Dienstag, 7. Juli 2020

Plakette

Heute morgen hat mein Herr die Plakette ans Halsband gemacht und dran gelassen.
So waren wir, unter anderem, einkaufen.

Das Bild ist im Deichmann entstanden.





Als wir los fuhren, nahm ich noch an, dass es vielleicht hier und da eine Reaktion geben könnte und machte mir Sorgen.
Unterwegs jedoch stellte sich heraus, dass nichts passierte und schon nach wenigen Minuten, war die Plakette aus meinem Kopf gelöscht und lediglich wenn sie kurz mit dem Ring zusammen stieß und klimperte, fühlten meine Finger nach, ob die unbeschriftete Seite oben liegt. Kurz darauf, war mein Kopf bereits wieder frei und auf andere Dinge fokussiert.


Ich habe es sehr genossen, als wir Verwandte meines Herrn besucht haben und mal wieder erwähnt wurde, wie er als kleiner Junge unterwegs war. Sich vorzustellen, wie er die Welt sah, wie sein Leben war, was ihm damals schon wichtig war, diese warme und herzliche Erzählstimme von Menschen die ihn lieben und schon immer kennen, das berührt mich jedesmal erneut und ich betrachte dann meinen Herrn, der von seiner Familie, so warmherzig beschrieben wird und sehe darin nicht nur wie er heute ist, sondern etwas vollkommener, vollständiger, den gesamten Mensch.
Ich sehe den kleinen Jungen, den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den jungen Erwachsenen und die ganzen Schritte und Zwischenschritte, die von ihnen verfolgt und begleitet wurde und bin einer von ihnen, einer von ihnen, die ihn voller Wärme und Liebe betrachtet und stolz ist, ihn kennen zu dürfen und stolz ist, dass er so ist wie er ist und ich würde dann so gerne meinen Blick auf ihn, mit ihm teilen können, damit er sieht, was ich sehe, damit er spürt, was ich fühle, damit er sich so sehen kann, wie ich es tue.

Das kann ich leider nicht.
Ich kann es hier versuchen in Worte zu fassen, die nur flach sind und nicht im Ansatz wiederspiegeln können, was ich in dem Moment und vielen anderen Augenblicken auch, sehe.

Das ist traurig.
Es macht mich maßlos traurig.

Wenn er sehen könnte, wie andere ihn wahrnehmen und was für Gefühle sie ihm entgegen bringen, klar und ohne Filter, ohne Nebel, wirklich sehen könnte, wie man ihn wahrnimmt, dann würde er sich als glücklichster Mensch auf Erden fühlen.

Aber leider sind die meisten Menschen dazu nicht in der Lage, weil sie eine vollkommen andere Selbstwahrnehmung haben.
Schade.

Es täte jedem besser, wenn er es könnte, sich einfach mal durch die Augen seiner Mama sehen, oder der Oma, oder seines Vaters, Opas, Onkels, was weiß ich wem. Von geliebten Menschen, die ihn ansehen und denen das Herz überläuft vor Liebe und Mitgefühl, das selber sehen können, dann wären wir die reichsten Menschen der Welt, egal wie voll unser Konto ist.

Und heute war wieder einer dieser wertvollen Tage, an denen ich das erleben durfte und so schaue ich ihn an und hege den Gedanken, dass ich ihm so einen Blick von außen auf ihn gönnen würde und genieße einfach, dass er solche Menschen in seinem Leben hat, die ihn so ansehen und die gesamte Stimmung im Raum.
Ein schöner Tag.








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