Freitag, 7. Mai 2021

Gefühl gemalt

 




Da ich im Moment so schlecht ausdrücken kann, wie ich mich fühle, finde ich andere Wege.

So fühlt es sich für mich an, wenn ich mich als Sklavin wahrgenommen fühle.

Die schützende Hand meines Herrn über mir, der alles negative abhält und mir Trost, Zuversicht und Freude schenkt. Jederzeit, allumfassend über mir. 


Donnerstag, 6. Mai 2021

Päckchen kam an

 Gestern kam ein Päckchen an, darin das neue Halsband, was ich zur Impfung geschenkt bekam, wie geplant genau zwischen den Impfterminen :)





Im Moment ist unser Leben sehr stürmisch. Von außen bekommen wir eine Sturmböe nach der anderen ab, werden hin und her geworfen und wissen nicht, wo uns der Kopf steht.

Wir sind voll damit beschäftigt unseren Alltag auf die Reihe zu bekommen, während immer wieder ein neuer Windstoß uns in die eine, oder andere Richtung wirft.

An DS ist dabei wenig zu denken, wenn man vollauf schon damit beschäftigt ist, sich nicht selbe zu verlieren.

Nun kam das Halsband an und ich hätte mich freuen sollen, statt dessen ist es wie ein Relikt für etwas, was gar nicht mehr vorhanden ist.


Wir haben das Schlafzimmer toll umgeräumt und durch das Wegfallen von zwei Kommoden und Umplatzierung des Bettes, so dass auf der Seite meines Herrn ordentlich Raum entstanden ist, haben wir mehr Möglichkeiten, die wir aber gar nicht umgesetzt haben, weil so viel passiert.

Wir haben das Büchlein für ein neues Mantra gekauft, es ist noch verschweißt.

Wir haben immer wieder festgestellt, dass uns vieles fehlt und wir uns dringend das Leben schöner machen müssen, dass wir vieles von früher vermissen und regenerieren müssen und statt dessen erwischte uns ein Schlag nach dem anderen.


Also bat ich meinen Herrn darum, dass ich es erst zu sehen bekomme, wenn gewisse Umstände neu etabliert sind, damit das neue Halsband keine Requisite wird. 

Er verstand meine Bedenken und den restlichen Tag war es auch kein Thema mehr, da wieder einmal alles von außen beherrscht und herum gewirbelt wurde, aber abends dann.

Wir hatten eine Diskussion über DS, wir wollen das Selbe, wir sind uns einig, aber irgendwo muss man ja anfangen. Jedenfalls versuchen wir unser Abend-Ritual zu reanimieren und ich ließ mich auf meine Knie nieder, zu seinen Füßen, er drückte meinen Kopf sachte auf den Boden und packte das Halsband aus.

Ich war nicht bereit.

Ich liebe Halsbänder, aber ich weiß auch, wenn die Stimmung nicht stimmt, werden schöne Momente verdorben und bleiben verfärbt im Kopf haften.

Das war meine Sorge.

Er wußte, dass ich es nicht sehen, geschweige denn tragen möchte.

Es war ihm egal, oder eher gesagt, seine Neugierde war größer, oder seine Vorfreude, ich weiß es nicht.

Er hielt es mir unter die Nase, ich sah es mir kaum an, registrierte lediglich den recht kleinen, zierlichen Ring und mochte es noch weniger.

Ich, die Halsbänder als Fetisch hat, die Halsbänder wirklich wichtig findet und ohne nicht leben kann, habe das erste mal eine Abneigung gegen ein Halsband?

Meine Nerven sind durch die letzten Tage und Wochen extrem strapaziert. Ich bin nur noch ein Häufchen, dass sich mühsam zusammen hält und gefühlt regelmäßig hier und da ein Stückchen von sich selbst verliert. Und nun bröckelt eine garantierte Freudenquelle langsam weg...

Ich schloss schnell meine Augen und hoffte einfach, dass Monsieur es wieder weglegen würde, für einen Zeitpunkt, an dem einfach gewisse Dinge ineinander greifen, sich gut anfühlen und Stabilität versprechen.

Statt dessen legt er es mir an.

Kalt, steif.

Zieht es zu, einen kurzen Moment kann ich nicht atmen, weil er die Schnalle enger zieht, um das Loch zu treffen, dann lockert es sich minimal, bleibt aber sehr eng, sehr starr und unangenehm um meinen Hals liegen.

Monsieur hebt meinen Kopf, ich kann nur weg schauen, versuche die Gefühle zu ignorieren, geschweige denn, dass ich irgendwas an der Situation auch nur erträglich finde.

In meinem Kopf rattert es, dass ich so keine fünf Minuten aushalten kann, dass ich es mir gerne vom Hals reißen möchte und nach wie vor dieses eigene Unverständnis, da ich Halsbänder doch so sehr liebe!

Ich weiß nicht ein oder aus, ich erstarre und in meinem Kopf ist ein lautes Wirrwarr.

Es sollte eine Belohnung sein.

Ich hatte es mir selber gewünscht.

Ich hatte mich gefreut.

Monsieur findet es schön, sagt irgendwas in der Richtung dazu, etwas wie, es passt zu meinen Augen, oder Haaren, oder zu was? Ich höre nicht zu, weil in mir so ein Chaos herrscht und dauernd der Gedanke, wie ich es schnell wieder runter bekommen soll.

Monsieur gibt mir die Erlaubnis ins Bett zu gehen, aber wie soll ich das, mit dieser Enge am Hals, mit dieser kalten Starre, die so unangenehm auf meiner Haut brennt, mich einengt und nicht atmen lässt?

Ich verbleibe auf meinen Knien, denke, denke, denke.

Irgendwann nehme ich seine Hand, lege sie auf den Verschluss und hoffe, dass er es abnimmt und mich ins Bett gehen lässt.

Versteht er es nicht, oder will er es nicht öffnen?

Er steckt Finger dazwischen, er fingert am Verschluss herum, es bleibt dran und ich möchte so dringend einfach das Teil herunter reißen, ich möchte aber auch brav sein und vor allem möchte ich mich verstehen!

Ich verharre weiter, denke, denke, denke, bekomme keinen klaren Gedanken zu fassen und weiß nicht weiter. 

Nochmals lege ich seine Hand auf den Verschluss, hoffe dass er meine Not versteht, sieht, wahrnimmt, erahnt, Hauptsache er nimmt es mir endlich ab!

Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet er es, widerwillig, ich merke es genau, und legt es beiseite.

Nun sollte ich erleichtert sein und ein Teil in mir ist es, aber ein ganz großer anderer verabscheut mich für meinen Ungehorsam und geißelt mich selber.

Noch ein Teil versucht nach wie vor zu begreifen, was das sollte, woher die Abneigung stammte, warum ich überhaupt so gefühlt habe.

Ich lege meinen Kopf auf sein Knie, geschlossene Augen, betrachte das Chaos und Monsieur, der mir erklärt, dass er ungemein wütend auf mich ist und mir nicht böse sein kann.

Ich verstehe mich selber nicht, wie soll ich ihm was erklären können?

Ich versuche von außen zu betrachten, was in mir vor geht, versuche Monsieurs Worten zu folgen, versuche nicht zu weinen, versuche den schrecklichen Alltag nicht über mich einbrechen zu lassen, versuche mich zusammen zu halten, versuche mich nicht zu verlieren, versuche zu atmen.

Wir sind beide auf mich wütend.

Und ich bin unendlich traurig.

Monsieur streichelt mich lange, obwohl es schon sehr spät ist, wir beide sehr müde sind, es wieder keine sechs Stunden Schlaf geben wird, wir wieder übermüdet aufwachen werden.

Irgendwann steht er auf, er gab mir kein Zeichen, dass ich hoch darf, statt dessen drückt er meinen Kopf auf den Boden, steht über mir, redet lieb mit mir, erzählt mir, dass er eigentlich froh sein kann, dass er ein Wesen hat, dass auf dem Boden Ruhe finden kann und das stimmt. Mein Kopf ist auf dem Boden und meine Gedanken liegen ebenso still da, voll auf Monsieur konzentriert und schweigend. 

Er holt einen Vibrator, macht eine schnelle Wartung, die trotzdem zärtlich ist und mich nur noch mehr ins Chaos wirft. 

Ich war vorher vollkommen durcheinander und hatte Gefühle, die wilder waren als ein Orkan, dann ein kurzer Moment der Ruhe, mit dem Gesicht auf dem Boden, wie das Auge des Sturms und dann die Wartung...

Ich gab es auf.

Gab meine Gedanken auf.

Ließ einfach los.

Hatte einen Orgasmus.

Durfte ins Bett.

Verkroch mich notdürftig unter der Decke.

Versuchte nicht zu schluchzen oder zu weinen.

Versuchte den Schlaf zu begrüßen, weil er mich vom Chaos erlösen konnte.


Sonntag, 25. April 2021

Nach der Impfung ist vor der Impfung

 

Bei Rewe gesehen...


Ich habe die Impfung recht gut, mit den üblichen Nebenwirkungen, überstanden :)

Vor der zweiten Dosis habe ich aber ebenso wieder Angst :(

Aber das ist ja noch ne Zeit lang hin!

Monsieur holte mich ab und umsorgte mich vorbildlich! Ich durfte im Bett lümmeln, wurde mit Getränken versorgt und ganz viele Kuscheleinheiten.

So im Bett liegend, redeten wir über eine Belohnung für mich und da wir ein paar Tage zuvor real ein neues Halsband oder eine Leine suchten und nicht fündig wurden, bat ich um eins, als Belohnung und mein Herr machte sich auf in die Tiefen des Internets und bäm! Da war es!

Ein wunderschönes Halsband, bei dem man sich alles selber zusammen stellen kann. Größe, Material, Farbe, Muster, Ringgröße.

Leider dauert die Lieferung dementsprechend lang, jedoch empfinde ich auch das als eine schöne Koexistenz, denn die Lieferung wird zwischen beiden Impfungen sein. Also eine Vor-Nach-Belohnung :) Perfekt!

Ansonsten lag ich allgemein viel herum, wegen den Nebenwirkungen und wegen meinem Zeh.


Dass das Bett nun wieder niedrig ist, ist wundervoll!

Abends gibt es unser Ritual vorm Bett und wenn nachts etwas herunter fällt, dann muss man den Verlust nicht mehr bis zum nächsten Morgen abschreiben, sondern kann es sich einfach wieder holen!

Das Hundebett steht nun auch wieder vor dem Bett, auf der Seite meines Herrn, wo es hin gehört!

Monsieur hat im Moment großen Gefallen daran gefunden, mir die Manschetten anzulegen und diese dran zu lassen, ab und an mich mit Ketten einzuschränken und auch die Kleiderregel findet mehr Beachtung.

Als wir im Rewe waren, fand ich ein wunderhübsches kleines Büchlein, was mich diesmal nicht nur an unsere schon vorhandenen Bücher erinnerte, sondern zusätzlich an die, des DS Paares aus Frankreich, was Monsieur so gerne anschaut und mit mir teilt. 

Sie haben auch einige Bücher im Laufe der Zeit gefüllt, allerdings in einem anderen Stil, eher wie Tagebücher füreinander. Eine wundervolle Idee.

Ich bat Monsieur das Buch zu kaufen, wenn er sich vorstellen kann, dass ich wieder ein Mantra bekommen werde.

Mein Mantra liebte ich.

Monsieur fühlte sich irgendwann sehr unwohl damit, weil es nicht dem entsprach, wie wir wirklich lebten, sondern eher, wie wir gerne miteinander umgehen würden und er hatte zunehmend ein schlechtes Gewissen, so dass ich es einschlafen ließ.

Ansonsten hatte ich es täglich mind. einmal für ihn niedergeschrieben. 

Da Monsieur Füller und Tinte liebt, war es immer ein schöner Moment, wenn ich dafür einen Füller und eine Tinte ausgesucht hatte und mir beim Schreiben mal mehr, mal weniger, aber meistens mehr, Mühe gab.

Oh und Monsieur hat sich angewöhnt mich ins Büro zu rufen und mit einer Handbewegung angewiesen, dass ich mich vor ihm kniend niederlassen soll. Dann lege ich meinen Kopf, je nachdem wie er es möchte, auf sein Knie oder den Boden und kann entspannen, Ruhe tanken, meine Seele baumeln lassen. Das ist sehr wichtig und ein jedes mal wieder mein Highlight. 

So und nun freue ich mich wieder total auf das Halsband!

Montag, 19. April 2021

Veränderungen

 Manchmal verändert man sich innerlich, manchmal äußerlich, manchmal um einen herum.

Irgendwie ist diesmal alles betroffen :)

Wir waren ja schon länger sehr unzufrieden mit unserem Schlafzimmer. Wir hatten unser Bett auf Kommoden gestellt und so darunter einen Haustierchen Käfig/Höhle geschaffen. Wir berichteten mehrfach darüber. 




Jedenfalls waren wir auch schnell unzufrieden damit, weil es recht unbequem war hoch und runter zu kommen, Monsieur das Hundebett in der Höhle zu weit entfernt fand und er Sorge hatte, dass etwas über mir zusammen krachen könnte und noch einiges mehr, also hatten wir weiter hin und her überlegt, was wir machen könnten.

Ursprünglich stand das Bett wunderbar vorm Fenster, eine Aussicht wie Heidi in den Alpen sie hatte vor der Nase und alles war gut, doch leider wurden Bäume gefällt und so hatten wir schnell Spanner bemerkt und immer wieder wurde rein gegafft, so dass wir uns unwohl fühlten und die Aussicht war auch hmm naja!

Das ging jedenfalls nicht mehr und so haben wir heute die Gunst der Stunde gepackt und versuchten eine andere Möglichkeit.

Monsieur, der mir gerne Französisch, in Wort und Sprache, näher bringt, suchte bei fetlife ein wenig herum, um mir etwas zu Lesen zu geben. So entdeckte er ein französisches Pärchen, was wunderbare Texte schreibt und noch besser, sogar Videos macht! Ganz fasziniert schaute er sich einige an und entdeckte so alte Gewohnheiten wieder, die irgendwie unter den Tisch gefallen sind.

Was ihm fehlte ist unter anderem unser Ritual. Damals fand es im Schlafzimmer statt, aber nachdem wir es umgestaltet hatten und er nicht mehr sagen konnte: "Krabbel ins Bett...", nach dem Ritual und irgendwie auch kein Platz mehr dafür war, verschwand es. Wenn einem dann bewusst wird, dass es einem fehlt, arbeitet man daran, es zurückzubekommen. 

Es war allerdings mehr als das. Auch das Hundebett kann so wieder neben dem Bett stehen, so dass Monsieur nur rüber greifen muss, um mich zu spüren, oder an den Haaren ins Bett zu ziehen, um mich zu benutzen.

Also standen wir heute auf und Monsieur musste noch etwas arbeiten, in der Zeit durfte ich baden, wobei ich mir das falsche Buch gegriffen hatte und eigentlich nur mal kurz was im Internet schauen wollte und dann kommt es wie es immer kommt, wenn man mal nur kurz ins Internet schaut, man versumpft, allerdings hatte ich etwas in Erfahrung gebracht, was meinem Herrn nützlich war. Also war es wirklich keine verschwendete Zeit.

Mein Handy klingelte und ich bekam einen Termin für morgen, zur Impfung.

Wer unseren Blog aufmerksam verfolgt, oder mich kennt, weiß dass ich eine Nadelphobie habe. Keine einfache Angst, sondern wirklich eine Phobie. Eine Therapie half da auch nichts.

Einerseits freue ich mich, weil es viele andere Ängste, die sich auf Corona beziehen, reduziert, andererseits habe ich totale Panik vor der Impfung und der Nadel und dann kommen noch die Sorgen über Nebenwirkungen hinzu.

Wow!

Das beschäftigte mich durch den Tag.

Danach frühstückten wir in Ruhe, ich nahm ein Schmerzmittel wegen meinem Zeh und es ging los, wir räumten um.

Wobei, eigentlich war es eher so, dass Monsieur fast alles alleine gemacht hat und er verlangte, dass ich mich schone und nur ganz selten durfte ich helfen.

Als Sklavin ist das schwer erträglich. Zwar hatte ich den Frühstücktstisch schön gedeckt und alles so gestaltet, wie Monsieur es mag, dennoch kam mir alles zu wenig vor, weil er hart gearbeitet hat.  Dann fühle ich mich sehr unwohl, frage immer wieder, ob ich etwas machen könne, darf, bitte bitte.

Nun ist fast alles erledigt und sieht, wie ich finde, toll aus!

Es ist genug Raum für das Hundebett und für das Ritual. Genug Raum für Corner-Time und alleine schon die Möglichkeit zu haben, warum auch immer, mich im Hundebett warten zu lassen, war den Aufwand wert, wobei Monsieur noch ganz andere Pläne damit hat, wie zum Beispiel die Wartung auf dem Boden, die so auch nur schwierig und unbequem für ihn möglich war.

Ich freue mich schon sehr :)

Ok, nachdem ich die Impfung hinter mir habe, denn im Moment obliegt die Angst davor und beherrscht alles in meinem Kopf.


Donnerstag, 15. April 2021

Kleine Katastrophen

 In den letzten Wochen war es arg turbulent bei uns. Es gab einen Todesfall, Krankheiten und Verletzungen, viel Chaos und nie den rechten Moment.

Ich mag gar nicht davon anfangen, weil es mich nur runter ziehen würde und dem Leser nichts bringt, also lassen wir es einfach darauf beruhen.


Monsieur ist nach wie vor von meinem Ärschle enttäuscht. Er schlägt mit der Stahlgerte darauf herum und man sieht nicht viel, wobei die Stahlgerte tiefe Blessuren erschafft, die man eher einen oder zwei Tage später sieht und natürlich gebe ich mir nicht die Blöße und lasse allzu sehr durchblicken, wie verdammt es wirklich weh tut und gebe mich da sehr stolz und unantastbar. Manchmal nimmt es mein Herr als Herausforderung, manchmal zum Anlass zu scherzen, manchmal ignoriert er es.

Dieses mal war ich schlechter in Form, da mein Zeh gebrochen ist, ich auf dem Kniekissen kniete, Füßchen hinten vom Kissen runter, die Zehen können dann den Boden berühren. 

Normalerweise tippel ich, zum Ausgleich, auf dem Boden herum und kann mich dadurch dem Schmerz ein Stück entziehen, aber diesmal liegt ein Teil der Konzentration ja nicht mit dem einen Zeh herumzutippeln. Sehr schwierig, wenn man die Aufmerksamkeit teilen muss. Dann droht eines von Beidem nicht zu gelingen und das nagte auch noch an meinen Nerven und die sind im Moment sehr ausgefranst und fasrig, so dass ich meine Fassade nur schlecht aufrecht erhalten kann, was Monsieur natürlich freute, da er so ungeblümter sehen konnte, wie es um mich steht.

Da man, wie gesagt, durch die Stahlgerte nicht so arg viel sieht, nimmt er noch eine normale zur Hilfe hinzu und hat so beides kombiniert. Spuren für sofort und für in ein paar Tagen und freut sich darüber. 

Ich teile seine Freude, denn seine Freude bedeutet meine Freude und ich empfinde sie mit, aber der Schmerz, den teilen wir uns nicht und so leidet nur einer von uns. Lieber ich, als er und es bedeutet ja, dass er Freude empfinden kann und dann aber wieder dieser Frust, weil man den Schmerz irgendwie ertragbar machen möchte, sich aber auf mehrere Dinge konzentrieren muss.

Eigentlich liebe ich solche Herausforderungen und nehme sie gerne als Anlass, um Stolz zu empfinden, oder andere schöne Gefühle.





Aber im Moment bin ich so sehr dünnhäutig.

Nicht nur die letzten Wochen und was über uns hereinbrach ist Schuld daran, es sind auch gewisse Dauer-Situationen die mit Corona zusammen hängen.

Wir nahmen uns, anders als Andere, nicht kleine Auszeiten von dem Szenario, indem wir verreisten, oder während der kurzen Momente, in denen es Lockerungen gab, diese ausnutzten, sondern haben seit weit über einem Jahr quasi Dauer-Lockdown. 

Wir gehen einkaufen, wenn es nötig ist und fahren mal mit dem Auto oder dem Rad in die Natur um spazieren zu gehen und etwas anderes zu sehen, aber man vermisst so so viel!

Wir waren über ein Jahr in keinem Schwimmbad, keiner Sauna, keinem Badesee. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft wir in einem anderen Laden, als einem Lebensmittelgeschäft waren. Cafés und Restaurants blieben komplett unbesucht von uns und es nagt so sehr an meiner Seele.

Jetzt, mit dem kaputten Fuß, wo ich nicht einmal mehr richtig gehen kann, ist alles nur noch viel schlimmer, weil das mini kleine Bisschen, was wir noch machten, auch ins Wasser fällt.

Dazu das trübe, kalte, nasse Wetter...

Monsieur war heute weg, sonst fahre ich gerne mit, gehe wo auch immer er hin muss spazieren, in ein Bistro, was auch immer, aber ich kann weder gehen, noch irgendwo rein sitzen und es ist zu kalt, also musste ich zuhause bleiben.

Danach war er zwar zuhause, allerdings hatte er mehrere Video-Konferezen hintereinander, ohne Pause. Er ist also durch die Türe rein, in sein Büro und es ging für ihn nahtlos weiter. Da er allerdings schon eine Weile unterwegs war, hatte ich ihm einen Salat vorbereitet und mit seiner Lieblingslimo auf den Tisch gestellt, so dass er nebenbei etwas essen konnte. Anschließend brachte ich ihm einen Kaffee und ein paar Zimtschnecken (die kleinen, die man sonst nur bei Ikea bekommt und ganz selten mal woanders) und verschwand schnell wieder.

Nach einiger Zeit wurde mir alles ein wenig zu viel und so schlich ich mich leise, still und heimlich ins Büro, krabbelte unterhalb vom Schreibtisch-Niveau zu ihm und legte meinen Kopf auf sein Bein, schloß die Augen und entspannte etwas.

Das genügt schon.

Meinen Herrn haben, Augen zu, knien.

Das ist alles.

Mehr braucht es nicht.

Er kraulte mich etwas, legte seine Hand auf meinen Kopf, meinen Rücken, machte weiter, als wäre ich nicht da und ich konnte durchatmen.

Einfach nicht denken.

Das tat sehr gut.

Leider gab es kurz darauf eine kleine Pause, Monsieur wollte noch einen Kaffee machen in der Zeit, scheuchte mich auf, knuddelte mich dennoch nebenbei viel und erklärte, ich könne doch im Sessel, der im Büro steht, ein wenig ausruhen, lesen, mein Bein hochlegen.

Es ist nicht dasselbe, aber beides hilft gegen die Trostlosigkeit und gefühlte Einsamkeit.

Für die Gefühle, die er mir dadurch ermöglicht, für seine Fürsorge und seine Anwesenheit, auch wenn er eigentlich keine Zeit hat, für seine Geduld und Bereitschaft, bin ich ihm unendlich dankbar und froh, dass ich ihn habe und er so ist, wie er ist.





Sonntag, 21. Februar 2021

Mischief managed: Wie Haustierchen beinahe mal ein paar Mandalas verschwinden ließ ...

 Mandalas und mehr

Mandalas sind im Hinduismus und im Buddhismus figurale geometrische Schaubilder, die komplexe religiöse Zusammenhänge visualisieren sollen. Die meisten Mandalas sind kreisförmig und um ein Zentrum herum organisiert. Im Mandala zeigt sich ein ganzer Mikrokosmos. Hinduistische Tempel sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut; sie spiegeln gewissermaßen die Struktur des Mandalas wieder und sind so Orte, dann denen die Welt der Menschen und die Welt der Götter sich treffen. Die Schwundstufe des Mandalas i.e.S. ist das Ausmalbild, das man zum Beispiel Kindern an die Hand gibt, damit sie es ordentlich ausmalen. Die religiöse Konnotation ist natürlich in dieser Schwundstufe nahezu völlig verschwunden.


Für die Erziehung einer Sklavin sind solche Mandalas, gemeint sind jetzt die Ausmalbilder, in mehrerlei Hinsicht von Wert: Sie können zur Konzentrationsschulung, aber auch im Rahmen von eher "zerebralen" Strafen genutzt werden. Sie sind leicht verfügbar und auf einfache Weise bereitzustellen. Das sorgfältige Ausmalen von Mandalas erfordert Genauigkeit und Konzentration, es fokussiert die Sklavin und gibt ihr eine überschaubare Aufgabe. Zugleich ist es aber auch eine Tätigkeit, die "Status" signalisiert; Mandalas zum Ausmalen erhalten Kindergarten- und Grundschulkinder, für die Sklavin kann also die Übertragung dieser Aufgabe eine Demütigung sein. Zugleich dient das Ausmalen keinem bestimmten Zweck jenseits der Tätigkeit; im tibetischen Buddhismus wird das Mandala sogar nach Vollendung sogleich verwischt und vernichtet, das ist integraler Teil der Übung. Entsprechend kann die Sklavin auch angewiesen werden, es nach erfolgter Arbeit zu zerreißen. Natürlich ist auch das umgekehrte Vorgehen denkbar: dass das gelungene Produkt nach Fertigstellung eine passende Würdigung erfährt. Welchen Weg man einschlägt, hängt vom Ziel ab: Konzentrationsschulung, Demütigung oder Bestrafung.



Ich bin immer wieder ganz fasziniert davon, wie mein Herr sich für ihn fremde Themen begeistern kann und sie mit mir teilt.

Anbei fand er heraus, dass es einen großen Tempel in Hamm gibt, den wir, wenn Corona nicht mehr wütet und man sorglos reisen kann, gerne besuchen möchte, gepaart mit einer Übernachtung im Hotel und etwas Entspannung :)


Ich liebe ihn für sein Multi-Interesse, Ideenreichtum und Flexibilität!


Dennoch möchte ich es sehr gerne zerreißen, nur eben vorher, damit ich es nicht machen muss, denn das ist eine wirkliche Qual! Dieses stupide Ausmalen und dennoch aufpassen, dass man nicht drüber malt und diesen Spagat zwischen öder Langeweile, dennoch aufmerksam sein, das ist wohl meine Achillesferse!

Umso ärgerlicher, dass mein Herr sie gefunden hat und nutzen möchte.

Ganz ehrlich! 10 Hiebe mit etwas Brutalem, sind mir unendlich viel lieber! Da hält man still und hat es hinter sich, kann stolz sein, hat eine Erinnerung und immer wenn man sich setzt, denkt man daran zurück. Wunderbar!

Aber Ausmalbilder?!? 

Das kann man keinem erzählen und schlimmer noch, es glaubt einem keiner, wie letztens, als ich gefragt wurde, wie ich bestraft werde und man mir nicht glauben wollte, dass ich Jazz hören, oder (Monsieur, schauen Sie bitte mal eben weg?) „Herr der Ringe“ schauen muss. (Wovon noch einiges offen ist, leider.)


Meuterei


Weil Mandalas so vielfältig eingesetzt werden können, habe ich letztes Jahr einen Kalender mit Ausmal-Mandalas gekauft; 53 Mandalas zu unserer Verfügung. Nun muss man wissen: Haustierchen ist dem Buddhismus sehr zugetan und kann sich an den religiösen Mandalas kaum satt sehen, aber das Ausmalen von Mandalas ist ihr zutiefst zuwider. (Dahinter erkennt man schnell ein Erziehungsdesiderat.) Und so war die Anschaffung des Kalenders für sie kein freudiges Ereignis. Zumal ich ihr scherzhaft eröffnete, sie müsse fortan jede Woche eins ausmalen.


Dann kam Corona, und der Kalender geriet, wie so vieles, in Vergessenheit. Beim Frühjahrsputz stopfte Haustierchen ihn dann kurzerhand ins Altpapier, aus dem ich ihn dann rettete, um die Mandalas, sehr zu Haustierchens Missfallen, auszuschneiden – für die spätere Nutzung. Die geretteten Mandalas ruhten auf meinem Schreibtisch, bis sie – mischief managed! – sich auf mysteriöse Weise wieder im Altpapier einfanden. Haustierchen, mit diesem Umstand konfrontiert, lächelte ihr zuckersüßes Lächeln, das mir sogleich verriet, auf welchem Weg dies geschehen war. Die zum zweiten Mal geretteten Mandalas fanden wieder ihren Weg auf meinen Schreibtisch, aber den "Diebstahl" konnte ich nun auch nicht ungeahndet lassen. Also griff ich mir aufs Geratewohl ein Mandala heraus und trug ihr auf, es bis zum Abend auszumalen.



Jaaaaa! Erst hatte ich versucht Monsieur im Laden davon zu überzeugen, dass der Kalender doch viel zu teuer und zu hässlich ist.

Dann habe ich auf ihn eingeredet, dass er unmöglich an der Wand hängen soll, immerhin verschandelt er das Allgemeinbild und was sollen nur die Nachbarn denken!?!

Funktionierte alles nicht so, also machte ich mir die Zeit zu nutze und ließ Gras über die Sache wachsen und beförderte ihn in den Müll und weil ich immerzu von einem schlechten Gewissen geplagt werde, muss ich es etwas auffällig machen, damit ich hinterher, falls es ja doch mal klappt, sagen kann: „Ich habe es doch sooo auffällig gemacht, na da kann ich nun wirklich nichts mehr für!“ Ok, wahrscheinlich würde es dafür auch eine Strafe geben, aber dieser mini kleine Prozentsatz, dass er nie wieder daran denkt, der genügt mir ja schon :)

Naja, wenn ich ganz ganz ehrlich bin, ich glaube, ich hätte ihm in letzter Sekunde doch noch einen Tipp gegeben, oder darauf hingewiesen, dass es mehr blöde Mandalas im Internet zum Runterladen gibt, als die Welt verkraftet. 


Miteinander


Haustierchen fühlte sich nun ungerecht behandelt und beschwerte sich via Messenger (als ich gerade am Schreibtisch saß): "Ich mag das nicht. Es fühlt sich nicht richtig an." Als ich sie fragte, warum es sich nicht richtig anfühlt, wies sie mich daraufhin, dass D/s bei uns nur auf häufig verlöschender Sparflamme kocht und vor diesem Hintergrund eine Strafe nichts zur Beziehung beiträgt. Zudem hatte sie, wie sie betonte, die Mandalas so auffällig platziert, dass sie mir gar nicht entgehen konnten und fügte an: "Ich hatte sie nicht zerrissen, ich hatte sie nicht unten rein gestopft, wo man sie nicht sieht." – Das erinnerte mich an eine Szene aus dem Film "Secretary", die Haustierchen sehr am Herzen liegt, und führte zu einem gewinnbringenden Austausch, der unsere Beziehung auszeichnet: Es gibt nicht nur den Service erster Stufe ("Dienen"), es gibt auch den Service zweiter Stufe, der es dem Herrn ermöglicht, mit seiner Sklavin zu interagieren, weil er Erziehungs- und Entwicklungspotential offenlegt. So ist jede Intervention des Haustierchen-Kobolds, wie ich diese Seite gerne nenne, immer auch ein Gesprächsangebot, ein Weg ins gemeinsame Miteinander.


Mal Butter bei die Fische. Wenn man wenig DS hat und dann das Gefühl bekommt, es würde lediglich negativ ausgelebt werden, um bestraft zu werden, ohne die schönen Glücksmomente als Belohnung zu haben, dann ist das falsch. So darf es nicht sein.

Klar baue ich hier und da mal kleine Piekser in den Alltag ein, um überhaupt ein wenig was zu bekommen, wobei die sehr unauffällig sind, so dass Monsieur sie eigentlich meistens übersieht, aber nichts davon ist böswillig oder gemein.

DS hat, wie alles im Leben, ein Harmoniebedürfnis, eine Waage aus positiven und negativen Gefühlen. 

Das Eine, kann nicht ohne das Andere existieren. 

Das Eine, kann man nicht ohne das Andere fühlen.

Es muss beides vorhanden sein, damit es sich richtig und gut anfühlt und da kamen wir in ein Ungleichgewicht und Monsieur möchte immer, dass ich meine Bedürfnisse ausspreche. Das war so eins. Ungerechtigkeit. Da bin ich ganz empfindlich.

Umso schöner, wie er reagiert hat und was daraus entstanden ist.

Das ist sehr wertvoll!

Dienstag, 16. Februar 2021

Frühlingsspaziergang

 Die letzten Tage waren sehr angenehm.

Monsieur ist wieder im Bau-Modus und sammelt Erkenntnisse, Ideen und setzt um.

Heute zum Beispiel musste er beruflich weg fahren, packte mich ein und im Auto verbreitete er gute Laune mit flotter Musik. Angekommen durfte ich ein wenig shoppen und nach seinem Termin gingen wir im herrlichen Sonnenschein spazieren!




Die Leine störte, glaube ich, keinen. Ein Jogger kam direkt drei mal an uns vorbei und sein Grinsen war von Mal zu Mal größer.

Als mein Herr mich mit der Leine ganz nah zu sich heran zog um mich zu küssen, das war mein persönliches Highlight des Tages, dabei blüht mein Herz auf und ich fühle mich vollkommen wohl!

Knien wäre natürlich die Kirsche, auf dem Sahnehäubchen, auf der Schokosoße, auf dem Milch-Shake gewesen, jedoch blickte mein Herr kurz auf dem Boden und entschied sich dagegen, da es nass und matschig war.

Danach aßen wir Burger im Auto, hörten dabei Hörbuch und es war einfach schön!

Am Valentinstag hatte Monsieur mir einen sehr langen Text geschenkt, unter anderem, und der half mir sehr weiter und verdeutlichte mir einige Dinge, zeigte seine Intelligenz durch die elegante und vielseitige Sprache und war so wortgewandt, dass ich mal wieder daran erinnert wurde, warum damals seine PNs aus den vielen die ich bekommen hatte, herausstachen und warum ich eigentlich nur mit ihm schreiben wollte.

Ich hatte ihm auch ein paar kleine Geschenke gemacht und ein tolles Frühstück, nicht nur mit den gewohnten Brötchen, Aufschnitt, Obst und Gemüse, sondern herzförmige Pfannenkuchen gab es auch, sowie Apfelherzchen, also alles passend und so ging es kulinarisch herzig weiter, mit Käseherzen und Kartoffelherzen. Ok, der Salat war dann wild gemixt und stand außerhalb vom Motto, bestach allerdings durch seinen Geschmack.

Meine Wartung auf dem Boden war standesgemäß und fühlte sich gerade dadurch viel besser an, als eine im Bett. Unvergleichbar. Mein Hirn macht dann Überschläge und wenn ich auf französisch betteln muss, damit der Vibrator entfernt wird, bekomme ich einfach nicht mehr hin und schreien zählt scheinbar nicht als betteln. Mein Herr hat aber ein Herz und lässt dann, wenn er genug davon hat, von mir ab und ich bin ein kleines wimmerndes Häufchen, dass nicht einmal mehr seinen Namen weiß, geschweige denn französisch kann. Dieses Häufchen knuddelt er dann, bis es sich ein wenig beruhigt hat und dann nimmt er sich, was er möchte und braucht und das Wimmern wandelt sich unter Schmerzen, während er seiner sadistischen Ader freien Lauf lässt.

Ich mag den Schmerz nicht, jedoch die Reaktion meines Herrn um so mehr. Der Genuss kommt dann durch seine Lust und vor allem, Werkzeug seiner Lust zu sein, mehr nicht. Nur ein Gegenstand, der benutzt wird, um ihm zu dienen, um seine Lust zu steigern, um seinen eigentlichen Zweck zu erfüllen. Das gibt mir Lebensenergie!

Die Sklavin zu sein, die sein Leben erleichtert, die ihm Lust bereitet, die seinen Alltag versüßt und ihm all seine Wünsche erfüllt, möglichst noch bevor er etwas sagen muss.

Es war ein schöner Tag, die letzten Tage waren schön, so kann es gerne weiter gehen :)

Oh, außer als mir gestern ein kleiner Fauxpas passierte.

Ich war gerade im Bad, abendliches bettfein machen, als mein Herr etwas von mir wollte. Zur späten Stunde war ich sehr müde, der Tag war anstrengend gewesen, ich wollte nur noch ins Bett und antwortete patzig. 

Eigentlich war ich stolz gewesen, meinen Herrn in letzter Zeit fast immer passend höflich und mit Anrede angesprochen zu haben, umso mehr ärgerte mich mein Ausrutscher, also ging ich umgehend zu ihm, kniete mich hin, Stirn auf den Boden und bat um Verzeihung. 

Mein Herr würdigte die Geste, nahm meine Entschuldigung an und ich wurde sogar ein wenig geflauscht.

Heute Abend darf ich "The Masked Singer" schauen und er freut sich mit mir. 

Er ist so großzügig!

Merci beaucoup, Monsieur! 


Sonntag, 14. Februar 2021

Happy Valentine´s day!





 Von meinem Herrn bekam ich unter anderem einen fantastischen Brief/Blogeintrag/Ansichten/Blickwinkel, für die ich sehr dankbar bin und die mich glücklich machen!

Merci beaucoup, Monsieur! 

Donnerstag, 11. Februar 2021

Alltagsprobleme, wie in jeder Beziehung

 Die letzten Tage flogen an mir vorbei.

Mein Herr musste viel arbeiten, aber positiv arbeiten, da er sehr kreativ war, viele Ideen hatte und somit viel umsetzen konnte.

Ich trete dann noch ein Stück weiter in den Hintergrund, ähnlich wie wenn ein Wissenschaftler sich in seinem Labor einbunkert und man ihm Essen vor die Türe stellt. So fühlt es sich für mich an.

Er kommt aus seinem Büro raus, aber redet dann ausschließlich von seinen Ideen und was er daraus macht, woher er sie hat und ähnliche Dinge. Er lobt mich unendlich dafür, dass ich ihm den Rücken frei halte und so gut für ihn sorge, ein kleiner Trost.

Zwischendrin durfte Zeiten in seinem Büro verbringen, auf dem Sessel, der dem Kater gehörte, eingemummelt in eine Decke, umgeben von Büchern, angekettet und wohlig brummelnd. Oder er kommt zu mir, schickt mich vom Sofa, die Stirn auf den Boden, Arsch hoch. Dann bin ich direkt wieder in mir, ganz ruhig, entspannt, Instant-Ruheinsel für die Seele. Immer viel zu schnell vorüber.

Ich genieße, dass es ihm gut geht unendlich und schlucke mein Gefühl, dass ich zu kurz komme, runter bis heute. Heute sagte ich etwas, weil ich nicht anders konnte. Ich sagte, ich fühle mich ihm im Moment nicht sehr nahe, weil er so intensiv sein eigenes Ding macht. Er fasste es leider anders auf, als ich angenommen hatte und so bereute ich es direkt wieder.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass er versucht mich ein wenig einzubeziehen, weil wir im Moment kaum etwas zusammen machen, aber das ist immer so ein Problem, wenn man seine Wünsche nicht deutlich artikuliert, der andere kann es gut missverstehen. Mein Fehler.

Ich habe versucht ihn zu korrigieren und ausgedrückt, was ich mir wünschen würde.

Sagte ich schon mal, dass sein Wille mein Fetisch ist?

Dann wird selbst einen Wunsch auszusprechen bereits ein Dilemma. Ich versuche es objektiv zu sehen. Ein Wunsch muss nicht erfüllt werden. Was mein Herr aus meinen Wünschen macht, ist seine Sache. Dass er mir gerne Gutes tut, also gerne meinen Wünschen entspricht, ist auch seine Sache, egal wie schwer mir das fällt und wie falsch es sich anfühlt, es liegt alleine in seiner Hand.

Ich habe noch so viel zu lernen.

Naja, man kann sich auch freuen, dass man lernen kann und nicht stagniert. 

Sonntag, 7. Februar 2021

Problem einer Sklavin

 Kein Herr ist perfekt und macht immer alles richtig. 

Jeder Herr ist immer auch ein Mensch, mit menschlichen Schwächen.


Das stellt mich manchmal vor einer schwierige Aufgabe.

Ich sehe, dass mein Herr sich gedanklich in etwas hinein manövriert, oder dass er bei zu bedenkenden Dingen, etwas aus den Augen verliert, oder dass er ungerecht ist, unfair, was auch immer, jedenfalls dass er jemanden braucht, der ihm den Kopf gerade rückt (so nannte er es kürzlich selber), oder korrigiert. Gewünscht hat er sich regelmäßig, dass ich meine Meinung beitrage, aber das ergibt einen großen Konflikt in mir. Es kommt meinem Bild einer Sklavin nicht nahe, sondern drückt zu viel Selbstständigkeit aus, die mir, aus meiner Sicht, nicht zusteht. Aber meine Sicht interessiert nicht, sondern die meines Herrn, denn er bestimmt.


Selbst ein Gott ist fehlbar.

Aber wie stellt man das an?

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, mir fällt es schwer! 

Klar sollte man dann seine Worte mit der Goldwaage heraus suchen und abwägen und überdenken, manchmal bleibt jedoch keine Zeit dafür, oder die Emotionen kochen über.

Schwierig!

Oft versuche ich es dann, indem ich es lustig formuliere, dadurch den Ernst und die Strenge heraus nehme und ein positives Gefühl verursachen möchte, manchmal geht es nicht oder ist es nicht angebracht.

Aber ich habe großes Glück!

Mein Herr ist kein Narzisst. Er ist auch kein Egomane, Macho oder eine andere Person, die damit nicht umgehen kann.

Er ist stark genug, um auch Kritik anhören und bedenken zu können.

Er ist gebildet genug, um Rat annehmen zu können. (Das klingt falsch, er ist sehr gebildet sogar!)

Er ist hört es sich an, lässt mich gewähren und kann hinterher sogar anerkennen, wenn ich etwas dazu beitragen konnte oder ihm helfen konnte.

Er hat keinen falschen Stolz, der ihm verbieten würde, gute Einwände anzunehmen.

Darüber bin ich sehr froh, aber nach wie vor mag ich es absolut nicht. Es ist manchmal nötig, das schon, aber ich halte es nicht für meinen Job.

Eigentlich ist das falsch, denn eine Sklavin kann auch Beraterin sein. Sie schreibt ja in dem Falle nicht vor, sondern macht Vorschläge und was der Herr daraus macht, ist seine Sache. Sie bestimmt also nicht einmal. Dennoch fühlt es sich für mich an, als würde ich zu sehr eingreifen.

Andererseits hatten wir in einem Chat mal eine Diskussion über ein ähnliches Thema, bei der zwei andere Doms darauf bestanden, dass sie stoisch ihr Ding machen. Leider war inbegriffen, dass sie es auch weiter machen, wenn es vollkommen bescheuert wäre. Konsequent bis in den letzten Winkel, leider ebenso unbedacht und unreif.

Einsehen, dass man Stärke, Größe, Mut und Selbstbewusstsein braucht, um eigene Fehler eingestehen zu können, war ihnen nicht vergönnt.

Manche sind eben auch in ihrem Denken so einsichtsresistent, dass sie lieber immer wieder gegen eine Wand laufen, anstatt sich sagen zu lassen, dass zwei Meter daneben eine Türe ist.

Jedenfalls bin ich immer ganz froh, wenn mein Herr einen Freund trifft und mit dem reden kann, der ihm dann den Kopf gerade rücken kann, so dass ich es nicht machen muss.

Wenn das nicht der Fall ist, bin ich leider oft sehr spät damit dran und das macht es nur schwieriger.

Also, eine Notiz an mich selber:

Es ist gut, wenn eine Sklavin auch beratend auftreten kann, aber dann auf den Ton, Körpersprache und Wortwahl achten, so dass es angemessen ist. Es macht einen Unterschied, ob man jemandem etwas vor die Füße kotzt, oder es als Geschenk überreicht, auch wenn der Inhalt der selbe ist :)



Freitag, 5. Februar 2021

Alltagsgesäusel und Dankbarkeit

 Wenn ich morgens meine Augen nicht einmal richtig geöffnet habe, krault und streichelt mein Herr mich. Was für ein schöner Einstieg in den Tag! Wach werden durch Zärtlichkeiten :)

Ich kuschle mich dann gerne an ihn ran und genieße bewusst das warme Bett, den Tag, der vor einem liegt und nehme mir schöne Dinge vor.

Heute morgen war ich noch etwas mürrisch und müde, so dass mein Herr wesentlich agiler aus dem Bett sprang und den Frühstückstisch deckte und alles vorbereitete. Dann nacht ein kleines schlechtes Gewissen an mir, aber ich freue mich auch, über seine Fürsorge. 

Leider hatte er recht viel zu tun und wenig Zeit für mich, so dass wir abgesprochen haben, was ich zu erledigen habe und als er fertig war abends, stand das Essen fertig auf dem Tisch und dazwischen hatte ich ihm noch etwas vorbei gebracht.

Unter anderem hatte ich heute wieder eine sehr schöne, sehr lange PN bekommen, die ich ebenso ausführlich beantwortet hatte. Manche Gespräche bringen einem neue Blickwinkel und Einsichten und wenn diese noch mit einer tollen Sprache verpackt werden, kommt man aus dem Genießen nicht mehr raus und so eine PN war das. Man sieht den Absender und freut sich schon ungemein, weil man weiß, sie wird gut sein, nein mehr als gut!

Mein Herr liest meine gesamte Kommunikation, wenn er es wünscht und freute sich ebenso über die Post und die Einblicke.

Ein interessanter Gedanke war ein angesprochener Spagat zwischen Sklavin und Haustierchen. Der Absender bezog es auf meinen Herrn, der diesen Spagat leisten muss, worüber nachdachte, denn eigentlich ist es umgekehrt. Mein Herr lernte mich als reine Sklavin kennen und hat das Haustierchen heraus gekitzelt. Jeder Herr hatte andere Ansprüche, andere Schwerpunkte und dem kam ich nach. Mein jetziger Herr genießt sein Haustierchen, was er erschaffen hat. Es gibt keine klaren Abgrenzungen zwischen Sklavin und Haustierchen, es geht schon ineinander über, dennoch gibt es Grenzen, fließende Grenzen. Mein Herr jedoch bestimmt welche Seite er anspricht und bekommt darauf seine Antwort. 

Ein schönes Beispiel dafür ist Sex. Das Haustierchen hat seine Orgasmen auf alle Viere und bekommt eine vollkommen andere Ansprache des Herrn, als die Sklavin, die meistens die sadistische Seite des Herrn befriedigen muss. Andererseits kuschle ich als Haustierchen viel lieber, während die Sklavin mehr die harte Hand sucht und nein, ich habe keine gespaltene Persönlichkeit, es sind lediglich Facetten, Launen. 

Ich finde es auch ganz spannend, was mein Herr anspricht und was dann als Echo zurück kommt. Neue Seiten an mir, die mir nicht bewusst waren und ausprobiert werden möchten :)

Gestern schien so schön die Sonne und ich hatte das dringende Bedürfnis eine Runde an der Leine spazieren zu gehen, auf meiner Wiese, meinem See, aber mein Herr hatte keine Zeit und quetschte wenigstens eine kleine Rundfahrt mit dem Auto zwischen seine Termine. Er ist wirklich gut zu mir und versucht alle meine Belange zu erfüllen und schaut, dass ich alles habe, was ich brauche und noch viel mehr. Ich kann nicht in Worte fassen, wie dankbar ich bin und versuche es ihm zurück zu geben, indem ich mich so gut kümmere und sorge, wie ich kann und mache mir viele Gedanken und zu meinem Glück wird das auch noch bemerkt und wahrgenommen. Mehr kann man sich nicht wünschen, merci beaucoup, Monsieur! 





Dankbarkeit kann man auch ausdrücken, indem man weiter Französisch lernt, weil mein Herr es gerne mit mir spricht und einen geeigneten Gesprächspartner haben möchte, eine Serienbegleitung für seine Lieblings-Serie, die es nunmal nur auf französisch gibt und eine Zierde an Bildung. Ich gebe mir wirklich Mühe. 

Mein größtes Ziel ist es, einen wunschlos glücklichen Herrn zu haben <3



Mittwoch, 3. Februar 2021

Mein kleiner, schlichter Tag heute

 Mein Herr hat mich gestern dermaßen gelobhudelt und gebauchpinselt, als dass ich gerne im Erdboden versunken wäre.

Merci beaucoup, Monsieur!

Nach wie vor halte ich diese Dinge für eine Selbstverständlichkeit und für den guten Ton einer Sklavin.


Heute war ein ruhiger, angenehmer Tag. Als mein Herr merkte, dass ich wach bin, kraulte und flauschte er mich durch. Wunderbar so den Morgen zu beginnen!

Wir hatten ein schönes Frühstück mit lustigem Hörbuch und als er arbeiten musste, kümmerte ich mich um das Geschenk eines Bekannten. Zwischendurch brachte ich ihm Tee und Kekschen, durfte mich hinknien und bekam den Kopf gekrault. Diese kleinen Pausen sind Ruhe-Inseln, sehr wichtig wie ich finde, für beide. 

Mein Herr gönnte mir heute einen entspannten Tag. Er erkundigte sich öfter, wie es mir geht und ich fühlte mich dadurch behütet. Wenn er sagte: "Haustierchen, komm mal her.", war ich gefühlt sofort an meinem Platz, konnte den Streß wieder weg atmen und damit wirklich ruhig durch den Tag kommen wie selten.

Dafür bin ich meinem Herrn äußerst dankbar!

Überhaupt haben wir einen höflichen Ton im Moment, etwas das ich sehr vermisst hatte. Eine warme Höflichkeit, ohne Distanz. Es sind die kleinen Sätze, wie zum Beispiel, dass ihm mein Essen schmeckte und ein angehängtes Danke, in seinen Worten, mit seiner wärmenden Stimme, wie ich es hier leider nicht wiedergeben kann, aber gerne würde. So, dass einem auch innen drin warm wird. Dann aber auch wieder ein kräftiger Griff ins Haar, leicht schmerzhaft, daran erinnernd, was diese Hand letzte Nacht zwischen meinen Beinen für einen ganz anderen Schmerz ausgelöst hatte.

Eine herrliche Mischung.

Unter anderem mischte ich etwas Tinte, machte einen Füller sauber den ich damit benutzt hatte und ein wenig herum probierte. Die Freude von ihm darüber, dass ich sein Hobby damit aufgreife und etwas eigenes damit mache beflügelt mich, ermutigt mich und lässt mich kreativer werden. 

Wenn man weiß, dass einem der Rücken gestützt wird und man aufgebaut wird, wenn etwas nicht so ganz funktioniert, lässt einen mutiger werden und weiter gehen. Dazu gehört nicht einmal viel! Trotzdem ist es unsagbar wertvoll!

Danke mein Herr, dass Sie so gut zu mir waren!


Dienstag, 2. Februar 2021

Haustierchens subtiler Service

Haustierchen ist ein wertvoller Mensch. (An dieser Stelle würde sie jetzt einwerfen, dass jeder Mensch auf seine Art wertvoll ist, und damit liegt sie gewiß richtig. Aber um die anderen Menschen soll es im Folgenden nicht gehen, daher ist das – hier – nicht von Belang.) Also noch einmal von vorn: Haustierchen ist ein wertvoller Mensch und hat mein Leben in vielfacher Hinsicht bereichert. Lob-Einträge habe ich ihr im Weblog schon häufiger [hier und hier] geschrieben, aber aus meiner Sicht nicht häufig genug. Also hier noch einmal ein paar Zeilen, die ihr vielleicht nicht gerecht werden, aber sie doch ins rechte Licht rücken sollen.


Haustierchen ist eine Service-Sklavin, die das Wohl ihres Herrn immer im Blick hat; sie möchte ihrem Herrn zu Diensten sein und macht sich viele Gedanken über die vielfältigen Gesten und Taten, die diesem Dienst Gestalt verleihen können. Manchmal sind es ganz unscheinbare Dinge: die heiße Tasse Kakao zur rechten Zeit, eine neue Käsesorte als Gaumenschmaus, ein pikantes Foto, um die Stimmung zu heben. Und manchmal ist es, einfach da zu sein. Manche Dinge sind so unscheinbar, dass sie leicht untergehen könnten, und gerade deshalb verdienen sie es, gelegentlich hervorgehoben zu werden: Vor ein paar Tagen wollte ich Haustierchen einen Film zeigen, der mir am Herzen liegt. Es ist eigentlich nicht ihre Sorte Film – Science Fiction mit Horror-Einschlag oder Horror mit Science-Fiction-Einschlag –, und unsere Sichtung war immer wieder von allerlei Alltagsdingen kontaminiert, so dass ich sie schließlich ein wenig entnervt abbrach und auf einen späteren Zeitpunkt verschob. (Wenn ich ehrlich bin: so wichtig war es mir dann doch nicht.) Fast schon war der Film aus meinem Gedächtnis gerutscht, aber nicht aus dem des Haustierchens. Als ich heute Nachmittag – wir hatten sehr, sehr früh aufstehen müssen – auf dem Sofa einschlief, machte Haustierchen sich den Film an und schaute ihn tapfer durch, obwohl sie ihn, wie sie mir danach mitteilte, nicht mochte und ihn eher ertrug als genoss. Weil er mir wichtig war, und weil ich ihn ihr zeigen wollte. Das ist Service der allersubtilsten Art, der die Bedürfnisse des Herrn auch da erspürt, wo er selbst vielleicht gar nicht bewusst um sie weiß.


Merci, petit animal.