Sonntag, 24. November 2019

Innere Mauern







Wie geht man damit um, wenn man morgens zwei Stunden anhören muss, dass vor dem Zusammenziehen vieles besser war, dass es dem eigenen Herrn einfach nicht gut geht, dass alles schrecklich, schlimm, ja, unerträglich ist?

Wie geht man damit um, wenn er alles für sinnlos hält und einem alle paar Tage signalisiert, man habe keine gemeinsame Zukunft?

Und wenn man sich das zwei Stunden angehört hat, immer wieder bat endlich seine Ruhe zu bekommen, es bitte nicht mehr anhören zu müssen, er aber immer weiter macht, wenn man dann platzt und sagt, ok man habe keine Energie, keine Kraft, keine Motivation mehr dafür und er sagt, dann könne er ja direkt gehen und man sogar darum bittet, nur damit es endlich aufhört, an den Kopf geknallt bekommt, man würde ihn wegekeln?

Wie geht man dauerhaft damit um?

Und wenn man dann völlig fertig ist, man Übelkeit empfindet, nur noch aus dieser Situation heraus möchte, dann schwenkt er um und stellt sich mit einem ans Fenster und will zeigen, wie schön die Welt ist?

Und wenn man dann schon innerlich alle Mauern hochgefahren hat, schon dicht machte, aus Eigenschutz und um es überhaupt ertragen zu können, dann soll man bitte doch ein Brötchen essen, es müsse einem ja gut gehen und einen Tee dazu trinken, damit es einem überhaupt gut gehen könne.

Also erst auf die Seele einprügeln, bis man nur noch bettelt, man möge endlich in Ruhe gelassen werden, bis man nur noch in der Ecke sitzt und nicht mehr reagiert, weil betteln auch nichts brachte, dann soll man etwas essen, trinken und sich gut fühlen?


Ich weiss schon immer nicht, wie ich damit umgehen soll, dass unsere Beziehung alle paar Tage in Frage gestellt wird.

Dann suche ich ein passendes Bild für den Eintrag, entdecke dabei unsere ersten getauschten PNs und denke mir: "Ist das der selbe Mensch?"

Aber die Frage stelle ich nicht laut, denn dann würde es wieder Vorwürfe hageln, die ja keine sind und alles ginge von vorne los.


Nein, ich möchte keinen irgendwohin ekeln.
Nein, ich möchte wirklich nur meine Ruhe und beschwere mich über Dinge die mir fehlen immer seltener, immer leiser, nur um gewissen Monologen Gesprächen aus dem Weg zu gehen.

Ja, ich habe mich meinem Herrn geschenkt und ich glaube an TPE, so lange er mich nicht frei gibt, aber ob ich diesen Schritt abermals gehen würde? Ganz ehrlich? Eher nicht, aber nicht weil ich nicht möchte, sondern weil ich immer mehr das Gefühl habe, dass es keinen Herrn gibt, der es in all seiner Konsequenz durchziehen kann.

Irgendwann wird der Leidensdruck zu groß und man fragt sich, was noch passieren muss, bis man TPE, das sich verschenkt haben, unwichtig wird und man doch geht, nur damit es einem irgendwann besser gehen kann.

Bis jetzt habe ich durchgehalten, auch wegen kleiner Lichtblicke, aber solche Dinge sich Stunde um Stunde anhören müssen, um dann gesagt zu bekommen, man würde ihn wegekeln, weil man es nicht mehr ertragen kann, dass ist so hart... warum sollte man sich dann überhaupt nochmal öffnen und nochmal riskieren wieder und wieder und wieder so verletzt zu werden?


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