Sonntag, 13. Dezember 2020

Ritterschlag und Diskussionen

Mein Herr und ich sind große Hörbuch-Fans :)

Als wir uns kennenlernten, sprachen wir viel darüber, wer welches Hörbuch hat, mag, genießt. Er war total hin und weg, weil ich unter anderem auch John Sinclair liebe!

Zum Einschlafen läuft immer ein Hörbuch, Hörspiel oder Podcast, wobei mein Herr allgemein schnell einschlummert und ich noch ein wenig länger lauschen kann und darf.

Ein Klassiker ist natürlich "die Geschichte der O", und wir haben sie beide auf deutsch und französisch, als Hörbuch, Buch, Comic und Film. Häufig macht mein Herr die französische Variante im Bett an und da ich noch lange nicht so weit bin, alles, außer einigen Schlagwörter, alles zu verstehen, bat ich ihn mal wieder um die deutsche Version. Immerhin kann ich schon auf Französisch erkennen, an welcher Stelle man gerade sich gerade befindet :)

Also hörten wir es gestern, jedoch war mein Herr noch nicht sehr müde und streichelte, kraulte und flauschte mich intensiv währenddessen. Er unterbrach das Hörbuch und erläuterte, dass das Buch an dieser Stelle einen Bruch für ihn hat.







O soll bestraft werden. Sir Stephen möchte sie bis aufs Blut auspeitschen und sagt vorher: "Verzeih mir O..."

Offen gesagt, bisher hatte ich mir keine Gedanken um diese Stelle gemacht, mein Herr hingegen schon, denn er verstand nicht, warum Sir Stephen das sagt. 

Schön fand ich, dass es immer wieder Momente gibt, in denen ich die Dom-Sicht nicht verstehe und meinen Herrn frage und dieses Mal war es umgekehrt und ich konnte meine Dev-Sicht darauf vorbringen.

Wenn mein Herr mich schlägt, dann betont er zum Beispiel, wie schön mein roter Hintern ist oder wie gut ihm das Ergebnis gefällt. Er lobt mich für meine Hingabe, dafür, dass ich er mich nicht anketten muss, sondern meine mentalen Fesseln so fest sind, dass es keine realen benötigt und ich still halte. Er gibt sich immer viel Mühe auszudrücken, wie sehr er es schätzt, dass ich mich schlagen lasse, obwohl ich kein Deut maso bin und einfach nur unter den Schmerzen leide. Sein Stolz und seine Dankbarkeit sind mein einziger, aber vollkommen ausreichender Lohn.

Warum entschuldigt sich Sir Stephen bei O, aus meiner Sicht?

Weil es den Fokus vollkommen verändert!

Er sagt damit, ohne viele Worte, zwischen den Zeilen, dass er den Preis kennt, den Wert anerkennt und weiß, was er ihr antun wird. Er schickt vorab Mitgefühl für ihre Schmerzen los und in ihrem Kopf kann sich dadurch alles ändern.

Im Buch ist ziemlich klargestellt worden, dass sie auch nicht maso ist und den Schmerz nicht genießen kann. 

Wenn sie eine reale Person wäre, könnten sich Gedanken wie (ich übertreibe ein wenig): "Dieser Arsch, nun tut er mir schon wieder weh! Verdammter Mist, warum bin ich überhaupt Sklavin?" einschleichen, wenn es allzu sehr weh tut und die Demut etwas darunter zusammenschmilzt, aber wenn man vorab hört, dass gesehen und wertgeschätzt wird, was man gleich leisten wird, und dass man weiß, dass es kein Kinderspiel sein wird, dann erschafft es direkt eine andere Beziehungsebene und löst Wohlwollen aus. Man denkt sich vielleicht eher: "Ich tue es für ihn und er weiß das genau!" Das Geschenk wird als solches empfunden, von beiden Seiten.

Ich hatte mich selber ab und an dabei ertappt, wie ich unfreundliche Gedanken hegte, als mein Herr mich über Wochen bei jedem Mal Sex zwischen die Beine schlug und es mir einfach zu viel war, weil Sex, den ich wirklich gerne habe, plötzlich negativ abgestempelt war, so dass ich keine Lust mehr hatte, weil er nur noch mit Schmerz verknüpft wurde und die schönen Gefühle Unterwasser bekommen hatten. "Lieber keinen Sex als nochmal zwischen die Beine geschlagen werden!" ging mir nur noch durch den Kopf.

Als wir, in diesen Tagen damals, dann mal chatten waren und ich es bei einem passenden Thema öffentlich geschrieben hatte, dass ich eben lieber gerade keinen Sex habe, weil ich nicht mehr damit umgehen kann, immer dabei zwischen die Beine geschlagen zu werden, so dass Sex mir keinen Spaß macht, obwohl ich ein wenig nymphoman veranlagt bin, da kam mein Herr ins Grübeln.

Einerseits gefiel es ihm, andererseits bemerkte er auch meine Überforderung und es ist ihm zu einseitig zu sagen, dass er es genießt, wenn ich keinen Spaß am Sex habe. Er mag es mal so und mal so. Mal soll ich die notgeile, stöhnende und nimmersatte Fotze sein, dann auch gerne die fast zu enge Frigide, die eben keinen Spaß dabei empfindet und lieber ihre Ruhe möchte. Aber dauernd nur eine Seite davon, das ist nicht so nach seinem Geschmack und dann ließ er es ein paar mal aus und ich kam wieder besser klar, freute mich auf Sex und er konnte umso mehr genießen, wenn ich dann enttäuscht, unter seiner Hand, wimmerte und schluchzte vor Schmerzen.

Nun bin ich vom Thema abgekommen.

Der Satz, dass es Sir Stephen leid tut, dass er O nun hart schlagen wird, ist aus meiner Sicht eine wundervolle Art, den Fokus zu steuern. Man verändert eher unbewusst seinen Standpunkt und ist wohlwollend und gibt gerne.

Wir diskutierten noch etwas darüber, pausierten derweil das Hörbuch und konnten so selbst nach all der Zeit wieder etwas Neues über den Anderen erfahren :)

Dann lief es weiter und wir kamen auch ein wenig mehr in Fahrt, als mein Herr mich aus meinen Gedanken riss und fragte, wie ich Spuren wahrnehme.

Sie sind eine wundervolle Erinnerung in den nächsten Tagen, die einem sowohl zeigen, welchen Platz/Rolle man hat, als auch stolz machen, was man ertragen hat und überhaupt wert war, dass jemand sich die Zeit nahm, die Mühe gab und einen benutzt hat :)

Ich liebe Spuren!

Ich genieße es, wenn sie ein paar Tage schmerzen, weil sie einen jedes Mal zurück bringen, in den Moment, als sie entstanden sind und man sich noch etwas intensiver erinnern kann. Dann ist man automatisch mehr Sklavin und hat den Fokus darauf und blendet andere Dinge deutlicher aus, so dass man noch besser dienen kann.

Ich liebe den Blick, wenn mein Herr sie wahrnimmt und meine Hingabe und Demut dadurch sichtbar wird. Sie zeigen, was man sonst nur fühlen kann.

Ich zerfließe, wenn er mit seinen Fingerspitzen darüber fährt und nachspürt, auch in seiner Erinnerung zurück blickt, wie sie entstanden sind.

Spuren sind wie ein direkter Draht zum Status von Herr und Sklavin, wie ein Gummiband, das einen in die Situation zurückzieht und es sind sichtbar gewordene Gefühle. So wichtig!


Auch hier begannen wir vergangene Nacht darüber zu diskutieren, uns auszutauschen und ich bat meinen Herrn davon abzusehen, mich in dieser Nacht zu schlagen, als er mit der Gerte über meinen Hintern strich.

Er erklärte, dass er versteht, warum ich es nicht möchte, es jedoch eine Zwickmühle erschaffen würde. Wenn er sich an meiner Bitte orientieren würde, gäbe es für mich den üblichen fahlen Geschmack, dass ich bestimmt hätte. Wenn er es tun würde, wäre er konsequent, was ich sehr genieße, und ich könnte dienen.

Man sollte dazu sagen, dass ich nun eine Woche intensiv Migräne hatte und es der zweite Tag ohne Schmerzen war und wir gestern zwei Hiobs Botschaften bekommen hatten, die uns sehr hart getroffen hatten und wir innerlich sehr wund waren.

Dazu kam, dass wir morgens Sport gemacht hatten und danach duschen gingen und ich mich rasierte und meine Haut total rot, empfindlich und schmerzhaft war. Ich weiß nicht, ob es vom Sport kam, dem neuen Rasiergel (Warum bringen die Drogerien auch ständig neue Düfte raus, da kann ich nicht widerstehen!), oder die Klingen einfach oll waren, jedenfalls war das Ergebnis, dass auch noch abends meine Haut zwischen den Beinen ganz überempfindlich war.

Mein Herr gab mir sehr deutlich zu wissen, dass ihm bewusst ist, dass ich innerlich und äußerlich wund bin und legte die Gerte weg, streichelte mich etwas weiter und schlug mir dann beherzt zwischen die Beine.

War ich überfordert?

Vorher hätte ich gesagt ja, aber akut merkte ich, dass es mir mehr gibt, dass mein Herr meinen Schmerz genießen möchte und ich dienen kann und darf. Es tat in dieser Hinsicht gut, auch wenn ich nicht ganz wußte, wohin mit meinen Gefühlen.

Einerseits musste ich mich zusammen reißen meine Beine weiterhin gespreizt zu halten und mich machte diese Aufgabe dieses mal fertig und kostete mich sehr viel Anstrengung, andererseits machte es mich ungemein stolz und es tat so gut mich wieder als Sklavin fühlen zu dürfen.

Ok, wenn ich ehrlich bin, nach einigen Hieben wünschte ich mir schon intensiv, dass mein Herr mich noch benutzen würde, damit es ein Ende finden könnte. Was vorher bereits weh tat, glühte nun umso mehr und ich kann gar nicht abschätzen, wie lange mein Herr noch Gefallen daran findet. 

Mein Herr weiß natürlich wie Schwanz-affin ich bin und triezte mich intensiv damit, dass er mich ja nicht ficken müsse und ich keinen Schwanz zu spüren bekommen müsse. Wenn er in mir kommt, ist es jedes Mal wie ein Ritterschlag für mich und lässt mich innerlich strahlen, weil mein Herr mir zeigt, dass ich mich gut anfühle und er mich genießt. 

Wenn er mir das vorenthält, nimmt er mir sehr viel und ich fühle mich unwürdig und beraubt zugleich. 

Er lamentierte darüber, ob er überhaupt in mir kommen möchte, oder doch lieber etwas Besonderes daraus machen möchte, indem er es mir vorenthält und als Luxus definiert, hatte dann aber ein Nachsehen und schenkte mir seinen Ritterschlag :)

Mir macht es auch im Nachhinein Sorgen, wenn ich daran denke, er könnte es ernst meinen und reglementieren, wann und wie häufig ich seinen Schwanz zu spüren bekomme. 

Dennoch ist es natürlich seine Entscheidung, sein Wille und ich werde mich fügen.



Dienstag, 1. Dezember 2020

Stille, oder Stillstand

Es ist still geworden, hier und in mir und um mich herum.

Es heißt immer, keine Nachrichten sind gute Nachrichten, weil es keine schlechten Nachrichten sind.

Stimmt.


Erst war es ganz schrecklich laut, weil wir stritten und arge Probleme hatten und nicht aufeinander zugehen konnten und weil wir uns gar nicht mehr verstanden, so gar gar nicht mehr, so dass jedes Wort vom Anderen missverstanden wird und gar nichts mehr ankommt, von dem, was der Andere sagt und gar nichts mehr durch die Mauern durchdringen kann und einfach nur noch Streß herrscht, Missgunst, Misstrauen und Missverständnisse.

Was bleibt dann?

Zwei Möglichkeiten.

Man geht auseinander.

Oder, man geht aufeinander zu, denn verharren kann man nicht lange.

Ich will gehen. In meinem Kopf habe ich meine Köfferchen gepackt, der Kater muss ja auch nicht mehr mit, er ist bereits ohne uns gegangen und hat uns zurück gelassen, also habe ich weniger Gepäck und ich schaue schon Wohnungen an und gehe im Kopf durch, was meine nächsten Schritte sein müssen und wie unendlich schwer sie sind.

Mein Herr ist auch ein Geher, allerdings ein auf-mich-zu-Geher. Er lässt mich nicht gehen, er hält mich fest. Erst versucht er es immer durch Appelle an mich, an meine Vernunft, an meine Loyalität, aber dafür ist es an dem Punkt bereits zu spät. Dann, das hat er wegen mir erlernt, schlägt er eine andere Richtung ein.

Er weiß, dass ich ein Gewohnheitstier bin. Er weiß, dass ich immer dienen möchte, gehorchen möchte und das so tief in mir verankert ist, dass ich nicht lange dagegen ankämpfen kann, also wird er ganz lieb zu mir, bedrängt mich nicht, sondern umsorgt mich und lockt mich. Versucht vorsichtig eine Kette anzulegen und wenn mein Widerstand zu groß ist und auch sein "Du magst und brauchst sie doch auch, ohne fühlst Du Dich doch gar nicht wohl..." nichts bringt, dann lässt er mir einen Tag mehr Zeit, umsorgt mich noch mehr, kümmert sich um mich, so dass ich nach und nach meine Mauern abbauen kann und wieder hervor schauen kann.

Danach ist aber durch den Streß und Streit ganz viel Brachland in mir, ganz viel kahle Wüste und ganz ganz viel Nichts.

Dann bin ich leer und hohl und muss mich nach und nach, Stück für Stück wieder neu aufbauen.

Dann mache ich, was ich eben machen muss, wie z.B. den Haushalt, die Einkäufe, für unser leibliches Wohl sorgen, Adventssachen vorbereiten, was man eben so macht und nebenbei kleine Geschenke für die Nachbarskinder für Nikolaus basteln, Französisch üben, Keksrezepte suchen... Alltag

Aber der alltägliche Alltag ist eben nicht genug und man muss sich doch gegenseitig den Alltag schöner gestalten, dafür führt man doch eine Beziehung? Damit man miteinander mehr ist, als wenn man alleine ist. Damit man miteinander glücklicher ist und schöne Dinge machen kann, die man eben nicht alleine machen kann, damit man sich wohl fühlt und das Leben führen kann, was man sich wünscht.

In unserem Fall haben wir, bevor wir zusammen gezogen sind beschlossen, dass wir mit Ketten leben wollen, in jedem Raum! Daher haben wir in jedem Raum Ösen angebracht. Also kettet mein Herr mich nicht nur nachts an, sondern auch tagsüber, damit ich auch mal eine Pause mache (-n muss) und weil mein Herr Ketten an mir mag.

Nackthaltung war immer ein tolles Thema, ist im Alltag aber schwerlich umsetzbar, also hatten wir uns auf XXXL Hoodies verständigt, mit Kuschelsocken. Funktioniert eigentlich wunderbar. Heute hingegen habe ich eine offene Strickjacke an, geht auch gut :)

Die reine Bodenhaltung haben wir nicht beibehalten. Warum? Weil der Platz vor dem Sofa, wo mein Kissen immer lag, für die Füße gebraucht wird, von denen die auf dem Sofa sitzen und weil es optische Unordnung macht und weil es meinem Herrn zu unflexibel ist, wie er sagt und weil... tut mir leid, ich weiß es nicht, verstanden habe ich es nie so ganz, jedoch geht es um das was mein Herr möchte, daher ist das Thema vom Tisch und wird nur ab und zu benutzt.

Man füllt eben so seinen Alltag und dann sitzt man da und hat nichts zu schreiben, weil man sich so still innen drin fühlt und macht sich Gedanken, warum es einen nicht so erfüllt, wie es sollte und man denkt zurück an Momente, wo man Dinge erlebt hatte, die man immer erleben und fühlen wollte und fragt sich, ob es sich damals auch so schal anfühlte?

Viele Dinge kann man so oder so machen.

Die gleiche Aktion kann immer komplett unterschiedlich sein, je nachdem, in welchem Rahmen sie passiert!

Ein schönes Beispiel dafür ist Filmmusik! 

Die gleiche Szene einmal mit lustiger Hillbilly Musik, oder mit spitzen Horrortönen präsentiert, macht einen großen Unterschied.

Wenn mein Herr mir abends die Kette anlegt, dann entsteht mit unter genau das Problem.

Es ist Alltag, wir machen das jeden Abend und es geschieht eben.

Wenn er es verbalisiert, hat es (hier kann ich nur für mich sprechen) für mich einen vollkommen anderen Effekt. Dann weiß ich genau, er macht es, weil er nicht möchte, dass er aufwacht und ich sonst wo bin und ich nicht ungefragt aufstehen kann und ich sowieso darum bitten muss, wenn ich aufstehen möchte.

Klar, wenn er es nicht sagt, habe ich es irgendwo auch im Kopf, aber ganz stumm leise im Hintergrund und schnell mal übersehen. Wenn er es ausspricht, dann legt man den Fokus darauf, ruft es sich in den Kopf zurück und empfindet es anders.

Das Funktioniert mit allem.

Wenn er mir sagt, warum er dies und das tut/fordert/möchte, spricht es meine innere Sklavin an, die ansonsten in der Ecke sitzt und meint, dass sie gerade irrelevant, klein und nicht anwesend ist.

Das ist auch der Grund, warum ich nichts zu schreiben hatte.

Meine innere Sklavin sitzt dauernd in dieser kleinen schummrigen Ecke und fühlt sich übersehen, nicht wahrgenommen, sie ist halt da und macht, was sie machen muss/soll.

Ich lief den Tag über nur in meiner offenen Strickjacke zuhause herum und mein Herr sagt, dass er es mag, sagt, dass meine Brüste schön sind, betont sogar, dass sie immer schön sind, aber heute eben gut aussehen mit der Strickjacke zusammen. 

Das ist viel, er versucht an alles zu denken und ich höre es mir dankbar an und versuche alle anderen Dinge auch korrekt zu machen, damit er sich gut fühlt und Grund hat mich zu loben, so dass ich weiß, dass es richtig ist, was ich tue.

Also verabschiede ich ihn mit extra weit gespreizten Beinen, kniend an der Türe, den Kopf auf dem Boden, wie er es mag und ich auch. Er krault meinen Kopf und lobt mich und ich fühle mich gut dabei, dann ist er auch schon weg und ich bin auf mich alleine gestellt. Es gibt immer genug zu tun, so ist es nicht, aber es fühlt sich hohl an.

Ich mache, was ich zu tun habe und als mein Herr zurück kommt, knie ich wieder extra weit gespreizt und er freut sich wieder und dann...

Irgendwie fühlt sich die Zeit im Moment so träge und langsam an.

Nichts passiert, also auch nichts schlimmes, dafür bin ich dankbar, aber es ist so langweilig.

Nach und nach werden die Kleinigkeiten, die wir im Alltag eingebaut hatten, damit es uns gegenseitig besser geht, weniger.

Heute keine Ketten außerhalb vom Bett.

Morgen könnte ich dann vielleicht wieder das Knien beim Verabschieden sein lassen und mich selber berauben.

Aber wie viel Wert hat es, wenn man nur selber Wert darauf legt? Wenn es gefühlt dem Anderen egal ist?

Immer den Anderen erinnern bringt auch kein Gleichgewicht in die Sache.

Und dann, wenn alles wieder abgeflaut ist und DS-technisch nichts übrig blieb und man sagt, dass man sich so nicht wohl fühlt, dann sagt der Andere, dass es ihm ja nicht anders ergehen würde und man fragt sich, warum es dann überhaupt abflauen konnte.

Alles so schwierig.

Fühlt sich schrecklich nach Stillstand an.

Wie ein Kreislauf, ein ewiger Kreislauf. Streit, Versöhnung und DS, DS wird nach und nach weniger, dadurch wird der Streit wieder mehr, es eskaliert, man will weg, die Versöhnung folgt und es geht von vorne los.

Und dann muss man aus dem Kreislauf ausbrechen.

Aber in welche Richtung?

Nicht meine Entscheidung, das entscheidet mein Herr, jedoch Drehe ich mich nicht noch eine weitere Runde mit. 

Wir hatten so viele Pläne, bevor wir zusammen zogen.

So viel im Kopf, was wir umsetzen und leben wollten.

Und jetzt? Jetzt fühlt es sich nicht so an, wie gewünscht und man sehnt sich nach Emotionen, die früher da waren und nun verblasst sind.

Wenn man Dinge ausspricht, hebt man sie hervor und macht sie realer.

Ich genieße es sehr, wenn mein Herr die kleinen Dinge, die er macht, verbalisiert. Ich hingegen schweige und genieße, statt es ebenso zu tun.

Vielleicht sollte ich beginnen auch mehr zu verbalisieren. Auch zu sagen, was ich besonders mochte und schön fand.

Bisher hielt ich mich sehr damit zurück, weil ich seinen Willen als meinen Fetisch habe und ihn nicht beeinflussen möchte, aber wir müssen einen neuen Kreislauf erschaffen und vielleicht braucht mein Herr auch einen Antrieb, indem er merkt, was er tut, kommt an und wird gesehen.

Dazu muss ich mir mehr Gedanken machen, weil es mir eigentlich widerspricht, aber eine stumm genießende Sklavin ist ihm vielleicht nicht deutlich genug.

Die Stille braucht mehr Emotionen.



Mittwoch, 4. November 2020

Früher und heute, heute und früher

 





Früher dachte ich, der Herr ist das Wichtigste für eine Sklavin, sie verehrt ihn wie einen Gott! Im Gegenzug vergöttert ein Herr seine Sklavin, sie ist sein wichtigster Besitz!

Heute denke ich mir, dass man oft genug an seinen Anforderungen nicht wächst, sondern scheitert, weil vieles nicht mehr denkbar ist, was früher möglich war, weil man nicht wußte, dass die Zeit ein Ablaufdatum hat und umso näher man diesem kommt, umso größer wachsen Probleme, Zweifel und Ängste, die einen dann lähmen, still legen und verkümmern lassen. An dieser Stelle wäre ein Ausbruch, ein Durchbruch von Nöten, dann sind die Zweifel aber bereits so groß, dass einem die Kraft fehlt und früher? Früher machte man einfach, dachte nicht kaputt, tat blind und trat blind einfach nach vorne, nicht wissend was kommt und sicher, ab und an stolperte man, oder stürzte man, aber was wenn nicht? Was, wenn man weiter kam, weiter und weiter?

Und heute glaubt man nicht mehr daran, dass man blind in die Dunkelheit muss, weil es eh nichts bringen würde und so verharrt man an der immer gleichen Stelle, schlägt Wurzeln und verknöchert.

Aber was, wenn man ein wenig Mut zusammen klauben kann, wenn man etwas Energie sammeln und doch noch einen Schritt in die ungewisse Dunkelheit namens Zukunft wagen kann? Was kann schon schief gehen? Was kann schon schlimmes passieren? Höchstens, dass man erschrocken bemerkt: Es ging ja doch!



Sonntag, 1. November 2020

Halloween!

 Mir egal, ob viele in Deutschland denken, dass Halloween nicht nach Deutschland gehört, kann ja nicht jeder nackt in der Walpurgisnacht unterm Vollmond tanzen!


Eine gute Alternative ist dann eben Halloween, vor allem, wenn das Wetter kühl ist, es nieselt und regnet, dann ist eine einsame Waldlichtung im Adamskostüm nicht so einladend :)


Vor ein paar Jahren kam ich auf die glorreiche Idee mich als Werwolf im Schafspelz zu verkleiden.





Mittlerweile hat es Tradition und ich mag gar nichts anderes mehr machen!


Jedes mal ist es ein wenig anders, mal gruseliger, mal niedlicher, mal haariger, mal knuffiger. Dieses Jahr wurde ich gefragt, ob es ein Zombie-Werwolf ist, da das Foto im Auto aufgenommen wurde und die Lichtverhältnisse waren unterirdisch, aber egal, auch das teile ich gerne :)





Denn, regelkonform mit Corona, haben wir das Auto mit Kürbissen, leuchtenden Skeletten, Kürbisgirlanden und vieles mehr geschmückt, vollgestopft mit Snacks und Getränken und dann ging es ab ins Autokino!

Gezeigt wurden Halloween 2000 und dawn of the dead. Toll! Ich hatte riesigen Spaß und an der Leine stört sich dort auch keiner :)

Vorab habe ich meinen Herrn als Zombie schminken dürfen und das machte mich sehr stolz, aber mein kritischer Geist war mit dem Ergebnis nicht vollkommen zufrieden. Für das nächste Jahr muss ich mehr üben. Ihm gefiel es gut und darauf kommt es an, würde ich ja gerne denken.


Mein Herr hatte unabhängig von Halloween eine tolle Idee und gab mir eine Position vor, in der ich die Manschetten an- oder abgelegt bekomme, so kann ich ihn dann auch demütig daran erinnern, oder darauf aufmerksam machen.

Ich knie auf dem Boden, Stirn auf den Boden, Ärschle halb hoch, Beine weit gespreizt, Hände auf den Rücken, so dass er gut dran kommen kann und wenig Mühe hat. Unbewusst hatte ich bereits beim ersten Mal die Knöchel aufgestellt, so dass mein Herr ohne Behinderung auch die Manschetten dort herum legen kann, und prompt bekam ich ein Lob :)

Wenn er fertig ist, gibt er mir ein Küsschen auf meine Backe und dieser mini kleine Moment ist mein heimliches Highlight :)

So hat er, wenn er sie anlegt oder abnimmt, eine schöne Aussicht und kann ganz nebenbei noch kontrollieren, oder eine Wartung einleiten, oder einfach genießen, was er sieht :)


Und nun gehen wir noch eine kleine Runde spazieren, in der Dunkelheit und vielleicht sehe ich den Mond irgendwo aufblitzen. Im Autokino gestern stand er voll und grell am Himmel und das an Halloween, ich war soooo begeistert!




Donnerstag, 29. Oktober 2020

Öhrchen-Liebe

 



Ich war so überrascht und happy, als ich beim Einkaufen heute passende Öhrchen für meinen Schaf-Pulli fand und mußte sie natürlich direkt mitnehmen.

Unterwegs mit Pulli, Öhrchen und Leine, fühlte es sich niedlich an und gefiel mir richtig gut, jedoch mussten wir noch in einen anderen Laden und dafür legte ich sie ab.

Mein Herr fragte nach, warum ich sie nicht anbehalten möchte.

Es gibt Menschen, die stehen gerne im Mittelpunkt und genießen es. Ich gehöre definitiv nicht  dazu!


Vor ein paar Wochen waren wir in einem Drogeriemarkt und dann schwebte ein junges Ding rein, auf High Heels, die Hot-Pants ließ beide Backen frei, das Oberteil bedeckte nicht den kompletten Busen, geschminkt war sie wie eine Drag Queen und gestrahlt hat sie, wie ein Stadion, bei einem Love-Song!

Wow!

Also flitzte ich zu meinem Herrn und sagte, er muss uuuunbedingt diesen Arsch sehen!

Sie war höchstens Mitte 20 und gut gebaut. Alle gafften sie an und sie genoss es sichtlich, suhlte sich darin und sog es auf, wie ein Schwamm.

Mein Herr wollte nicht, es interessierte ihn nicht weiter, kein Interesse. So kenne und liebe ich ihn :)

Ich genieße es, dass er sich für vollkommen andere Sachen begeistert und nicht so ein Glotzer ist.

Also wuselten wir weiter durch den Laden und eher zufällig begegneten wir ihr abermals und mein Herr fand sie gar nicht so atemberaubend wie ich. Naja, die Reaktionen der Anderen war jedenfalls eindeutig und ich bin eher so die Person, die keine Beachtung möchte und lieber im Hintergrund verschwindet, also erklärte ich knapp, dass es mir unangenehm ist, die Ohren in der Öffentlichkeit zu tragen.

Mein Herr weiß genau was ich mag und somit bestach er mich mit einem Minion-Ü-Ei! 

Wie hätte ich da nein sagen können?

Ich habe mittlerweile eine Taktik entwickelt, wenn ich leider auffällig sein könnte, so dass es möglichst unauffällig rüber kommt.

Tue so, als sei es vollkommen normal! Sagte bereits der Tod in der Scheibenwelt. Wenn Du so tust, als sei alles normal, trauen die Anderen ihren Augen nicht und beachten es nicht weiter. Also Kopf hoch, Brust raus, normal schauen und keinem ins Gesicht blicken, weil alles andere wichtiger ist und schritt ich zielstrebig zu den Einkaufswagen und startete.

Es war hmm ok.

Natürlich bemerkte ich, dass manche grinsten und tuschelten, aber ich glaube nicht, dass sie mich für irre hielten. Hmm naja, vielleicht ein wenig, aber keiner alarmierte eine Anstalt. Die meisten Blicke sahen eher aus, als würden sie sich freuen und es niedlich finden, aber nicht zu abgedreht, jedenfalls rede ich mir das nun ein :)

Ganz ehrlich, unser aller Leben ist im Moment so trübsinnig, da kann ein wenig Lebensfreude doch nicht schaden und gute Laune auch nicht. Wenn alle sich wirklich so kleiden würden, wie sie gerne würden, die Welt wäre so viel bunter und schöner, vielfältiger und bestaunenswerter, die Menschen hätten gute Laune, weil sie sich besser fühlen würden und wären entspannter, aber statt dessen leben wir in künstlich erschaffenen Zwängen, ohne dass sich auch nur ein Bruchteil damit wohl fühlen würde.

Warum eigentlich?

In Japan glaube ich, oder einem anderen asiatischem Land, galten Pyjamas als Luxus, da nur reichere Leute sie sich leisten konnten und so gingen sie damit vor die Türe, um zu zeigen, dass sie sich diesen Luxus leisten können und nicht nur Klamotten für draußen haben, sondern wirklich und wahrhaftig einen Schlafanzug besitzen.

Das wurde nach und nach zur Mode, bis es überhand nahm und fast keiner mehr etwas anderes trug und sie dann verboten wurden, zumindest draußen. 

Ich mag diese Story so gerne und fände es viel schöner, wenn es ein weltweiter Trend geworden wäre!

Aber nein, wir leben verkniffen in einheitlichen Klamotten und lediglich der Schnitt und die Farbe dürfen ein wenig abweichen, ansonsten hagelt es Blicke, Aufmerksamkeit und schlimmeres.

So und ich lasse sie nun auf und fühle mich wohl damit und niedlich und knuffig und werde geflauscht!



Dienstag, 27. Oktober 2020

(K)ein Throwback-Tuesday

 Die Kategorie Throwback-Tuesday ist ein zweischneidiges Schwert, da man nie genau weiß, wohin die Zeitreise einen entführt.

Meine Vergangenheit ist leider nicht so rosarot, als dass ich immer bereit bin, dieses Risiko auf mich zu nehmen und somit findet es eher statt, wenn ich gute Laune habe und die habe ich derzeit leider nicht sooo dolle.

Nichtsdestotrotz habe ich gerade Lust zu schreiben :) 

Meinem Herrn ging es fürchterlich auf die Nerven, dass jedes Schloss einen einzelnen Schlüssel hat, so dass er bis zu sechs verschiedene heraussortieren musste. Zwar haben wir sie markiert (Jedes Schloss hat einen farbigen Nagellack-Punkt in einer eigenen Farbe und der dazugehörige Schlüssel ebenso, so dass man sie sofort erkennt), dennoch ist es eine enorme Fummelei und somit bestellte er gleichgeschlossene Schlösser, die alle mit einem Schlüssel aufgehen. Da sie ihm so gut gefallen, besorgt er vielleicht noch einen Satz :)





Und das ist mein Napf. Das kam so:

Wir waren in einem Tierbedarfladen, weil mein Hamster ein passendes Transportkistchen brauchte und ich streunerte direkt zu den Leinen und Halsbändern. Ich liiiiieeeebe Leinen und Halsbänder und könnte Stunden damit verbringen in Tierläden herumzustöbern, sie anzufassen und mir vorzustellen, wie sie sich um meinen Hals wohl anfühlen würden und wie es wohl aussehen könnte.

Mein Herr ging allerdings zu den Näpfen.

Mein Persönlicher Graus!

Näpfe sind furchtbar unpraktisch. Man beugt sich runter, muss sich einen Haps schnappen, ohne die Nase zu brechen und ohne, dass er allzu sehr verrutscht. Dann kann man sich kauend aufrechter hinsetzen und schlucken, muss sogleich sich wieder vorne über beugen, um den nächsten Happen zu bekommen, quetscht sich damit das Bäuchlein, was unangenehm ist und es geht von vorne los.

Ich mag es nicht, dementsprechend kritisch beobachtete ich meinen Herrn dabei, wie er die Näpfe studierte. Zwischendurch tappste ich zu den Leinen und Halsbändern, schnappte mir hier ein Tütchen voller getrockneter Möhrenstücken und eins mit Erdnüssen für den Hamster, legte noch eine neue Trinkschale dazu, da der Hamster ein Zwerg ist und der Rand der alten Schale zu hoch war und ging schauen, was mein Herr so trieb. 

Noch immer war er bei den Näpfen!

Als er mich bemerkte, legte er einen in mein Körbchen und sagte, dass ich den nun kaufen werde. Keine Diskussion!

Da steht er nun auf dem Schreibtisch meines Herrn. Gestern lagen Kekse drin (nein, ich habe keine davon bekommen) und heute lagen die Schlüssel drin, wobei ich für das Foto die Schlösser rein legte, weil ich sie sooo schön finde :)

Ein hübscher Napf! 

Am Besten gefällt mir, dass er auf dem Schreibtisch meines Herrn steht und ich ihn nicht benutzen muss :)

Und weil ich sooo viel Näpfe geschrieben hab, ist mir doch ein Throwback-Tuesday Bild dazu eingefallen :)





Nein, ich stehe nicht auf Pet Play, ich habe es mal versucht, so wie ich alles mal versucht habe :) 

Meine Versuchs-Liste ist wirklich lang, da ich denke, man weiß ja nie, was einem so gefallen könnte, also macht man es mal und so gehörte auch Pet Play auf meine Liste, aber neee, passt nicht.






Ich verhalte mich nicht gerne wie ein Tier, zwar werde ich gerne so behandelt, bin gerne das Schoßhündchen meines Herrn, aber mich wie ein Hund benehmen? Nein danke und wie eine Katze auch nicht, oder ein Schaf, oder ein Koala. Höchstens wie ein Quokka, aber das ist eine andere Geschichte! 

Sonntag, 25. Oktober 2020

Schwieriger Alltag

Ich finde es in der momentanen Zeit recht schwer keine Trübsal zu blasen.

Das Dauerthema Corona wird wieder schlimmer und damit wächst auch unsere Angst täglich ein Stück mehr und die Einschränkungen werden auf Dauer spürbarer, wie zum Beispiel, wenn man geliebte Menschen im Krankenhaus besuchen möchte und nur einer hinein darf. 

Na gut dass es Handys gibt, so dass man ja doch ein wenig "dabei" sein kann, aber es ist natürlich unvergleichbar und somit saß ich nun regelmäßig im Auto und wartete auf meinen Herrn.

Ehrlich gesagt hatte ich große Freude! Vorab packte ich mir ein Körbchen mit etwas zu trinken, Büchern, Zeichenutensilien und Strickzeug. So kam es, dass ich total überrascht war, wenn mein Herr zurück kam und die Zeit bereits um war.

Wenn ich nicht angebunden war (was lediglich einmal vorgekommen ist), bin ich mit meiner Kamera herum gestreunert und machte wundervolle Herbstbilder, aber nachdem er mich eingesammelt hatte, wurde ich konsequent angeleint.



Aber keine Sorge, ich hätte den Knoten auch so gelöst bekommen. Es geht ja eher um die mentalen Ketten.



Was mir mehr ausmacht ist, dass man nicht so einfach in ein Café gehen kann, weil man Angst vor einer Ansteckung haben muss, also bleiben wir so gut es geht immer zuhause, oder gehen spazieren, an möglichst unbesuchten Orten, wie zum Beispiel in Wäldern.

Früher fuhr ich sehr gerne zum Flughafen, holte mir einen Starbucks Getränk und stellte mich auf die Aussichtsplattform und sah den den gigantischen Metalldosen dabei zu, wie sie sich aller Widrigkeiten zu trotz in die Luft begaben und obwohl ich weiß, warum Flugzeuge fliegen können, faszinierte es mich jedes einzelne Mal, dass es wieder aufstieg, mit den X Tonnen Gewicht!

Es ware Selbstmord, wenn ich heute ähnliches versuchen würde und so bezirzt mein Herr mich, indem wir öfter einen Ausflug zum Wald machen und dort bis zur Autobahnbrücke wandern, um uns dann darauf zu stellen und den Autos nachzusehen. Es ist zwar kein Vergleich, aber der Versuch etwas Normalität zu erleben, etwas anderes zu sehen und wenn dann ein Auto oder ein LKW hupt, die Fahrer winken und ein Peace mit Handzeichen hoch halten, dann sind auch das Glücksgefühle, Freude und ein großer Spaß :)

Beim letzten Mal packte er plötzlich die Leine aus und legte sie mir an. Meine Gefühle sind dann ein großes Wirr Warr. Einerseits bin ich stolz und könnte platzen, möchte mich zu seinen Füßen knien und ihm zeigen, wie gut es mir gefällt, dann spielt jedoch noch die Sorge mit, dass es uns Probleme machen könnte oder negative Reaktionen hervor ruft, denn Fußgänger, Spaziergänger mit Hunden tummeln sich dort nicht wenige.

Der Stolz und die Freude überwiegen allerdings schnell und so strahle ich und ärgere mich, sobald sie wieder abgenommen wird.

Klar begegnet man dann auch mal jemanden. Ob mein Herr die Leine dran lässt, ist für mich nicht vorhersehbar. Ich persönlich denke, dass im Wald eine Frau mit Leine nichts sooo tragisches für Erwachsene ist. Wenn es stört, kann man sie schnell ignorieren, da sie sehr unauffällig ist und dass alles freiwillig stattfindet sieht man ja alleine schon daran, dass wir uns leise und normal unterhalten.

Lustigerweise bekommt man im einsamen Wald eher eine Reaktion, als in einer Großstadt, in einem Menschenpulk. Wobei, bis auf Blicke und ab und an mal eine Frage wie: "Macht ihr was? Kann ich mitmachen?" kam bisher nicht vor, bis auf einmal, als eine Frau die Polizei informiert hatte, weil sie annahm, dass ich entführt wurde. 

Keine Problem, im Gegenteil, ich fand das sehr wichtig und gut! 

Unangenehme Reaktionen jedenfalls blieben bisher aus, eher ist es ein verhohlenes Interesse, oder desinteressiertes Wegblicken.

Ansonsten ist unser Alltag träge und langweilig. Die Tage gleichen sich sehr.

Mein Herr mag mich derzeit nicht wirklich mitnehmen, wegen den steigenden Zahlen und zuhause läuft alles recht routiniert.

Ich trage permanent zuhause die vier Manschetten und wenn wir doch mal einkaufen gehen, nimmt er alle ab, damit sie gereinigt werden können, oder nimmt lediglich die an den Knöcheln ab.

Praktisch ist für ihn, dass er so nachts einfach meine Hände zusammenbinden kann und wahlweise auch am Halsband befestigen kann, natürlich zu der normalen Kette dazu, die am Halsband ist.

Die Nackthaltung ist wieder übergegangen in eine halbe, wie im letzten Winter. Dann darf ich einen XXXL Hoodie tragen und dicke Socken.

Die Bodenhaltung schleift sehr übel herum und wird kaum wahrgenommen.

Aber irgendwie ist derzeit alles gefühlt nur so halblebbig und larifari. Sehr unbefriedigend und zu gleich fehlt der Antrieb es zu ändern.

Gestern kam mir der Gedanke, dass wir uns vielleicht zu viel auf Einmal vornehmen und langsamer Regeln/Rituale einführen sollten. Nicht x in einem Wusch, sondern eine neue Regel und sobald sie gut funktioniert und ins Blut übergegangen ist, erst die nächste. So verhuddeln wir uns dauernd und vergessen hier und da eine, sind dann demotiviert und schmeißen eher andere auch noch über den Haufen. Das ist aber, wie alles andere, die Entscheidung meines Herrn und so trug ich ihm meine Gedanke vor. 

Ich habe mir nun jedenfalls vorgenommen, wenn mein Herr mich nicht mitnimmt zu einem Termin, ihn darum zu bitten, in der Zeit einen Spaziergang oder eine kleine Fahrradrunde drehen zu dürfen, so dass ich auch etwas raus komme, ohne mit Menschen zusammentreffen zu müssen.

Dann schmeckt der Tee auch umso besser, wenn man nachhause zurück kehr!



Donnerstag, 8. Oktober 2020

Alltag kann fesselnd sein

 Im Moment läuft es wirklich gut, vielleicht kommt daher mein Bedürfnis mich nicht mitteilen zu müsssen, denn ich bin eine Frustschreiberin. Dann schreibe ich, was ich nicht aussprechen kann.

Wenn es mir gut geht hingegen, dann verweile ich in diesem zufriedenem Gefühl und bin gerne auch für mich :)


Ich weiß gar nicht wodurch es genau zustande kam.

Irgendwie hatten wir durch den Kater eine sehr schwere Zeit und ich hatte meine Gefühle und Befürnisse komplett zurück genommen, um in der Trauer für meinen Herrn vollkommen da sein zu können und nach ein paar Wochen konnte ich auch nicht mehr, wollte ich auch nicht mehr und sprach klar aus, dass es so nicht funktioniert für mich.

Es fühlte sich an, als würde unsere ganze kleine Welt auf meinen Schultern lasten. Schrecklich!

Dann näherten wir uns etwas an, neutral eher, wieder auf Zehenspitzen schleichend und versuchten uns gegenseitig zu unterstützen, aber eher kühl, wie Freunde die sich mögen, aber nicht mehr sind und in der Phase konnte ich ein wenig Kraft tanken, was jedoch nicht genug war.

Wer meinen Blog verfolgt weiß, wie wichtig mir DS und TPE ist. Wie sehr ich eine vorgegebene Tagesstruktur von meinem Herrn brauche und wie viel Kraft und Mühe es mich kostet, wenn ich ohne auskommen muss.

Dementsprechend ausgebrannt war ich und brachte auch das dann klar zum Ausdruck, verglich mich mit einer Kerze, die von beiden Seiten abgebrannt wird.

Irgendwas hat das in meinem Herrn angestoßen und wir hatten in der folgenden Nacht unglaublich guten Sex, der längst überfällig war. Drei Orgasmen später, nachdem ich nur noch Tierlaute von mir geben konnte und wieder zurück zur Sprache finden mußte, war auch meine Angst und meine Sorgen zurück, dass es am nächsten Morgen wieder weg sein könnte und das formulierte ich auch.

Wahrscheinlich ist es einfach ungemein wichtig, dass man in seiner Beziehung immer wieder Ängste anspricht, so dass der Andere weiß, warum man wie handelt und was in einem vorgeht und warum man vielleicht auch mal überreagiert oder besser noch, vorher mit diesen Wissen solche Situationen vermeiden kann.

Jedenfalls kam es so, dass wir zu unseren alten Regeln zurück gefunden haben. Ich trage also permanent die Ledermanschetten um die Knöchel und an den Handgelenken, mit den dicken Schlössern, weil mein Herr mag, wie sie klappern und mich behindern.

Nachts gibt es wieder kontinuierlich die Kette ans Halsband und manchmal zusätzlich an einen oder beiden Füßen. Keine Möbel, außer mit einer Erlaubnis meines Herrn, dafür muss ich entweder neben dem Möbelstück warten, bis er es mir gestattet und bedanke mich dann artig dafür, oder ich bitte höflich mit Anrede darum.

Im Büro hat mein Herr einen neuen Ring angebracht, so dass ich auf dem Kniekissen, oder dem Lesesessel auch angekettet Zeit verbringen kann, was mich zusätzlich davon abhält einfach aufzuspringen und Arbeiten zu verrichten, obwohl es meinem Herrn lieber wäre, wenn ich eine Pause machen würde.




 Die Nackthaltung ist auch wieder ein Thema, wobei Socken ausgenommen sind, neben der Wohnungstüre ein Hoodie hängt, falls der Postbote oder sonst wer klingelt und ich ansonsten darum bitten muss, etwas anziehen zu dürfen. Mein Herr ist sehr gnädig und sagt fast immer ja, was mich ein wenig missmutig stimmt, da ich ja eher auf Strenge stehe und er hm recht weich ist und immer möchte, dass es mir gut geht und nach wie vor haben wir verschiedene Vorstellungen von dem was mir gut tut :)

Es fühlt sich gut und natürlich an wieder Regeln und Verbote zu haben und ich genieße diese Freiheit, denn nichts anderes ist es für mich, die Freiheit seinen Willen abzugeben, die Freiheit bitten zu dürfen, die Freiheit nicht tun zu dürfen, die Freiheit untergeben zu sein, die Freiheit sich als Besitz fühlen zu dürfen und diese Freiheit spüre ich umso mehr, umso mehr mir verboten und weggenommen wird. 

Wir haben auch den Standard-Tee und das Standard-Duschgel angepasst. Nur zur Erklärung, ich habe eine Vorgabe als Standard, wenn ich brav bin und frage, bekomme ich auch etwas anderes, ansonsten darf ich das benutzen, ohne fragen zu müssen und als Strafe kann es gut und gerne mal passieren, dass ich Tee, Duschgel oder sonstwas bekomme, was ich nicht mag, mir nicht schmeckt usw.

Beides wurde herbstlicher und ich bin meinem Herrn sehr dankbar, dass ich etwas Neues bekommen habe :)

Nächste Woche geht es zur Kontrolle kurz ins Krankenhaus, was uns immer vor eine kleine Hürde stellt.

Heute holte ich die Einweisung ab und dachte, ich muss nur kurz den Zettel einsammeln, weil ich gestern schon angerufen hatte, also trug ich die Manschetten unter meiner Kleidung.  Bei dem Pulli sieht man nichts, weil die Ärmel ja auch recht weit sind, bei meiner Strumpfhose hingegen gab es verdächtige Ausbeulungen, also huschte ich schnell in Schlappen rüber und rief wie geplant an, dass ich vor der Türe stehe, wie x andere auch. Normalerweise wird einem dann kurz das Abzuholende heraus gereicht und fertig, aber am Tel. wurde mir gesagt, der Arzt möchte noch kurz mit mir reden und so stand ich da in hellrosa Crocs und darüber die knorkelige Strumpfhose, die sehr deutlich zeigte, dass was darunter ist. Ok, ich hatte die Idee zu behaupten, es seien Gewichte bla blubber, aber es fragte keiner und schon nach 30min durfte ich in meinem "schicken" Outfit rein und ich setzte mich innerlich bibbernd hin und hoffte sehr, dass nichts auffallen würde, oder die Schlösser an den Handgelenken klappern würden.

Ich musste nur ein paar Fragen beantworten und war schon dabei eilig Richtung Türe zu tapsen, als er mich noch nach einer Grippeschutzimpfung fragte und es schoß direkt panisch aus mir heraus: "NEIN!"

Dafür hätte ich ja meinen Pulli ablegen müssen...

Außerdem habe ich eine schreckliche Nadelphobie...

Eine kleine Diskussion entstand, weil ich zur Risikogruppe gehöre und es dieses Jahr besonders wichtig ist und mein Arzt macht sich rührend viele Sorgen um mich, wofür ich ihm sehr dankbar bin, er ist ein guter Mensch!

Dann rannte ich fast schon mit meinen Unterlagen heim und war sehr froh, dass nichts angesprochen oder bemerkt wurde :)

Mein Herr ist nun öfter alleine unterwegs, weil die Corona Zahlen stetig steigen und er sich wieder viele Sorgen um mich macht und nicht möchte, dass ich unterwegs bin. Wir gehen dann eher abseits in der Natur spazieren und ich lebe recht zurückgezogen, aber mit vielen leckeren Teesorten, Flauschesocken und XXXL Hoodies :)

Das Krankenhaus macht mir hingegen arge Probleme.

Klar nehme ich mir wieder ein Kuscheltier mit (was immer bei den Untersuchungen und OPs dabei ist) und ein Kuschelkissen, aber ich vermisse dann meine Ringe und Ösen, an denen ich festgebunden schlafe, meine Ketten und die Manschetten, meinen Status und ganz ehrlich, es nervt mich immer wieder, wenn ich mit Stinos Umgang habe, die mich als normale emanzipierte Frau sehen und gar nicht mitbekommen, wie anders ich ticke und wie unangenehm mir daher gewisse Situationen, Fragen und Gespräche sind.

Aber da hilft nichts, da muss man durch und versuchen, es so angenehm wie möglich zu gestalten und immerhin habe ich es nun schon so hinbekommen, dass ich nur eine Nacht weg bin :)

Danach hat sich mein Herr vielleicht etwas schönes für uns einfallen lassen, so dass wir ein wenig standesgemäß feiern können :)




Dienstag, 6. Oktober 2020

Throwback Tuesday (6)

 Es ist im Moment etwas ruhiger im Blog und diese Kategorie habe ich auch ein wenig schweifen lassen, aber nun muss ich mich ein wenig aufraffen und mal wieder etwas schreiben, wenn auch nicht viel.






Warum gerade das hier?

Eigentlich ist es ein Dankeschön :)


Mein Ex-Ehedom stand total auf Dessous und Heels. Ich musste zeitweise permanent Strapse tragen. Schuhe mussten mind. 8cm Absatz haben und noch einiges anderes.

Das Dankeschön geht an meinen jetzigen Herrn und Besitzer, weil er all das uninteressant findet, weil ihm innere Werte und meine Erziehung wichtiger sind. 

Selbst wenn ich mir Etwas schickes anziehen würde, hätte er mehr Freude daran, wenn ich ein wenig Französisch (in Schrift und Sprache) lernen würde.

Durch ihn fühle ich mich nicht wie eine Barbie, die man in Klamotten quetschen kann und dann Freude an ihrem Aussehen hat, ohne dass der Mensch von Interesse wäre, am Besten, indem man auch noch einen Knebel verordnet, so dass man gar keinen Mucks mehr von sich geben kann.

Klar, für den Moment, einen gewissen Zeitraum, kann das Spaß bringen, aber wenn es überhand nimmt und man das Gefühl hat, es ist eigentlich egal wer in der Kleidung steckt...

Ich bin froh, dass er meine natürliche Art mag, die eher auf Nackthaltung steht, als auf Dessous und High Heels. 

Ich bin froh, dass er bei neu gekauften Schuhen auf die Farbe achtet, die mein buntes Wesen spiegelt, und nicht die Absatzhöhe.

Ich bin froh, dass er mich als Mensch liebt, schätzt und unterstützt und ich mir keine Gedanken machen muss, ob er andere Frauen interessanter findet, oder fremdgehen würde, weil ich weiß, dass er auf so kurzweilige Dinge keinen Wert legt und mit mir zufrieden ist.

Für all das und noch so viel mehr bin ich dankbar!

Ich genieße den Gedanken, dass er mich nackt vor sich kniend anziehender findet, als jede andere Frau, egal was sie trägt und wie heiß sie darin aussehen mag, einfach weil er den Mensch mit im Blick hat und das ist unbezahlbar und macht mich unendlich stolz.

Merci beaucoup, Monsieur!



Sonntag, 20. September 2020

Neuerschaffung aus der Asche






Es fühlt sich an, als wären die unsere Beziehung bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Als müsste man nun, quasi von vorne beginnen und am Stark befindet sich lediglich eine Freundschaft, ein sich leiden können und gut miteinander klar kommen, wenn man vorsichtig miteinander umgeht.

Sobald man nicht aufpasst, etwas zu hartes sagt, einem etwas heraus rutscht, gibt es eine Kettenreaktion und die Wut und alle anderen Emotionen kochen über.

Da ist einfach so viel aufgestaut...

Unser Bindeglied fällt weg, was auch bedeutet, dass unser kleiner Welt-Schönermacher weggefallen ist, was auch beutetet, dass wir mit allem hadern und dauernd sagen, auf was wir keine Lust haben und nie sagen, auf was wir Lust haben, weil wir keine Lust mehr haben.

Ich möchte mich verkriechen in sinnlose Tätigkeiten, die den Kopf so weit beanspruchen, als dass ich genug abgelenkt bin.

So funktioniert es allerdings nicht und das hat mein Herr erkannt und einfach mal begonnen langsam wieder das Beziehungshaus aufzubauen.

Dann gehen mir Gedanken durch den Kopf wie "Phönix aus der Asche" und "Kali- man muss zerstören um neue Dinge erschaffen zu können" und ganz viel wie "Ich habe einfach Angst, dass es wieder ein Rohrkrepierer ist, dass es wieder endet, bevor es beginnt, dass es endet, wenn ich beginne mich zu entspannen und wohlzufühlen!"

Also ganz viele Ängste und Sorgen und ganz wenig Entgegenkommen von meiner Seite.

Andererseits war es ganz interessant zu merken, dass ich gehorche, noch bevor ich darüber nachdenke. 
Wenn mein Herr sagte, ich solle das und das machen, dann machte ich es und erst dabei bemerkte ich, dass ich doch eigentlich zu sehr Angst davor hatte es zu tun und mich eigentlich weigern wollte und zeitgleich merkte ich, wie gut es tut zu folgen, wie wohl ich mich damit fühle und entschied mich, wenn sich etwas gut anfühlt, dann sollte man es auch machen und erst einmal nicht daran denken, was sein könnte wenn...

So kam es ganz langsam Stein für Stein zurück.

Ich traute mich dann zum Beispiel meinem Herrn zu schreiben, als er unterwegs war, dass ich mich verloren und alleine fühle (so ohne meinen kleinen Schatten) und haltlos, so haltlos.
Er reagierte vorbildlich, begann mich abzulenken mit der Frage, warum ich Möbel benutzen darf, warum ich gerade auf dem Stuhl sitzen darf, warum es mir etwas ausmacht, wenn ich Möbel benutze und als er dann keine Zeit mehr hatte, wieder arbeiten mußte, da ließ er mich nicht einfach zurück, sondern gab mir die Aufgabe über meinen Schreibtisch, ein Möbelstück das ich liebe und es dennoch ungerne benutze, zu schreiben.

Er nahm dann später was ich geschrieben hatte und sponn eine Regel daraus.

Möbel benutzen ja, aber nur wenn ich gefragt habe und eine Erlaubnis bekam, also immer vorher fragen, natürlich mit Anrede.

Eine kleine Regel, ein kleiner Halt, eine kleine Sicherheit.

Anfangs fällt es ihm leichter auf die Einhaltung zu achten, später mir, wir ergänzen uns da gut.

Ja und Nein Antworten nun bitte auch mit Anrede versehen, so ging es weiter, wobei da jeder mal merkt wenn es fehlt und ganz oft keiner, vermute ich.

Wir haben unseren Kopf noch immer voller Trauer und Lücken und fehlenden Anblicken, die einem aufstoßen, wenn man in der Wohnung herum schaut.

Man liegt abends im Bett, merkt dass noch wer fehlt und schon fällt einem auf, dass man nicht mehr warten muss und liegt da alleine, nebeneinander und fühlt die Leere neben einem, deshalb greife ich nun rüber und ziehe den Arm meines Herrn zu mir rüber und er rückt nach und kuschelt sich an mich. Vereint in der Einsamkeit.

Wir haben ja nur einander, könnte man sagen, aber das klingt so abschätzig, so negativ, wenn einander haben ist doch sehr viel.

Wir haben unsere gemeinsamen Erinnerungen an den Kater und vor allem haben wir uns, denn nicht jeder kann sagen, dass er in diesem Bereich seinen Partner findet und seine Bedürfnisse ausleben kann.
Also so gesehen müssen wir das uns wieder neu entdecken, denn es ging verloren, bei all dem Streit und den vielen Problemen.

Ich sitze dann zum Beispiel da (nachdem ich gefragt hatte ob ich darf) und frage mich, warum mein Herr diese Regel fordert. Unterstelle ihm direkt, dass er es für mich getan hat, nicht für sich.

Das ist meine Macke, eine davon, immer anzunehmen, dass mein Herr (egal welcher) es für mich tut, damit ich Ruhe gebe und mich gesehen fühle, nicht weil er es sich wünscht, es ihm auch Spaß macht, oder er es gar selber braucht!

Wir nennen es das Spaghetti Bolognese Problem, weil mein Ex-Herr es anhand von Spaghetti Bolognese beschrieben hatte:
"Ich mag Spaghetti Bolognese und deshalb koche ich sie mir und Du bekommst sie auch zu Essen, dann kannst Du natürlich denken, dass ich es für Dich gekocht habe, aber die Wahrheit ist, dass ich Spaghetti Bolognese gerne esse und wenn Du es auch gerne isst, dann ist das Dein Glück, ein guter Zufall, mehr aber auch nicht."

Mein Ex-Ehedom, mit dem ich 15 Jahre zusammen war, war eben anders und daher stammt diese Macke, wobei ich da nicht weiter drauf eingehen möchte.

Also habe ich mir angewöhnt zu fragen, warum er es fordert/wünscht/möchte.
Natürlich könnte er seine Antwort auf mich abstimmen, damit ich keinen Verdacht schöpfe, aber das wäre eine fiese Unterstellung und umso wortreicher er seine Sicht beschreibt und erklärt, warum er so handelt, umso mehr Vertrauen kann ich fassen und umso besser kann ich mir das nächste mal die Frage selber beantworten, bzw. im Keim ersticken und mir selber sagen, dass er es für sich tut, weil...

Ein anderer Stein wurde verbaut, indem er eine Ecke im Büro mit dem Kissen versah und eine Öse mit Kette ins Regal bohrte, dazu ein paar Schlagwerkzeuge legte und ein Glöckchen, mit dem er mich rufen kann. (Was bin ich froh, dass er das Elektroschock-Halsband nicht mehr im Kopf hatte)

So erschaffen wir ein neues Beziehungsgebäude, nur hoffentlich stabiler, ohne unseren kleinen Helfer und Vereiner, aus eigener Kraft und doch irgendwie mit dem Gedanken: "Wir haben ja nur noch uns", aber auch mit diesem: "Wow, wir haben uns!"

Das frühere Gefühl, alles miteinander bewältigen zu können, alles miteinander schaffen zu können, wir gegen den Rest der Welt, das könnte so langsam zurück kommen, aber das liegt noch in der Zukunft und derzeit kämpfen wir mit anderen Steinen, die uns das Leben in den Weg legt, über die wir stolpern und versuchen an ihnen zu wachsen.




Dienstag, 15. September 2020

Throwback Tuesday (5)

 Letzte Woche ist er ausgefallen, wegen einem Trauerfall, dieses mal gibts ihn aber wieder.





Ich war damals sehr einsam, saß viel alleine zuhause und mein Ehe-Dom hatte seine Totalausfälle, in denen er sich gar nicht gemeldet hat.

In einer dieser Phasen entstand das Bild.

Sein Hemd nannte ich es, weil es sein Hemd ist und er zu sagen pflegte: "Du siehst in meinen Hemden immer besser aus, als ich."

Ich wußte, dass er auf Korsagen stand und andere Reizwäsche und somit bestellte ich zig Korsetts, samt Strapshalter und ich trug sie teilweise kein einziges mal.

Es war egal, wie ihm alles egal war und das Bild strahlt vielleicht nicht die Einsamkeit aus, die ich empfand.


Eine Dame schrieb mich mal an und bat mich, ob sie es für ihre Geschichte verwenden dürfe, es würde perfekt dazu passen. Natürlich erlaubte ich es und freute mich darüber, dass es eine schöne Bedeutung bekam.

Das Bild selber gefällt mir nach wie vor sehr gut, weil ich die Verletzlichkeit darin erkenne, die ich empfand. Weil ich die Einsamkeit sehe und das jetzige Glück empfinde, weil mein neuer Herr an meiner Seite ist, wenn ich ihn brauche und er sich immer meldet und ich immer weiß wo er ist und nie um ihn bangen muss, mich nie fragen muss, was er gerade treibt, oder wann er sich das nächste mal melden wird.

Wenn man weiß, dass die Sklavin hörig ist und sich plötzlich nicht mehr meldet, nicht mehr ans Telefon geht, keine Mail beantwortet, alles vollkommen ignoriert, dann sollte man auch wissen, auf wie vielen Ebenen es sie kaputt macht, welche Langzeitschäden entstehen und was für einen psychischen Terror es in Wirklichkeit bedeutet.

Ich bin froh, dass Monsieur mit den Folgen so gut umgehen kann und ich hoffentlich nach und nach, in ganz kleinen Tippelschrittchen heilen kann.




Freitag, 11. September 2020

Abschied nehmen ist schwer

Unser kleiner schwarzer Freund ist gegangen und hat uns zurück gelassen, alleine.


Und während ich mich in meiner Trauer, meinem Schmerz verkriechen möchte, nichts sehen oder hören mag, ist mein Herr gegenteilig und muss darüber reden.

Würde ich mich zurückziehen, würde die Einsamkeit nur noch deutlicher werden, die er zurückgelassen hat, würde die Welt so ungemein kalt sein, also stürze ich mich in Aufgaben, Beschäftigungen und vor allem, in die Sorge um meinen Herrn, der ebenso leidet.

Also versuche ich für ihn da zu sein, eine Stütze, ein Anker, ein Fels.

Ich sammle mich, atme tief durch und schlucke alles runter, bin dann die Person, die er braucht, die für ihn da ist und ihn versucht zu stärken.

Wir streiten auch nicht mehr. Zu groß ist die Angst, denn sonst lief der Kater mal zu ihm, mal zu mir, zeigte, dass alles halb so schlimm ist und unser Streit lächerlich, zeigte wie viel wichtiger Wärme und Zuneigung ist und beruhigte uns, ließ uns klarer sehen. Auch stellen wir uns vor, wie böse er uns wäre, würden wir streiten, ohne dass jemand da ist, der uns wieder zueinander führt und dass er ohnehin nie wollte, dass sich jemand streitet. Streitlosigkeit als Andenken quasi.

Und jetzt?

Was wäre, würden wir streiten?

Wir wollen es nicht erfahren, also gehen wir auf Zehenspitzen mit Abstand nebeneinander her, die Lücke, die Kälte zwischen uns.

Alle Emotionen im Moment gedämpft und ohne Zugehörigkeit.

Als sein Abschied absehbar war, hatten wir Sorge darum, wie es hinterher sein würde, weil mein Herr den Kater schon immer als Bindeglied zwischen uns sah. Ich hatte die leise Hoffnung, dass wir dann zusammen wachsen würden, es nicht mehr brauchen, es alleine gemeinsam schaffen könnten.

Aber die Realität scheint immer anders zu sein, als die Vorstellung, scheint immer der leisen Hoffnung zu lauschen und das Gegenteil zu tun...



Mittwoch, 2. September 2020

Antwort auf eine Frage

Unter meinem vorherigen Beitrag bekam ich folgende schöne Nachricht:

Ich finde den Blog wunderbar, ehrlich und aufrichtig. Mein Glückwunsch!
Ich habe eine kurze Frage: habt ihr inzwischen eure Regeln festgelegt? Und wenn ja, welche?
Gerne kannst du mir auch an meine mailadresse antworten, wenn ihr (du) die nicht öffentlich antworten willst.

Als ich gerade die Antwort schrieb und sie länger wurde, dachte ich mir, das ist doch auch ein schöner Eintrag, also hier die Antwort :)


Hallo :)
Erst einmal Dankeschön! Danke für das Kompliment und die lieben Worte. Danke auch, dass Du Dir die Zeit nimmst und unseren Blog liest.
So, nun zu Deiner Antwort:

Feste Regeln hmm. Schwierig. In der Theorie ja! Praktisch achtet Monsieur im Moment nur selten darauf.

In der Theorie habe ich zu fragen, ob ich auf die Toilette darf, allgemein was ich machen darf/soll, habe Ihn mit Anrede anzusprechen, muss fragen, ob ich Genussmittel zu mir nehmen darf und er bestimmt dadurch meinen Tag.
Fragen, bitten und eine Erlaubnis einholen sollte also meinen Tagesablauf bestimmen, da ich nach wie vor keinen geregelten bekommen habe.

In der Praxis ist derzeit (und das leider regelmäßig) nichts davon der Fall. Mal verlangt er etwas davon zwischendurch und dann komme ich dem natürlich liebend gerne sofort nach, aber wenn man merkt, dass es ansonsten keine Rolle spielt, verliert man das Interesse daran. Wenn es nur einer Person wichtig ist, aber zwei dazugehören, wird es schnell fade.

Ursprünglich arbeiteten wir an einem dauerhaften Tagesplan, der Variationen zulässt, aber gewisse Eckpunkte beinhaltet, die den Tag strukturieren und immer gleich sind, aber dazu kam es nie.

Ich liebe Regeln!
Ich liebe es, wenn ich wirklich vorgegeben bekomme, was ich zu tun habe.
Ich genieße es und spüre darin meine Freiheit und einen großen Sinn.

Umso mehr fehlt es mir, hinterlässt eine Lücke, die ich mühsam selber stopfen muss und dafür gehen viele Ressourcen drauf, die ich gerne anders nutzen würde.

Ich kann eine große Hilfe meines Herrn sein und versuche es trotz allem permanent, nur ist es wie ein Staudamm der überläuft, weil keiner mal Ventile öffnet und so überschwemme ich eher alles und bin nicht sinnvoll eingesetzt.

Ehrlich gesagt habe ich oft den Eindruck, so lange ich meinen Herrn einfach in Ruhe lasse, ihm aus dem Weg gehe und ruhig bin, geht es ihm besser, daher kümmere ich mich um den Haushalt, dass alles organisiert ist und vorhanden, wenn er es braucht. Schaue, dass seine Bedürfnisse, soweit ich sie kenne, befriedigt sind und wenn er etwas braucht, versuche ich es zeitnah zu erfüllen, möglichst so, dass er keinen Aufwand hat.

Er hatte mal mit einem Regelbuch begonnen, in dem er Regeln sammelte und sie durch Erklärungen mit Sinn füllte, jedoch wurde das nie fertig und liegt brach.


Das soll nun nicht unfair klingen!
Mein Herr hat auch viel um die Ohren und die Situation mit der Katze macht uns sehr zu schaffen.
Ich habe versucht es objektiv zu beschreiben, was genau genommen nie geht, weil man immer eine Meinung und Gefühle dazu hat, aber ich habe es versucht.

Ich hoffe, dass ich Deine Frage beantworten konnte?

Ganz liebe Grüße!



Dienstag, 1. September 2020

Mini-Arm-Radius

In den letzten Tagen lief nicht sehr viel zwischen uns, um genau zu sein so gut wie gar nichts, selbst Berührungen waren selten.

Es ist keine leichte Zeit, weil wir dem Kater beim Sterben zusehen müssen und ihn beide als Verbindungsstück empfinden, wie ein gemeinsames Kind.
Dann schwingt auch die Sorge mit, was ist, wenn er seine Köfferchen gepackt hat und uns zurück lässt? Was wird sich ändern?
Wir zogen uns beide alleine in unsere Trauer zurück.

Wir standen beide vor dem Kater, schauten ihn an und erklärten ihm, dass er bitte noch lange durchhalten muss, als er versuchte sich zu übergeben und nichts heraus kam, dann zur Seite kippte und uns hilfesuchend anschaute.
So erwachte ich gegen 5 Uhr morgens aus einem Alptraum. Dieses grauenhafte Bild vorm inneren Auge, wo man es nicht löschen kann.

Normalerweise schläft der Kater bei uns im Bett, er war aber nicht da.
Er war nicht gekommen wie sonst.
Wahrscheinlich lag er einsam in seinem Körbchen im Wohnzimmer.
Ich mußte weinen, als ich mir vorstellte, wie er da alleine liegt und keiner von uns zu ihm kommt, so wie er immer zu uns kommt.

Ich weckte meinen Herrn, bat ihn auf die Toilette zu dürfen, schlich mich zum Kater und schaute nach.
Wie gedacht lag er im Wohnzimmer und ansonsten ging es ihm gut.

Nachdem ich auf der Toilette war, blieb ich bei ihm und schrieb meinem Herrn, dass ich nicht mehr ins Bett komme und erklärte ihm kurz, dass ich nicht möchte, dass der Kater alleine ist.
Er hatte Verständnis, bedankte sich und schlief noch etwas.

Ich glaube, dass der Kater irgendwann zu meinem Herrn ging, jedenfalls war er nicht mehr im Wohnzimmer und wie gesagt, lief in den letzten Tagen nichts zwischen uns und umso überraschter war ich, als mein Herr später mit dem Kniekissen ins Wohnzimmer kam und sagte, dass ich mich ausziehen soll.
Ein Stück Normalität. Ein Stück Gemeinsamkeit. Eine kleine wohltuende Insel und abschalten können vom Alltag, mal wieder den Kopf mit schönen Dingen füllen!

Perplex wie ich war, half er mir beim aus den Klamotten schlüpfen und erklärte mir während dessen, dass er es doch recht einfach mit mir hat, weil ich kein Vorspiel brauche oder dergleichen.

Dann kniete ich mich auch schon automatisch so aufs Kniekissen, wie er es mag. Stirn aufs Kissen, Arsch in die Höhe, Beine weit gespreizt. Verfügbar, offen und verletzlich.
Das verlerne ich nicht, das stelle ich nicht in Frage, das lässt kein Zögern zu. Wenn mein Herr mich auf dem Kniekissen haben möchte, dann folge ich stumm, positioniere mich und warte ab, was er von mir möchte.

Am Geräusch hörte ich, dass er den Vibrator geholt hatte und ein leises Stöhnen verriet wahrscheinlich, dass ich nicht abgeneigt war.

Wechselweise bekam ich den Vibrator zu spüren und Mr. Slapper, und ich glaube die Hand meines Herrn auch. Wenn ich auf meine empfindlichste Stelle geschlagen werde, kann ich schlecht unterscheiden was genau der Verursacher war, weil es einfach nur höllisch weh tut. An der Breite kann ich es erahnen, mehr allerdings nicht.

Seine Schläge waren heute direkt recht hart und unerbittlich, wobei er mich aufklärte, wie er es genießt wenn ich Schmerzen leide und da ich heute nicht so gut in Form war, entfleuchte mir ab und an sogar ein Autsch oder andere Schmerzlaute. Fiel es ihm auf? Ich weiß es nicht. Gefiel es ihm vielleicht sogar?

Die Position zu halten war harte Arbeit und ich zuckte mehr als üblich. Mein Herr kommentierte es nicht weiter, wofür ich dankbar bin. Meine eigene Schwäche empfand ich als Belastung, da ich sonst sehr kontrolliert bin und mich zusammenreiße.

Ich war gerade voll in Fahrt und kurz vor meinem Höhepunkt, da er mir länger den Vibrator gegönnt hatte und weil ich spürte, dass mein Herr bald so weit sein würde. Seine Lust treibt mich an und beschleunigt meine ungemein!

Er befand sich hinter mir, mit der einen Hand zwischen meinen Beinen, mit der verschaffte er sich selber Spaß (ich bin beeindruckt von seiner Motorik!), bis er plötzlich aufhörte und fluchte.

Was war passiert?

Mein Herr blutete an seinem guten Stück und da er unter Druck stand, floß es fröhlich in Mengen heraus. Total geschockt suchten wir die Ursache, wobei ich klar im Vorteil war, denn sein Winkel war recht ungünstig und wie ich mal erklärte, kann ich kein Blut sehen, also war es umso schwieriger.

Ein kleiner Kratzer, vielleicht von einem ungünstig abgebrochenem Fingernagel, war die Ursache. Wahnsinn, wie viel Sauerei das machen kann!

Mein Herr schimpfte und bruddelte vor sich hin. Natürlich war das Thema Sex erst einmal durch. Auch hatte ich Sorge, wenn er wieder steif werden würde, dass es erneut zu bluten beginnen könnte.
Mein Herr mußte sich noch von mir überzeugen lassen, dass es besser so ist und da die Zeit knapp wurde und er bald los müßte, resignierte er muffig und überlegte sich, wie es später weiter gehen könnte.


Mein Herr würde nur zwei Stunden weg bleiben, sagte er, und legte mir die Manschetten die eine 8 bilden, an.
Der Winkel der Arme und Hände ist recht ungemütlich und damit stellte er sicher, dass ich nicht zu viel herumwuseln und arbeiten würde. Er legte den Schlüssel griffbereit hin, markierte ihn vorher noch, so dass es nicht unbemerkt bleiben würde, wenn ich ihn nehmen würde.

Auf Knien verabschiedete ich ihn und räumte anschließend nur wenige Sachen weg, putzte ein wenig und legte mich dann zum Kater ins Wohnzimmer. Wir schauten einen Film, den ich eher dösend verpasste und dann schaltete ich noch eine Serie ein, während der ich komplett weg schlummerte.

Ganz ehrlich, ich mag die Manschetten nicht sehr. Alles wird mühsamer und man kann vieles nur noch mit einer Hand machen, weil die Hände sehr nah beisammen sind. Dazu kommt, dass der Winkel der Arme eingeschränkt ist und auch wenig zu lässt.
Am Schwierigsten war es mich zuzudecken. Man hat irgendwie keinen großen Radius und so bekam ich es kaum hin meine Rückseite zu bedecken.

Aber ganz ehrlich, macht nicht genau das den Reiz auch aus?
Dadurch spürte ich meine Position und den Willen meines Herrn.
Er wollte, dass ich eine Erinnerung habe.
Er wollte, dass ich Mühe habe.
Er wollte, dass ich mich ausruhe und nicht zu aktiv bin.
Aus der Perspektive genoss ich es sehr, fühlte mich wohlig und innerlich entspannt und ruhig.

Die Decke bekam ich dann doch noch gut platziert, indem ich aufstand, mich vorne herum etwas einwickelte und beim Hinlegen Schwung nahm und mit meinem Mini-Radius der Arme und dem Schwung, der Luft usw. es erreichte, dass sie sich flatternd über mich legte :)
Eine genaue Anleitung bekomme ich nicht hin, weil es irgendwie intuitiv abgelaufen ist, jedenfalls hat es funktionier!

Geweckt, vom Schlüssel meines Herr, sortierte ich mich.
Er hatte sich verspätet, was mir nicht weiter aufgefallen war :)

Noch den Kopf voller Gedanken, erzählte er mir, wie es zu seiner Verspätung kam und was er so erlebt hatte, schloß dabei die Manschetten auf und ließ mich den Frühstückstisch decken.

Ein Lob bekam ich nicht, war aber auch in Ordnung so, weil andere Gespräche im Raum standen und keiner daran dachte.

Wenn ich etwas genieße, wie z.B. die Gefühle, die die Manschetten auslösen, dann brauche ich kein Lob, weil es eine Leichtigkeit ist, weil ich es ja selber mochte und dann ist das schöne Gefühl bereits ein Lob.

Mir ist ein Lob wichtig, wenn etwas Überwindung gekostet hat, wenn ich über Grenzen gehen mußte, etwas erleiden mußte, oder es mühsam war. Also wenn es eben negative Gefühle auslöst, dann möchte ich gerne, dass meine Arbeit gesehen wird und wertgeschätzt wird, aber das war heute nicht der Fall.

Der Schmerz der Schläge zwischen meinen Beinen wurde belohnt mit der Lust meines Herrn.
Die Geduld mit den Manschetten, durch die warmen Gefühle und innere Entspannung.










Throwback Tuesday (4)



Heute ein lustiger Rückblick, wie ich finde.

Mit diesem Bild schaffte ich es damals auf die Startseite der Sklavenzentrale, aber nicht wegen meinem Arsch, den Striemen oder sonst was, sondern wegen dem Nachthemd!


Mit meinem Ex-Mann hatte ich hier und da mal ein kleines DS-Comeback, was nie lange angehalten hat. Seine Idee war damals, ich bekomme jeden Abend ein paar Hiebe, nicht als Strafe, sondern als Erinnerung wer bzw. was ich bin.
Hmm, ich glaube, nach dem zweiten oder dritten Abend schlief dieses Ritual bereits wieder ein und hätte ich das Foto nicht, wäre es mir nicht mehr eingefallen!

Irre, das Nachthemd habe ich noch und ab und an trage ich es sogar!

Kein besonders hübsches Bild, aber hey, mir gefällt der Gedanke, dass es ein Katzennachthemd auf die Startseite der SZ geschafft hat!




Dienstag, 25. August 2020

Throwback Tuesday (3)


An diesem tollen Computer, der damals modern war, erkennt man bereits, dass es einige Jahre her sein muss.
Wann genau? Kann ich nicht sagen!

Auf dem Bildschirm erkenne ich das alte Design der Sklavenzentrale, wobei ich da schon lange raus bin.

Damals wie heute mochte ich es schon zu knien und hatte meinen ersten Kniestuhl!



Mein damaliger Ehe-Dom stand total auf High Heels, Strapse und das volle Programm, daher hatte ich mich für ihn aufgehübscht.

Brachte leider dennoch nichts, aber die Bilder mag ich, weil ich meinen Körper damals sehr mochte und mich hübsch fand.
Zwar war was nach dem Bild passierte eine Enttäuschung, aber die Momentaufnahme mag ich bis heute :)

Mehr Schein als sein, aber manchmal genügt das bereits, jedenfalls wenn man zurück schaut :)



Sonntag, 23. August 2020

Unischtbar

Die letzten Tage waren ruhig.
Wir hatten viel zu tun.
Ich bin erkältet, fühle mich schlapp, müde, träge, unwohl.
Jeder machte eher so sein Ding, weniger Zeit miteinander, doch dennoch in einer Wohnung.
Ein wenig Luft zum Atmen, ein wenig Ruhe, ein wenig Entspannung.

Der rote DS Faden ist irgendwie abhanden gekommen.

Wir waren eigentlich gut dabei, mein Herr ließ mich regelmäßig knien, drückte sich eindeutiger aus, ohne dass alles wie eine Bitte klingt, mehr Verlangen und Aufforderung im Tonfall.

In der kurzen Phase entstand auch das Bild.




Wenn er merkte, dass ich zu gestreßt war, rief er mich ins Büro und ließ mich knien, benutzte mich als Schemel, schenkte mir eine kleine Ruhe-Insel, die ich ausgiebig genoss, mich bedankte und entspannter weiter dem Leben strotzen konnte.

Es schlich sich irgendwie aus, ich weiß gar nicht wodurch. Es passiert immer unauffällig, als wenn einem etwas weh tut und man merkt gar nicht, sobald der Schmerz endet, lediglich fällt einem auf, dass er weg ist, aber seit wann, weiß man nicht mehr.

Heute bei einer Autofahrt traute ich mich nach Tagen zu fragen, warum er mir nicht mehr im Auto die Leine anlegt. Sie liegt zwischen uns auf der Konsole und das wars.
"Weil Du sagtest, sie sei unnütze und hat keine Bedeutung."

Stimmt. Hatte ich gesagt.
Die Situation war etwas her. Mein Herr hatte die Leine automatisch am Halsband befestigt und fuhr los. Immer öfter vergaß er sie, wenn er ausgestiegen ist. Manchmal riss er dann beim Aussteigen dran und merkte es lediglich, durch einen Schmerzenslaut meinerseits.
Dann lag sie zunehmend irgendwo herum, zwar am Halsband befestigt, jedoch das andere Ende der Leine lag mal irgendwo auf seiner Seite heruntergerutscht, mal auf der Mittelkonsole, mal auf meiner Seite im Fußraum, er bemerkte es nicht und dann sagte ich, dass sie so keinen Sinn für mich hat, wenn sie zwar befestigt ist, aber irgendwo vergessen hängt, denn dann hat sie keine Bedeutung.

Nun ja, seit dem ließ er sie eben liegen.
Eine einfachere Lösung, als ihr wieder Bedeutung und Sinn zu geben, muss ich schon sagen.

Dann sitze ich wie heute im Auto, schaue traurig die Leine an und denke mir: "Eigentlich ist es im Moment ja nicht nur die Leine... es wurde immer mehr. Die Sinnlosigkeit der Leine hat sich ausgebreitet und übergegriffen und was haben wir im Moment noch?"

Tja...

Ich benutze häufig die gewünschte Anrede. Also eigentlich hatte ich sogar begonnen mir richtig Mühe zu geben, vor allem im Alltag, wenn man eben nicht so sehr den Fokus auf DS hat, genau dann besonders auf die Anrede zu achten und beim Einkaufen zum Beispiel, oder anderen Terminen ihn damit anzusprechen.

Anfangs freute es ihn, er sagte es deutlich, streichelte mich, nannte mich Tierchen und meine Welt war rosarot, warm und schön!

Auch das versiegte.

Heute hatte ich wieder besonders darauf geachtet, so wie in den letzten Tagen und saß also im Auto und war brav, befolgte alles und er überhörte es.
Klar, ich erwarte nicht, dass er es immer sagt, dass er immer zu verstehen gibt, dass er es bemerkt oder schätzt, aber so zwischendurch mal?

Nein, heute war es normal, war es bequem, so wie ich bequem bin.

Ich hasse das.
Ich hasse es so sehr!

Wenn man eine brave, artige Sklavin ist, sich nicht beschwert, alles korrekt macht, seinem Herrn das Leben vereinfacht, möglichst vieles abnimmt und es ihm muggelig gemütlich macht, dann wird es nach und nach zum Standard und bekommt keine Beachtung mehr, obwohl man sich ja weiterhin anstrengt, Mühe macht, sich Gedanken macht und dafür arbeitet, dass er es schön hat.

Ich heule schon fast beim Schreiben.

Muss man denn eine ungezoge Zicke sein, damit man dann wieder brav sein kann? Damit der Herr dann wieder bemerkt, dass man brav ist? Damit der Gegenpol spürbar ist und man weiß, was man an seiner Sklavin hat? Ist das der einzige Weg?

Ich hatte ein Lob für das Frühstück bekommen, weil ich es schön (wir mußten eilig aufbrechen) angerichtet hatte und gut organisiert hatte, trotz Zeitmangel.

Danach kam nichts mehr.

Die letzten Male kniete ich unaufgefordert, weil ich artig sein wollte und hätte ich es nicht getan, wäre es auch in Ordnung gewesen.

Das macht mich so traurig.

Man öffnet sich seinem Herrn, man investiert alles was man hat in ihn. Man baut seine Schutzmauern ab und zeigt sich verletzlich und versucht durch Mühe und Arbeit, damit es ihm gut geht, zu zeigen, dass man alles für ihn tun würde und bekommt keine Reaktion, weil es halt normal ist.

Hört man auf damit, dann ist man böse, gemein, bekommt Donnerwetter und Streit.
Macht man es, ist es ok und hat Ruhe.
Die Bedürfnisse die man hat, die werden so oder so nicht gestillt.
Funktioniert man, hat man aber wenigstens keinen Streß.

Sollen das meine einzigen Optionen sein?

Morgen steht wieder ein Tierarzt Termin an. Es darf nur einer mit dem Kater rein gehen.

Ich hasse es!
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich es hasse!

Früher hatte ich eine Nadelphobie, eine Blutphobie (so heißt es, wenn man von Blut ohnmächtig wird) und Panik in Krankenhäusern. Selbst zum Arzt zugehen ist für mich ein riesen Ding!

Dann wurde ich chronisch krank und mein Alptraum begann. Ich mußte lernen mich damit auseinanderzusetzen, damit umzugehen.

Blut kann ich teilweise sehen, ohne ohnmächtig zu werden, weil ich eine Methode gelernt habe, dass mein Kreislauf nicht zusammenbricht. Dennoch ist mir schlecht, wird mir teilweise schwarz vor Augen und ich leide.
Wenn ich sehen muss, wie jemand gespritzt wird oder schlimmer noch, Blut abgenommen bekommt, ist es oft sehr schwierig für mich, dass ich nicht ohnmächtig werde und mir ist danach noch länger übel und durch die Angst bin ich total ausgelaugt und müde, der Tag ist quasi gelaufen.

Ich hatte früher einen Hund, der war mir sehr sehr wichtig. Mein Seelentier quasi. Ich habe ihn geliebt, man glaubt es nicht, außer wenn es einem selber schonmal so gibt. Gefühlsmäßig ein vollkommenes Familienmitglied!
Leider mußte ich ihn einschläfern lassen und es war einer meiner schwersten Gänge im Leben.
Bis heute sage ich, ich möchte keinen Hund mehr haben, ich würde es nicht nochmal überleben können, wenn ich ihn gehen lassen muss.
Wenn ich also zum Tierarzt muss, dann sind da ganz viele Trigger die mich beschäftigen und es geht mir wirklich schlecht davor, dabei und danach.

Mein Herr verlangt dass ich rein gehe, denn seit unsere Katze eingeschläfert wurde, muss er immer daran denken und leidet. Verstehe ich sehr gut! Geht mir ja auch so. Dennoch muß ich dann rein, weil ich damit besser umgehen kann, sagt er. Besser umgehen können heißt an der Stelle, dass ich eine bessere Fassade habe, denn in Wahrheit gehe ich nicht besser damit um, nur zeige ich es nicht.
Und, weil ich bei schlimmen Botschaften noch klarer denken kann, die richtigen Fragen stellen und mich nicht umhauen lasse.
Ja, das habe ich lange lernen müssen, weil ich oft solche Botschaften bekam und ja, anfangs ließ ich mich auch davon umhauen und mußte dann hinterher schauen, woher ich Antworten bekomme auf Fragen, die ich akut nicht mehr stellen konnte, weil mein Kopf vernebelt war.
Ja, ich kann das mittlerweile, aber der Weg dahin und wie viel Mühe es mich kostet und was es für mich bedeutet, das wird auch hier wieder übersehen, weil ich es eben mache, weil ich mich eben zusammenreiße und es einfach durchziehe, weil ich denke, dass es eben keine andere Option dafür gibt und dann komme ich vom Tierarzt raus und er steht da und ist erleichtert, hört sich an was der Arzt sagte, hört sich an was gemacht wurde und das Thema ist durch. Was ich bezahlt habe dafür, was es mich kostet, das ist unsichtbar.

So vieles ist unsichtbar.

Wenn ich es anspreche, dann bekomme ich eine Reaktion, aber möchte man das? Möchte man immer darauf hinweisen, um dann beachtet zu werden? Sollte es nicht von einem selbst kommen? Ist es dann nicht direkt ein vergiftetes Lob?

Mein Ex-Ehedom hatte die Angewohnheit wegen jedem Mist zu sagen: "Das und das habe ich gemacht und jetzt kannst Du danke sagen."

Also ich meine ohne DS Zusammenhang, sondern immer, zu allen möglichen Leuten.

Wenn man dann danke sagt, meint man es? Fühlt man es? Sicher nicht, man ist genervt, peinlich berührt, sagt es aus Pflichtgefühl und ebenso sehe ich es, wenn ich anspreche, was ich geleistet habe, weil es mal wieder übersehen wurde. Es gibt mir nichts, ganz im Gegenteil.

Also sage ich nichts, ziehe mich in mich zurück, werde traurig, streße mich sehr darin ab, noch besser zu werden, noch mehr zu leisten, noch mehr zu tun, damit es dann vielleicht doch wieder gesehen wird und ich bin so durch und durch gestreßt, dass ich kaum noch zur Ruhe komme.

Dann empfinde ich es als Ruhe, wenn wir weniger Kontakt haben und in den Momenten, in denen wir  uns sehen, möglichst zu strahlen, nur um hinterher zu bemerken, dass es nicht gesehen wurde.

Und dann sitzt man da, macht sich Gedanken über Sinn, über Mühe die man sich sparen könnte und wo das Gras vielleicht grüner wäre, weil es wenigstens anfangs von jemand anderem eben nicht als selbstverständlich gesehen wird.... aber nur anfangs...




Mittwoch, 19. August 2020

Eine Frage des Halsbandes

Scheinbar gibt es solche Herren, die legen ihrer Sklavin ein Halsband an und das wars. Dann kommt vielleicht noch eins dazu, ein engeres darüber oder dergleichen, aber das eine ist das Alltagshalsband und es gibt höchstens Variationen.

Dann gibt es noch die, die je nach Anlass, Lust und Laune, passend zum Outfit usw. ein anderes anlegen.

Beides hat Vor- und Nachteile.
Manchmal schaue ich neidisch auf die, die verschiedene tragen, unter anderem dicke und schwere Halsbänder, die man deutlich spüren kann und nicht vergißt und so sehr ich meines liebe und ich liebe es sehr, im Alltag ist es nicht mehr immer spürbar, leider.
Wenn ich mir dann aber vorstelle, ich würde es abgenommen bekommen, damit ich ein anderes angelegt bekommen kann, fühle ich mich bereits nicht mehr wohl bei dem Gedanken.
Ich mag es nicht abgenommen bekommmen, nicht einmal, wenn ich statt dessen ein anderes angelegt bekomme, weil es ein Teil von mir ist, weil es zu mir gehört.






Ich mag auch nicht, wenn jemand anderes als mein Herr es berührt.
Ich finde das eine zu intime Geste.
Eine Friseurin fasste es einfach an und ich zuckte richtig zusammen, weil es ihr nicht zusteht und mich entsetzt hatte.
Oder eine Ärztin griff mal einfach hin und wollte schauen, ob sie es abnehmen kann, dabei hatte ich das dringende Bedürfnis ihr auf die Finger zu hauen, damit sie es sofort loslässt.

Gefühlt ist es, als würde man mir zwischen die Beine greifen. Es ist ein Symbol für etwas intimes und so viel mehr, als ein einfaches Halsband.


Wenn ich einen Fetisch habe, dann sind es Halsbänder (neben dem, den Willen meines Herrn zu spüren) und Mein Herr war damals sehr verrückt, denn zu einem Zeitpunkt, als ich mir noch gar nicht so sicher war, wie und ob unsere Beziehung weiter geht, gaaanz früh noch, da setzte er sich hin und bestellte ein Talena und aus Gründen die ich gleich noch genauer beleuchte, war es ein Talena aus Titan.

Ein Vermögen und mir schwirrte tagelang der Kopf, weil er bereit war so viel in mich zu investieren und damit meine ich nicht das Geld, sondern die Hoffnung, die er damit ausdrückte.

Es war ein großer, dicker Grundbaustein unserer Beziehung, dieser Moment.

Mein erstes Halsband bekam ich von meinem Ehe-Dom, damals auch ein Talena, wie üblich aus Edelstahl, ohne Ring, nicht auf Maß, sondern aus einem kleinen BDSM Laden in Köln, den es leider nicht mehr gibt. Er war wirklich niedlich, befand sich im Schwulen-Viertel und die Verkäuferin freute sich immer sehr mich zu sehen und nannte mich liebevoll "Schwanenhälschen".
Es war mein erstes richtiges Halsband.
Davor hatte ich glaube ich bis auf mal bei einer Session keines an.
Es kam dran und dann blieb es auch dort.
Ich hatte eine sehr, sehr schwierige Ehe. Zwar basierte sie auch auf BDSM, aber mein Ehe-Dom war hmm sagen wir mal freundlich mental nicht in der Lage ein Herr zu sein und wir hatten arge Probleme durch seinen Charakter. Ich möchte nicht ins Detail gehen, nur am Rande erwähnen, dass er psychische Störungen hat und hatte und ich meine nicht solche, die man selber benennt, sondern solche, die ärztlich behandelt werden und selbst die Ärzte haben ihre Probleme gehabt.
Schwer zu beschreiben, wenn man ihn nicht bloßstellen möchte... egal, also es war sehr schwierig mit ihm und so kam ich dann regelmäßig nach Monaten und Jahren an dem Punkt, an dem ich mich getrennt habe, weil es einfach nicht mehr ging und dann tat er mir doch wieder so leid und meine Abhängigkeit von ihm ins Spiel, so dass ich zurückkehrte und es von neuem begann.

In meiner Ehe schafften wir uns dann noch das Hephaistos an, ein Halsband das eng anliegt, auf Maß gefertigt wurde und uns auch wieder in den niedlichen kleinen Ladenbrachte. Diesmal auch ohne Ring, aber mit einem speziellen Schlüssel. Ich glaube, der wurde aus dem Sortiment genommen.

Unsere Ehe ging immer weiter in die Brüche und ich trug es gar nicht so lange. Eher war es ein gemeinsamer Versuch etwas zu kitten, was schon zerbröselt war, was man aber nicht wahrhaben möchte.

Schon eher am Ende unserer Ehe bestellte ich dann ein Set aus Halsband, Arm- und Beinreifen. Abermals ein Versuch, der wievielte weiß ich nicht.

Meinem Ehe-Dom war es irgendwie auch nicht mehr wichtig, es hatte keinen Wert, er war zu weit in seiner Welt abgedriftet und meine mühsamen Versuche ihn zu heilen, zu kurieren, ihn so weit zu stabilisieren, dass er ein normales Leben führen kann, waren bereits gescheitert, ohne dass ich es einsehen wollte und so trug ich sie für ihn mal einzeln, mal alle zusammen, um irgendwas zu bewegen, um irgendwas zu verändern. Vergebens.

Mein Ex-Dom schenkte mir zum Geburtstag nach etwa einem Jahr ein Halsband. Zuvor trug ich das von dem Set, Mal mit Handreifen, mal ohne, meistens ohne Fußreifen, aber es war eben immer noch mein Set und nicht von ihm, auch wenn es im Alltag keinen Unterschied machte.

Das Halsband von meinem Ex-Dom war auch aus Edelstahl, ähnlich wie ein Talena, nur etwas dicker und schwerer.
Eine DS Beziehung beendet für mich der Moment, bei dem mein Herr mir das Halsband abnimmt. Es ist seins, es gehört ihm, es hat nur für eine gewisse Zeit sein Eigentum (mich) umschlossen, erkennbar gemacht und so trug ich dann eigentlich keins mehr, als ich solo war.

Aber nur eigentlich, denn ein weiser Herr sagte zu mir: "Natürlich findest Du keinen Schlaf! Du bist Dein Halsband gewohnt und das fehlt. Hast Du noch ein anderes? Leg es Dir an und Du wirst sehen, es geht Dir besser."

Das machte ich und er hatte Recht, es ging mir besser.
Wieder nahm ich das aus dem Set, es gehörte zu mir, war mental nicht belegt mit einem Herrn, weil ich es ursprünglich selber gekauft hatte und einfach zu mir gehört.

Als ich meinen Herrn begegnete trug ich besagtes Halsband und Armreifen dauerhaft. Ihm war es zu viel, zu auffällig und er verlangte, dass ich sie ablege. Machte ich natürlich auch und fühlte mich sehr unwohl und griff dauernd unbewußt an meinen Hals, gerade in Momenten, in denen ich mir Sicherheit und Halt wünschte und fand nichts vor.
Ich weiß gar nicht mehr wie es genau dazu kam, jedenfalls begann er davon zu reden, dass es mir doch gut gestanden hatte und sich dafür zu erwärmen und dann ganz früh in unserer Beziehung setzte er sich hin und bestellte das Talena aus Titan, weil ich dieses schon hatte und alle anderen auch aus Edelstahl waren und ähnlich geformt, so dass es etwas ganz Neues für mich ist und nicht der davorige Standard.

Gerade zu Beginn unserer Beziehung gab es mir oft einen mentalen Push, so dass ich mir dachte: "Wenn er bereit ist ein kleines Vermögen für Dich auszugeben und damit seine Hoffnung und sein Vertrauen in Dich auszudrücken, kannst Du das nicht enttäuschen!"

Eine feste Bindung fiel mir anfangs wirklich schwer, weil ich aus meiner Vergangenheit gewohnt war, dass es einfacher ist zu gehen und nicht festzuhalten und das meine ich nicht einmal nur von meiner Seite.
Ich hatte in meiner Ehe gelernt, dass festhalten nichts bringt und man  nur seine Liebe, Zeit und Energie verschwendet.
Ich hatte gelernt, dass es nichts bringt, wenn nur einer alleine kämpft und der andere sich nicht bewegt.
Ich hatte gelernt, dass weit über ein Jahrzehnt damit verbringen kann eine Beziehung aufzubauen, die nur ein Luftschloss ist und man es erst hinterher bemerkt.
Ich hatte gelernt, dass man, wenn man geht, neu aufeinander zukommen kann, vielleicht neu starten kann, aber die Trümmer der Trennung einem eigentlich nur den Weg versperren und man sie nicht erneut zusammensetzen kann.
Ich hatte gelernt, dass loslassen soooo viel einfacher ist und man seine ganze Hoffnung in etwas Neues investieren kann und dass diese Hoffnung immer vielversprechender ist, als das Wissen über die aktuelle Beziehung.

Und so mußte ich umlernen denken, dass es eben doch vielleicht etwas bringt, wenn man aneinander festhält und aneinander lernt.
Dass es besser ist, wenn man der Beziehung noch eine Chance gibt und nicht nur, weil es bei den davorigen nicht funktioniert hat, dieses Mal ebenso laufen muss.
Dass man aus Trümmern neue Schlösser bauen kann, wenn es der richtige Partner ist und man nicht alleine bauen muss.
Dass loslassen vielleicht einfacher ist, aber festhalten vielleicht wertvoller.

Und bis heute bin ich eine ganz große Zweiflerin.
Und bis heute frage ich mich, ob loslassen und sein Glück woanders suchen, nicht doch der richtige Weg wäre.
Und bis heute versuche ich mir zu sagen, dass das Gras auf der anderen Seite nicht grüner ist, sondern es eine Fantasie ist und man gar nicht weiß, ob da überhaupt Gras ist.
Und bis heute versuche ich mir zu sagen, nur weil man so lange seine Hoffnung in einen Anderen gesteckt hatte und es nichts brachte, muss es doch dieses mal nicht ebenso sein, denn der Andere ist eben ein Anderer und jeder hat seine eigene Chance verdient und sollte nicht die Altlasten seines Vorgängers tragen müssen.

Und für all das steht mein Halsband, dass gar nichts meins ist, sondern seins.
Dass sein Eigentum umschließt und markiert.
Dass er voller Hoffnung und Vertrauen in uns gekauft hat und das in so frühen Tagen, als ich mich noch gar nicht zu 100% entschieden hatte und er bereits an uns geglaubt hat und ich weiß wie schlimm es ist, wenn dieser Glaube enttäuscht und abgeschmettert wird, also versuche ich ein besserer Partner zu sein, der dieser Hoffnung und diesem Vertrauen gewachsen ist und es weiter wachsen lassen kann, statt einzustampfen und weiterzuziehen.