Montag, 6. April 2020

Haustierchen-Käfig







Ja, ich baue an unserem Schlafzimmer; damit Haustierchen ein Gehege bekommt, das ihr mehr entspricht als es bisher der Fall ist.

"Bob der Baumeister" – ich muss gestehen, ich fand die Überschrift des Beitrags zunächst so despektierlich, dass das Lob und die wohlwollende Beschreibung meines Tuns in meiner Wahrnehmung demgegenüber deutlich verblasste. Nach erneuter Lektüre erkenne ich hinter der feinen Ironie der Überschrift das Wohlwollen (zumal mein Haustierchen ein paar gute Ideen beigesteuert hat).

Die Idee: den begrenzten Raum im Schlafzimmer effizienter nutzen und den länger gehegten Wunsch nach einem Tierchenkäfig erfüllen; Lösung des Problems: aus unserem Bett ein Hochbett bauen, das auf Kommoden aufgebockt wird. Der Hohlraum darunter wird der Haustierchen-Käfig. Kleinere Probleme (Maße und Stabilität) ließen sich recht unaufwändig lösen, nun geht es an den Feinschliff. Entgegen des ursprünglichen Plans kommen an beide Seiten des Bettes Treppen, weil die ursprüngliche Idee nicht hinreichend praktikabel war. Die ins Auge gefasste Treppen bedarf darüberhinaus noch stabilisierender Elemente, auch dafür ist eine Lösung gefunden. Für den Eingang des Haustierchen-Geheges will ich ein Fenstergitter verwenden, das mit Scharnieren verbunden wird und dann mit Vorhängeschlössern gesichert wird, damit das Haustierchen auch wirklich unter Verschluss ist.

In der Phantasie meines Haustierchens ist es eine "Kuschelhöhle", die es sich gemütlich einrichten möchte (mit Lichterkette und Bücherstapel), aber eigentlich ist es ein Haustierchen-Käfig, der eine artgerechte haltung ermöglichen soll; am Boden und hinter Gittern. (Damit das Tierchen es auch wieder mehr zu schätzen weiß, wenn es ins Bett darf, was ihm zunehmend als reine Selbstverständlichkeit erscheint.)



Anmerkung Haustierchen:
Was bringen alle zeitaufwändigen Konstruktionen, wenn darunter lediglich der Alltag leidet und mal wieder keinerlei DS vorhanden ist, außer die Ketten nachts und nicht einmal mehr Sex drin ist?

Wie alle zunächst zeitaufwändigen Konstruktionen dienen sie der längerfristigen Entlastung des Alltags und der Struktur; weil sie das, was in Vergessenheit gerät, sinnfällig machen.

D/s ist etwas, das im Kopf stattfindet, wenn man den Kopf nicht freimacht, dann, in der Tat, nützt keine Konstruktion etwas, aber vielleicht kann sie helfen, den Kopf wieder dafür frei zu bekommen, damit das Ritual zB nichts Leeres ist, das man quasi abarbeitet.



Was bringt es, wenn es fertig ist und so wenig genutzt wird, wie ich genutzt werde?

Dein Nutzen hängt stark ab von dem Rahmen, in den man dich stellt, und nicht zuletzt auch von den Rahmenbedingungen, die du im "Corona-Koller" ja schön beschrieben hast.




Was bringen all die schönen Sachen, wenn sie verstauben und herum liegen, wie ich verstaube und nutzlos herum liege?

Die schönen Sachen habe ich unter anderem von der Wand geholt, um sie wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, so wie du wieder in neuem Glanz erstrahlst, wenn ich sie auf deinem Arsch tanzen lasse. 
Eine neue Anordnung der Dinge ist immer auch eine Chance, Liebgewonnenes neu zu entdecken. Und Vergessenes hervorzunehmen
Wirf mal einen Blick in die Schubladen unter deiner Schlafstatt.


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