Sonntag, 26. April 2020

Mustermanntag

Des öfteren werde ich gefragt, wie so ein Alltag-Tag bei mir aussieht.

Tja, sooo anders, als bei anderen vermutlich nicht, antworte ich, oder auf ähnliche Weise und dann wollen sie dennoch mehr wissen, also habe ich mal einen Mustermanntag zusammengestellt, mit Fotos aus meiner Sicht.

Nicht jeder Tag ist gleich, manche Dinge bleiben (über die Nacht angekettet sein, morgens und abends ein Ritual, Essen auf dem Boden wenn es geht, Spaziergang mit Leine usw.) und andere Dinge variieren, je nachdem was ansteht, was für Termine, wie das Wetter ist.

So, nun viel Freude, bei meinem Alltag Mustermanntag :)



Aufwachen





Morgenritual





Morgentoilette




Frühstück





Haushalt und was so ansteht erledigen







Päuschen bei meinem Herrn





Ausflug mit Leine





Erledigungen machen





Spaziergang, Natur ist einem Tierchen wichtig







Zuhause fokussieren, wo mein Platz ist







Stärkung ist wichtig






Fernsehen, wenn ich darf





Lesen, gerne abends und immer wieder am Tag verteilt





Abendritual





Ab ins Bett, wo ich erwartet werde






War das nun ausführlich genug? :)

Naja, nicht jeder Tag ist so, aber die guten ;)

Einiges ließ ich aus, aber das könnt ihr euch ja denken....





Donnerstag, 23. April 2020

Übersprungen

Meinen vorherigen Eintrag habe ich übersprungen. Er war zu intim und so lasse ich ihn auf "Entwürfe" stehen und mein Herr hat ihn und kann ihn weiterhin lesen.

Jeder hat seine Baustellen aus der Vergangenheit, die aufgearbeitet werden müssen, die Narben auf dem Herzen hinterlassen und wie ein dunkler Schatten über der Beziehung liegen.

Davon kann sich keiner freisprechen.

Jeder hat Trigger, die er mitbringt und das Leben nicht einfacher machen.

Es gibt Sonnenscheintage, Regentage und viele, die eine Mischung aus beidem sind.

Gerade gab es wieder einen Sturm, nun ist der Regen und Wind verzogen und die Sonne scheint :)






Wir haben uns ein paar mal bewusst zusammen gesetzt und besprochen, wie es weiter gehen soll.

Zu behaupten, TPE bedeutet, dass der eine immer bestimmt und der andere einfach folgt, ist sehr schlicht gedacht und zeigt nur, wie oberflächlich Gedankengänge sein können.

InWahrheit ist ein Balanceakt zwischen den Bedürfnissen beider, zwischen der Gesellschaft und anderen Rahmenbedingungen.

Vielleicht sollten wir einmal die Woche einen festen Zeitpunkt bestimmen, an dem wir die Woche Revue passieren lassen und reden.

Zwar sitzt man dank Quarantäne aufeinander, jedoch schmilzt die Zeit einfach weg, ohne dass man sie immer sinnvoll genutzt hat. Man neigt dazu, das Leben zu vertrödeln und abends ärgert man sich darüber.

Die Gespräche brachten mal mehr, mal weniger viel.

Veränderungen schlichen sich nun doch ein, ob sie bewusst sind, oder davon kommen, dass wir uns wieder wohlgesonnener sind, mag ich nicht zu beurteilen, ich freue mich einfach darüber :)

Wir waren zu sehr hinter unseren Schützengräben verschanzt, zu fixiert auf Schutz, Verletztheit und Gegenangriff, als dass wir noch aufeinander zugehen konnten.

Dann suchte ich aktiv Gespräche für Lösungen, mein Herr freute sich darüber und machte mit und gestern schrieb ich den recht langen, sehr intimen Eintrag, der ihm einen Einblick ermöglichte und auch aufzeigte, worin meine Probleme mit ihm liegen.


Im Moment ertappe ich mich dauernd dabei, darauf zu achten, wie ich schreibe.
Früher tat ich es nicht und erntete hier und da Nachrichten, die zeigten, wie unterschiedlich jeder meine Texte liest und dass sie dennoch immer wieder beurteilt werden, siehe meinen letzten Eintrag, da machte ich genau dieses Problem zum Thema und nun hinkt es mir noch hinterher.

Es kotzt mich einfach an, wenn ich nun frei von der Leber weg schreiben würde, was man wieder denken könnte, denn es ist meist grandios daneben und kommt von Leuten, die ganz andere Leben führen und dann sagen: "Bei mir würdest Du das nicht machen!" oder "Bei mir würde dies und jenes passieren!" und vieles mehr, aber die Wahrheit ist doch, es käme vollkommen anders und so, wie keiner damit rechnet, weil Faktoren rein spielen, die man nicht im Kopf hat!

Aber ok, ich versuche es auf meine Art und ggf. ernte ich eben wieder sonst was für Nachrichten....


Der Alltag ist im Moment sehr anstrengend. Man verbringt zwar viel Zeit miteinander, aber verliert im Alltagsgematsche oft, dass man Quality Time einbauen sollte. Bewusste Zeit miteinander, in der alles andere abgeschrieben ist, man sich aufeinander konzentriert und aufeinander eingehen kann.

Man hängt aufeinander herum, jeder macht ein wenig sein Ding, und hinterher fällt einem auf, was man hätte wirklich schönes mit der Zeit anfangen können.

Darauf werde ich nun mehr Augenmerk legen.

Jede Beziehung ist wie ein Gebäude. Man muss es ständig reparieren, renovieren, erneuern und darauf achten, wo gerade etwas abbröckelt, also dauerhafte Arbeit und das haben wir ein wenig schweifen lassen.

Sturköpfe würde ich uns nicht nennen, eher hat jeder seine eigene Welt. Wir sind schon arg unterschiedlich, in Sprache, Weltsicht, allem. War aber von Anfang an so und immer viel Arbeit.

Wenn wir nicht aufpassen, verhärten sich schnell die Fronten, der jeweils andere meint, man wolle ihm nur böses und schon sind da wieder die Schützengräben.

Reden, reden, reden und genau das ließen wir vergammeln. So geht es eben nicht.

Also ein paar Schritte zurück und mit Wohlwollen dem anderen begegnen und das hat funktioniert und dann dominiert mein Herr mich auch wieder lieber und lässt sich was einfallen :)

Regeln sind nach wie vor so ein Thema, er legt sich da, scheinbar, ungerne fest, fordert dann plötzlich  etwas ein, was für mich schwierig ist, weil ich dann denke, ich habe etwas falsch gemacht.

Ich muss seine Anrede einbauen, wenn ich mit ja und nein antworte und bei Fragen, aber gestern fragte er nach einem kurzem Satz: "Wie heißt das richtig?" hmm es war keiner mit ja oder nein und keine Frage, aber er forderte dennoch eine Anrede und ich war vor den Kopf gestoßen.
Zwar sagte mein Herr, er hätte es einfach gerne nochmal gehört und es war kein Fehler, dennoch fühlt es sich für mich wie einer an und das meint er, wenn er sagt, ich bin zu festgefahren.

Willkür ist schwierig für mich. Ich sollte dann vielleicht weniger hinterfragen, mehr gehorchen und reagieren, ohne eigene Gedanken.

Ebenso als ich mir einen Tee machen wollte. Eigentlich ist der morgendliche Tee festgelegt, danach kann ich auch anderen trinken und plötzlich fragte er, was für Tee ich mir machen möchte und ob ich gefragt hätte.
Verwirrung meinerseits.
Nun legte er fest, ich habe immer zu fragen.

Gerne übersehe ich Regeln auch, wenn ich mal wieder nachdenke was für Regeln ich habe. Dann fallen mir nicht alle ein und es kommt mir vor, als hätte ich nur ein, oder zwei Stück.

Wie auch immer, er nimmt das nun mehr und mehr in Angriff und fordert mehr, was mir sehr gut tut und ich sehr genieße.

Ich habe so einige Baustellen, die sich angehäuft haben, über die Zeit. Z.B. nehme ich nicht alles wörtlich, was er sagt und denke mir regelmäßig, er meint es doch sicher anders, er würde sich freuen, wenn ich es doch mache. Wenn er  sagt, ich solle das Frühstück nicht vorbereiten, er würde es gleich machen und dann erst noch im Arbeitszimmer verschwindet. Schnell doch das Frühstück vorbereiten wäre mein erster Gedanke, um ihm einen Gefallen zu tun, ihn zu entlasten und eine Freude zu machen, aber es macht ihm keine Freude. Da bin ich zu eigenmächtig und davon gibts noch ein paar andere Dinge.

Ich konzentriere mich im Moment darauf, wirklich zu hören was er sagt und nicht zu vermuten, was er wirklich wollen würde.

Wenn er etwas wirklich will und etwas anderes sagt, ist es genau genommen auch nicht mein Problem. Falls das mal so ist, dann würde er sich ja darüber ärgern, es nicht anders gesagt zu haben und dann muss er seine Wortwahl überdenken.
Ich sollte es mir da dringend einfacher machen und wirklich nicht hinterfragen, sondern straight machen, was er sagte, Wort für Wort.

Ebenso habe ich mich wieder mehr mit der Psychologie der Sprache befasst, also wie man miteinander sprechen soll, was der andere in Wahrheit sagt, wenn er gereizt rüber kommt, solche Dinge.

Wichtigster Punkt auf meiner Liste, wenn es darum geht lautet: Keine Umkehrungen und Verneinungen benutzen.
Man soll also nicht sagen: "Ich mag nicht, wenn Du das und das machst." da würde man sich nicht gut aufgefordert fühlen, aber wenn man sagt: "Ich mag es lieber, wenn Du es so und so machen würdest.", dann schwingt eine Bitte mit und Wohlwollen, man sagt auch direkt, was man möchte und es ist keine Umkehrung drin, die für den anderen ja auch wieder etwas anderes bedeuten könnte.

Also heißt es, wieder mehr auf die eigene Sprache achten und je nach Stimmung, auf die meines Herrn.
Konzentration!

Weniger reden meinerseits ist dann auch einfacher, stiftet weniger Verwirrung und kommt dem, was er in seinem Regelwerk schreibt, näher.

So und nun trinke ich in Ruhe meinen Tee fertig und lese vielleicht gleich ein wenig. Ich fühle mich krank und ein wenig elend und so so müde.

Bleibt alle gesund :)




Montag, 20. April 2020

Blättersammlung

Wir alle sind keine ungeschriebenen Blätter, sondern haben bereits einige Kapitel hinter uns und hoffentlich noch viele vor uns.

Wir haben Geschichte, Vergangenheit und innere Dämonen.







Einerseits finde ich es recht interessant, wie verschieden unsere Einträge wahrgenommen werden, andererseits zeigt es doch auch recht gut, dass jeder seine persönlichen Trigger hat, die die Sicht beeinflussen und die Überschrift der Schubladen schreiben.

Man liest in jedem Blog immer eine Sichtweise, ein kleines Fenster von einer Beziehung, nie das große Ganze. Wie auch? Müsste man alle Zusammenhänge dokumentieren, würde der Umfang alles sprengen, also ist man gezwungen, kleine Einblicke zu geben.

Nochmal, ganz wichtig, wir schreiben den Blog nicht für andere. Wenn andere ihn lesen, sich darin entdecken, ihn interessant finden, dann freut es uns sehr, dennoch ist er eigentlich für uns persönlich und wir gewähren anderen ein Stück unserer Privatsphäre zu durchbrechen.

Wir schreiben ihn nicht, um irgendeinen Effekt zu erzielen, ein Bild zu erzeugen oder uns zu profilieren.

Eigentlich begann er damit, dass ich meine Gedanken meinem Herrn sichtbar machen wollte und es nahm eine eigene Dynamik, bis wir nun ein Erinnerungsalbum haben, ein Problemabladeplatz und eine Kommunikationszentrale für Ungesagtes.

Dennoch ist es nur ein winziger Teil unseres Lebens und immer eine Momentaufnahme!






Es gibt ganz viele Puzzleteile, die hier vollkommen unbelichtet sind und bleiben und dennoch Einfluss auf unsere Beziehung haben. Schwarze Flecken, die der Leser nicht kennt und sich alleine deshalb schon kein Urteil erlauben kann, aber wie der Mensch so ist, macht er es natürlich trotzdem.

Nicht schlimm, es gehört dazu und jeder Gedanke ist wichtig und hat eine Daseinsberechtigung :)

Wie wir damit umgehen, ist allerdings auch unsere eigene Sache und nicht alles nehme ich ernst.  Ich höre mir alles an, ich beleuchte es, überdenke es und entscheide dann, was ich damit anfange und welchen Wert es hat.

Wenn man z.B. den Eintrag gestern liest, bekommt man scheinbar den Eindruck, mein Herr sei schwach und ich eine Zicke.

Stimmt!

Er ist nicht immer stark, ist ja auch keiner und ich bin nicht immer die brave, devote Frau, die ich gerne wäre, sondern auch mal eine Zicke. Eine Momentaufnahme eben, eine Art zu Papier gebrachtes Polaroid, dass eben nicht retuschiert wird, bearbeitet und verändert, bis es ein Bild ergibt, was allen schmeichelt, denn das wäre eine Lüge und Lügen hasse ich. Statt dessen bekommt man hier einen realistischen Einblick, voller Emotionen und Authenzität.

Es ist nicht immer schmeichelhaft, aber muss es das sein?

Für mich nicht, nein. Ich bin ein Mensch, mit Kanten, Ecken und Macken, die hat jeder, der eine steht dazu, der andere versteckt sich hinter eine schönen Fassade. Wer ist wohl zufriedener? Der, der sich verstellt, oder der, der sich akzeptiert, wie er ist? :)

Es zeugt z.B. von Stärke, wenn man über seinen Schatten springt und die Sichtweise des anderen einnimmt, auch wenn es bedeutet, dass man sich selber vielleicht dann weniger mag, für den Moment.

Ich muss nicht immer total devot kommunizieren, ich darf auch mal wütend und zickig sein, das ist ein Teil von mir.

So hat jeder Teile, die mehr oder weniger liebenswert sind, aber wenn der Partner sie trotzdem akzeptiert und annimmt, ist das auch wieder eine Stärke.


Hier zu lesen und zu urteilen, ob die Beziehung eine Daseinsberechtigung hat ist lachhaft.
Hier zu lesen und zu urteilen, wer wie ist, nicht sich verhält, sondern ist, ist auch lächerlich.

Es wäre, als würde man den Einband von einem Buch betrachten und meinen zu wissen, was darin steht, Wort für Wort.


Eine TPE Beziehung ist nicht einfach, sagte auch keiner und so gibt es immer wieder Ecken und Augenblicke, die eben nicht schön sind, dennoch vorhanden und betrachtungswürdig.

Wir erläutern hier unsere Sicht und setzen uns damit auseinander, was nicht jedem möglich ist. Man lernt daraus und kann sogar zurück blicken, wie man sich bereits entwickelt hat.

Klar gibt es sehr viele Tagebücher, die Sonnenscheintage noch und nöcher dokumentieren, was ich für etwas unrealistisch halte, aber das ist jedem selber überlassen und ich genieße den Luxus, dass wir authentisch sind und möchte davon nicht abkommen.

Wenn man dadurch denkt, man würde uns einschätzen und beurteilen können, zeigt es viel mehr, wie einfach gestrickt der Leser ist, weil er nicht begreift, wie facettenreich Leben wirklich sind.





Und am Ende ist das Ganze, auch nur ein winziger Einblick, von etwas viel Größerem, das andere nicht ermessen können, die es nicht miterleben. Sie betrachten ein Polaroidbild und urteilen darüber, ohne die ganzen Umstände drum herum im Blick haben zu können.


Sonntag, 19. April 2020

Der Lauf der Dinge.

Über Regeln, Rituale, Pragmatismus und Abbrüche.



1. Begriffsklärung

Regeln und Rituale machen Strukturen sichtbar. Oder erzeugen sie sie erst? Oder liegen die Strukturen darunter und haben ihre unabhängige Existenz?

Im Rahmen von TPE sind Regeln und Strukturen der "soziale Kitt" der Beziehung, sie affirmieren das Verhältnis zueinander, sie festigen (regelmäßige Wiederholung vorausgesetzt).

Pragmatismus ist die Einstellung, sich immer auf das einzustellen, was gerade – aus welchen Gründen auch immer – ansteht; es soll etwas erledigt werden, es muss eine schnelle Lösung gefunden werden.

Pragmatismus und Regeln/Rituale stehen in einem gewissen Spannungsverhältnis; wer pragmatisch nach Lösungen sucht, gibt den Strukturen nicht immer den Raum, den sie brauchen, weil sie vielleicht für die gerade anstehende Lösung (scheinbar) nicht von Belang sind.

Wer im Rahmen von TPE etablierte Regeln und Rituale mit Nichtachtung straft, der "bricht ab". (Mit "abbrechen" ist ja im BDSM-Kontext gemeint, dass man eine "Szene", eine "Spielsituation" nicht weiterführt, weil z.B. ein Beteiligter an seine Grenzen kommt. Im TPE-Kontext ist damit gemeint, dass D/s über Gebühr in den Hintergrund tritt, nicht mehr für die Beteiligten spürbar ist; der Übergang ist hier weniger markiert, es ist womöglich nicht einmal eine bewusste Entscheidung. Das Leben kann man nicht "abbrechen", es läuft ja weiter.)

2. Situation

Eine große, nicht unberechtigte Angst von Haustierchen, die immer wieder Quelle von Streit und Unmut ist, ist die Angst vor dem Abbruch, die Angst davor, dass Etabliertes in Vergessenheit gerät, nicht den Stellenwert bekommt, den es sonst hat.

Im Alltag muss ich, nicht zuletzt beruflich bedingt, oft pragmatisch reagieren; die fluiden Umstände erfordern es. Dabei setze ich mich auch mal über Strukturen und Regeln hinweg. ("Haben wir schon immer so gemacht", ist keiner meiner Leitsprüche.) Das führt mitunter dazu, dass ich auch in unserer Beziehung solche pragmatischen Abkürzungen wähle und den Fokus nur auf das richte, was gerade ansteht. Dadurch vergesse ich Dinge oder treffe Entscheidungen, die diese Strukturen betreffen.

Gestern (und vorgestern auch) waren wir in der Stadt unterwegs; in Corona-Zeiten empfinde ich das als Stress, und so vergass ich mehrfach  –immer auf dem Sprung und bemüht, möglichst schnell alles zu erledigen  –, Haustierchen die Leine anzulegen. Das bedrückte sie sehr, so dass sie mich darauf ansprach, weil ihr der Stellenwert zu gering war. Ich muss ihr sehr dankbar sein, dass sie – obwohl es nicht ihrem Wesen entspricht – die eigenen Bedürfnisse zunehmend deutlicher artikuliert. Das ist eine große Weiterentwicklung.

Gestern nun legte ich ihr die Fußkette nicht an und auch die Halskette nicht (das Schloß der letzteren hatte sie in einem Wutanfall durch die Gegend gepfeffert, und es ist noch nicht wieder aufgetaucht). Meine Entscheidung für die fehlende Fußkette war eine – aus meiner Sicht – pragmatische: Haustierchen, chronisch krank, hat einen empfindlichen Magen, und nach dem Essen gestern war ihr schlecht geworden, so dass sie schnell und mehrfach die Toilette aufsuchen musste. Ich fragte sie beim Abendritual, ob sie alsbald noch aufs Klo müsse, und sie verneinte, allerdings in einem etwas kläglichen Ton, so dass ich mich entschied, die Kette nicht zu befestigen. Ich verbalisierte das nicht deutlich, und am nächsten Morgen war das Haustierchen genervt und verstimmt, weil fehlende Leine und fehlende Kette für sie einen "Abbruch" im oben genannten Sinne markieren.

Wenn das Haustierchen verstimmt ist, verweigert es sich und kapselt sich ab; ich nenne es die "angry-housewife"-Phase. Das machte mich wütend, weil ich aus meiner Sicht pragmatisch entschied und eben nicht "abbrach" (die Leine vergass ich, das geht klar auf meine Kappe). Und so schimpfte ich herum, weil mich das belastet, was sie wiederum gallig kommentierte, und so gab ein Wort das andere. (Eine Situation, die keiner von uns mag, aber wir sind beide auch Sturköpfe, so dass es nicht ganz einfach ist, zum Tagesgeschäft überzugehen.)

Nur am Rande, ich bin kein Sturkopf, bei Deinen Monologen, bin ich die, die die meiste Zeit schweigt und ihre Ruhe möchte.
Das Schloss flog nicht in einem Wutanfall, außer, es ist ein Wutanfall, wenn die Kette wütend wegschupst und sie dabei, vom Bett fällt und woher war die Wut? Genau aus dem selben Grund. Wieder kein DS, wieder kein Rahmen, wieder nichts, außer nachts die Kette, selbst das Ritual fällt regelmäßig aus.
Regeln? Welche Regeln bitte?

3. Anlass zum Nachdenken und Perspektivwechsel

Aber ein Gutes hat dann auch so ein Streit am Morgen; er bringt mich zum Nachdenken. Das Spannungsverhältnis zwischen Pragmatismus und Strukturen (Regeln, Ritualen) ist so etwas wie das Grundmotiv unserer Auseinandersetzungen. Ich treffe eine Entscheidung oder vergesse etwas, und für Haustierchen stellt das massiv die Strukturen in Frage, sie "verschwinden" gleichsam. Daraus leitet sie dann ab, dass unsere Regeln und Rituale mir nichts bedeuten, jedenfalls weniger als ihr.

Ich sah das bislang nicht so; Regeln und Rituale sind Ausdruck einer Struktur, aber sie sind nicht mit ihr identisch, die Struktur, wenn sie einen Wert hat, liegt quasi eine Ebene darunter und sollte von Vergesslichkeit und pragmatischen Entscheidungen nicht berührt werden. Das mache ich schon allein dran fest, dass wir häufig im Alltag Kompromisse eingehen, weil wir – wie jeder wohl – bestimmten gesellschaftlichen Zwängen unterliegen, die mit den Grundzügen unserer Lebensform nicht gut zusammenpassen, aber auch, weil es besondere Umstände gibt. Kompromisse allein kompromittieren nicht.

Nun will ich aber mal bewusst Haustierchens Position einnehmen, um ihre Argumente besser zu verstehen und auf sie eingehen zu können – gemäß des, wie ich finde, vernünftigen römischen Rechtsgrundsatzes: *audiatur et altera pars* (auch die Gegenseite soll gehört werden).
Genau genommen haben wir erstaunlich wenige Zwänge, sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten, nur eben keinen, der sie sieht, wahrnimmt, umsetzt, benutzt und einsetzt, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, sein Leben zu bemitleiden.

1. Für Haustierchen sind unsere Regeln und Rituale Puzzleteile, die das Ganze zusammenhalten; sie sind ein wichtiger Ausdruck unserer Lebensform. Aus ihrer Sicht sind es ohnehin zu wenige (und zu wenig strenge).
2. Wenn diese Puzzleteile wegfallen – und es sei es auch nur 1x oder 2x –, dann bekommt das Ganze Risse. (Weil es schon wenig genug ist, ist dieses Wenige besonders wichtig.)
3. Im Alltag müssen wir schon genug Kompromisse machen, dann sollte wenigstens das Intimste (gemeinsame Autofahrt, wie wir im Bett liegen) kompromissfrei sein. Der "soziale Kitt" der Beziehung wird sonst brüchig, und man fühlt sich unverstanden.

Wenn ich mir das so anschaue, dann verstehe ich ihren Unmut besser.

Nochmal, wir haben eigentlich viel mehr Möglichkeiten, wenn man sich damit auseinander setzen würde….

4. Konsequenzen und Baustellen

Pragmatismus ist mitunter eine notwendige Einstellung, aber in manchen Bereichen kann sie sehr schädlich sein; dies ist einer dieser Bereiche. Der "soziale Kitt" unserer Beziehung ist etwas, das Bestand haben muss. Was Bestand hat, was wichtig ist, das kann man nicht pragmatisch beiseite wischen.

In ihrem letzten Blogeintrag hat Haustierchen für sich einige Baustellen identifiziert (sich anbieten, das schlechte Gewissen bei eigenen Orgasmen), auch ich habe solche Baustellen: Mein (beruflicher) Pragmatismus darf nicht zu sehr ins Private durchschlagen; jedes Mal, wenn ich einer (vermeintlichen) Lösung zuliebe den "sozialen Kitt" unserer Beziehung außer Acht lasse, vermittle ich Haustierchen, dass sie und ihre Bedürfnisse nicht den Stellenwert genießen, den sie jederzeit haben sollten. Eine weitere Baustelle/Aufgabe: Vermehrung und Verzahnung der Puzzleteile, damit das einzelne Puzzleteil keine zu große Bedeutung bekommt. Eine stabile Struktur verkraftet auch mehr Belastungen.

Au travail.

Das Projekt Regelwerk ist ja irgendwie auch eingeschlafen und verstaubt, wie so viele anderen Dinge, die wir begonnen und nie weiter geführt haben, die aber eigentlich eine Struktur bilden und etablieren sollten.
Wenn man immer nur neue Anfänge startet, nie etwas weiter verfolgt, woher soll es dann Struktur geben?
Regeln sind bei uns sehr flüchtig und das Ritual ist auch Launen abhängig.
Konstanz gibt es wo bitte? Wodurch?
Aber immer schön beim anderen schauen, warum es wegen dem nicht geht. Dankeschön!

Das Regelwerk ist nicht eingeschlafen; es verstaubt in gewisser Weise, weil es nicht gelebt wird, wenn wir streiten. Hingabe, Vertrauen – das erfordert einen wohlwollenden Umgang miteinander, jenseits von verletzten Eitelkeiten und unnötigen Auseinandersetzungen.

Donnerstag, 16. April 2020

Parkplatz-Tummelwiese





Ich weiß, auf dem Bild sieht man theoretisch nichts, praktisch habe ich jedoch den Sternenhimmel gestern fotografiert, durchs Panoramadach des Autos, nachts auf einem Parkplatz.
Erkennt man nicht? Deshalb beschreibe ich es ja :)

Es begann eigentlich bereits vor ein paar Monaten, als wir nachts ein wenig herum fuhren, weil wir noch ein paar Schritte gehen wollten und bei unserem üblichen Wald ums Eck, auf dem Parkplatz war mächtig was los.

Es war, glaube ich, unter der Woche und es ist nichts außen herum, was den Trubel erklären könnte, aber dort standen wirklich 5-8 Autos.

Ein anderes mal, es ist eine Woche oder zwei her, da fuhren wir eher zufällig am besagten Parkplatz vorbei, und wieder lungerte dort jemand herum, diesmal waren es nur zwei Autos, wobei eines hinter uns her fuhr, um nach einigen Metern doch wieder umzukehren. Seltsam fanden wir es.


Vergangene Nacht fuhr mein Herr mit mir zum Drive-in und danach wollten wir ein wenig Sterne schauen, was kann man in der heutigen Zeit auch sonst so machen. Es war mitten in der Nacht und dort fuhr wieder ein Auto herum. Auf dem Parkplatz stellte er sich ein paar Meter entfernt hin, machte nichts und wir schauten Sterne, siehe Beweisbild, und eigentlich war es auch wirklich schön, aber dann fuhr er wieder weg, kam wieder, fuhr wieder weg und mein Herr wurde langsam nervös und ich somit auch.
Wir dampften ab und er verfolgte uns ein Stück, bog dann aber zu einem anderen Parkplatz ab.

Ich bin nicht naiv, es gibt nicht viele Dinge, die man nachts auf Parkplätzen treibt, aber möchte man damit zu tun haben? Vermutlich manche, wir jedoch nicht.

Mein Ex-Herr und ich hatten schon Voyeure, einer wichste ungehemmt wenige Meter von uns entfernt, in Sichtweite, obwohl wir nichts taten. Es ist so ein Zwieding. Einerseits stört es mich nicht, weil wir ja nichts gemacht haben, aber andererseits weiß man ja auch nicht, was ein nächtlicher Besucher vor hat. Er könnte einen ja auch ausrauben wollen. Nicht jeder ist ein harmloser Palmenschüttler.



Mein Herr hat sich noch immer nicht wegen der Einrichtung des Käfigs geäußert bzw entschieden und so bleibt er vorerst ungenutzt, aber es ist schon irgendwie gemütlich :)



Da ich allen möglichen Gegenständen in meinem Leben Namen gebe, begann mein Herr teilweise unser Schlagwerkzeug zu betiteln, so gibt es zb Monsieur le Fouet, Karl den Dildo und nun auch noch Mister Slapper.






Es ereignete sich vorgestern, als wir morgens nicht aus dem Bett kamen und hinterher wund waren und mein Herr mal wieder seine Leidenschaft entdeckt hatte, mit dem Slapper, meine intimste Stelle rot zu bearbeiten und zu sagen, er würde erst aufhören, wenn sie wund wäre.

Himmel, wie oft frage ich mich, ob er damals im Profil wirklich stehen hatte "Schläge auf die Genitalien: mag ich".
Hatte er nicht, sage ich, hatte er doch, sagt er. Beweise existieren nicht mehr.

Nun kam er gestern morgen auf die glorreiche Idee, den Slapper in Mister Slapper umzubenennen  und schlimmer noch, ihn zu befördern! Aus Mister Slapper wurde ein Wartungsassistent. Ernsthaft, kein Scherz.
Wie äußert sich Mister Slappers neuer Job?
Er darf zuschlagen, wenn ich gewartet werde. Was eine Wartung ist, schrieb ich mal hier, als Aufgabe. 

Warum? Weil mein Herr es mag, eine wunde Fotze Mumu zu ficken. Grund genug sagt er, Grund genug sage ich, denke mir hingegen noch ein leises leider.

Er war allgemein recht inspiriert und hatte über eines unserer Probleme nachgedacht. Er läßt mich gerne kommen und fickt mich hinterher durch und manchmal darf muss ich auch mehr als einmal kommen. Ich habe dann Schuldgefühle und schäme mich dafür, dass ich mehr Spaß hatte als er und
er sagt, mein Spaß dabei ist egal, es geht darum, dass er Spaß hat. Geht es natürlich! Aber schwierig für mich ist es dennoch. Dann stelle ich mir vor, wenn er durch mich kommt, macht es mir ja auch Spaß und es ist ein tolles Gefühl und ihm geht es vermutlich ähnlich, aber da ist mehr, sagt er selber auch. Denn es ist ein Machtgefühl, sagt er, zu bestimmen wie ich komme, wann und wo, wie oft, wodurch.
Machtgefühl... immer dieses Gefühl, wofür ich kein Empfinden und Verständnis habe. Machtgefühl ist in meinen Genen irgendwie abhanden gekommen, ich habe da wirklich kein Gespür für und muss mir mit Beschreibungen behelfen, was ganz gut funktioniert.
Nun jedoch kam er auf die Idee, beim abendlichen Ritual eine Wartung mit einzubauen, täglich. Klingt spannend.
Es soll dadurch mehr noch meinen Gedanken, es sei etwas was er für mich tut, abmildern und statt dessen hervor heben, dass es eben nicht um mich geht. dass ich nur das Werkzeug für seine Lust bin.

Auch fragte er mich gestern, was es mit mir anstellen würde, wenn in meinem Tagesplan steht, ich müsste mich zb 3x am Tag anbieten, indem ich mit Minime (unser kleiner Vibrator) vor ihm erscheinen müsste.
Da geht bei mir ja das Nackenfell hoch.
Mich anbieten?
Schwierig!

Es fällt mir total schwer, wenn ich darum bitten muss, wenn ich Sex brauche, weil es schon zu lange her ist zb.
Ich bin es gewohnt, dass man mich benutzt und mit mir macht, was man möchte und dass es eben vom Herrn aus geht, dass er zu mir kommt und mich aufs Bett wirft, den Boden, das Sofa, sonst wohin und dass er mich dann nimmt.

Es ist kein "das habe ich doch nicht nötig!", sondern eher ein "dann tut er es für mich".
Wenn er aber den Auftragt gibt, ich solle es machen, ist es ja sein Wunsch, sein Wille. Daher ein Gefühlschaos in mir und etwas, dass sortiert werden möchte.

Ich muss mich dringend damit auseinander setzen, dass anbieten einen anderen Faktor haben kann, nämlich "zur verfügung stellen" und nicht negativ ist.

Natürlich ist es schön, wenn er sich nimmt, was er möchte, aber es ist doch auch schön, wenn man etwas, was man mag, angeboten wird.
Auf dem Präsentierteller quasi.
Da muss ich dringend dran arbeiten. Nachholbedarf.

Es ist ein ähnliches Thema, wie um etwas zu bitten. Damit habe ich ja auch so meine Probleme, dabei ist es ein wenig extremer ausgedrückt, wenn man bettelt, doch sicher ein schönes Gefühl, für einen Herrn.

Bei meinem Ex-Ehedom musste ich zb um Orgasmen betteln. Er ließ mich nicht kommen, versetzte mich aber bis direkt kurz davor und ließ mich dann betteln. Demütigend ist es und dadurch schön und eine Bitte ist doch auch etwas schönes.

Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken darum, denn genau genommen sollte mein Herr entscheiden, worauf ich meinen Fokus habe, an was ich arbeiten muss. Vielleicht gibt es andere Baustellen, die ihm wichtiger sind.

Bleibt gesund :)



Montag, 13. April 2020

Sonnenwetter außerhalb vom Käfig




Heute waren wir mal wieder im Wald spazieren, mit Leine und schönen Gesprächsthemen :)

Unter anderem standen wir auf einer Autobahnbrücke und was ich mir ursprünglich öde vorgestellt hatte, war dann doch spaßig, weil viele Auto(bei)fahrer winken und hupen, lächeln und man sich miteinander freuen kann.
Das war wirklich schön und machte ,zum sonnigem Wetter, zusätzlich gute Laune :)

Mein Herr verlangte, dass ich hinter ihm gehe, nicht permanent, denn ich durfte auch ein wenig frei herum springen und wir nahmen uns viel Zeit, waren länger als sonst unterwegs und es tat so gut!





So sieht mein Käfig derzeit aus. Die Kommode ist weg, man kann es nun benutzen. Eingerichtet ist nichts, da mein Herr sich nicht entscheiden kann, ob es eine Kuschelhöhle werden darf, oder er es doch eher unbequem möchte.

Die Türe fehlt noch, aber man kann Ketten abringen :)




Oben das normale Bett, unten das Hundebett mit Verschlußmöglichkeit, so dass man sich doch nahe sein kann, auch wenn ich nicht im Bett schlafen darf.

Hat er toll gemacht, oder?

Ich bin restlos begeistert!

Heute nahm mein Herr mir mehrfach Dinge weg und gab sie mir erst später zurück. So möchte er mir, denke ich, seinen Willen zeigen und dass mir nicht alles gehört und nicht alles selbstverständlich ist und das tut unendlich gut :)

So, nun werde ich mich wieder zu seinen Füßen hinlegen, wie er es mag, dann erklärt er mir, sein PS Spiel. Es ist so ein Online-Spiel, bei dem man in dem Modus, in dem er es spielt, Geld einsammelt im Team und sich und sein Team verteidigen muss.
Eigentlich erzählte er mir bisher wenig darüber, aber gestern hatte er das Spiel unterbrochen, um unser Hähnchen fertig zu machen. Ich kann rohes ganzes Hähnchen nicht auspacken und auf den Ständer spießen und er war so nett und machte es, jedenfalls sah ich dann, dass er abgeschossen wurde und sobald er zurück im Spiel war, da jemand stand und ihn schon erwartete. Man fällt, wenn man verstorben ist, mit einem Fallschirm vom Himmel, also lenkte ich seinen kleinen Kämpfer so, dass er weit ab vom Schuß ist und sich unter einer Brücke verstecken konnte, mit Erfolg! Es kam keiner und er verlor keine weiteren Punkte.

Als er dann heute wieder spielte, erkannte ich lachend diese Brücke wieder und nun findet er Freude daran, mir ein wenig mehr zu erklären :)

Ganz ehrlich, selber spielen möchte ich es nicht, aber ich genieße es, wenn er an etwas Spaß hat und es mit mir teilt :)



Sonntag, 12. April 2020

Frohe Ostern!



An Ostern darf auch ein Haustierchen mal am Tisch frühstücken :)

Auch versteckten wir gegenseitig unsere Osternester :)



Ansonsten ist der Tag so öde, ich gehe ein!


Wir hatten einen opulenten Brunch samt Camembert-Blätterteig-Happen, Trauben und verschiedene Käse-Würfel und was weiß ich noch, was alles.

Danach nahmen wir ein Fußbad, tranken dabei leckeren Tee und zogen uns so Hornhaut-Socken an. Total stinoooo.





Dann dödelten wir noch etwas vorm Fernseher herum, waren ein wenig im Chat und verdorren nun innerlich weiter.

Weil ich herum nörgelte, dass wir DS technisch weiterhin eine Flaute haben, bekam ich eine Kette mit Schloß umgelegt, während ich unser Hühnchen zubereitete.

Ich war mal mit einer Kette in der Küche angeschlossen, da ich zu dem Zeitpunkt als ich mich beschwert hatte gerade in der Küche war, fühlte er sich vielleicht daran erinnert und machte es ähnlich wie damals?






Mich wundert seine Wahl ja schon etwas. Wir haben ein Elektroschock-Halsband und sonst was für Teile noch, aber nein, es ist eine Kette samt Schloss. Seine Entscheidung.

Schlimm genug, dass ich durch herum meckern etwas bekam. Das alte Lied. Ich mag es nicht, wenn mir etwas gewährt wird, weil es sich dann wie mein Willen anfühlt, nicht wie seiner. Schwierig, man hat dann wenig Auswahl. Hält man den Mund und hat eben kein DS, oder sagt man was und wenn etwas passiert, fühlt es sich scheiße an. Genau genommen ist es eine Zwickmühle.



Thema Bett / Käfig / Kuschelhöhle ruht gerade auch. Wir müssten eine Kommode woanders hin stellen, dann kommt man darunter, aber mein Herr bewegt sie nicht und somit ist zwar mein Hundebett darunter, rund herum ist jedoch keine Öffnung, also können wir es weder benutzen, noch einrichten. Warum? Keine Ahnung.

Die Türe fehlt noch, Ideen haben wir genug und Möglichkeiten, mein Herr müsste sich entscheiden und die Teile bestellen. Stillstand.

Ich habe mir wirklich eine schöne Lichterkette besorgt und er brummelte, es wäre ihm ja nicht so recht, wenn ich eine Kuschelhöhle einrichte.
Verbietet er es mir?
Nein.
Warum?
Ich weiß es nicht.


Vielleicht möchte er eine Pause vom umbauen, herum schieben, herum räumen usw., aber wenn es so ist, kommuniziert er es nicht.


Ich finde im Moment alles so anstrengend und langweilig!

Dann schrieb ich gestern im SMC, dass ich mir Gedanken mache, zu was für einen Blödsinn ich meinen Herrn überreden könnte, genau aus dem Grund und ich bekam nur blöde Antworten, unter anderem, wir könnten uns an den Händen haltend von einem Hochhaus springen. Was für Menschen schreiben solche Dinge? Die müssen ja massiv unzufriedener sein, als ich es bin. Der, der es schrieb, tut mir richtig leid, da er viele Probleme mit sich selber haben muss, sonst schreibt man nicht solche Dinge.

Ich bin ja auch dankbar!

Wir haben immerhin uns und das ist viel wert.

Wir könnten uns gerade den Himmel auf Erden bereiten und die tollste Zeit überhaupt haben!

Vielen anderen ist das leider verwehrt.

Menschlichkeit ist in der heutigen Zeit, jedenfalls im SMC, ein rares Gut, leider.

Ich wünsche allen, dass sie gesund bleiben und ein virtuelles Miteinander erleben können, dass ein wenig von ihrer realen Einsamkeit ablenkt.




Montag, 6. April 2020

Haustierchen-Käfig







Ja, ich baue an unserem Schlafzimmer; damit Haustierchen ein Gehege bekommt, das ihr mehr entspricht als es bisher der Fall ist.

"Bob der Baumeister" – ich muss gestehen, ich fand die Überschrift des Beitrags zunächst so despektierlich, dass das Lob und die wohlwollende Beschreibung meines Tuns in meiner Wahrnehmung demgegenüber deutlich verblasste. Nach erneuter Lektüre erkenne ich hinter der feinen Ironie der Überschrift das Wohlwollen (zumal mein Haustierchen ein paar gute Ideen beigesteuert hat).

Die Idee: den begrenzten Raum im Schlafzimmer effizienter nutzen und den länger gehegten Wunsch nach einem Tierchenkäfig erfüllen; Lösung des Problems: aus unserem Bett ein Hochbett bauen, das auf Kommoden aufgebockt wird. Der Hohlraum darunter wird der Haustierchen-Käfig. Kleinere Probleme (Maße und Stabilität) ließen sich recht unaufwändig lösen, nun geht es an den Feinschliff. Entgegen des ursprünglichen Plans kommen an beide Seiten des Bettes Treppen, weil die ursprüngliche Idee nicht hinreichend praktikabel war. Die ins Auge gefasste Treppen bedarf darüberhinaus noch stabilisierender Elemente, auch dafür ist eine Lösung gefunden. Für den Eingang des Haustierchen-Geheges will ich ein Fenstergitter verwenden, das mit Scharnieren verbunden wird und dann mit Vorhängeschlössern gesichert wird, damit das Haustierchen auch wirklich unter Verschluss ist.

In der Phantasie meines Haustierchens ist es eine "Kuschelhöhle", die es sich gemütlich einrichten möchte (mit Lichterkette und Bücherstapel), aber eigentlich ist es ein Haustierchen-Käfig, der eine artgerechte haltung ermöglichen soll; am Boden und hinter Gittern. (Damit das Tierchen es auch wieder mehr zu schätzen weiß, wenn es ins Bett darf, was ihm zunehmend als reine Selbstverständlichkeit erscheint.)



Anmerkung Haustierchen:
Was bringen alle zeitaufwändigen Konstruktionen, wenn darunter lediglich der Alltag leidet und mal wieder keinerlei DS vorhanden ist, außer die Ketten nachts und nicht einmal mehr Sex drin ist?

Wie alle zunächst zeitaufwändigen Konstruktionen dienen sie der längerfristigen Entlastung des Alltags und der Struktur; weil sie das, was in Vergessenheit gerät, sinnfällig machen.

D/s ist etwas, das im Kopf stattfindet, wenn man den Kopf nicht freimacht, dann, in der Tat, nützt keine Konstruktion etwas, aber vielleicht kann sie helfen, den Kopf wieder dafür frei zu bekommen, damit das Ritual zB nichts Leeres ist, das man quasi abarbeitet.



Was bringt es, wenn es fertig ist und so wenig genutzt wird, wie ich genutzt werde?

Dein Nutzen hängt stark ab von dem Rahmen, in den man dich stellt, und nicht zuletzt auch von den Rahmenbedingungen, die du im "Corona-Koller" ja schön beschrieben hast.




Was bringen all die schönen Sachen, wenn sie verstauben und herum liegen, wie ich verstaube und nutzlos herum liege?

Die schönen Sachen habe ich unter anderem von der Wand geholt, um sie wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, so wie du wieder in neuem Glanz erstrahlst, wenn ich sie auf deinem Arsch tanzen lasse. 
Eine neue Anordnung der Dinge ist immer auch eine Chance, Liebgewonnenes neu zu entdecken. Und Vergessenes hervorzunehmen
Wirf mal einen Blick in die Schubladen unter deiner Schlafstatt.


Freitag, 3. April 2020

Bob der Baumeister

Ich bin so stolz auf meinen Herrn!

Er ist so fix, von der Idee, wie wir das Schlafzimmer neu gestalten, bis hin zur Umsetzung.







Im fast Alleingang, hat er das Schlafzimmer ausgeräumt, die neuen Kommoden aufgebaut usw. Er ist super fleißig und bekommt gleich einen dicken, verdienten Burger und fällt dann sicherlich super müde ins Bett und schläft durch bis.... hmm drei Tage oder so *lach

Nun muss darf ich beim Schlafen die Peitschen und das ganze Zeug anstarren und unter dem Bett, wird mein Hundebettchen Einzug erhalten. Mein Herr liebäugelt noch mit einem massiven Käfig, ist sich jedoch nicht ganz schlüssig.

Wo meine Bücher (ich habe Unmengen davon, es ist langsam ein richtiges Problem) hin kommen werden, ist auch noch so eine Sache, aber genau genommen eine wundervolle Sache, denn es gibt wenig, was schöner ist, als zu viele Bücher zu haben :)

Ich hoffe, dass er morgen einen Ruhetag einlegt, obwohl noch nicht alles fertig ist, weil er heute so viel geleistet hat und eine Pause braucht. Er übernimmt sich und das mag ich nicht. Zwar kümmerte ich mich so gut es ging um ihn, brachte immer wieder Getränke und bereitete ihm liebevoll Essen zu, jedoch hat er kaum eine Pause eingelegt. Das kann nicht gesund sein.

Oh, ich freue mich schon so, wenn alles fertig ist und er voller Stolz sein Werk ansieht und glücklich sein wird!



Mittwoch, 1. April 2020

Corona-Koller





Et nervt!!!!!

Es nervt total!!!!

Aber gut, positiv denken...

Mein Herr hat gerade genug Zeit, um unser Schlafzimmer neu zu gestalten und ja, irgendwie (sorry, ich bin ein 3D-Vorstellungsvermögen-Müsli) ist darunter genug Hohlraum, um mir einen Käfig einzurichten!

Ok, ich nenne es Kuschelhöhle und plane schon, sie einbruchsicher zu machen und dann nicht mehr raus kommen. So mit Keksvorratsecke und Mini-Kühlschrank, Lichterkette und BÜCHERN!!!!


Derweil versauere ich vorm Fernseher, stricke fleißig Socken und implodiere innerlich vor Langeweile und WÄÄÄHHHH-Gefühl.

Morgen gehts zu Ikea, da kann man an der Ladeabholzone noch hin, nur nicht rein. Riesen Ausflug hm? Naja, vielleicht bekomme ich meinen Herrn überredet, dass er mich noch zu einem Aktion, Tedi, Center Shop oder dergleichen fährt, der Lichterketten hat, denn ich habe ja meinen ganz persönlichen Plan, für meinen    Kuschelhöhle   "Käfig".


So, noch eine Folge Babylon Berlin, dann gehts schon ins Heia Bettchen *würg
Ach man, tut mir leid. Also, positiv sehen, morgen wird ein ereignisreicher Tag. Wir fahren zu Ikea! Wir bauen das Schlafzimmer halb ab, um und wieder neu hin, jippiee!
Juchu, Muskelkater, massiv viel Arbeit, toll!!!
Ach man... ich flansche mich lieber wieder vor den Fernseher...

Was macht ihr so?
Was hilft euch so?
Immer nur Sex, schlagen, pennen und Pornos schauen, ist ja nun wirklich nicht erfüllend.