Sonntag, 5. Juli 2020

Popcornmomente

Ich wurde gefragt, warum ich gerade nichts schreibe.

Einfache Antwort: weil wenig passiert :)


Eigentlich nicht, eigentlich passiert doch immer was, wie bei allen anderen auch, nur eben wenig, was man schreiben könnte, dachte ich und dann kam ich so ins Grübeln und merkte, dass da doch einiges ist.

Zum Beispiel unser Seelen-Katerchen ist krank und macht uns arge Sorgen, dabei hat er sich immer weiter in mein Herz geschlichen und schläft mittlerweile in meinem Arm nachts und liegt immer in unserer Nähe herum. Muss schon heulen beim Schreiben. Naja, wir arbeiten daran, dass es ihm bald besser geht.

Erfreulicheres Thema muss her.

Letztens saß ich so an meinem Menschenschreibtisch, im Büro meines Herrn. Ich bekam dieses wundervolle Möbelstück von ihm mit einem lachendem und einem weinendem Auge, weil er wirklich einzigartig schön ist, aber eben ein Menschenmöbel. Jedenfalls saß ich da und schaute nach Stühlen. Ein passender Sessel oder dergleichen fehlt noch für den Menschenschreibtisch und mein Herr macht die Vorhänge zu. Mein Tisch steht vorm Fenster und ich dachte, er hatte meine Flucherei bemerkt, über die Sonne die so doof rein schien und ich bin an manchen Tagen durch die Migräne extrem lichtempfindlich, aber dann verlangte er, ich solle mich ausziehen und ich freute mich, dass er an die Nackthaltung denkt. Ein großes Thema nach wie vor, dass in den Hintergrund geraten ist und daher war ich sehr positiv überrascht, zog mich aus und setzte mich strahlend wieder hin.

Nun kam eine Ansprache über den Tisch und meine Stuhlsuche und dass es eigentlich für ein Tierchen wie mich unnötig sei und ich solle mich auf meinen Platz auf dem Kniekissen begeben, in der Position.



Das Bild ist was älter und im Wohnzimmer entstanden, wo es damals stand. Heute steht es im Büro meines Herrn, so dass ich ihn beglücken kann, wenn er sich ablenken möchte bei einer kleinen Pause, von seiner Arbeit.

Ach und das ist auch die Position die er meinte und so folgte ich seinen Worten natürlich umgehend und reckte ihm meinen Arsch entgegen, gespannt was nun folgen würde.

Ihm war aufgefallen, wie lange er mich bereits nicht mehr gewartet hatte und das ginge ja so nicht und schon spürte ich den Vibrator zwischen meinen Beinen.
Hinterher erleichterte er sich noch selber und schickte mich duschen und sauber machen, wobei er mir folgte und dabei zusah für eine Weile. Total ruhig, zufrieden und in sich ruhend. Ein seltener und dadurch umso schönerer Anblick, diesen entspannten Gesichtsausdruck, den ich so an ihm schätze und genieße.

So DS technisch bekommen wir nach wie vor keinen roten Faden hin, der sich durch den Alltag zieht, aber wir arbeiten daran, nach wie vor. Jede Beziehung ist Arbeit, sonst zerfällt sie, wie ein altes Gebäude, dass man nicht mehr pflegt.

Im Moment würde ich sagen, wir haben Popcorn DS. Hier und da poppt mal etwas auf und überrascht mich, erwischt mich kalt.
Eigentlich hatte ich mal eine feste Regel für die Ansprache, dann aber bemerkt, dass mein Herr gar nicht wirklich darauf achtet. Worauf ein Herr nicht achtet, ist ihm nicht wichtig und wenn es ihm nicht wichtig ist, muss ich auch nicht darauf achten. Der Gedanke entstand eher aus der Not heraus, weil ich an sehr viel im Hintergrund denken muss, weil mein Herr mir wenige Anweisungen und Vorgaben an die Hand legt und ich dennoch möchte, dass es ihm rundum gut geht.

Dann heißt es auf einmal *popp*: "Wie heißt es richtig Sklavin?" und ich muss auf französisch mit Anrede antworten und mache es natürlich auch, sehr gerne sogar.

Oder *popp*: "Hast Du gefragt, ob Du das darfst?" Nein hatte ich nicht, musste ich bis dahin auch nicht, war mir neu, und natürlich frage ich dann nachträglich und entschuldige mich.

*popp*: "Wieso bist Du auf dem Sofa?" Nach drei Tagen, bei denen ich aufs Sofa durfte, ohne zu fragen.

Einerseits freut es mich dann, dass ich Rechenschaft ablegen muss, andererseits überfordert es mich, weil manches davor kein Thema war und ich nichts davon wußte und es nicht richtig machen konnte.

Einerseits freut es mich, dass dadurch mein Platz etwas bestimmt wird, andererseits ist es im nächsten Moment wieder egal und verwirrt nur zusätzlich, so dass ich gar nicht mehr weiß, was ich zu tun und wie ich zu handeln habe.

Jedoch animiert es mich auch dazu, dass ich selber mehr auf manches achte, dann sage ich korrekt die Anrede, dann gehe ich nicht aufs Sofa usw. und muss feststellen, im nächsten Moment bleibt es dann wieder unbeachtet und ich bin noch noch noch verwirrter.

Schwierig!

Dann nehme ich mir nun wieder vor, dass ich auf die korrekten Antworten und Handlungen achte, habe aber bereits im Hinterkopf, dass es unbeachtet / ungesehen bleiben wird und bin sehr demotiviert und schlimmer noch, traurig. Dann schleicht sich die Sinnlosigkeit ein und vergiftet mein Vorhaben bereits vorab.



Jedoch gibt es auch eher lustige Momente, in meinen Augen jedenfalls, so wie vor ein paar Tagen, da schaute ich bei BDSMlr Bilder an und ein Gif zeigte eine Frau die von hinten genommen wurde und dabei einen Plastikdildo lutschen musste, der vor ihr an der Scheibe klebte und ich fragte meinen Herrn, warum sie das tun muss und dass ich es nicht verstehe.

Machtdenken ist für mich etwas schwierig, weil ich da kein Gespür habe. Machtgefühle wie ein Herr sie empfindet, empfinde ich so vollkommen anders, dass ich sie nicht als Macht wahrnehme, aber das ist ein anderes ausgiebiges Thema und hat hier gerade keinen Platz.

Mein Herr sagte, er wisse es auch nicht, war aber gerade ein wenig abgelenkt.

Nachts nahm er mich und sagte, er würde einen Hundedildo kaufen, den ich dann mit dem Mund bearbeiten muss und wenn ich das ordentlich mache, eine gute Show abliefern würde, dürfte ich anschließend vielleicht sogar kommen.
Etwas das ich zuvor nicht verstanden hatte ergab plötzlich Sinn. Weil es demütigend ist!
Naja, mein Herr bestellte noch keinen, wobei ich da nicht böse drum bin, da es mir sehr schwer fallen würde. Sehr, sehr schwer.
Aber lustig fand ich im Nachhinein, dass wir es beide erst nicht verstanden (ich denke mein Herr hätte es verstanden, hätte er ein wenig Aufmerksamkeit auf das Gif gelenkt) und etwas später setzt er es so um, dass es bei mir Klick macht :)

Zusammengefasst würde ich sagen, ich versuche meinem Herrn Raum zu geben, so dass er sein kann, wer er ist, ohne ihm Druck zu machen oder zu fordern und versuche im Hintergrund zu bleiben, ihm sein Leben schöner zu gestalten durch viele kleine Gesten, Kleinigkeiten die zeigen, dass ich bereit bin und ihn unterstütze, so wie ich es kann, ohne Anweisungen und Tipps zu bekommen.

Die kleinen Popcornmomente sind dann kleine Belohnungen dafür, auch wenn sie viel kaputt machen.

Aber lieber einen Schaden hinterher, als gar kein DS.




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