Dienstag, 10. Mai 2022

Schönes Wetter

 Im Moment ist durchgehend schönes Wetter, ein Segen. 

Morgens gehe ich mit Hundi in den Park, setze mich auf eine Bank, schmeiße ab und zu den Ball, lese, unterhalte mich mit anderen Hundebesitzern,  streichle die Fellnasen. 

Dann geht es heim, frühstücken, Haushalt machen, Dinge erledigen, was halt so abfällt. Yoga mache ich eher vorher, dann duschen und los. 

Vorgestern machte Monsieur die Leine bei einer Autofahrt ans Halsband. War ok, interessiere mich nicht weiter. 

Erschreckend finde ich eher, wie er sich entwickelt. 

Jede freie Minute wird an der Playstation verbracht. Ein Gespräch ist dann nicht möglich. Eben versuchte ich  drei Mal zu fragen, ob er morgen früh mit den Park möchte, aber er reagierte nicht. Ich sitze 2m weg, bei dem Hund auf dem Kissen, stricke, schaue Sixx und bin nicht enttäuscht, sondern eher abgebrüht. 

Zwischen zwei Spielen hat er dann eine Pause von vielleicht 5 Minuten, dann werde ich wieder beachtet und soll es gut finden, statt genervt zu sein. Ok, die Phase habe ich hinter mir, aber den Anspruch, dass ich dann zu springen habe, kann man nicht voraussetzen.

Macht halt jeder sein Ding und man versucht sich nicht in die Quere zu kommen.

Für den Moment ist das genug, ich mag meine Ruhe und ganz ehrlich, wahrscheinlich ist es besser, wenn ich wieder alleine gehe, dann gibt es keinen Stress.


Samstag, 7. Mai 2022

Neuer Weg


https://drive.google.com/uc?export=view&id=1WvStYtxx3jPICQPUztAzvbH2K0HKSRqB


In meinen Büchern steht, unabhängig voneinander, dass man sich mit seinen Erwartungen unglücklich macht und dass man erst frei und glücklich sein kann, wenn  man sie ablegt. In einem ist es sogar sehr radikal, man soll die Erwartungen, dass es irgendwo besser sein kann, dass es irgendwann besser werden  kann, ablegen. 

Wir sind doch alle irgendwie davon getrieben, dass es irgendwann irgendwo besser werden kann. 

Wenn man genau darüber nachdenkt und schonungslos ehrlich ist, stimmt es, dass man so nicht glücklich werden kann, weil man dieses Glück überhaupt nicht erreichen kann, weil es stetig durch neue Ansprüche ersetzt wird. 

Also versuche ich es und werde versuchen keine Ansprüche mehr zu haben. 

Ich gehe meinen eigenen Weg, mache meine eigenen Dinge und wer mich begleiten möchte, gerne. 

Ich bilde mich weiter, mache weiter den Haushalt und sorge mich um alle in meinem Leben. 

Derweil versuche ich es mir in der neuen Situation als Hundebesitzerin gemütlich zu machen, am Besten dafür eignet sich eine Bank im Park bei Sonnenschein, den Rucksack bonnet Brötchen fürs Frühstück gleich. 

Was hat das noch mit DS und Sklavin sein zu tun?

Wenig, denke ich, aber mit dem Menschen, der ich auch bin, mit dem viel. 

Forderungen und Ansprüche stellen macht nur unglücklich, zumal die Zeit gezeigt hat, dass es nichts bringt. 

Wenn ich Monsieur verlassen möchte, setze ich ihn unter Druck und einige Tage ist er ein super Herr und dann verlischt es wieder. 

Ich konzentriere mich, vielleicht das erste mal richtig, auf mich selber, mache mich glücklich und zufrieden, der Rest wird sich zeigen und wenn das bedeutet keine Sklavin zu sein, dann ist das so, aber meiner Erfahrung nach, tun sich permanent neue Wege auf und neue Möglichkeiten. Darauf vertraue ich und derweil sorge ich mich um mich selber, was sondern auch keiner tut. 

Alleine im Park ist es schön, friedlich, ruhig. Kein Streit, keiner will was von einem, mit dem Hund bin ich in guter Gesellschaft. Ein Buch dabei, mehr brauche ich nicht 😊

Dienstag, 3. Mai 2022

Monster

 Monsieur hat durch sein Verhalten indirekt ein Monster erschaffen. 

Durch Probleme in unserer Kommunikation gab er mir erst Ratgeber an die Hand, die mir erklärten, auf was ich mehr zu achten habe. Beispiele sind vier Ohren und Giraffensprache. 

Ich habe es tatsächlich geschafft meine Sprache zu konkretisieren und darauf zu achten. Nicht permanent, man labert auch mal ungezwungen vor sich hin, jedoch in schwierigen Situationen und heiklen Gesprächen. 

Das Problem entsteht aber, wenn Monsieur sich ein Verhalten wünscht und nicht selber in der Lage ist, dieses Verhalten umzusetzen und mir dann, in diesem Fall, seine Missstände in der Kommunikation auffallen und ich plötzlich in der Position bin zu merken, was er hätte besser machen können. 

Anderes Beispiel. Durch den fehlenden Rückhalt von Monsieur und seiner Bestärkung, dass ich selber für mich einstehen muss, finde ich immer häufiger meine eigene Stimme für mich selber. Ich erwähnte es, als ich dem Arschengel sagte, dass ich nicht so mit mir reden lasse und mir zu  schade dafür bin. 

Nachteil ist, dass ich das nun auch häufig bei Monsieur denke und seinen Umgang kritischer betrachte und seine ewigen Vorwürfe hinterfrage. 

Mir fallen immer mehr Missstände auf und immer weniger Lösungen, weil ich nicht mehr jeden Fehler nur bei mir suche und immer öfter habe ich die „mir doch egal!“ Einstellung und scheiße gepflegt auf manche Dinge, was ihm natürlich überhaupt nicht behagt. 

Ich arbeite hart an mir und versuche hinter Dinge zu schauen, um keine Fehler zu machen, um keinem weh zu tun, aber leider macht das nicht jeder und somit schlagen Menschen wild um sich und verletzten andere, geben ihnen die Schuld daran und stellen sich als Opfer dar. 

Eigenverantwortung ist schwierig für manche und lieber werfen sie Anderen alles mögliche vor, Strafe auf ihr eigenes Verhalten zu schauen. Ich bin froh, dass ich wenigstens versuche genug Selbstreglexion an den Tag zu legen, um nicht in diese Falle zu tapsen. 

Durch jedes Buch das ich lese, sehe ich klarer. Nicht alles was ich sehe gefällt mir gleichermaßen. 

Oft lege ich einfach nur noch einen Spiegel auf und verhalte mich, wie er es erwartet, oder wie er zu mir ist. 

Dauernd sagt er, ich sei gemein (wenn ich Dinge ausspreche, die er nicht hören will und von denen er selber weiß, dass sie stimmen) und wenn er es schon sagt, warum soll ich mir noch Mühe geben?

Es ist egal was ich mache, ich bin gemein. 

Bin ich brav und spreche ein Thema an, dass er nicht mag, bin ich gemein. 

Blödle ich mit ihm herum, bin ich gemein. 

Vertrete ich nicht die selbe Meinung, bin ich gemein. 

Was soll’s!

Dann kann ich ebenso gut eben mein Ding machen…

Bin ich halt das Monster, dass er erschaffen hat und hey, ich habe eine Medaille verdient, denn ich sage so gut wie nie, was er selber  gerade wieder, z.B. in der Kommunikation, falsch gemacht hat, denn in den Büchern steht ja, dass man das nicht darf 😆




Samstag, 30. April 2022

Ein Märchen in meinem Kopf

 Immer das Thema „redet doch miteinander…“

Wir reden. 

Wir schreiben. 

Wir chatten. 

Wir telefonieren. 

Wir kommunizieren in jeglicher Form. 


Was bringt es jedoch, wenn ich sage was mir fehlt, wie ich mir das gemeinsame Leben vorgestellt habe, was ich brauche, und Monsieur hört sich das alles an, lobt mich dafür, dass ich es anspreche, gesteht seine Fehler ein und macht trotzdem so weiter?

Er sucht den einfachen Weg. 

Ich beschwere mich, dass ich hier eigentlich das Haustier sein sollte und durch den Hund, das ohnehin schon kaum vorhandene DS Zeug, noch weniger wurde. 

Anhand von einfachen Beispielen erkläre ich, wie man einen Hund sogar noch einsetzen kann, um den Status der Sklavin zu verdeutlichen. 

Schwieriger ist es, das auch umzusetzen, weil man aktiv handeln muss. 

Monsieur, darauf bedacht meine Bedürfnisse irgendwie zu stillen, pickt dann ein Problem heraus und löst es auf seine einfache Art. 

Ich hatte ihm einen Link zu einem wirklich schönem Hundehalsband geschickt. Viele im BDSM Bereich mögen Leder usw., ich mag Leder so gar nicht und liebe es bunt!

Monsieur fragte, ob ich es haben möchte? Für mich oder den Hund?

Ich wollte es nicht haben. 

Für mich würde es lediglich verstauben, wie die anderen auch, für den Hund bitte nicht, weil ich eifersüchtig wäre. 

Was macht Monsieur?

Bestellt zwei!

Für jeden eins. 

Status etablieren vom Haustierchen. 

Beides sind Haustiere, keiner muss eifersüchtig sein. 

Also durfte ich es gestern Nacht und heute Morgen  tragen, während wir Gassi gingen. 

Es freute mich, ehrlich! 

Es ist ein wirklich schönes Halsband und bequem. 

Aber das war’s dann wieder. 

Es ändert sich an den Grundpfeilern nichts. 

Es wird wahrscheinlich wie immer sein, eine paar Tage wird es benutzt, dann vergessen. 

Und an der Stelle sagt Monsieur gerne, dass ich damit eine selbsterfüllende Prophezeiung erschaffe, nicht etwa, dass ich es, bevor ich es mal ansprach, schon x Male erlebt hatte, nein, durch das Ansprechen passiert es erst!

Schöner Weg, um einen mundtot zu machen. 

Sei’s drum. 

Und ich lese meine Ratgeber und von Erwartungen, die man selber hat und die einem das Leben schwer machen und dass man sich nicht von anderen abhängig machen soll und auch alleine glücklich sein  kann und soll. 

Dann verkrieche ich mich wieder ins Schlafzimmer, zu meinen Büchern, meiner Switch und dem Tablet, auf dem ich Fernsehen kann und genieße es, wenigstens keinen Streit zu haben und schreibe hier und da eine PN, tausche mich aus und träume davon, wie es vielleicht in einem anderen Leben sein könnte, indem man nicht nur seine Fehler zugibt, sondern auch etwas verändert und miteinander glücklich sein  kann. 


Montag, 25. April 2022

Staub angesetzt

 Gestern nach dem Sex lagen wir nackig, eingekuschelt aneinander, viel Hautkontakt, was schon länger her ist und ich dachte so bei mir: 

"Gibt es etwas tröstlicheres, als sich nackt in den Armen zu liegen?"

Doch dann fiel mir auf, dass es nicht tröstlich war, sondern man verletzlich wird und es weh tut, weil dann die Gedanken, die man mühsam beiseite drängt, präsent werden und die Offenheit ausnutzen und einen bombardieren.

Eigentlich hatten wir tollen Sex. Klare Rollenverteilung, ich durfte nicht kommen, sondern kurz davor entzog er sich und schürte meinen Frust, indem er mit dem Slapper kräftig zwischen meine Beine schlug, um mich dann weiter zu ficken. 

Dann war es aber vorüber und gefühlt wieder für lange vorüber. Monsieur ist befriedigt und ich darf wieder in die Abstellkammer, bis ich erneut benötigt werde.




Bei uns hat nicht nur das Spielzeug Staub angesetzt. Staub zwischen den Zahnrädern unserer Beziehung, alles knirscht und ist schwerläufig.

Ich habe es so satt.

Immer werden Gründe erfunden gefunden, warum DS nicht möglich ist.

Statt Gründe zu finden, warum es möglich ist.

Ein Hund bringt zusätzliche Struktur und kann sich über Kuscheleinheiten im Körbchen freuen, wenn die Sklavin auch ins Körbchen geschickt wird und so ihren Platz fühlen kann.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wenn man Monsieur sie sehen möchte, statt dessen schaut er lieber, warum es mal wieder nicht so gehen kann.

Ich fühle mich in einer falschen Welt, wollte ich doch endlich DS vollkommen so ausleben, wie ich es mir erträumt hatte und war ich doch so naiv zu glauben, dass es da draußen einen Herrn gibt, der eine Sklavin so vollkommen besitzen möchte, wie ich mich verschenken mag. 

Lauter trübe Gedanken...

Verletzlich sein können ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann, immer wissend, dass es nur einen Moment dauert, bis Monsieur einen Streit vom Zaun bricht, wegen einem falschen Wort.

Liege ich nackt in seinen Armen, offen und verletzlich, mache ich kurz darauf lieber wieder dicht, damit es sich nicht lange so gut anfühlt und der Schmerz kleiner ist, wenn es wieder eskaliert und er mir sonst was an den Kopf wirft. Also Mauern hoch, fragen ob ich auf die Toilette darf, sich in der Zeit zusammenreißen und sich denken: "Auf ein Neues!"

Ich habe mir alles anders vorgestellt und Monsieur wird nicht müde ebenso zu betonen, dass er sich alles anders vorgestellt hat und wir beide vorher besser dran waren, aber eine Trennung? Nein, das nicht, wir sind ja Verpflichtungen eingegangen, die man nun erfüllen muss.

Der Preis ist, dass es keinem gut geht.

Ist es das wert?

Auf ein Neues... zusammenreißen... Mauern hoch und los...

Sonntag, 24. April 2022

Ostern




 Wir haben Ostern ganz gut überstanden und unser neues altes Familienmitglied ist auch schon eingezogen und es ist, als wäre er gar nicht erst weg gewesen und nun haben wir einen Hund.

Das sagt aber nicht, dass ich nicht mehr auf dem Boden essen könnte, das geht ohne Probleme.

Öfter wurde ich gefragt, wie die Rangfolge ist und wurde belächelt, wenn ich erklärte, dass ich für den Hund an erster Stelle stehe. Warum ist das verwunderlich?

Hunde ticken ganz einfach, sie mögen in erster Linie Menschen, die direkt sind, konsequent und dadurch berechenbar, also wenn sie wissen, woran sie sind und ihn einschätzen können und wenn es darum geht, bin ich ein Volltreffer.

Ich bin taktlos direkt, bei mir gibt es die immer gleichen Regeln, Ausnahmen sind sehr selten und ich meine was ich sage und handle danach. Da ich von klein auf sehr verschiedene Hunde ausführte, bin ich sehr sicher im Umgang mit Hunden und alleine diese Sicherheit auf die man sich immer verlassen kann, bringt ihnen schon enorm viel und ich bleibe ruhig, was sie dann ebenso beruhigt. Also mögen mich Hunde im Allgemeinen gerne und weil ich auch noch viel zuhause bin, ist es klar, dass ich das Oberhaupt bin und an erster Stelle in der Rangfolge. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es Monsieur nicht so gerne hat, aber akzeptiert. Zugeben würde er es vermutlich nicht, aber man merkt es schon, wenn der Hund auf mich besser hört und eher zu mir kommt. Tut mir leid für ihn.

DS ist im Moment wieder auf Sparflamme, ich kann nicht sagen warum das so ist. Es gibt die alltäglich bewährten Dinge (Kette im Bett, fragen ob ich auf die Toilette darf, essen auf dem Boden und eine Vorschrift, an welchem Morgen ich welchen Tee bzw. Kaffee ich trinken darf) und nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die fehlende Sicherheit und der Halt wird im Moment ganz gut durch die Zusatzaufgabe abgefangen, sich um den Hund zu kümmern, was Zeit und Energie kostet, so dass ich recht ausgelastet bin und ich habe den Eindruck, dass es Monsieur vollkommen egal ist, jedoch sagt er gerne, dass mein Eindruck falsch ist. Sei´s drum, ich kann nur meine Eindrücke schildern, außer man verbalisiert, erklärt und spricht miteinander und das ist im derzeit eher oberflächlich und zweckmäßig.

Ich bin es leid zu sagen, was mir fehlt.

Ich bin es leid zu warten.

Ich bin es leid...

Also mache ich das Beste draus, lese meine Bücher, versuche mir selber eine Hilfe zu sein, kümmere mich um den Hund, der es mir dankt und treuer Begleiter ist.

Monsieur würde sich nun sicher beschweren, weil ich weg lasse, wie er für mich da ist. Tut mir leid, ich hatte den Fokus auf DS. Im Alltag ist er wunderbar, unterstützt mich, wo er nur kann und gibt mir alles, was ich brauche (außer DS) und versucht mir eine Hilfe zu sein, auf seine Art.

Wir waren zwei Mal im Museum! Ich liebe es ins Museum zu gehen. Verschiedene Ausstellungen und beide waren faszinierend und interessant, machten Spaß und erschufen tolle Erinnerungen, an die ich lange denken kann und werde.

Er kommt gerne auf Spaziergängen mit und geteilte Freude ist doppelte Freude, das gibt mir auch viel.

Ich weiß nicht, was die Zukunft noch bringt, aber das weiß keiner...

Meine Hamster sind beide eingeschläfert worden, im Abstand von vier Wochen, ein Familienmitglied wird sterben, ich denke, Leid genug habe ich bekommen, es könnte gerne ein wenig bergauf gehen, fürchte hingegen, dass das noch eine Weile dauern wird, während ich mich darin übe, mit allen Schicksalsschlägen klarzukommen.

Alles in allem bin ich dankbar, dass ich Monsieur habe, er gibt sein Bestes, mehr kann und möchte ich nicht erwarten.



Samstag, 9. April 2022

Selbstwirksamkeit

 Ich bin ein tiefer Mensch. Es gibt auch flache Menschen, die sind mit der Oberfläche zufrieden und wollen nicht in die Tiefe. Das ist nicht mein Ding. Von klein auf, wollte ich schon immer verstehen und begreifen, wollte Wissen!

Ich denke, dass solche Menschen automatisch auch kompliziert sind. Man macht es sich oft selber schwer, oder gibt sich mit Antworten nicht zufrieden und bohrt nach.

Eines meiner wichtigsten Anliegen ist es, mich selber zu verstehen, unter anderem, damit es Andere nicht so schwer mit mir haben. Wenn man sich selber nicht versteht, stiftet es in jeder Beziehung Chaos, also versuche ich im Reinen mit mir zu sein.

Die Bücher, die wir in den letzten Tagen besorgt haben, helfen mir ungemein dabei. Es ist toll, andere Blickwinkel zu erfahren und dadurch neue Wege für sich zu entdecken und Monsieur profitiert auch, weil ich meine neuen Erkenntnisse und interessante Stellen nicht nur mit ihm teile, sondern auch immer etwas finde, was er spannend findet.

Leider bekam ich Donnerstag Migräne, so dass ich nicht weiter schmökern konnte, aber schön ist, dass sie heute schon weg ist. Das ist schnell, für meine Verhältnisse und ich habe mich gefragt, warum.

Migräne kann ja mit Streß zusammen hängen und ich hatte die letzten Tage extrem viel Streß und vorgestern tat ich etwas untypisches für mich!

Normalerweise bin ich für Andere da, ich stelle meine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund, notfalls zwinge ich mich sogar zu Dingen, um Anderen zu helfen. Viele Menschen nutzen einen aus, wenn sie dahinter kommen, was sehr traurig ist, aber für die netten und dankbaren Personen in meinem Leben, mache ich es sehr gerne und es erfüllt mich.

Ich hatte mal von einem Arschengel in meinem Leben geschrieben und besagter Arschengel gab mir wieder einen wunderbaren Anlass etwas in meinem Leben zu verändern, positiv zu verändern, nämlich, dass ich für mich selber einstehe!

Eigentlich war ich eher der Typ, der sich hinter seinem Herrn versteckte und darum bat, z.B. nicht antworten zu dürfen, oder nur eine eingeschränkte Zeit zu investieren, jedenfalls sollte mein Herr solche negativen Kontakte reglementieren und fertig. Ich war aus dem Schneider, hatte keine Schuldgefühle, super!

Monsieur ist nicht der Typ dafür. Er mag Verbote nicht. Leider, denn Verbote zeigen mir Grenzen, meinen Platz und dass ich nicht selber bestimme, aber das ist ein anderes Thema. Also besagter Arschengel hat ein ewig gleiches Schema:

- ich bin nett zu dir, hilf mir bitte

- ich nehme deine Hilfe an, danke es aber nicht

- ich behandle dich scheiße

- ich mache dir Schuldgefühle, weil ich dich schlecht behandelt habe

- ich mache dir Vorwürfe

Wenn der Kontakt abgebrochen ist, meistens meinerseits, aber nicht immer folgt:

- ich entschuldige mich oberflächlich, sage dir, dass ich eigentlich dankbar war und nur Streß hatte und deshalb so war

- ich bin nett zu dir, bitte hilf mir...


Und der Kreislauf verkürzte sich zeitlich zusehends, so dass ich im Dauerstreß war, bombardiert wurde und mich nur noch schlecht fühlte.

Was tat ich diesmal?

Ich schrieb eine lange Nachricht, in der ich erklärt habe, dass ich nicht so behandelt werden möchte, dass man Menschen nicht so behandeln sollte und das Konsequenzen hat und dass mein Fass voll ist. Ich schrieb, dass ich das nicht verdient habe und nicht bereit bin, weiter etwas für diese Person zu tun.

Also was kam als Antwort?

Keine Enschuldigung, natürlich nicht, sondern indirekte Vorwürfe, warum ich daran schuld bin, denn die Person ist ja immer in der Opferrolle und dass ihr Verhalten angebracht und normal ist (was indirekt ja heißt, dass es meins nicht ist).

Egal, ich betonte abermals, dass ich das nicht mehr mitmache.

Danach war ich sehr stolz auf mich, weil ich für mich einstand und meine Bedürfnisse artikuliert hatte!

Naja, etwas später hatte ich doch Schuldgefühle, aber immerhin gemischt mit dem Stolz.

Das war ein wichtiger Schritt in meinem Leben.

Ich dachte heute also weiter über Emotionen nach und versuchte meine Beziehung mit Monsieur in einen besseren Fokus zu rücken, denn als Sklavin fühle ich mich im Moment wieder komplett überflüssig. 

Monsieur kuschelt mich, unterstützt mich, ist für mich da.

DS? Ich esse an meinem Tisch, auf dem Boden. Nachts die Kette. Ich frage, ob ich auf die Toilette darf.

Jedenfalls tut mir das nicht gut und ich fragte mich, wie viel Kontrolle mir im Moment gut täte und was zu viel wäre.

Ich dachte deshalb über emotionale Abhängigkeit nach, denn so wie Monsieur mich behandelt, stellt sich das nicht ein. Ich kann nach wie vor gut distanziert bleiben (bitte nicht mit kalt verwechseln!) und unabhängig in der Seele.

Wenn ich hörig, abhängig, auf ihn angewiesen wäre, würde mir das ja auch Angst machen, siehe meine vorletzten Einträge. 

Aber was ich eigentlich schreiben wollte war, dass ich denke, dass eine gute Sklavin in einem gewissen Maße stark sein muss, für sich einstehen können sollte. Nicht, dass sie es bei ihrem Herrn macht, das wäre unangebracht, aber eine starke, stabile Sklavin, ist sicher eine bessere Sklavin, als eine, die abhängig ist, klammert, sich verunsichert fühlt und die ganze Sicherheit lediglich aus ihrem Herrn zieht, denn wenn der mal schwach ist, bricht alles zusammen.

Bisher strebte ich aber so eine abhängige Beziehung mit Hörigkeit an, weil ich dachte, dass das die perfekte Herren/Sklavinnen Beziehung sein müsste. Sie abhängig, er hat alles in der Hand, der absolute Herrscher. 

Eher ein Märchen.

Nicht missverstehen, so wie wir es jetzt gerade wieder leben, ist es, in meinen Augen, alles andere als ideal, aber das Extrem was ich angestrebt hatte, ist sicher auch keine gute Option.

Eine starke Sklavin, bleibt freiwillig bei ihrem Herrn und nicht aus der Not heraus, das gibt dem Herrn doch auch Sicherheit und Vertrauen.

Das sind wichtige Punkte.

Dennoch hätte ich schon gerne mehr DS.

Ein gesundes Maß, was natürlich von Person zu Person verschieden ist und sich vermutlich auch, je nach Alltag, verschieben kann.

Aber im Moment leben wir gefühlt wieder nebeneinander her. Jeder macht sein Ding. Man schaut auch mal einen Film zusammen, aber nicht gemeinsam. So ein WG Ding, irgendwie. Obwohl, in einer WG wird weniger gekuschelt, nehme ich an.

Wie auch immer, es ist nicht gerade viel, egal wie sehr ich versuche, positive Dinge ins Licht zu rücken.


Dienstag, 5. April 2022

Stoßgebet

 

Heute in guter Begleitung


Gestern erledigte ich noch zeitlich korrekt meine Aufgaben und begrüßte Monsieur kniend an der Türe, wie es auf meinem Plan stand, aber nicht nötig gewesen wäre, weil ich es ebenso von mir aus getan hätte. Aber ich bin ehrlich, wenn er es fordert/wünscht, fühlt es sich natürlich ungemein viel besser an, aber ganz ehrlich, es fühlte sich seit langer Zeit, endlich, mal wieder wirklich wie mein Platz an und als würde ich genau an der richtigen Stelle, zum richtigen Zeitpunkt sein.

Die Verbalisierung, also dass es im Plan vorgesehen war, ist trotzdem ungemein wichtig für mich, weil es mir die Sicherheit schenkt, dass Monsieur ebenso Interesse daran hat und ich es nicht für mich tue.

Wir frühstückten dann gemeinsam, ich natürlich auf dem Boden, Monsieur am Tisch und mir wurde danach erlaubt ein gemütliches Bad zu nehmen und mich frisch zu machen.

Im Moment liegt das Kniekissen mitten im Wohnzimmer und so nutzte ich die Gelegenheit, kniete mich darauf, Arsch in Richtung von Monsieur, der auf dem Sofa saß, Rücken durchgedrückt, Kopf nach unten, so dass er gemütlich meine Rasur kontrollieren konnte. 

"Bleib!" und schon huschte er weg und im nächsten Augenblick hatte ich auch schon einen Vibrator zwischen den Beinen, wobei es im übernächsten Moment an der Türe klingelte! Verflucht!

Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben, auch wenn Monsieur fürchterlich grummelte und frustriert war, denn damit hatte uns der Alltag wieder. Dinge mussten erledigt werden und ein kleiner Ausflug in die Stadt stand an.

Ehrlich gesagt, obwohl wir in meinen Lieblingsgeschäften waren, hatte ich wenig Freude, was Monsieur nicht verborgen blieb, also ab ins Auto und statt heimzufahren, bog er Richtung Burgerladen ab und fütterte mich, ganz darauf bedacht, dass ich nicht auch noch für uns kochen muss.

Ursprünglich war mir seine rücksichtsvolle Art zu viel und ich konnte nichts damit anfangen, jedoch hat er sie mir nun angepasst und ich fühle mich wirklich wohl!

Eigentlich geht es mir nicht gut, dennoch fühle ich mich sehr wohl, gut aufgehoben und beschützt.

Das ist unbezahlbar!

Abends hatten wir sturmfreie Bude und Monsieur spielte ein wenig und ich war eigentlich auch beschäftigt, bis mir da was einfiel.

Schnell schlüpfte ich aus meinen Klamotten und kniete mich, wie vormittags, wieder auf das Kissen und schon war die PlayStation aus und Monsieur verschwunden, um ein paar Dinge zu holen.

Also hätte man mir vorher gesagt, wie mir hinterher alles weh tun würde, weiß ich nicht, ob ich es wieder getan hätte.

Monsieur war sehr gut drauf, für seine Verhältnisse, oder ich war einfach zu empfindlich, oder beides?

Nach meinem gemütlichen ersten Orgasmus bekam ich einige Hiebe mit der Gerte, glaube ich, und Monsieur sagte mir so nette Dinge wie, dass ich eine läufige Hündin sei und anderes, was mich dahinschmelzen lässt. 

Nach wie vor in der Position auf dem Kniekissen hatte Monsieur alle wichtigen Bereiche verfügbar und somit kam nicht nur mein Hintern dran, sondern auch meine Innenschenkel und hmm meine intimste Stelle.

Wir streiten heute noch darüber, ob das in seinem Profil stand. Ich denke nicht, weil ich dann sehr abgeschreckt gewesen wäre. Ich mag das einfach nicht. Es tut furchtbar weh und ich achte darauf, dass ich meine Aufgaben gut erfüllen kann und daran hätte ich beim Lesen des Profils, doch sehr gezweifelt. Andererseits lese ich Profile ja nur selten und hmm vielleicht habe ich es wirklich nicht bemerkt? Ich denke doch, er denkt nein, ist sich jedoch auch nicht zu sicher. Aber egal, nun hat er mich an der Backe...

Mein zweiter Orgasmus war eher erzwungen, denn der erste hatte mich bereits mehr als befriedigt und ich war danach so k.o., dass ich einfach vom Kissen rollte und mich wirklich nicht mehr auf den Knien halten konnte. Monsieur legte eine Decke über mich, fand einen Platz neben mir für angebracht und kuschelte mich etwas, mir Zeit schenkend und eine Verschnaufpause für nötig haltend. 

Meiner Pflicht bewusst, riss ich mich zusammen, kraxelte zitternd zurück auf meine Position, wo Monsieur es für angebracht hielt mich mehrfach zwischen die Beine zu schlagen, mit der Hand, treffsicher und nicht sehr vorsichtig, immer wieder und wieder und noch einmal. 

Normalerweise ist es ja eher rhythmische und in dreier, oder fünfer Schlägen unterwegs, aber diesmal, im Takt zur Musik, ohne Pause und ohne, dass es sanfter wurde. 

Eigentlich weine ich nicht, wenn ich gespankt werde. Wenn es wirklich ganz schlimm wird, läuft mir vielleicht mal ein stilles Tränchen runter, was ich schnell wegwische und kaschiere, aber es hätte nur noch eine Sekunde gebraucht und ich wäre wirklich in Tränen ausgebrochen, weil es so weh tat und ich keine Mauern habe und einfach nicht mehr konnte.

Zufall, oder gewollte, egal, Monsieur schickte mich dann ins Schlafzimmer, weil er es gemütlicher haben wollte und dort angekommen, hatte ich ja einen Moment Zeit gehabt und es ging mir wieder etwas besser, so dass ich nur leise wimmerte, als er mich nahm und es höllisch brannte, einfach nur weh tat und er mir dennoch ein paar Hiebe dazu setzte, bis er endlich in mir kam. So bekommt der Ausdruck "Stoßgebet" eine neue Perspektive, aber ich war sehr erleichtert, auch wenn ich kein Stoßgebet gen Himmel schickte, sondern Monsieur dankte, dass er nicht länger durchgehalten hat.

Heute fühle ich mich, als hätte ich gestern bei einem Umzug geholfen, plus dass meine Mumu brennt und weh tut. Mein Hintern hat nur ein paar schmerzhafte Stellen, der geht schon irgendwie, aber beim Pinkeln fluche ich leise vor mich hin.

Der Morgen war entspannt und gab mir somit wieder etwas Zeit zu denken, was im Moment nicht wirklich gut ist, weil ich dann trübe Gedanken habe, also bekommt Monsieur Nachrichten mit der Frage, ob er mich liebt, weil ich mich selber gerade nicht so fühlen kann und ich bekomme dann zuckersüße Antworten, die ich genieße und mich aufbauen.

Das Leben ist nicht einfach. Einerseits diese Trauer und Wut in mir, wegen dem Bombeneinschlag in unserem Leben, auf der anderen Seite läuft es zwischen uns wirklich fantastisch und das macht mich glücklich und entspannt mich.

Achterbahn...


Aber ich komme langsam an... sehr langsam...





Montag, 4. April 2022

Tage-Bücher

Ich musste gerade, auf dem Weg zum Laptop, innerlich lachen. Wenn ich einen Blogeintrag schreibe, der nicht einfach nur langweiliges Alltagsgeplänkel ist, habe ich keinen Text im Kopf, sondern ein Gefühl was heraus möchte und beim Schreiben, fließt es und ist ein Stück weit selbstständig. Was ich dann tatsächlich schreibe, ist regelmäßig nicht mehr das, was ich im Kopf hatte, sondern viel mehr und auch für mich innerlich ein Erlebnis.

Gelacht habe ich, weil ich mir gerade vorstellte, wie es hier frustrierte Leser gibt, die sich auf einen Eintrag über DS, vielleicht Sex, vielleicht Praktiken freuen und dann einen Text wie gestern vorfinden, oder einen, wie der gleich folgende.

Ich bin eben nicht nur eine Sklavin, sondern auch ein Mensch und eine Sklavin besteht, wie jeder Mensch, aus vielen Facetten.

Das hier war noch nie eine hmm Porno-Seite. Manchmal gibt es ein sexy Bild (schon sehr lange her!) und manchmal auch typische BDSM Sexpraktiken, jedoch ist das mein Tagebuch (seit 2004!) und deshalb findet man hier alles mögliche und nicht nur Hochglanz SM.

Bei BDSMlr gibt es genug Bilder, die alles zeigen, genug Berichte über Sex mit sonst wem, sonst wie, genug Darstellungen, wie BDSM theoretisch sein sollte mit "Ja, mein Herr, bitte, mein Herr, ich bin ein Nichts, mein Herr.", die die Realität ausblenden und nur eine Friede, Freude, Eierkuchenwelt beschreiben, aber das wäre mir nicht genug. 

Ich finde immer das Dahinter viel spannender. Nicht etwa, dass eine  Sklavin perfekt gehorcht und alles tut, was ihr Herr verlangt, sondern wie es dazu kam, wie man Widrigkeiten umschiffen, oder ertragen konnte, wie man es schafft, eine Beziehung am Laufen zu halten und sie, für beide, glücklich zu gestalten. Wie man reagiert, wenn es unschön ist und wieder wundervoll hinbekommt. Das reale Leben, in all seiner Pracht, auch und gerade mit den unschönen Seiten, die eine Beziehung, ein Leben, ausmachen und viel interessanter sind, als ein Bild, von einem gestriemten Hintern und einem öden Text dazu, wie toll man doch gedient hat. Das ist einfach, das ist langweilig, das ist leichte Kost.

Als ich die Domain von meinem damaligen Ehe-Dom geschenkt bekam und ich stolz sagte: "Da mache ich ein Tagebuch drauf!", war mir nicht bewusst, was das wirklich bedeutet hatte. 

Er gestaltete mir die Webseite, nach meinen Wünschen und richtete alles so ein, dass ich einfach, mit den wenigen Kenntnissen über HTML, die ich habe, alles selber eintragen konnte und das tat ich.

Ich schrieb oft, mehrfach die Woche, wie sich alles so entwickelt, worin (im DS Bereich) meine Probleme liegen, was passiert ist, womit ich nicht umgehen konnte, womit ich umgehen konnte, was schön war, was weniger schön war, einfach alles, wie in einem Tagebuch.

Was mir nicht bewusst war, damals gab es nicht viele solcher privaten Seiten. Allgemein war BDSM kein großes Thema im Web, weil alles noch so jung und frisch und klein war, sich entwickeln musste.

Eines Tages sprach er mich also an, dass was mit dem Server nicht so gut läuft, irgendwie langsamer und dadurch kam er drauf, dass mein kleines Tagebuch sehr viele Zugriffe hatte.

Bei den Suchmaschinen, suchte man Sklavin, war meine Seite der erste Treffer usw. Das interessierte mich nicht, interessiert mich bis heute nicht, aber was spannend war, war der Nebeneffekt, dass mich Leute anschrieben.

Viele Leute! 

Erst der Fall Kampusch stieß mich von meinem Thron :)

Aber worauf ich hinaus wollte, mich schrieben viele Leute an, die ähnliche Gefühle hatten, ähnliche Probleme, die sich dann selber in meinen Texten erkannten und eine Verbundenheit spürten, mit denen ich tolle Gespräche führte und die profitierten, von dem was ich mir von der Seele schrieb.

Das ist mein Tagebuch hier und ich möchte meine intimsten Stellen nicht jedem präsentieren und damit Klicks bekommen. Ich muss meine Bilder nicht aufhübschen und etwas besseres vorgaukeln, als was ich real darstelle.

Das ist mein Leben, ehrlich und schonungslos, wie es eben manchmal ist.

Keine Wichsseite :)


So, aber warum ich eigentlich einen Blogeintrag schreiben wollte, ist etwas vollkommen anderes. 

Mir ging es die letzten Tage nicht wirklich gut, seelisch und ich bin es gewohnt, schwierige Zeiten alleine aushalten zu müssen, so fand ich vor über 10 Jahren zum Buddhismus. 

Ich hatte die Diagnose meiner Krankheit bekommen, eine Welt brach für mich zusammen, an meiner Seite ein Mann, der sich im Mittelpunkt hatte und verlangte, dass alles sich um ihn dreht, der keinerlei Hilfe bot, weder im Alltag, noch wenn es Schwierigkeiten gab, sondern weg war.

Es war wirklich hart. Ich war damals ja nicht weniger Sklavin als heute, nur konnte ich es mir nicht leisten, wie eine Sklavin zu denken oder zu fühlen, weil ich keinen Herrn hatte. Zwar hatte mich mein erster Dom geheiratet und wir wollten 24/7 leben, aber leider war er dazu nicht in der Lage und DS, 24/7 usw., waren für ihn rein theoretische Dinge, in seinem Kopf, in dem alles möglich war und es keine Verpflichtungen gab und so lebte er auch, eine Scheinwelt in seinem Kopf, die dann mit der Realität kollidierte. 

Und zu einem Zeitpunkt, wo ich mehr denn je auf mich alleine gestellt war und stark sein musste und mein Leben auf dem Spiel stand, suchte ich eine Perspektive, irgendwie da durch zu kommen und fand den Buddhismus, so wie er gedacht ist, nicht unbedingt, wie er in der westlichen Welt oberflächlich betrachtet wird.

Ich habe viel darüber gelesen, mich informiert und wurde entspannter, konnte gut mit meiner Situation umgehen, rückte meine Welt wieder gerade und kam durch die schlimmste Zeit, nicht immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, doch aber ohne verrückt zu werden :)

Die dadurch gefundene innerliche Einstellung habe ich mir bewahrt, integriert in meinen Charakter und sie beeinflusst mein tägliches Leben sehr positiv. Leider verlor ich gewisse Details aus den Augen, weil ich in den letzten Jahren so konzentriert darauf war, dass ich Monsieur alles recht machen möchte und so haben sich bei mir auch ungesunde Angewohnheiten eingesiedelt, denen ich am Wochenende auf die Schliche kam!

Zwar hatte ich schon gemerkt, dass ich kaum noch entspannen kann, meine ruhige Art verschwunden ist, ich nur noch herum hetze und schaue, was ich noch erledigen muss, selbst wenn ich auf dem Sofa saß und eigentlich in Ruhe einen Film schauen konnte und klar, das hat mich wirklich belastet, Energie gekostet und nichts gebracht, weil Monsieur in seinen eigenen negativen Mustern gefangen war und das ergab ein sehr schadhaftes Miteinander.

Wir stritten uns vor ein paar Wochen so fürchterlich, weil ich nicht mehr mit der Art umgehen konnte, wie er mich behandelt hat, also wie er mit mir sprach und das ein gemeinsames Gespräch überhaupt nicht mehr möglich war, so dass ich das Halsband ablegte und sagte, das geht nicht mehr. Ich mache das nicht mehr mit. Es ist für uns beide ungesund und auf der Ebene ist überhaupt keine Beziehung mehr möglich.

Ich ging innerlich hart auf Abstand und schottete mich ab. Das kann Monsieur nicht gut vertragen. Zu dem Zeitpunkt hatte er mich als Blitzableiter für jeglichen Frust gebraucht und mich dabei sehr verletzt und positive Erlebnisse hatten wir kaum noch, weil alles überschattet wurde, von seiner Wut, seiner innerlichen Zerissenheit und daran ließ er mich teilhaben. Das ist, finde ich, vollkommen verständlich. Wenn man jemanden liebt, teilt man alles mit ihm, leider auch die negativen Gefühle und den Schmerz.

Indem ich mich da raus nahm, distanzierte und sagte: "Ich mache da nicht mehr mit, das kannst Du mal schön alleine mit Dir ausmachen!", nahm ich ihm eine wichtige Möglichkeit und bei seinen Versuchen, seinen Frust mit mir zu teilen, blieb ich anteilnahmslos, was für ihn den gewünschten Effekt ruinierte. 

Positiv war, er musste sich endlich andere Strategien suchen.

Positiv ist, die behält er bei und ermöglichte uns somit, ein gesünderes Miteinander und damit, auch wieder DS.

Wir haben ausgemistet, sowohl mental, als auch in der Wohnung. Wieder einige Dinge umgestellt, manches flog raus, anderes wurde umsortiert, so dass mehr Struktur und Ordnung herrscht, ohne, dass man sich so darum bemühen muss. Das beziehe ich komplett auf mental, sowie die Wohnung.

Monsieur mag es nämlich extrem ordentlich und wenn ich ein paar Dinge auf dem Nachttisch habe (z.B. einen Bücherstapel, ein paar Stifte, vielleicht noch einen Kopfhörer), dann nennt er es schon meine Messi-Ecke. Wir sind da anfangs immer wieder kollidiert. Ich bin ein kreativer Typ, mache viele Dinge, die dann "Raum" fordern. Beispiel: Wenn ich male, dann habe ich meine Utensilien um mich herum verteilt, ich brauche den Platz und lasse es dann auch mal bis zum nächsten Tag liegen, um weiter zu machen. Damit kommt Monsieur nicht klar, also habe ich meine kleine kreative Ecke, mit Tisch, Ordnungssystem und in dem Bereich darf es dann zeitweise unordentlich sein.

Lustig ist, ich mag es auch sehr gerne ordentlich, aber an anderen Stellen. Monsieur lässt gerne seine Kaffeetasse stehen, mal sein Handtuch in der Eile liegen, stellt nicht jedes Glas direkt in den Geschirrspüler, sondern auch mal nur auf die Anrichte, bis er es später machen möchte und dann wusle ich schon los und beseitige das alles, weil es mich total nervt. Wir sind also schon beide gerne ordentlich, nur jeder auf seine Art und die des anderen, stört dann etwas. Aber damit haben wir uns auch arrangiert. Grummelnd, aber ich habe nun meine kleine Ecke und lasse von ihm schon mal was liegen, weil er sonst ein schlechtes Gewissen hat, wenn ich alles von ihm wegsortiere.

Jedenfalls trat nach und nach wieder mehr DS in unser Leben, für ein paar Tage, dann traf uns die Hiobsbotschaft am Freitag, was wieder alles umsortiert und umstellt.

Meine alten Mechanismen wurden aktiv, also alles Störende und Belastende beseitigen, damit man den Fokus auf die neuen Lebensumstände haben kann, aber Monsieur hatte auch dazugelernt und ging mit mir anders um. 

Er wütete nicht, er ließ seinen Frust nicht an mir aus, sondern war für mich da.

Er ließ sich nicht wegstoßen, engte mich allerdings auch nicht ein. 

Er gab mir (was bin ich froh!), keine gut gemeinten Ratschläge, die mir überhaupt nichts bringen, weil wir so grundverschieden sind, sondern schaute, wie ich damit umgehe und wie ich dann wirklich Hilfe benutze und was diese Hilfe ist.

Was habe ich gemacht? Freitag verkrochen, weggestoßen, in mich zurück gezogen, viel geflucht, wenig geschafft, viel allein sein wollen, mir ein Buch bestellt, dass buddhistische Wege in der Not zeigt, weil die mir wirklich helfen.

Der Buddhismus ist ein sehr guter Lehrer, der einem beibringt mit Leid in jeglicher Form umzugehen, sich nicht nur damit zu arrangieren, sondern damit gut und glücklich leben zu können.

Samstag kam mein Buch an, Monsieur stellte hier und da eine Frage, ließ mich zwar alleine im Schlafzimmer, kam aber wirklich oft vorbei, erkundigte sich und war präsent. Ich kam ein wenig aus meinem Schneckenhaus raus, ließ ihn teilhaben an meinen Gefühlen, erklärte wie ich weiter machen möchte und zeigte ihm stolz mein Buch. Das ist ein wirklich gutes Buch! Schon auf den ersten Seiten wurde mir ein großer Denkfehler bewusst. Ich hatte mich immer wieder gefragt, wie ich das ertragen soll, wie ich damit umgehen soll, aber das ist die falsche Perspektive! Was habe ich schon alles ertragen und ich konnte sehr gut damit umgehen und ich hatte in den schwierigsten Phasen meines Lebens, trotzdem auch kleine, wirklich lustige und tolle Momente, an die ich mich bis heute, mit einem Lächeln im Gesicht, erinnere. Ich sollte mich nicht fragen, wie ich das schaffen kann, denn das passiert von alleine. Man geht jeden kleinen Schritt, kommt so voran und durchschreitet somit die schlimme Phase, auch  und gerade, wenn man sich nicht fragt, wie man den nächsten Schritt machen soll, sondern einfach abwartet was passiert und sich darauf einlässt.

Als es mal ganz schlimm war, ich lag im Krankenhaus, es ging mir unterirdisch, mein damals noch Mann kümmerte sich nicht gut um die Kinder, es war wirklich alles eine Katastrophe, da dachte ich mir: "Es geht weiter. Egal wie, es geht weiter. Ich liege hier, kann nichts machen (Randnotiz: ich durfte nich einmal das Bett verlassen), aber es geht weiter. Es ist vielleicht nicht schön wie es weiter geht, aber es geht weiter, immer weiter und wenn es mal nicht mehr weiter geht, dann werde ich tot sein und es wird mir egal sein können, aber solange ich lebe, geht es weiter, einfach weiter, egal was ich mache, was ich nicht mache, die Stunden vergehen und es gibt eine Entwicklung und die Entwicklung kann ich irgendwann wieder aktiv beeinflussen, aber bis dahin, geht es weiter, also lasse ich es geschehen und mache das Beste daraus."

Dieses Loslassen, dieses einfach tun was man machen kann und dann loslassen und geschehen lassen, ist wahrscheinlich die Lösung. Ich meine nicht, dass man aufgeben soll, oder dass man nichts machen soll, aber an dem Punkt, an dem man nichts mehr machen kann, abwarten muss, alles getan hat, den zu erkennen und dann sich zurück lehnen und geschehen lassen können, das ist der Schlüssel. Sich verrückt machen bringt keinem was.

Und ich hatte vergessen, dass ich das alles durchstanden habe und dass ich es gut überstanden habe und dass mir das Vertrauen in mich selber schenken sollte. Nicht den Fokus auf: "Wie soll ich das überstehen?" richten, sondern auf: "Ich habe solche Dinge schon überstanden und konnte hinterher gut leben, also schaffe ich es wieder!" Das ist es.

Oh und ich spielte viel. Ich habe meine Switch und Monsieur suchte mir ein paar Spiele raus, die ich mögen könnte und eines hatte ich noch offen. Ich hatte ursprünglich ja nichts für Videospiele übrig und dann gab es bei Playstation Plus mal Hollow Knight umsonst und ich direkt: "Bäh, ich mag sowas nicht!" und er: "Ach, schau mal kurz rein, ich habe immer so viel Spaß daran, wenn Du etwas Neues entdeckst!" und ich so nach einer Stunde: "Ich liebe das Spiel und WEHE DU NIMMST MEINEN SPIELSTAND!!!" und er so: "Das ist nicht meine Art von Spiel, die ich mag, das wußte ich schon vorher, aber ich ahnte, dass es was für Dich ist und ich mag wirklich, wenn ich Dir zusehen kann."

Naja und so kam die Switch in mein Leben und dann spielte ich da nochmal Hollow Knight durch und entdeckte andere Spiele und Ori 2 (schaut euch mal die wundervolle Grafik an!) war noch offen für schlechte Zeiten, also perfekt für das Wochenende und ich spielte viel, schob meine Probleme zur Seite und hatte nicht nur Spaß, sondern merkte, dass ich so viel besser geworden bin und das gibt einem auch in anderen Bereichen Selbstvertrauen.

Samstag las ich also in dem Buch und merkte, dass viel von meiner wichtigen, positiven und ruhigen Lebensart verschüttet war und ich begann zu graben.

Sonntag spielte ich auch viel, ich gebe es zu! Aber Monsieur war noch immer, wieder, nach wie vor, für mich da, schaute nach mir, schaute was ich brauche und was er für mich machen könnte und ließ mir Raum.

Er hatte mir am Samstag die Manschetten an die Arme und Beine gelegt, mit den dicken Schlössern und das Talena trage ich auch wieder. Davor war es unser schönes Hundehalsband. Als wir raus gingen, zog ich einfach die Socken über die Beinmanschetten, eine Leggins darüber, so dass man nur seltsame Beulen um meine Knöchel sah und die Manschetten und Schlösser an den Handgelenken, verschwanden im Ärmel meines Pullis. 

Man kann nicht nur spielen und die Probleme verdrängen, weil sie dadurch nicht kleiner werden.

Man verlässt das Spiel und alles ist noch da, unverändert.

Also las ich weiter :)

Es ist ähnlich wie ein Erinnerungsalbum. Ich lese, was ich früher schon an anderer Stelle, durch einen anderen Autor, bzw. mehrere Autoren, gelesen hatte und merke, was ich vernachlässigt und vergessen habe, hole es zurück und fühle mich wohler.

Mir geht es wesentlich besser.

Wirklich besser.

Auf vielerlei Ebene.

Ich hatte durch das Buch ein anderes entdeckt, was aus mehreren Kapiteln besteht, die es in ihren anderen Büchern gab, also wie eine Essenz ihrer Bücher, also bat ich Monsieur mir das bitte auch zu bestellen, was er sogleich auch tat. Darauf freue ich mich sehr und ich bin gespannt, was für Schätze ich darin noch finde.

Eine Freundin hat sich getrennt und ist gerade auf einem Selbstfindungstrip. Viele Bücher, die sie mit mir teilt, kenne ich schon, sie liest gerade irre viel, andere sind mir neu und so kam ich auf ein Buch, was mich sehr interessiert hat, leider aber 50 Euro kostet, was ich für ein dickes Buch trotzdem viel finde. Es ist via Selbstverlag herausgebracht worden, vielleicht erklärt das etwas den Preis. Es gab bis vor ein paar Tagen noch eine Kindle Version für 30 Euro, um die ich schon Wochen herum schleiche. Tolles Buch, wirklich guter Inhalt, aber 30 Euro?

Donnerstag dann der Schock!

Keine Kindle Version mehr.

50 Euro ist mir definitiv zu teuer und was macht Monsieur? Ich hatte öfter mit ihm über das Buch geredet, weil ich den Inhalt so toll finde, jedenfalls was man im Web so fand und was meine Freundin teilte, jedenfalls bestellte er es.

Ich bin sehr dankbar, auch etwas geschockt, aber vor allem denke ich, dass er mir einfach helfen will.

Helfen, mit der Situation klarzukommen und am Besten so, dass es mir gut geht, auch hinterher.

Ich muss mich nu sputen!

Monsieur schrieb mir einen Guten-Morgen-Brief mit Tagesplan, der beginnt um 9 Uhr und nun bin ich ein wenig spät dran, wegen dem Blogeintrag.

Eigentlich entstand das Problem, weil ich nicht um 9 Aufstand, sondern um hmm 6:40, oder so und dann las ich noch etwas und hatte wieder eine tolle Erkenntnis durch dieses wirklich gute Buch und Gedanken führen, sie führen einen ja immer weiter und und weiter, so dass ich unbedingt einen Blogeintrag schreiben wollte. Darüber, dass es mir besser geht, vor allem wegen Monsieur, weil er da ist, ohne mich zu bedrängen und mir hilft, auf meine Art und nicht seine, die nicht zu mir passen würde und dass im Buch steht, bezogen auf andere Dinge, dass man geschehen lassen muss. Dinge geschehen, man weiß nicht warum, aber es hat Gründe und meistens versteht man es hinterher und dass man durch Kontrolle, die man ausüben möchte, zu unflexibel für was Geschieht, was das Leben ist, wird. 

Und da man das immer auf alle Bereiche beziehen kann, fiel mir auf, dass mein Fehler unter anderem darin bestand, dass ich mich Monsieur nicht öffnen wollte.

Meine Angst verleitet mich zu Selbstschutz und das verhindert, dass ich bereit für ihn bin und dann agieren wir anders miteinander, als wenn ich ihm vertraue und verhindere dadurch eventuell, dass wir ein schönes Miteinander haben.

Wenn ich vertraue, ermögliche ich ihm vieles und wenn es wieder schief geht, dann tut es weh, aber damit kann ich umgehen. Was ich jedoch nicht erlebe, weil ich aus Selbstschutz verschlossen bin, weiß ich dann nicht und vielleicht wäre das die Lösung gewesen, also habe ich mir vorgenommen, wieder offener zu sein, wieder zu investieren und zu hoffen, dass es sich lohnt und alles gut wird.

Ich meine nicht einmal, offener, als bevor Monsieur viele Fehler in unserer DS Beziehung machte, sondern weiter zurück liegend!

Oh man, nun kommt noch ein ein Stück, was ich erklären muss und ich überziehe maßlos meine Zeit!

Aber Monsieur wird es hoffentlich freuen, wenn er es ließt und mich vielleicht milde bestrafen, wobei er ja irgendwie nie wirklich bestraft, egal, also:

Ich begann ja mit Ende 19 DS für mich zu entdecken. Mit 20 lernte ich meinen Ehe-Dom kennen und er heiratete mich. 

Damals war ich jung und dumm, sagen viele, ich formuliere es gerne anders: ich war naiv und unerfahren!

Die Option, dass er mir ein Fantasieschloss vormacht und in Wahrheit in einer mentalen Bruchbude lebt, kam mir nicht.

Er sagte mir, wie er sich alles vorstellt und das war genau, was ich auch wollte.

Leider ist er psychisch krank gewesen und hat sehr viel bei mir kaputt gemacht und während ich versuchte ihm zu helfen, für ihn da zu sein und immer wieder die Beziehung retten wollte, war er gefangen in seinem Kopf.

Er verletzte mich unendlich oft, unendlich heftig und meine Schutzmechanismen bildeten sich nach und nach und vorher war ich echt total unbedarft und für alles offen, hätte alles für ihn getan und bekam dann doch wieder nur eins aufs Maul, deutlich ausgesprochen.

15 Jahre lang.

Danach sagte ich mir, dass mir das nie wieder so passieren wird.

Leider hat es den Nebeneffekt, dass ich mich nicht gut auf eine Beziehung einlassen kann und konnte und sobald es enger wurde, mich abschottete und flüchten wollte.

Monsieur hat das wirklich gut im Griff gehabt.

Er ließ mich entweder überhaupt nicht gehen, oder ließ mich ein wenig herum tapsen und sammelte mich wieder ein.

Dadurch blieb ich, aber ich habe trotzdem meine Blockaden.

So sehr, wie ich meinen Ehe-Dom geliebt habe, wollte ich nie wieder lieben, denn ich war hörig, ich war abhängig und wenn er sich nicht meldete, wurde ich halb verrückt.

Diese Abhängigkeit machte mich so verletzlich, dass ich bis heute, wenn ich Monsieur länger nicht erreiche, nein das ist falsch. Wenn Monsieur sich nicht meldet, rattert es schon in meinem Kopf und wenn ich ihn dann nicht erreiche, ich innerlich Panik bekomme, die ich aber im Griff habe und der ich keine Macht schenke. Es ist eher wie ein Flüstern und ich höre nicht hin, aber wirklich weg ging es nie.

Das entstand damals ja dadurch, dass mein Ehe-Dom dauernd weg blieb, sich nicht meldete, nicht ans Telefon ging, keine Mail beantwortete. Wenn es tagsüber war, ärgerte und verletzte es mich "nur", aber wenn er nachts meinte, er fährt heim und meldete sich nicht mehr und ich wußte nicht, ob es wieder nur "seine Art" ist, oder dieses mal wirklich was schlimmes passiert ist, dann saß ich die ganze Nacht weinend wach, wußte nicht was ich machen soll und stellte mir vor, wie er sterbend im Graben liegt, oder überfallen wurde, oder oder oder. Ich hatte ja viel Zeit, um mir schlimme Szenarien auszumalen.

Das hinterlässt heftige Spuren und das wollte ich nie wieder fühlen müssen und somit verhindere ich aktiv, dass jemand allzu viel Platz in meinem Herzen einnimmt.

Aber durch solche Blockaden verhindere ich ja auch aktiv, dass Monsieur nicht nur weniger Platz in meinem Herzen hat, ich weniger abhängig bin und gelassener mit Situationen umgehen kann, sondern die wirklich tiefen Gefühle ermöglichen Erlebnisse, schöne Momente und eine andere Ebene in der Beziehung.

Beim Schreiben merke ich schon, dass die Blockade, der Schutz gewaltig ist. Eine große Aufgabe, für die ich noch nicht ganz bereit bin, aber wenn ich etwas mehr Vertrauen kann, wenn Monsieur weiterhin so auf mich eingeht, ohne dass es nur darum geht, dass wir auf ihn eingehen, wie es die letzte Jahre der Fall war, dann werde ich daran arbeiten und an den Punkt zurück kommen, wo meine innere Sklavin  bereit ist alles für ihren Herrn zu tun, wirklich alles.

Aber das gebrannte Kind scheut das Feuer, Monsieur hat sich leider auch Fehltritte erlaubt und alles ist wieder so frisch, neu und damit noch nicht stetig.

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und zu gewinnen gibt es immerhin ein tolles, erfüllendes Leben...


Samstag, 2. April 2022

Lebenszeichen

 Es sind die kleinen Dinge im Leben, die mich glücklich machen.

Man sagt, dass man nur das große Glück finden kann, man es im Kleinen entdeckt und findet, aber ich habe eher das Gefühl, dass es bei mir nur die kleinen Dinge im Leben gibt, die Glück schenken können.

Große Schicksalsschläge, kleine Dinge die glücklich machen können.

Im Prinzip ist es so, seit ich drei Jahre alt bin. Eine Hiobsbotschaft, reiht sich an den nächsten Schlag und kaum denkt man, es könnte ein wenig Ruhe einkehren, folgt die nächste Katastrophe.

Dann stelle ich mir, mittlerweile, die immer gleichen Fragen:

- Wie viel kann ein Mensch eigentlich ertragen?

- Was kann denn noch passieren?

- Bekomme ich denn nie eine Pause?

- Wie soll ich denn damit nun wieder umgehen?

- Bekomme ich irgendwann einen Nervenzusammenbruch?

Und nein, darauf gebe ich mir keine Antworten, es sind lediglich Fragen in meinem Kopf, die sich mit der Zeit selber beantworten.

Als der Hund hier war, hatte ich gefühlt kaum eine Pause, weil nicht nur der Hund Zeit und Energie fraß, sondern mein Kind krank war... lange.

Monsieur und ich lebten schlimmer nebeneinander her, als jemals zuvor, aber irgendwie auch harmonischer, weil keiner Zeit und Energie hatte, um zu streiten, sondern man platt herum saß und sein Ding machte, oder mal einen gemeinsamen Film schaut.

Überhaupt habe ich den Eindruck, dass wir wegen Corona und unserer Vorsicht, weniger Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten haben.

Vor Corona gingen wir gerne mal in die Sauna, Kino, Restaurant, Museen, auch mal ein Konzert.

Jetzt?

Restaurant bitte nur, wenn es draußen warm genug ist, weil ich nicht drinnen sitzen möchte und dann auch nur, wenn es nicht zu voll ist. Sauna? Nein danke! Usw. wobei das im Einklang ist, denn wir verzichten beide gerne, keiner von uns sagt, er würde ja gerne, aber macht es wegen dem Anderen nicht.

Ich bin geimpft, ich bin geboostert, das zweite Mal schon und die Angst bleibt dennoch, weil ich nicht weiß, wie mein Körper reagieren würde und wir nichts riskieren wollen.

Als der Hund weg war, begannen wir uns zaghaft anzunähern und entspannten, genossen es sehr. 

Monsieur musste oft sehr früh raus, ich decke dann gerne am Abend vorher seinen Frühstückstisch und lege einen Zettel dazu, indem eine nette Kleinigkeit steht, liebe Wünsche, Gedanken, Zeug eben.

Wenn ich aufwachte, lag auf seinem Kissen ein Zettel für mich, ebenso liebe Gedanken, Wünsche, Angaben was ich bitte machen soll, was eher nicht, dass ich frühstücken soll und Bilder schicken. 

Ironisch war, dass an dem Tag, an dem er mir morgens noch schrieb, dass ich nun endlich einmal entspannen kann und muss, dass ich einen faulen Tag brauche, Erholung, dass Ruhe einkehren muss und endlich kann, kurz darauf wieder so ein Bombeneinschlag kam, der alles durcheinander wirbelt.

Vorher herrschte schon ein Wirbelsturm in mir.

Das große Problem bei DS war bisher für mich, dass ich einen Ehe-Dom hatte, der mich wirklich schlecht behandelte.

Anfangs wurde ich abhängig von ihm, hörig, alles was ein TPE Herr sich wünschen kann. Ich hätte alles für ihn getan, habe auch nicht wenig davon beweisen können und dann? Ließ er mich sitzen. Er war bei der Arbeit und sagte er fährt los, kam nicht an. Ging nicht ans Telefon. Antwortete auf keine Mail. Nichts.

Die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen eine Mail, es tue ihm leid, er wisse nicht was los war, er komme nach der Arbeit heim.

Kam er dann meistens, nicht immer, manchmal hängte er eine Nacht dran.

Einmal eine Woche.

Ich wußte nie, wann es soweit war, wann nicht.

Die maximale Unsicherheit.

Kein Vertrauen in irgendwas.

Immer wieder, über Jahre.

Wir waren insgesamt 15 Jahre etwa zusammen. Es ging quasi durchgehend so.

Ich bin es also gewohnt, dass DS ein on/off Ding ist und nicht mehr bereit mich dann zu 100% darauf einzulassen, wenn ich weiß, mein Dom achtet nicht mehr auf Regeln, ist nicht konsequent und legt keinen Wert darauf.

Kein Thema, ich kann mich nahezu perfekt an die Anrede halten und Regeln befolgen ist kein großes Ding für mich, weil ich es ja gerne mache und es mir sehr viel gibt, aber wenn ich merke, oder nur ahne, dass mein Dom kein Augenmerk darauf hat, oder sogar kein Interesse und nichts kontrolliert, hört es an der Stelle für mich auf. Warum soll ich mir dann Mühe geben?

Monsieur nennt es Selbstsabotage...

Ich nenne es Selbstschutz...

Wenn man so viele Jahre mit so einem Dom zusammen lebt, hat man viel Selbstschutz.

Hat man dann noch meine Vergangenheit, hat man noch mehr Mechanismen.

Monsieur hatte sicher kein perfektes Leben, das hat wohl keiner, jedoch ein wesentlich einfacheres und dadurch gewissen "Luxus" erleben können, wie ein ruhiges, entspanntes, geradezu langweiliges Leben führen zu können.

Dann platze ich rein und alles wirbelt herum und nichts mehr ist wie vorher. Kein Wunder, dass ihn das überfordert hat.

Aber es hat auch etwas Gutes!

In der Not sind wir immer füreinander da, unterstützen einander und ohne viel zu reden, ohne viel Aufhebens, sorgen wir gut füreinander. Das funktioniert einwandfrei.

Wir hatten es also gerade geschafft, fast wie zu beginn unserer Beziehung, wieder DS aufrecht zu erhalten über mehrere Tage und hatten eine schöne Perspektive und Pläne.

Bumm....

Alles auf den Kopf gestellt.

Dabei war ich noch gar nicht so weit.

Zu dem Zeitpunkt, als Monsieur mir das mit "Ruhe einkehren lassen" geschrieben hatte, ging es darum, dass ich mich unwohl fühlte. Ich musste mich ihm öffnen, DS zulassen und hatte fürchterliche Angst, dass es wieder aufhört, dass er wieder nicht auf Regeln achtet und ihm egal wird, ob ich es tue oder nicht. Jeden Tag erklärte ich, wie ich mich fühlte, wie schwierig das gerade für mich ist und anders als sonst konnte er damit umgehen, ging auf mich ein, beruhigte mich, war für mich da und war nicht aggressiv, oder rastete aus, wenn ich kritisch dachte und es ansprach. Das war ein gutes Gefühl, auch mal aussprechen zu können, wie man denkt und fühlt, ohne hinterher über eine Stunde sich anhören zu müssen, wie schlimm das Leben mit mir doch ist und wie schrecklich alles ist, seit wir zusammen gezogen sind.

Tja. Eine Woche war das etwa.

Eine Woche, in der ich mich kaum entspannen konnte, obwohl ich es versuchte.

In der kaum Ruhe einkehren konnte, weil erst einmal Dinge aufgeholt werden mussten.

In der DS von vorne begann, mein Öffnen sich in Zeitlupe entwickelte und wir sogar einmal im Museum waren und viel Spaß dabei hatten.

Dann die Nachricht.

Alles wieder weg.

Dann greifen meine Mechanismen. 

Ich bin es gewohnt, dass dann keiner für mich da ist. Dass ich dann für Andere da sein muss und mich komplett zurück stelle und dass das bedeutet, dass mein Partner weggestoßen wird, weil es immer bedeutet hat, dass es eine Belastung ist.

Auch das stammt aus der Zeit von meinem Ex-Ehedom. Er war nicht für mich da, stellte sich in den Mittelpunkt, oder verschwand und war in jedem Fall eine große Belastung und ich musste um ihn herum organisieren, damit alles am Laufen blieb.

Also fallen mir die ganzen Probleme mit Monsieur wieder ein und dass, als der Hund da war, DS für ihn nicht möglich war, weil der Tagesablauf vom Hund (Spaziergänge, Futterzeiten usw.) ja den Tag bestimmten und nicht her. Vor dem Hund war nicht möglich, weil ihm andere Dinge nicht passten und er dann nicht dominieren konnte, wenn er nicht einmal die Gläser im Schrank so hinstellen kann, wie er möchte. Konnte er, aber wenn jemand Anderes den Geschirrspüler ausräumte, standen sie eben auch mal anders da. Mittlerweile schaue ich, dass sie einigermaßen nach seiner Ordnung stehen und umso mehr ich schaue, dass die Dinge so sind, wie Monsieur sie gerne hat, was er nicht verbalisiert, sondern entweder als Anklage im Streit formuliert, oder erwähnt, dass dies und das auch wieder falsch ist, so dass man dann so lange herum probiert, bis er weniger meckert oder sogar aufhört, jedenfalls fiel mir das alles wieder ein und während ich überlege, wie ich mit der Bombe, die eingeschlagen ist, umgehen soll, greift also der alte Mechanismus und ich denke mir: "Dann sollten wir uns eben lieber trennen. Dann geht es Monsieur besser und seine Gläser stehen wieder, wie er möchte und ich kann meine Energie auf die neue Situation einstellen."

Wir hatten mittlerweile so oft ein Hin und Her, so oft wollte ich mich schon trennen, dass es Monsieur nicht weiter überrascht hat.

Aber er ging souverän damit um, sagte, dass er darauf nicht eingeht und dass das meine alten Strategien sind, die bei ihm nicht nötig sind, weil er da ist, da bleibt, nicht weg geht und wir das schon zusammen hinbekommen.

Das ist neu für mich und dem stehe ich wieder einmal sehr skeptisch gegenüber, im Hinterkopf hängt auch fest, wie Monsieur unter anderem sein kann. 

Bei solchen Hiobsbotschaften stelle ich mir besagte Fragen, die ich nicht beantworte und ich überlege, wie es werden kann, welche Optionen es gibt, was sich wohl verändert und wie ich damit umgehen kann, soll, werde.

Aber das liegt alles nicht in unserer Hand.

Wir müssen abwarten, Antworten und Ergebnisse müssen ankommen und dann ergibt es sich meistens da heraus, nahezu von alleine, weil man selber so wenig in der Hand hat.

Und ich fühle mich, wie in einer schwarzen Gewitterwolke, um mich herum braust und tost ein Strum, wieder wird ein Stück Sicherheit aus meinem Leben gerissen, was nicht ersetzt werden kann, weil Menschen nicht ersetzt werden können, wenn sie sterben und eine Sache ist diesmal anders.

Ich sitze in meiner Gewitterwolke alleine, aber da liegt dieses mal eine Hand auf meiner Schulter, von Monsieur, der sagt, dass wir das irgendwie schon hinbekommen werden.

Ich weiß nicht wie lange es so weiter geht, wie es sich entwickelt, wie Monsieur sich durch die neue Situation verändern wird und ich traue mich überhaupt noch nicht, diese Hand als Hoffnungsschimmer zu sehen, aber diese Hand ist schon mehr, als ich sonst hatte  und sonst zuließ.

Im Moment trage ich unser Talena Halsband und Manschetten an Armen und Beinen, mit Schlössern und eigentlich sollte ich mich damit viel wohler fühlen, als ohne und früher war das auch so, aber im Moment machen sie mir Angst.

Angst, dass Monsieur wieder aufhört.

Angst, dass ich mich öffne und wieder verletzt werde.

Angst, dass es wieder nur eine Finte ist und alles in der Gleichgültigkeit des Alltags verloren geht, jedenfalls im Alltag von Monsieur, denn mein Alltag ist trotz allem DS und TPE und Monsieur und wenn er dann Regeln fallen lässt, wenn er dann allem Anderen im Leben Beachtung schenkt, außer seiner Sklavin, seinem Haustierchen, dann sind das jedes mal Stücke, die meinen Alltag zusammen gesetzt haben und weg brechen und diese entstehenden Lücken muss ich dann mit Selbstschutz füllen und der besteht daraus, sich nur auf sich selber verlassen zu können und das bisschen Energie was man noch hat, für andere Dinge einzusetzen und die Energievampire zu beseitigen.

Und all das ergibt diese enorme Gewitterwolke, in der ich sitze und nein, das ist keine Metapher für eine Depression. Wenn man nicht aufpasst, könnte es eine werden, das weiß ich, aber ich passe auf und ich habe leider Übung darin, mit scheiß Situationen umzugehen und im Moment kann ich auf allen Ebenen nur abwarten und bin abhängig von Anderen, die handeln können...



Montag, 21. Februar 2022

Altmodisch

 Ja, bei uns läuft nicht alles wie im Bilderbuch und verdammt vieles läuft überhaupt nicht, aber was mich wirklich nervt sind Zuschriften, in denen ich als dumm bezeichnet werde, oder dass ich aufgegeben hätte.

Wir leben in einer Wegwergesellschaft, in der man sich alle zwei Jahre ein neues Handy holt,die meisten Elektrogeräte ihre Garantiezeit kaum überleben und immer weniger repariert wird.

Ja, es läuft nicht gut bei uns.

Warum sollen wir dann aufgeben und alles hinschmeißen? 

Theoretisch könnten wir das und hätten dann immer die Frage im Hinterkopf, ob wir zu wenig versucht haben, oder ob es noch geklappt hätte, wenn...

 Aber was machen wir?

Wir versetzen uns in den Anderen hinein, versuchen zu verstehen und zu verändern, so dass wir wieder zueinander finden und das Bild, unser gemeinsames Bild, von früher, dass wir das wieder finden und den Weg dorthin gehen.

Ist das dumm? 

Ist das eine Schwäche?

Andere Frage: Hält die nächste Beziehung eher, wenn ich von einem Blümchen zum nächsten springe?

Monsieur sagt immer: Auf der anderen Seite ist das Gras immer viel grüner...

Stimmt, das ist der einfache Weg. Die andere Seite erkunden, das grüne Gras überprüfen, aber meiner Erfahrung nach, hält es dann der Überprüfung nicht stand. 

Nun kommt die große Überraschung:

Jeder ist menschlich!

Jeder hat seine eigenen Fehler und Marotten, Probleme und Sorgen.

Als hätten die Leute, die mir dergleichen schreiben, noch nie eine Beziehung gehabt, oder würden diese einfach beim kleinsten Problem hinwerfen.

Aber weil wir aneinander arbeiten, sind wir blöd oder schwach?

Es ist, mal wieder, sehr oberflächlich gedacht, wenn man meint, von dem was im Blog steht, auf unser gesamtes Leben schließen zu können.

Ja, DS technisch funktioniert die meiste Zeit überhaupt nichts.

Aber es gibt eben noch mehr im Leben.

Wenn ein Mensch z.B. viel PlayStation spielt, ist das nicht aus einer Lust heraus und nein, Monsieur ist nicht süchtig. Er hat Probleme mit der Situation, denn was scheinbar übersehen wird ist, dass er alleine lebte und wir zu ihm zogen und dass das eine gewaltige Umstellung ist, für jemanden, der keine eigenen Kinder hat und das sein erstes Mal ist.

Menschen gehen unterschiedlich mit Problemen um.

Mir persönlich sind ja eher die suspekt, die sehr steif in ihren Ansichten sind und quasi sagen: "Wenn das nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann eben Tschüss!" 

Gut, kann man so machen, dann frage ich mich allerdings, wie viel Gefühl involviert ist, wenn das so einfach geht und ob dann nur der devote Part sich Mühe geben soll. 

Wir arbeiten an unserer Beziehung und ich sehe das eher als Stärke an. Natürlich weiß man nie, ob es von Erfolg gekrönt sein wird, aber das weiß man auch nicht, wenn man sich trennt und den Nächsten schnappt. Man weiß es einfach nicht, aber ich lasse mir nicht gerne vorwerfen, dass ich nicht alles versucht hätte.

So oder so, ich nehme TPE sehr ernst, auch wenn Monsieur mich wenig wie eine Sklavin behandelt, denn ich habe mich ihm geschenkt. Punkt.

Was für eine TPE Sklavin wäre ich, wenn ich dann sage: "Ach ne, tut mir leid, aber das ist mir zu wenig DS, ich bin dann mal weg..."

Vor sehr vielen Jahren, so etwa 17, oder so, gab es in der Sklavenzentrale jemanden, der schrieb "Briefe von Uschi". Das war dann eine Sub, die immer wieder erklärte, was der Herr falsch macht, wie sie es gerne hätte, dann so aber doch nicht. Ich weiß nicht, ob das noch jemand kennt, aber es war sehr lustig! Die habe ich dann im Kopf. Diese Uschi.

Es gibt Momente, die auch nicht selten sind, in denen ich sehr zweifle und denke, dass es nie besser wird, nie anders sein wird, aber Monsieur gibt nicht auf und kämpft dann weiter. Er zweifelt nie und ist sich immer sicher, sieht immer Licht am Ende des Tunnels.

Was für die Einen eine Schwäche ist, ist für Andere eine Stärke.

Donnerstag, 10. Februar 2022

Nichts

 Mit mir ist im Moment wenig anzufangen. Die Migräne Medikamente machen mich ganz müde und matschig, das Wetter ist kalt und grau, die Stimmung hier eher trübe und öde.

Gestern und vorgestern gab es keine "fünf Freunde", worum ich nicht böse war. Die Flecken auf meinem inneren Oberschenkel blühen auf und werden sichtbar und heute gab es wieder "Freunde Besuch", allerdings werden da auch kaum Spuren von bleiben, obwohl sie nicht sonderlich lasch waren.

Früher, in einem anderen Leben, hatte ich mich über Spuren, Male und Zeichnungen auf meiner Haut gefreut und jede Berührung, jede Erinnerung an meinen Platz, ließ mein Herz ein paar Takte schneller schlagen und zauberten ein Lächeln auf mein Gesicht.

Wenn nun, wenn überhaupt, mal eine Stelle später weh tut, dann tut sie weh. Mehr nicht. 

Sie sind nicht mit einer Erinnerungen an meinen Platz verbunden.

Kein Rahmen.

Es ist eher wie ein Flickenteppich. Hier mal was, dort mal was. Nichts konstantes, nichts zusammenhängendes. 

Mein Platz ist leer.

Und obwohl ich irgendwie versuche damit klarzukommen, sind es die kleinen Momente, die mich komplett fertig machen.

Monsieur spielt online mit anderen Leuten. Verschiedene. Zufällige.

Monsieurs Spiel startet, er ist aber noch was am machen und ich will ihn ein wenig necken, sage, ich würde nun was ganz schlimmes machen. Mit einem Kichern in der Stimme, dem Schalk im Nacken.

Also schnappe ich mir seinen super tollen mega perfekten Controller und latsche seinem Team hinterher. Ich weiß, man darf nicht laut sein, also mache ich keine Geräusche und schaue mich nach Feinden und Zombies um, schieße nicht, weiche allem aus, schaue einfach, dass seine Figur den Anschluß nicht verliert und was macht er? Rastet im Hintergrund aus. Das wäre eine soooo wertvolle Figur und ich würde ihm dadurch Punkte stehlen und seine Ausrüstung, oh Gott, seine Ausrüstung!

Irgendwann bemerkte er, dass ich nichts schlimmes gemacht habe, er nicht gehört wurde, nicht gefunden, nichts verloren hat, alles tippi toppi ist und beruhigt sich.

Verstehe ich nicht. 

Es ist ein Spiel.

Ein Spiel!

Aber gut, ich sage nichts weiter und er spielt weiter und ich spiele mit dem Hund und passe einen Moment nicht auf und zack, komme ich mit dem Arm gegen ihn, oder seinen Controller, jedenfalls schießt er versehentlich und direkt wieder ein dickes Drama! Oh nein, er hat geschossen, gegenüber von Feinden, die wissen nun wo er ist, um Himmelswillen!

Dann kommt man sich wie ein kleines Nichts vor und das Spiel und die Mitspieler sind so viel wichtiger und man ist unwichtig. 

Dann sagt er manchmal, dass er mit mir die meiste Zeit seines Lebens verbringt und mit sonst keinem und dass das zeigen würde, wie wichtig ich ihm bin.

Tut mir leid, nein.

Die meiste Zeit geht für das Spiel drauf. Es gibt Tage, dann ist es vielleicht mal anders, aber das ist eine Ausnahme.

Für mich als Person bleibt so gut wie keine Zeit.

Wir essen gemeinsam, schauen mal einen Film oder gehen einkaufen, aber sonst? Im Moment kommt er manchmal mit zur Hunderunde, das erhöht den Zeitraum enorm, selbst wenn es nur mal eine Stunde ist.

Ich möchte nicht unfair sein. Viele Möglichkeiten fallen weg, seit es Corona gibt, weil wir nicht mehr in Cafés gehen, oder in die Sauna oder dergleichen und im Moment auch draußen wenig möglich ist.

Aber wirklich mit mir beschäftigen?

Sich mal Gedanken machen?

Wenn es akut ist, ein akutes Problem, dann ja, dann ist auf Monsieur Verlass und er ist für mich da.

Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll.

Vielleicht verlange ich zu viel.

Vielleicht legen wir auf unterschiedliche Dinge wert.

Aber glücklich bin ich so nicht.

Dann ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück, gehe aus dem Weg, versuche mich selber wieder aufzubauen und sage mir, dass ich was wert bin, dass ich ein guter Mensch bin und dass ich es verdient habe, dass man mich gut behandelt.

Bis die nächste Aktion passiert und mir wieder vor Augen gehalten wird, dass das nicht jeder so sieht...



Dienstag, 8. Februar 2022

Party auf dem Innenschenkel

 Mein Morgen begann recht hmm spannend?

Monsieur benutzte mich und „Die fünf Freunde“ gab es auf die Oberschenkel, samt einiger zusätzlicher Freunde. Mir wurde mal wieder bewusst, wie toll es ist kastriert zu sein und nicht auf die Verhütung achten zu müssen und nie eine rote Sauerei zu produzieren.

Danach ging es ab, in die Dusche und schon raus, mit dem Hund. Da Monsieur zur Arbeit musste, konnte ich mir beim Spaziergang viel Zeit lassen, denn gefrühstückt wurde erst, als wir zurück waren, aber dafür hatte ich Brötchen mitgebracht. 

Begrüßt hatte ich Monsieur im Hoodie und Kuschelsocken auf dem Boden, wie er es mag. 

Leider hatte ich unterwegs Migräne bekommen und meine Medikamente machen mich ungemein müde, also gestattete es mir Monsieur, mich normal hinzulegen. Er ist dann sehr fürsorglich und schaut ab und an nach mir, natürlich leise, damit ich nicht wach werde. 

Mir fehlt es auf dem Boden zu sein. 

Der Rest des Tages war unspektakulär. Mit dem Hund noch zwei Ruden, einkaufen, Essen machen, Haushalt, das übliche Zeug eben. 

Ich bin froh, wenn ich gleich ins Bett kann und meine Schenkel in Ruhe gelassen werden. 

Montag, 7. Februar 2022

Hausputz

 Mein freier Tag gestern war wirklich toll :)

"Die fünf Freunde" kamen nicht mehr vorbei, aber das fand ich überhaupt nicht schlimm. Der erste Tag, nach zwei Monaten, an dem ich nicht auf mind 10.000, eher 13.000 Schritte kam und es tat so gut!

Abends im Bett, war ich nicht so erschlagen wie die letzten Tage und somit lag ich noch etwas länger wach und hörte Monsieur und dem Hund beim um die Wette schnarchen zu. Leider war dieses Mal die Katze nicht dabei, denn sonst hockt sie da, schaut vom einem schnarchendem Wesen zum anderen und schaut total pikiert, legt sich dann irgendwann dennoch hin und, man glaubt es kaum, schnarcht selber mit!

Nein, ich lag alleine da und fand erst gegen 3:30 ins Traumland, also kann man sich vorstellen, wie müde ich gerade bin.

Dennoch begann mein Morgen voller Tatendrang!

Ich stand auf, Monsieur war bereits los und ich beging meine Morgentoilette, machte ein wenig im Haushalt und ging mit dem Hund eine große Runde. Monsieur hatte, nachdem ich gefragt hatte, wodurch ich mich gerade als Haustier fühlen kann, geantwortet, dass ich zuhause wieder einen Hoodie und Kuschelsocken zu tragen habe, sonst nichts.

Zurück war er vor mir und als alle versorgt waren, bestand darauf, dass ich mich umziehe. Nach dem, zugegeben spätem Frühstück, strotzte ich vor Energie und begann einen kleinen Frühjahrsputz, mit herrlich lauter Musik und guter Laune.

Eigentlich hatte ich Monsieur gefragt, ob er mich wohin fahren kann, weil ich eine kleine Box brauchte und daneben ist noch ein Laden, der Lederleinen und Halsbänder führt, ob wir dort mal schauen sollen, aber dann fand ich eine andere Kiste, die ich benutzen konnte und brauchte keine mehr und Monsieur gab zum Ausdruck, dass er keine Leine und/oder Halsband shoppen möchte. Ich verstehe es sogar, die anderen verstauben wie vorhergesehen, an der schönen Garderobe.

Also gingen wir gemeinsam nochmal mit dem Hund und auf dem Rückweg merkte er an, er hätte heute Lust auf ein Stück Torte, aber leider hatte der Konditor zu und dadurch kam ich auf die Idee, neben dem Mittagessen, noch schnell einen Kuchen zu backen und so futterten wir dann bei Schimanski vorbeischauend fröhlich und er schlief ein wenig ein und ich mummelte mich in seinem Arm ein.

"Die fünf Freunde" blieben wieder aus, was mich wieder nicht stört und im Moment bin ich mega müde, aber die Wohnung ist ordentlicher und Staub befreit und ich weiß was ich getan habe :)

Gestern, vorm ins Bett gehen, schrieb ich Monsieur, dass ich vielleicht eine andere Vorstellung vom Leben eines Haustierchens habe, wie er. Er wartete bis ich ins Bett kam und fragte nach, was ich meine. Zwar konnte ich nicht den Finger drauf legen und es erklären, aber da ich die meiste Zeit wie jede normale Hausfrau lebe, weiß ich, dass ich nicht so leben möchte und es mir eben anders vorstelle.

Er beschrieb dann ein Haustier, dass fast nur zuhause ist, keine Kleidung braucht und selbst der Arzt kommt zu einem Heim, so dass man wirklich nicht raus muss. Das ist auch nicht, was ich meinte, denn ich gehe ja schon gerne spazieren, oder fahre mit dem Auto herum, sehe gerne die Welt und ganz ehrlich, wer ein paar meiner Blogeinträge liest, weiß eigentlich schon recht genau, wie ich gerne leben würde, deshalb verstehe ich Monsieurs nachfragen umso weniger.

Seis drum, ich bin müde, werde noch ein wenig lesen, oder etwas schauen, muss noch ein paar Dinge für morgen fertig machen, mit dem Hund raus gehen (nein, ich gehe mit dem Hund raus, Monsieur kommt manchmal mit, er geht aber nicht mit mir Gassi), dann hoffentlich ins Bett können.


Sonntag, 6. Februar 2022

Ruhetag

 Meine Befürchtungen waren umsonst, das Handy kam pünktlich an und meine Pechsträhne war damit beendet.

Die Folie bekam ich, ohne Staubflöckchen oder andere Patzer, innerhalb von 2min aufgetragen. Kaum hatte ich es an, wurde ich gefragt, ob das mein neues Handy sein soll und kurz darauf, war es komplett fertig eingerichtet und ich hatte nichts mehr zu tun, konnte es direkt voll benutzen und war einfach happy!

Die Kamera von dem Davorigen war ja schon wirklich super, aber diese nun, ist noch einen Ticken besser und ich mache doch so gerne Fotos. Eine große  Bereicherung also.

Monsieur war auch erleichtert, dass ich nun wieder, ohne Einschränkungen oder Probleme erreichbar bin.

"Die 5 Freunde" waren gestern recht milde, heute gab es noch keine, denn manchmal kommen sie erst abends zu Besuch. 

Monsieur verordnete mir heute einen, nahezu komplett freien Tag und ich bin so dankbar!

Er ging mit dem Hund raus, alle Male, und ich durfte machen, wozu ich Lust hatte!

Einfach mal entspannen, die Seele baumeln lassen, das war ihm wichtig und ich setzte es, so gut ich konnte, um.

Später fuhren wir zu einem Fast-Food-Laden, so dass ich nicht kochen musste und so gut wie keine Arbeit hatte, außer als ich eine Rocker-Gang abknallte, einen Drogen-Ring übernahm und den Flughafen einnahm. Das waren etwa 50 Leichen, aber hey, danach fuhr ich ein besoffenes Pärchen zu ihrem Hotel. Und ja, ich gebe es zu, PlayStation Spiele können spannend sein und Spaß bringen :)

Im realen Leben versuche ich es allen um mich herum gutgehen zu lassen und übernehme mich regelmäßig selber, achte wenig auf mich und jeder geht vor, aber im Spiel, da kann man herrlich rücksichtslos sein und die Sau raus lassen und dann macht man das Teil wieder aus und gut ist :)

So gesehen war mein freier Tag wirklich erholsam und ich fühle mich viel besser.

Leider fehlen mir andere Dinge nach wie vor. Beim Fahren bekam ich die Leine dran, aber sonst...

Ich achte mehr auf seine Anrede. Gestern durfte ich knien, immer wieder, für ein paar Minuten, das war erholsam und tat wirklich sehr gut. Kleine Ruhepausen für die Seele.

Mein Platz ist dennoch schwach gekennzeichnet und verschwindet gefühlt immer direkt wieder.

Dinge, wie Ketten, Halsbänder und Corner-Time, Nackthaltung, Bodenhaltung, Rituale, alles vom Tisch.

Was mir sehr wichtig ist, Struktur und Halt schenkt.

Monsieur hingegen sagt, es ist ihm auch wichtig, denkt aber nicht wirklich daran. Für mich ein Widerspruch, für ihn absolut nicht. Warum kein Widerspruch, weiß nur er, denn erklärt bekommt er es mir leider nicht.

Dankbar für einen freien Tag bin ich umso mehr.

Auch wenn einem dann bewusster wird, was fehlt.

Natürlich verstehe ich auch, warum er gerne mal an der PlayStation spielt, aber nach 30-60min habe ich spätestens genug und selbst beim Spielen unterhalte ich mich und achte auf den Anderen.

Jemanden zu ignorieren, Stunden zu spielen, so abgeschieden von der Welt, das ich nicht meins. Es kommt mir rücksichtslos vor und wie Zeitverschwendung. Da werden wir uns nie einig werden können.

Aber Monsieur ist im Moment wirklich sehr lieb zu mir, der freie Tag, gestern schauten wir abends Schimanski, waren mittags lange spazieren, auch wenn er viel meckerte. Trotzdem bekomme ich meine Ansprüche nicht weiter reduziert.

Meine Bedürfnisse bleiben, egal wie sehr ich mich bemühe sie in den Hintergrund zu stellen, egal wie sehr ich mich versuche zusammenzureißen, um ihm eine gute Partnerin zu sein.

Nicht Sklavin, nein, Partnerin, denn unter Sklavin verstehe ich etwas anderes.

Und jetzt verkrümle ich mich wieder, mache mich unsichtbar und unauffällig, damit er in Ruhe spielen kann, ich mich weniger darüber ärgere und verdränge, so gut ich kann, was ich statt dessen lieber machen würde...

Freitag, 4. Februar 2022

Verflixt und zugenäht

 Im Moment läuft gefühlt alles schief, was schief laufen kann und meine Pläne werden immer wieder nieder gerissen und damit meine ich nichts, was mit DS zu tun hat, sondern alles drum herum. 

Mein Handy ist kaputt, die Reparatur brachte nichts und ich mache fast alles über mein Handy und Monsieur ist es wichtig, dass ich immer erreichbar bin und er via GPS sehen kann, wo ich bin. 

Also eiern wir herum und Monsieur bestellt ein neues. Soll am nächsten Tag kommen, statt dessen die Benachrichtigung, es ist nicht mehr lieferbar. Andere Farbe, neue Bestellung, soll am nächsten Tag geliefert werden. Statt dessen wurde es fehlgeleitet und dann beschädigt. Woanders bestellt, soll heute kommen und ich bin gespannt.

Gestern saß ich fast den ganzen Tag in der Notaufnahme mit meinem Kind und kam recht spät erst raus. 

Monsieur war vorbildlich und eine große Stütze. Er holte uns ab, Sprache sehr mitfühlend mit uns und hatte vorher lange im Auto gewartet. Ihn zu sehen, half mir schon sehr. 

Zuhause kümmere ich mich ums Essen und etwas später, als der Haushalte gemacht war und ich den ersten Moment durchatmen konnte, kniete ich mich vor Monsieur nieder, legte meinen Kopf auf seine Schenkel und er kraulte mich schweigend, während ich mir egoistisch vorkam, weil ich unaufgefordert kniete, weil ich es brauchte. 

Selbst beim Schreiben fühlt es sich schlecht an. 

Vorhin, als mir die Szene nochmal in den Sinn kam, fragte ich mich, ob es da ist, was Monsieur mag. Unaufgefordert knien und dienen, als Geschenk. Weil er es gerne annimmt, aber nicht verlangen möchte?

Das ist so gar nicht meins. 

Ich brauche das Gefühl erwünscht zu sein, mehr noch, gewollt zu sein. Das Gefühl, dass mein Herr es ebenso dringend braucht, wie ich. Dieser innere zwingende Drang. 

Mich schenken, das tue ich einmal und dann werde ich gerne genommen. Jeden Tag neu in Besitz genommen. Spürbar und deutlich Besitz sein. Sein Besitz sein. 

Mittwoch, 2. Februar 2022

Unter null

 Monsieur hast meine alte Geschichte auf eine Festplatte gefunden und mir geschickt. Geschrieben hatte ich sie mit 26 Jahren. 

Vielleicht stelle ich sie online, wenn ich sie ein wenig korrigiert habe und es sich ok anfühlt. 

Gefühlt nimmt alles weiter ab. 

Monsieur schlief abgewandt von mir, berührte mich nicht.  

Ich wurde vor ihm wach und als er auch munter wurde, beschwerte ich mich über die Lautstärke seiner Schnarcherei.

Machen ich gefragt hatte, ob ich auf die Toilette gab und Monsieur die Kette aufgeschlossen hatte, ja die am Bein kommt nicht mehr vor, lediglich sie am Halsband, bekam ich „die fünf Freunde“ ohne jeden Kommentar und ebenso hatte ich keinen Mucks von mir gegeben. 

Gefühlt sind wir bei unter null Grad angekommen. 

Abends wurde es etwas besser. Monsieur bestellte leckere Burger und fantastische Pommes dazu, wir schauten Schimanski und er streichelt meine Hand schön. 

Jetzt gehe ich mit dem Hund raus und dann ist der Tag schon wieder um und ich bin froh, wenn ich gleich im Bett liege 😊

Dienstag, 1. Februar 2022

Windmühlen

 Heute fühle ich mich müde und ausgelaugt. 

Gestern war ich alle drei Male alleine mit dem Hund draußen und das bei dieser ekelhaften Kälte, plus Wind und bäh!

Heute war es ähnlich. Monsieur musste früh los und weckte mich zum gemeinsamen Frühstück, gab mir recht unkompliziert „die fünf Freunde“ und ich verabschiedete ihn kniend an der Türe. Früher war es ein Grunss für ihn zu knien, nun frage ich mich dabei, ob es ihn wirklich interessiert, oder ob er es hinnimmt und lächelt, damit ich nicht traurig bin.

Danach wuselte ich etwas durch den Haushalt und machte mich frisch, ging mit dem Hund eine lange Runde und erledigte noch, was Monsieur mir erlaubt hatte.

Später telefonierten wir auf seinem Rückweg und besprachen alltägliches Zeug. 

Als Monsieur durch die Wohnungstüre trat, war ich kurz davor aufzustehen, entschloss mich dann doch lieber sitzenzubleiben, weil Monsieur oft ganz geschäftig ist, wenn er zurück kommt und hier und dort hin geht und ich im Weg knien würde, aber meine Ohren spitzte ich, um zu hören, ob er still stehen bleibt und auf mich wartet. Statt dessen kam er ins Wohnzimmer und der Tag ging weiter. 

Später ging ich nochmal mit dem Hund und ein paar Erledigungen machen und schaute mit Monsieur Schimanski.

So ein Tag, so Tage, fühlen sich an, wie ein Kampf gegen Windmühlen. Ich bemühe mich, ich erkläre mich, ich zeige mich, aber das  Ergebnis ist ernüchternd. 

Gefühlt frisst mich der Alltag auf und mir fehlt der Ausgleich. 

Früher konnte ich mich noch zu kleinen Ausflügen retten. Mal einen Tee trinken gehen, mit Gebäck und Buch. Oder in die Sauna und nackig schwimmen. Verschiedene Dinge. Und jetzt habe ich nichts mehr, außer nass kaltes Wetter, Verpflichtungen die nichts mit DS zu tun haben und mein Körper, der sagt, dass es ihn zu viel ist und er eine Pause möchte. 

Aber es könnte schlimmer sein. Positiv denken!

Ich sitze auf dem Sofa, in einer Decke eingewickelt und  kann lesen. 

Monsieur  bot an gleich sie Abendrunde alleine zu gehen. Hätte ich es ein wenig eher erfahren, wäre ich in die Badewanne gegangen, aber hey, das Sofa mit der Decke ist fast so gut wie ein heißes Bad und ich bin dankbar!

Merci beaucoup, Monsieur ❤️

Montag, 31. Januar 2022

Die Garderobe einer Sklavin

 Ich hatte vor sehr vielen Jahren, als Hochzeitstagsgeschenk, meinem damaligen Ehe-Dom eine Geschichte geschrieben.

Er liebte Geschichten, betrieb eine eigene Webseite, mit riesigem Archiv und konnte nicht genug bekommen, also lag es nahe, dass ich mein Leben, wie ich es mir wünsche und vorstelle, für ihn niederschreiben würde.

Leider fand ich diese Geschichte gerade nicht mehr. Irgendwo existiert sie noch, das weiß ich sicher, aber wie dem auch sei, das ist nun nicht so wichtig. Monsieur kennt sie :) 

Sie ist über 15 Jahre alt, glaube ich und in der Zeit hat sich nicht vieles verändert, lediglich verfeinert, oder hier und da ist etwas hinzu gekommen.

Manches ist nicht umsetzbar, rein technisch schon nicht, anderes würde ein Vermögen kosten, jedoch spielt das keine Rolle, denn es ist eine Geschichte, ein Traum.

Träume können wahr werden, zum Teil jedenfalls und darum geht es mir heute.



Was sich durch mein Leben zieht, als Traum, als Wunsch, als Bedürfnis ist hingegen stetig und schon immer gleich: konstant als Sklavin leben, behandelt werden und das bitte ohne Ausnahme.

Ein Traum von Monsieur und mir war es, dass sich neben der Wohnungstüre ein Haken befindet, an diesem ein Kleid hängt, was benötigt wird, wenn es klingeln sollte und dann auch nur nach Absprache bzw. Anweisung, denn ansonsten habe ich nackt zu sein, verletzlich und schutzlos.

Mein Anhangstraum war es, passend zur Nackthaltung, dass es eben noch einen Haken dabei gibt, an dem mein permanent getragenes Hundehalsband ggf. noch Manschetten hängen, die ich dann mit dem Kleid tausche. Ein klarer Bruch zwischen dem realen Leben draußen und dem des Haustierchens drinnen, so dass man draußen die Nackthaltung, Halsband, Manschetten, Ketten, vermisst.

Ich habe nicht viele eigene Wünsche oder Fantasien. Der Wille meines Herrn ist mein Fetisch und daher kann ich ja kaum eigene haben, denn wenn meine Ideen und Fantasien umgesetzt werden würden, sind sie nicht der Wille meines Herrn und nein! Es ist zwar noch immer die Entscheidung meines Herrn, ob er etwas umsetzt, somit also irgendwie schon sein Wille, aber ich bin auf dem Gebiet extrem und einen Floh in sein Ohr setzen, ist mir oft schon zu viel und es fühlt sie falsch an, wenn er es umsetzen würde.

Ein Wunsch von mir war, wie ich schonmal schrieb, eine Garderobe für unsere Leinen und Halsbänder. Wie ich damals schon anmerkte, wollte ich es dann doch nicht umgesetzt haben, weil es wahrscheinlich wieder nur eine berührbare Erinnerung daran ist, was ich nicht haben kann. Wenn Monsieur die Leinen und Halsbänder ignoriert, was sein Recht und seine Entscheidung ist, dann macht der Anblick mich umso trauriger, wie die anderen Dinge, die sichtbar angebracht sind und ein stetiges Mahnmal ergeben, was Monsieur vielleicht nicht mehr wahrnimmt, mir aber täglich mehrfach ins Auge sticht und deshalb wollte ich nicht noch mehr, in dieser Art haben.

Samstag sollte ich das Einhornhalsband nochmal ansprechen, auch das tat ich nicht. Zwar finde ich es schön, aber auch hier war wieder die Angst präsent, dass Monsieur es kaufen kann, dann aber nicht benutzt, wie die anderen Halsbänder. Dann brauche ich es nicht. Also sprach ich es nicht an.

Heute hingegen führten wir ein Gespräch über besagte Garderobe und wir hängten sie auf, sortierten die Halsbänder und Leinen aus, je nachdem welche Monsieur nicht mochte, oder ich nicht. Dann erklärte Monsieur, dass für ihn, das Elektro-Halsband einen anderen Platz braucht, es passt nicht dazu, was ich einsah, denn mir ging es nicht anders.

Nun ist noch ein Platz frei und mein erster Gedanke war natürlich, dass wir shoppen gehen können!

Aber mein zweiter Gedanke folgte nicht minder schnell, dass es sinnlos ist, da wir die jetzigen schon nicht benutzen.

Ich trage permanent das Talena mit Ring, nicht missverstehen, ich liebe es und schrieb darüber, wie geteilt ich bin, wenn es um Halsbänder geht, weil ich es nicht ablegen möchte, es aber auch nicht mehr so permanent wahrnehme, daher bevorzuge ich ein zusätzliches Halsband, dass spürbar ist und meinen Status, als Haustier, nochmal hervorhebt. 

Bringt nur nichts, wenn Monsieur kein Interesse daran hat.

Nun hängt es jedenfalls.

Im Moment ist ohnehin durch unseren Besuchs-Vierbeiner alles auf den Kopf gestellt.

Monsieur sprach gestern das erste mal offen aus, dass er meine Zeit eben teilen muss und ihn das zwar stört, aber der Besuch vor geht. Ich liebe es, wenn er so über mich spricht, wenn er sagt, alles gehört ihm, selbst meine Zeit, meine Aufmerksamkeit und meine Gedanken. Leider weiß ich nur nicht, ob er es wirklich so meint, weil er sehr selten danach handelt. Die meiste Zeit ist es vollkommen egal, was ich mache. Wenn er ruft, komme ich und dazwischen? Manchmal fragt er, wo ich gerade bin, was ich gerade mache, dann erkläre ich es und das Thema ist durch.

Wir sind so weit vom Weg abgekommen, es ist unendlich traurig.

Sonntag, 30. Januar 2022

Vergangenes Ich

Monsieur machte viele Sachen ganz früh, noch bevor wir uns sahen oder gar telefonierten teilweise. 

Ich bekam ein Buchpaket von ihm zugeschickt, da hatten wir lediglich ein wenig geschrieben. Nicht viel später bestellte er eine Hundepeitsche und das Kniekissen. Er bestellte Füller und Tinte, ein Notizbuch, Konzertkarten für Einaudi.

Das zusammen ergibt ein wundervolles Bild von dem, wie Monsieur so tickt und was ihn ausmacht, was unsere Beziehung aus macht.

Eine Mischung aus Bildung, Dokumentation, BDSM, Kultur, mit dem Touch seiner konservativen Art.

Genau mein Ding.

Ich mag dieses platte "Gehorche und halte ansonsten den Mund, Sklavin." nicht, denn es zeigt, dass der Dom Angst vor der Intelligenz der Sklavin hat. Ok, nein, ab und an mag ich es, in gewissen Situationen, jedoch nicht als Grundeinstellung.

Es reizte mich damals sehr, dass Monsieur unter anderem auch Interesse an meinem Inneren hatte und mich weiter bringen wollte, aus mir eine Zierde machen, so dass ich ihn stolz machen würde, durch meine Allgemeinbildung.

Die meisten Doms schauen auf das Äußere, den Gehorsam, wie viele Löcher benutzbar sind. Das ist ja für den Moment vielleicht spannend, aber hat die Mentalität eines Kleinkindes mit neuem Spielzeug, dass nach kurzer Zeit in die Ecke geschmissen wird, weil es eben wieder einen neuen Anreiz braucht.

Wenn man polygam lebt, herum swingt und oft Abwechslung hat, kann das auch funktionieren, ansonsten hätte ich die Sorge, dass man schnell fallen gelassen wird.

Wie dem auch sei, war ein wichtiges Merkmal von Monsieur, dass ihm mein Aussehen nicht so wichtig war, was mir mehr schmeichelte, als alle anderen Sprüche, von wegen wie hübsch/geil/sexy ich sei.

Monsieur machte damals das, was ich üblicherweise auch machte, jeder auf seine eigene Art. Ich investiere erst einmal ein Paket Vertrauen in einen Menschen, den ich neu kennenlernen und was dieser Mensch damit macht, ist seine Sache. Er kann es vermehren, oder zerstören.

Monsieur investierte anfangs sehr viel Vertrauen in mich. Er besorgte diese Sachen, mit dem Vertrauen, dass mehr aus uns wird.

Es zog sich auch weiterhin durch den Beginn unserer Beziehung.

Während ich mir nie sicher war, ob es ein gemeinsames Morgen gibt, war er überzeugt, es gibt keine andere Option einer Zukunft, außer eine gemeinsame.

Ich ging damals 3-5 x die Woche ins Fitnessstudio, Monsieur wollte wissen wie es ist und schloss einen Vertrag ab, weil wir gemeinsam dort Spaß hatten und er öfter mitkommen wollte. Ich stand maulaffenfeil daneben und konnte es nicht glauben.

Als wir uns kennenlernten, fand er mein damaliges Halsband zu auffällig und bat mich, es abzulegen. Für mich war das ein Genickbruch und ich erklärte, dass ich das nicht machen kann und was es mir bedeutet, dann solle ich wenigstens die Armreifen ablegen, was ich auch tat, aber er war es, der nur wenig später das wunderschöne Halsband aus Titan kaufte, was ich seit dem trage und das auf seinen Wunsch hin, mit dem Ring permanent dran.

Gerade anfangs, als ich noch meine Probleme hatte, an eine gemeinsame Zukunft zu glauben, band mich das sehr an Monsieur.

Der Gedanke, er investiert Hoffnung in mich, immer wieder und er glaubt an eine gemeinsame Zukunft.

Das fehlte mir, fehlt mir selbst heute noch oft.

Ich habe irgendwann, während meiner kaputten Ehe, verlernt an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.

So sehr verlernt, als dass ich es wirklich nicht mehr richtig kann und dann ist jeder Streit, jedes kleine Wort, dass Monsieurs Zweifel ausdrückt, in meinen Ohren, ein Schlussstrich und in Gedanken suche ich mir eine Wohnung und Lösungen, wie ich möglichst schnell weg komme.

Monsieur meint dann, dass ich keine Gefühle für ihn hege, dass ich auf dem Sprung bin, weil es mein Wunsch ist, dass ich weg kann.

Jeder hat seine Vergangenheit, hat seine Trigger und seine Leichen im Keller, die beeinflussen, was man wahrnimmt und hört.

Monsieur hat meine teilweise leider durch sein Verhalten verstärkt, denn jedes "früher ging es mir besser" und "früher hatte ich mehr Ruhe" und "früher war...", fütterte meine Sorgen und Ängste, so dass sich mein Fluchtinstinkt nur weiter in mich rein fraß und mehr und mehr Platz eingenommen hat, so dass ein kleiner Wink bereits reicht und ich anbiete auszuziehen.

Früher hätte ich nun gesagt, dass ich versuchen werde daran zu arbeiten, mittlerweile habe ich aber dazugelernt und weiß, es bringt nichts, wenn ich alleine daran arbeite, auch Monsieur sollte an gewissen Stellen sein Verhalten ändern, denn sonst ist ein Miteinander unmöglich.

Wenn lediglich einer an der Beziehung arbeitet, an sich arbeitet, kann es nie genug sein. Das können nur beide zusammen schaffen.

Monsieur hat sich in unserer gemeinsamen Zeit ebenso verändert und nicht zum Besseren und es tut mir aufrichtig leid das zu schreiben.

Ich höre Einaudi und denke an sein früheres Ich zurück, an die Gesten und Hoffnung, die er in mich steckte, an den Menschen, wie er war und wie er heute ist, den Unterschied und frage mich, wie wir es so weit kommen lassen konnten, wodurch es passiert ist und wie wir zurück finden, zu dem Ich, in das der jeweils Andere sich verliebt hat, geliebt hat und doch irgendwo noch in einem drin sein muss.

Das Ich, dass sich gewünscht hat, nackt und verletzlich zu leben, bzw. so jemanden den Raum zu geben, in dem er es für ihn macht, in dem er alles für ihn macht, einfach wirklich alles, ohne Grenzen, ohne Ängste, voller Vertrauen folgend, egal was da kommt, egal was verlangt wird, in der Gewissheit, der Andere möchte nur das Beste für einen und es nie zulassen, dass es einem schadet oder nicht gut tut.

Dahin möchte ich so gerne zurück, in diesen Raum, in dem noch alles möglich war, in dem alles offen war, in dem man darüber sprach sich tätowieren zu lassen, weil es nie wieder einen anderen Menschen geben wird.

In den Raum, in dem es keine Scham gibt, keinen Ekel, kein negatives Gefühl, weil man so vertraut ist und nur das zählt.

Dort, wo man keine einzelne zwei Menschen ist, sondern ein großes Ich, in zwei Personen geteilt, was immer miteinander verbunden ist und untrennbar.

Als all das noch eine, die einzig wahre, Option war.

Dahin möchte ich zurück.

Und ich höre Einaudi und erinnere mich wehmütig, mit feuchten Augen, weil es diesen Zauberraum mal wirklich gab und er nun so weit weggerückt ist und so viel anderer Raum dazwischen liegt.