Sonntag, 31. Januar 2021

Alltägliches

 Ich war ein wenig ruhig, in den letzten Tagen.

Zum Einen, weil ich erkältet war, zum Anderen, weil irgendwie nichts passierte und dann ganz viel auf einmal.


Ab und an bekomme ich eine PN oder Mail, in der meine Webseite angesprochen wird, was mich immer freut, egal ob es Lob oder Kritik ist, wobei mich das Lob natürlich mehr freut :)

Heute bekam ich unter anderem eine kleine Erinnerung daran, dass ich auch schöne Dinge beschreiben wollte. Ich bin eine Frustschreiberin, wie andere Frustfresser sind, auch kann ich mich meinem Herrn nicht so gut mitteilen, geschweige denn meine Gefühle so deutlich ausdrücken, als wenn ich sie aufschreibe. Wenn ich also wütend bin, kann ich das alles in die Tastatur hauen und mich so deutlich machen. 

Aber, das hier ist ja nicht nur ein Frustablageort, sondern, in meinen Augen, vor allem unser Erinnerungsalbum und Tagebuch in einem.

Nachdem ich schlimme Migräne hatte, wie im meinem letzten Eintrag beschrieben, hatte mein Herr aufgehört mir morgens und abends fünf Hiebe zu geben. Warum? Fragte ich nicht, weil es seine Entscheidung ist und ich es, offen gestanden, auch nicht vermisse.

Mein Herr sucht nach wie vor unseren gemeinsamen Weg. Es ist nicht einfach für ihn, leider. 

Ich bin seine erste TPE Sklavin und wo andere, wesentlich ältere Herrn, ihre Erfahrung vor mir mit anderen Subs/Sklavinnen erleben, erproben und suchen konnten, schaut mein Herr mal in die eine, mal in die andere Richtung, versucht hier etwas, probiert dort ein wenig, wie ein kleines Kind im Süßigkeitenladen, um dann zu erfahren, was er mag, was er öfter haben mochte, was er nicht leiden kann, was gut funktioniert u.s.w.

Anfangs hatte ich damit große Probleme, zum Teil, weil ich es gewohnt war, dass ein Herr seinen Weg genau kennt, seinen Geschmack schon weiß und mich straight führt. Dass ein Erziehungskonzept schon ausgebaut vorliegt, alle Regeln fest stehen, alle Fallen schon ausgemerzt wurden und alles sehr konstant und konsequent ist.

Was ich nicht bedacht hatte war, dass solche Herren auch nicht so geboren wurden, sondern lernen mussten, sicher öfter auf die Nase gefallen waren und ich eigentlich davon profitierte, dass sie schon alt und erfahren waren. An die Subs/Sklavinnen vor mir hatte ich keinen Gedanken verloren, an denen es wahrscheinlich ausprobiert wurde. Die Versuchskaninchensklavinnen :D

Ich bin auch nicht schnell und brauchte meine Zeit um mich daran zu gewöhnen. Stellte mein Herr eine Regel auf und verschwand sie wieder, war es für mich eine Tragödie! Weltuntergang! Das Drama war vorprogrammiert! Aber warum?

Wenn eine Regel nicht funktioniert, wäre es ziemlich blöd, wenn man trotzdem an ihr festhält. Eigentlich hätte ich dankbar sein müssen, dass er den Mut hatte, nicht sinnlosen Mist durchzusetzen, nur damit er als konsequenter Herrscher dastehen kann!

Er achtet sehr darauf, dass es sich gut anfühlt, dass es sich passend anfühlt. Das ist schwierig. Nicht jeden Tag fühlt sich das selbe gut an, dennoch sollte es eine gewisse Konsequenz und Standhaftigkeit im Alltag geben, damit die Sklavin sich geborgen und sicher fühlen kann. Man sollte vielleicht unterscheiden, ob es sich nahezu nie passend anfühlt, oder als Ausnahme nicht. 

Mein Motto ist ja: "TPE beginnt, wo der Spaß endet!", bedeutet, so lange es Spaß macht, ist es nicht unbedingt TPE, da es einfach ist, aber wenn man keinen hat, dann kann man beweisen, was TPE wirklich bedeutet. Vielleicht ist das auch für den Herrn so. Nicht immer kann alles Spaß und Freude bereiten, manchmal ist es auch Arbeit und Mühe. Konsequent sein, denke ich, ist immer auch Arbeit und Mühe. Man muss andauernd an etwas denken, bis es einem ins Blut übergegangen ist.

Mein Herr legte nun fest, da eine reine Bodenhaltung etwas utopisch ist, in seinen Augen, dass ich zu fragen habe, bevor ich mich auf ein Möbel setzen darf und wenn er den Raum betritt, ich aufzustehen habe, unter anderem, um ihm Respekt zu zollen.

In der Theorie klasse! War ich sofort dabei!

In der Praxis vergessen wir es beide oft, oder haben Stolpersteine wie zum Beispiel, dass die Katze auf mir liegt, aber jeder Katzenbesitzer weiß, wenn die Katze auf einem liegt, darf man nicht aufstehen, selbst wenn die Welt unter geht, also fragte ich schon vorher, ob ich dann sitzen bleiben darf, aber verbalisiere, damit er weiß dass ich daran gedacht habe, dass ich aufstehen würde wenn sie nicht da wäre.

Wenn man hingegen zu viele solcher Ausnahmen hat, ist der Kopf zu voll und es bildet sich auch keine Konsequenz und wird immer weniger beachtet, bis sich keiner mehr an die Regel erinnert.

Schwierig!

Wirklich dauerhaft hat sich bisher lediglich die Regel gehalten, dass ich abends im Bett angekettet werde und frage, ob ich auf die Toilette darf.

Ach und die Hoodie-Kleiderregel ist auch recht konsequent durchgesetzt worden.

Von dem was wir uns vorstellten, als wir zusammen zogen, ist aber wenig übrig geblieben, leider.

Für meinen Herrn war der Einzug, eine Familie haben, neue Möbel, weniger Platz, mehr Zeug das herum steht u.s.w. eine sehr große Umstellung, an der er nach wie vor herum knabbert und damit umgehen lernen muss, was die DS-Seite oft in den Hintergrund manövriert. 

Ich versuche meinem Herrn viel "Spielraum" zu lassen, es ruhig hinzunehmen, wenn er eine Regel wieder fallen lässt, mich darauf einzulassen, wenn eine neue auftaucht und ihn so sondieren lassen kann, bis er ein passendes Baukastensystem an Regeln, Ritualen und Vorgaben gesammelt hat, was für uns passend ist und funktioniert. Der Alltag wirft uns da auch immer noch etwas zurück und so braucht es einfach Zeit und Gelassenheit und wer mich kennt weiß, das ist so gar nicht mein Talent :)

Abends versuche ich immer nochmal nicht so schön gelaufene Dinge anzusprechen, im versöhnlichen Ton und vor allem schöne Dinge, die ich gut fand, mit einem Lob für ihn verknüpft. Ursprünglich war mein Gedanke, dass ich gerne abends ein Resümee bekommen würde, indem er schreibt, was verbesserungswürdig an meinem Verhalten war und was gut lief, aber ich möchte keine Forderungen stellen, also ging ich mit gutem Beispiel voran :)


Durch Corona gehen wir nach wie vor weniger raus, außer für Spaziergänge, und mein Herr hat viele Video-Konferenzen. Eigentlich hatte ich angenommen, dass er dabei gerne seine Ruhe hat und somit habe ich mich leise im Wohnzimmer aufgehalten, mich selber beschäftigt und ihm ab und zu einen Snack und/oder ein Getränk gebracht. Er sagte zwar, dass ich gerne im Sessel im Büro sitzen darf, aber das hielt ich für Höflichkeit und da ich nicht stören wollte, blieb ich weg.

Da wir an unserer Kommunikation arbeiten, kam heraus, dass er es gerne sieht, wenn ich im Sessel bin, es beruhigt ihn und somit packte ich mir ein paar Dinge zusammen und machte es mir dort gemütlich, während er arbeitete. Natürlich brachte ich ihm dennoch Dinge für sein leibliches Wohl rein! Und ich kroch auch schon mal unterm Tisch rüber und legte mein Köpfchen in seinen Schoß und wurde gekrault, was mein Highlight an dem Tag war :)

Es ist sehr, sehr schwierig für mich etwas aus Eigeninitiative zu tun. Ich möchte nicht, dass es bestimmend rüber kommt, oder mich aufdrängen. Ehrlich gesagt bin ich gerne im Hintergrund, bekomme ab und an ein Lob, ein liebes Wort und bleibe ansonsten unbemerkt. Zu ihm zu krabbeln und mich anzubieten war da schon das höchste der Gefühle und fiel mir sehr schwer. 

Wenn ich mich anbiete, dann habe ich genau genommen, meinem Herrn eine Entscheidung nicht abgenommen, aber irgendwie aufgedrängt, daher mag ich das nicht so gerne. Er sagt, ich würde damit Bedürfnisse ausdrücken, was er gut findet, ich aber nicht.

Ja, ich sagte mal, ich sei pflegeleicht und einfach, nein er sagt immer, ich sei sehr kompliziert und in solchen Momenten gebe ich ihm Recht.

Vermutlich möchte ein Herr nicht immer fordern und sagen was er will, sondern auch mal begehrt werden und spüren können, dass man etwas von ihm will. 

Sagte ich schon, wie schwierig das alles ist?

Mir schwirrt ja bereits beim Schreiben der Kopf!

Ursprünglich wollte ich einen schönen Eintrag schreiben, über unseren Alltag...

Irgendwie passiert auch so wenig, dass ich gar nicht weiß, was ich schreiben soll, außerhalb von solchen Gedankengängen wie oben.

Ich versuche es mal :)

Heute morgen wachten wir recht spät auf, weil wir nicht so früh im Bett waren und noch ein wenig herum kränkelten. Unser Bett ist im Moment noch hochgebockt auf Kommoden und hat dadurch drunter Platz für meine Kuschelhöhle mit Hundebett, aber das ewige hoch und runter klettern nervt uns und der Raum wirkt durch den Bettglotz ungemütlich und dunkel, somit machen wir uns bereits Monate schon Gedanken dazu, wie wir ihn umgestalten sollen.

Mein Herr mag nicht, wenn ich im Hundebett schlafe, weil es so weit weg ist und er mich nicht einmal greifen, berühren und sehen kann, also möchte er gerne das Bett wieder auf den Boden stellen, das Hundebett daneben und nicht mehr irgendwo hoch kraxeln müssen. 

Wir wachten also auf und diskutierten wieder Möglichkeiten fürs Schlafzimmer durch und ob wir es einfach mal umstellen wollen, um zu schauen wie es wirkt u.s.w.

Wir frühstückten und ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich dabei nicht mehr auf dem Boden saß :( Es fehlt mir sehr, jedoch mag mein Herr es auch, wenn wir uns gegenüber sitzen und reden können, denn wenn ich auf dem Boden bin, ist es wie eine Barriere, sagte er mal. Verstehe ich auch! Vielleicht sollten wir mal schauen, was wir ändern könnten, damit keine Barriere vorhanden ist, aber dennoch mein Platz gewahrt wird.

Später ging er etwas seinem Hobby nach und ich meinem, wir haben ein paar Dinge erledigt und herum getrödelt. 

Aufstehen wenn er rein kommt, ist noch so ungewohnt, dass wir es dauernd vergessen und uns höchstens mal gegenseitig erinnern und stöhnen, weil wir so oft darin versagen. Gestern meinte mein Herr, wir sollten es mal bewußt üben, damit es normal wird und man direkt merkt, wenn es nicht eingehalten wird. Disziplin ist nicht so unseres, glaube ich langsam, aber dann beschwere ich mich wieder, dass mir mein Platz fehlt, mein Habitat nicht stimmt und ich mich unwohl fühle.

Ich muss langsam Schluß machen, weil er mich im Büro haben möchte und ich noch kochen muss. Er sagt nicht "Komm jetzt endlich rüber...", sondern fragt was ich mache, hatte vorhin gesagt ich solle später kommen und würde mich nicht beim Schreiben unterbrechen, auch wenn das sein volles Recht wäre. Einerseits genieße ich diesen Respekt und die Höflichkeit, andererseits fehlen mir direkt wieder klare Worte, aber wie ich in den letzten Einträgen bereits schrieb, ich arbeite daran und gebe mir Mühe die leisen Worte zu hören und beende nun lieber den Eintrag, damit ich danach handeln kann :)


   


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