegewandtheit, seine charmante Art, dass er nicht Mainstream war und sich nicht für meine Löcher interessiert hat und stumpf die Regeln der O wollte, sondern sich für Bücher, John Sinclair und Tinte interessierte. Nackt war ihm lieber als Blöße im Schritt und und ein Jutesack geiler als Lack und Leder. Barfuß ist noch nackter als 12cm Pfennigabsatz und was ist ein Brunftbuschel? Was ein Buschweibchen? Und warum steht das in meinem Profil?

Diese Dinge vereinten uns und sorgten für nächtelange Diskussionen.

Er hat kein WhatsApp? Alle sagten, er hat eine Frau! Ich vertraute ihm.

Seine erste Tat, ein Paket mit Büchern, einfach so. Übergriffig? Nein, eine Wohltat!

Alle hielten mich für verrückt, aber das war ich gewohnt, das geht mir schon immer so und ja ich falle oft auf die Nase damit, aber regelmäßig auch nicht und dann?

Das Unmögliche schafft man doch nur, indem man es versucht, versucht etwas zu machen, an das sonst keiner glaubt.

Bin ich dumm? Nein. 

Naiv? Ja.

Voller Hoffnung? Immer!

Ich kann glauben, wenn schon lange alle aufgehört haben.

Das ist eine meiner Gaben.

Ich wurde schon als vieles bezeichnet. Heilige Hure, eine goldene Muse, eine Wassernymphe, Trostspenderin, der Mensch bei dem man sich meldet, wenn nichts mehr geht, auch wenn man einen Arschtritt braucht, Retterin in der Not... ich kann alles sein und auch nichts und das zur selben Zeit.

Was für andere dumm erscheint, muss nur für mich Sinn ergeben und ja, manchmal war es auch dumm und trotzdem fühlt es sich toll an, dann war es auch das wert.

Und Monsieur?

Hielt ich oft für einen Fehler, er mich ebenso und dann denkt man zurück, was man im anderen sah und denkt, dass es das doch noch gibt und das der Alltagstrott, der Alltagsschrott eben vieles vergraben hat und es noch da sein muss.

Man lernt einen Menschen kennen, bei dem stimmen die Details und man merkt, man steht nicht nur auf TPE, sondern hat endlich mal auch einen intelligenten Herrn gefunden, nicht nur einen der eine Dreilochstute sucht, die dann noch die O-Kleiderregeln beachtet und seine Freunde fickt, sondern dem das egal ist, sondern der begriffen hat, was nackt sein wirklich bedeutet. Der begriffen hat, wie man ein Sklavinnenhirn ficken kann und wie man sie wirklich demütigt, ohne dass es etwas mit sexuellen Dingen zu tun hat. 

Das ist so wertvoll, das wirft man nicht einfach so weg, das werfe ich nicht einfach so weg und dann schreien dauernd andere Doms herum, warum ich mir das gefallen lasse.

Weil ich weiß, dass jeder andere Dom mich zwar schlagen kann, mir seinen Schwanz in meine Löcher schieben kann und mir sonst was an den Kopf werfen kann, aber dass das nie so geil ist, wie psychologisch manipuliert gedemütigt zu werden.

Es geht mir nicht um diesen 0815 BDSM Mist, den ich überall haben kann, der langweilt mich und den hatte ich schon. 

Ich lief schon permanent mit 12cm Absätzen herum, ich trug schon permanent den Schritt offen, auch im Winter, ja selbst im Winter und ließ schon alles in meinem Leben bestimmen usw., aber das machte mich zwar glücklich, aber der richtige Kick fehlte, der steht noch aus und das ist eben die Psyche, das ist eben das wirkliche mentale nackt sein.

Mag sein, dass Monsieur noch seine Zeit braucht, mag sein, dass er irgendwann sein Handtuch schmeißt, aber noch habe ich Hoffnung in ihn, denn das Bild was wir im Kopf hatten, das wir gemeinsam zeichneten, das kam ja von uns, also muss es doch möglich sein und jetzt ist ein Zimmer frei in unserer Wohnung und jetzt renovieren wir es und wenn nicht jetzt...

Die Welt liegt in Trümmern, ein Umbruch steht an, warum also nicht?

Wenn man sich neu aufbauen muss, warum dann nicht in diese Richtung?

Wenn man neu wachsen muss, warum dann nicht so herum?

Bereue nichts, lerne aus allem.

Zurück, woher man kam, schauen was man wollte, weglassen was schlecht war, mitnehmen was sich gut anfühlt und dann nochmal von vorne.

So viele wie uns gibt es nicht und dann sich nochmal nackt machen voreinander...







Samstag, 1. Juli 2023

Ich möchte geben

 


Dieses Bild habe ich vor sehr vielen Jahren gemacht. 

Vor hmm vielleicht 15? 

Ich weiß es nicht mehr genau.

Eigentlich wollte ich ein Gefühl verbildlichen.

Meine innere Sklavin, die vorhanden ist, kein Halsband tragen darf und herrenlos ist.

Das leere Halsband, das vorhanden ist, aber keine Sklavin zum Tragen haben darf.

Verwelkende Tulpen, für eine verronnene Zeit. 

Ähnlich geht es mir wieder, aus ähnlichen und doch ganz anderen Gründen und da kam mir wieder dieses Bild in den Sinn, nach so vielen Jahren.

Ich mag und ich hasse das Bild.

Um genau zu sein dachte ich mir: "Nun hat er mir wieder eine Tinte geschenkt und ich werde sie wieder kaum, oder gar nicht benutzen, weil es keinen Grund gibt, weil ich so gut wie nichts per Hand schreibe, dabei hatten wir mal im Sinn, dass ich täglich ein Mantra schreibe, aber das Mantra wurde abgeschafft, weil es ihn traurig stimmte, weil er dem Mantra nicht gerecht wurde und statt daran zu arbeiten, dass man wieder in eine Art Einklang kommt, dass man dem Mantra wieder gerecht wird, schafft man das Mantra ab und kapituliert! Dabei habe ich so viel zu geben. 

Es wäre schön gewesen täglich das Mantra in einer besonderen Tinte zu schreiben, mit einem besonderen Füller. Sich Gedanken zu machen, mit welcher Farbe, eine Auswahl zu treffen und alleine diese Bedacht, diese Mühe stellt bereits schon Liebe da, ist schon so bedeutend, jedoch ist genau das das Thema. Es ist zu wenig übrig..."

Ehrlich gesagt ging es ja noch weiter mit den Gedanken, denn ich hinterfrage meine subbigen Gedanken immer, ob sie anmaßend sind, ob sie zu fordernd sind, ob sie topping from the bottom sind und dabei kam ich darauf, dass ich so viel zu geben habe! Es sind ja keine Forderungen, wenn ich eigentlich etwas geben möchte?!?

Ich möchte dienen, ich möchte lieben, ich möchte dahinschmelzen und anbeten und knien und kriechen!

Wie kann das topping from the bottom sein?

Statt dessen haben wir nach wie vor eine WG, eine unglückliche WG. 

Eine sehr unglücklüche WG, in der nun noch ein Zimmer frei wird, weil mein letztes Kind auch noch erwachsen wird und ausziehen wird und die Lücke, die ich immer mit meinem Herrn stopfen wollte, die Vollzeitsklavin sein wollte, die man sich immer so erträumte, endlich vollkommen alle Möglichkeiten haben und nutzen können, diese Möglichkeiten sind nun eine noch größere Belastung, denn alles was vorher Monsieur sagte, warum DS eben seiner Meinung nach nicht möglich ist, ist über die Jahre immer mehr weggebröckelt und weniger geworden und statt dass dann DS mehr wurde, wurde es noch weniger und unsere Bindung noch unspürbarer und nun?

Nun ist da bald ein Raum mehr und klar, ich kann ihn mir einrichten, ich kann ein Yoga und Hobby Raum daraus machen und ihn total schön und gemütlich einrichten und ihn ganz wundervoll machen! Ideen habe ich genug in meinem Kopf!

Oder doch lieber gleich eine ganze kleine Wohnung?

Den großen Sprung wagen und auf die eigenen Beine stellen und mich selber wieder finden, den besten Mitbewohner der Welt, mich selbst?

Und dadurch dann eine neue Perspektive finden, jemanden, den man wieder alles geben möchte, weil er es haben möchte, wirklich haben möchte und es nicht nur annimmt, sondern auch fordert, weil er es ebenso braucht, ebenso süchtig danach ist, wie ich?

Klingt das nicht viel attraktiver? 

Was habe ich zu verlieren?

Was habe ich zu gewinnen?