Donnerstag, 4. Juni 2020

Perfektion

Haustierchen unter sich


Aus meinem Text wurde ein Dialog :)
Ich bin meinem Herrn sehr dankbar, dass er meine Gedanken so aufmerksam gelesen hat und sich die Zeit nahm, sie zu kommentieren und mir so einen Einblick in seinen Kopf gewährt hat!
(Wie immer, sein Text ist rot, meiner blau)



Manchmal schreibt man eigentlich nur eine Mail-Antwort und plötzlich wird viel mehr daraus, weil es einfach fließt und man gar nicht wahrnimmt, wie man einen kleinen Roman verfasst :)

So ähnlich ging es mir heute.

Ich antwortete und kam über den Begriff "Perfektion" immer weiter ins Grübeln.

Was für den Einen perfekt ist, ist für den Anderen keine Option und muss sich ändern.

Wie schön ist es dann, wenn es da einen weiteren Menschen gibt, der sagt: "Du bist perfekt für mich!" Wie so Puzzleteile die ineinander greifen :)

Mein Herr lobt mich im Moment häufig und nun endlich auf eine Art, die auch bei mir ankommt und nicht nur gehört, sondern und vor allem auch gefühlt wird :)

Das spornt mich ungemein an und ich gebe mir noch mehr Mühe, meine Laune ist unweigerlich besser und das kann ich dann auch meinem Herrn vermitteln, dem es somit auch zugute kommt :)

Wenn man sich gegenseitig das Gefühl gibt wertvoll zu sein, kann einem nichts auf der Welt etwas anhaben, weil man weiß, man hat einander und das ist unbezahlbar.

Das Gefühl, für den Anderen wertvoll zu sein, ist ein wichtiger Motor. Das Gefühl stellt sich am ehesten ein, wenn man dem Anderen vermittelt, dass er selbst wertvoll ist.

Als er heute arbeiten ging, brauchte ich nicht einmal einen Tagesplan. Beim Verabschieden (ich kniend, den Blick gesenkt, er vor mir stehend, Hand auf meinem Kopf) sagte ich kurz, ich würde noch eben fertig spielen, dann ein wenig entspannen, etwas Französisch lernen und pünktlich für ihn kochen, so dass er bei seiner Rückkehr essen kann. Er war einverstanden und es war ok für mich, kein Gefühl, er hätte mir Zeit widmen müssen und tat es nicht und ich sei weniger wert dadurch. Kein Gefühl fallen gelassen worden zu sein. Keine kleine Sorge, dass man nicht entscheiden möchte, was man tun soll, obwohl er ohnehin immer meine Vorschläge angenommen hatte, da sie durchdacht und passend waren.

Wenn ich durch andere Dinge meinen Platz spüre, brauche ich keinen Tagesplan, weil ich ohnehin weiß, was getan werden muss, besser als mein Herr, da er nicht so den Überblick hat. Braucht er auch nicht, es gibt Wichtigeres in seinem Leben. Meine Aufgabe ist es, ihm solche Dinge abzunehmen :)

Umso schöner ist es, wenn er seine Aufmerksamkeit dann auf zb. seine Arbeit richtet und man merkt, er kann sich entspannen und hat den Kopf dafür frei und dankt es mir hinterher umso mehr.

Dafür lebe ich, diese Momente, wenn man merkt, dass das Dienen wirkt, funktioniert, ankommt und man dafür gedankt bekommt und man voller Herzblut, sich umso mehr bemüht und angefeuert davon weitere Gedanken hegt, wie man es ihm noch gemütlicher gestalten kann, so dass er für die jeweiligen Teile seines Lebens die volle Aufmerksamkeit hat, vielleicht dann auch für mich :)

Zeit, den Kopf frei zu haben, sorgt dafür, dass ich meinen Kopf wieder für Gestaltung nutzen kann, und diese Gestaltung sollte dir zugute kommen.

Klar braucht mein Tag Struktur und von stetigen Ritualen und sich wiederholenden Tagesabläufen profitiert jede Sklavin, denke ich, aber zu genaue Pläne bringen keinem etwas und zeigen eigentlich nur, dass an einer anderen Stelle etwas fehlt. Es ist doch überflüssig mir vorzuschreiben, dass ich z.B. die Wäsche machen muss, was weiß ich, einkaufen gehen soll und zur Entspannung eine Serie schauen darf. Mein Herr hat nicht unbedingt alles auf dem Schirm und wenn ich ihm sage was erledigt werden muss und er es annimmt, ist es ja ohnehin, als würde ich meinen eigenen Plan schreiben. Ihm zu sagen was ich vorhabe und seine Erlaubnis zu bekommen, sollte doch genügen und ein Tagesplan könnte dann noch regeln, wann welches Ritual ansteht und welche Aufgabe, die eben nichts mit dem Alltagsgeschehen zu tun hat.

Neue Funktion für den Tagesplan: die Spitzen liefern, die Momente, die Zeitinseln, in denen du sein kannst – nackt, Stirn am Boden, Arsch in die Höhe. Oder benutzt, vom Orgasmus erschöpft.

Meinem Herrn waren die exakten Tagespläne immer ein Gräuel und ich verstand nicht, wie er sie so empfinden kann, aber jetzt, mit dem positiven Response an anderer Stelle, verstehe ich seine Gedanken besser.  Es stopfte schlicht ein anderes Loch, wenn ich bei seiner Rückkehr sagen konnte, dass ich den Plan befolgt habe.
Wobei, ganz ehrlich, Rechenschaft für das eigene Tun ablegen müssen, ist immer etwas wundervolles, weil es zeigt, die eigene Zeit gehört einem nicht selber, man muss sich rechtfertigen, was man damit angestellt hat, weil sie dem Herrn gehört *seufzt

Ja, du hast es verdient, dass du Rechenschaft ablegen darfst. Ich sage bewusst "darfst", nicht "musst", denn darin liegt eine Wertschätzung meines Haustierchens und seiner Fähigkeiten: Du darfst, weil du kannst und deshalb musst. Es liegt in deiner Natur.

Natürlich sind all das nur meine Gedanken und was mein Herr dann macht, wünscht und wie er es umsetzt, ist seine Sache alleine! Ich rede ihm da nicht rein, bzw. doch manchmal schon, wenn ich eine Idee habe, wie man etwas verbessern könnte. Wie er mit meinem Vorschlag umgeht ist dann aber schon wieder lediglich seine Sache. Ein Herr der keine Vorschläge annehmen und überdenken kann, hat doch irgendwie ein Ego Problem, finde ich.

Ich bin froh, dass mein Herr mich anhört und überdenkt, was ich zu sagen habe und es nicht einfach abschmettert, um krampfhaft seinen Willen durchzusetzen.

Es macht Freude, dich anzuhören, weil ich immer von dir lerne – auch und gerade da, wo ich dir vielleicht nicht zustimme. Das ist so wertvoll

Mir wurde allerdings auch schon gesagt, dass er dadurch kein Herr sei, weil er sich von mir etwas sagen lässt. Leider hat dieser Mensch dann nicht verstanden, dass mein Herr nicht befolgt, was ich sage, sondern lediglich überdenkt, was an meinem Vorschlag dran ist und dann entscheidet.

Wer so resistent gegen Gedankengänge von anderen ist, hat ein ganz anderes Problem. Jeder der etwas zu sagen hat, hat das Recht darauf gehört zu werden, denn selbst wenn es etwas nicht so Schlaues ist, so steckt doch ein Bedürfnis dahinter und jeder Mensch hat Aufmerksamkeit verdient.

Die die am Lautesten schreien, womöglich mit schmutzigen Wörtern, haben ein sehr intensives Verlangen gehört zu werden und die Botschaft steckt dann selten in den Worten, sondern dem was nicht gesagt wird.

Wenn man Anderen zuhört, wirklich aufmerksam zuhört, dann lebt man intensiver, so ist meine Erfahrung und hat bessere Beziehungen, nicht nur im inneren Kreis, sondern zu jedem.  Selbst Rüpel sind Menschen, die man verstehen kann und wenn man es versucht, kann man ganz tolle Menschen entdecken, die es wert sind, denn jeder Mensch hat Wert, auch die, die sich ungenießbar geben :)











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