Sonntag, 24. April 2022

Ostern




 Wir haben Ostern ganz gut überstanden und unser neues altes Familienmitglied ist auch schon eingezogen und es ist, als wäre er gar nicht erst weg gewesen und nun haben wir einen Hund.

Das sagt aber nicht, dass ich nicht mehr auf dem Boden essen könnte, das geht ohne Probleme.

Öfter wurde ich gefragt, wie die Rangfolge ist und wurde belächelt, wenn ich erklärte, dass ich für den Hund an erster Stelle stehe. Warum ist das verwunderlich?

Hunde ticken ganz einfach, sie mögen in erster Linie Menschen, die direkt sind, konsequent und dadurch berechenbar, also wenn sie wissen, woran sie sind und ihn einschätzen können und wenn es darum geht, bin ich ein Volltreffer.

Ich bin taktlos direkt, bei mir gibt es die immer gleichen Regeln, Ausnahmen sind sehr selten und ich meine was ich sage und handle danach. Da ich von klein auf sehr verschiedene Hunde ausführte, bin ich sehr sicher im Umgang mit Hunden und alleine diese Sicherheit auf die man sich immer verlassen kann, bringt ihnen schon enorm viel und ich bleibe ruhig, was sie dann ebenso beruhigt. Also mögen mich Hunde im Allgemeinen gerne und weil ich auch noch viel zuhause bin, ist es klar, dass ich das Oberhaupt bin und an erster Stelle in der Rangfolge. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es Monsieur nicht so gerne hat, aber akzeptiert. Zugeben würde er es vermutlich nicht, aber man merkt es schon, wenn der Hund auf mich besser hört und eher zu mir kommt. Tut mir leid für ihn.

DS ist im Moment wieder auf Sparflamme, ich kann nicht sagen warum das so ist. Es gibt die alltäglich bewährten Dinge (Kette im Bett, fragen ob ich auf die Toilette darf, essen auf dem Boden und eine Vorschrift, an welchem Morgen ich welchen Tee bzw. Kaffee ich trinken darf) und nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die fehlende Sicherheit und der Halt wird im Moment ganz gut durch die Zusatzaufgabe abgefangen, sich um den Hund zu kümmern, was Zeit und Energie kostet, so dass ich recht ausgelastet bin und ich habe den Eindruck, dass es Monsieur vollkommen egal ist, jedoch sagt er gerne, dass mein Eindruck falsch ist. Sei´s drum, ich kann nur meine Eindrücke schildern, außer man verbalisiert, erklärt und spricht miteinander und das ist im derzeit eher oberflächlich und zweckmäßig.

Ich bin es leid zu sagen, was mir fehlt.

Ich bin es leid zu warten.

Ich bin es leid...

Also mache ich das Beste draus, lese meine Bücher, versuche mir selber eine Hilfe zu sein, kümmere mich um den Hund, der es mir dankt und treuer Begleiter ist.

Monsieur würde sich nun sicher beschweren, weil ich weg lasse, wie er für mich da ist. Tut mir leid, ich hatte den Fokus auf DS. Im Alltag ist er wunderbar, unterstützt mich, wo er nur kann und gibt mir alles, was ich brauche (außer DS) und versucht mir eine Hilfe zu sein, auf seine Art.

Wir waren zwei Mal im Museum! Ich liebe es ins Museum zu gehen. Verschiedene Ausstellungen und beide waren faszinierend und interessant, machten Spaß und erschufen tolle Erinnerungen, an die ich lange denken kann und werde.

Er kommt gerne auf Spaziergängen mit und geteilte Freude ist doppelte Freude, das gibt mir auch viel.

Ich weiß nicht, was die Zukunft noch bringt, aber das weiß keiner...

Meine Hamster sind beide eingeschläfert worden, im Abstand von vier Wochen, ein Familienmitglied wird sterben, ich denke, Leid genug habe ich bekommen, es könnte gerne ein wenig bergauf gehen, fürchte hingegen, dass das noch eine Weile dauern wird, während ich mich darin übe, mit allen Schicksalsschlägen klarzukommen.

Alles in allem bin ich dankbar, dass ich Monsieur habe, er gibt sein Bestes, mehr kann und möchte ich nicht erwarten.



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