Sonntag, 7. Februar 2021

Problem einer Sklavin

 Kein Herr ist perfekt und macht immer alles richtig. 

Jeder Herr ist immer auch ein Mensch, mit menschlichen Schwächen.


Das stellt mich manchmal vor einer schwierige Aufgabe.

Ich sehe, dass mein Herr sich gedanklich in etwas hinein manövriert, oder dass er bei zu bedenkenden Dingen, etwas aus den Augen verliert, oder dass er ungerecht ist, unfair, was auch immer, jedenfalls dass er jemanden braucht, der ihm den Kopf gerade rückt (so nannte er es kürzlich selber), oder korrigiert. Gewünscht hat er sich regelmäßig, dass ich meine Meinung beitrage, aber das ergibt einen großen Konflikt in mir. Es kommt meinem Bild einer Sklavin nicht nahe, sondern drückt zu viel Selbstständigkeit aus, die mir, aus meiner Sicht, nicht zusteht. Aber meine Sicht interessiert nicht, sondern die meines Herrn, denn er bestimmt.


Selbst ein Gott ist fehlbar.

Aber wie stellt man das an?

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, mir fällt es schwer! 

Klar sollte man dann seine Worte mit der Goldwaage heraus suchen und abwägen und überdenken, manchmal bleibt jedoch keine Zeit dafür, oder die Emotionen kochen über.

Schwierig!

Oft versuche ich es dann, indem ich es lustig formuliere, dadurch den Ernst und die Strenge heraus nehme und ein positives Gefühl verursachen möchte, manchmal geht es nicht oder ist es nicht angebracht.

Aber ich habe großes Glück!

Mein Herr ist kein Narzisst. Er ist auch kein Egomane, Macho oder eine andere Person, die damit nicht umgehen kann.

Er ist stark genug, um auch Kritik anhören und bedenken zu können.

Er ist gebildet genug, um Rat annehmen zu können. (Das klingt falsch, er ist sehr gebildet sogar!)

Er ist hört es sich an, lässt mich gewähren und kann hinterher sogar anerkennen, wenn ich etwas dazu beitragen konnte oder ihm helfen konnte.

Er hat keinen falschen Stolz, der ihm verbieten würde, gute Einwände anzunehmen.

Darüber bin ich sehr froh, aber nach wie vor mag ich es absolut nicht. Es ist manchmal nötig, das schon, aber ich halte es nicht für meinen Job.

Eigentlich ist das falsch, denn eine Sklavin kann auch Beraterin sein. Sie schreibt ja in dem Falle nicht vor, sondern macht Vorschläge und was der Herr daraus macht, ist seine Sache. Sie bestimmt also nicht einmal. Dennoch fühlt es sich für mich an, als würde ich zu sehr eingreifen.

Andererseits hatten wir in einem Chat mal eine Diskussion über ein ähnliches Thema, bei der zwei andere Doms darauf bestanden, dass sie stoisch ihr Ding machen. Leider war inbegriffen, dass sie es auch weiter machen, wenn es vollkommen bescheuert wäre. Konsequent bis in den letzten Winkel, leider ebenso unbedacht und unreif.

Einsehen, dass man Stärke, Größe, Mut und Selbstbewusstsein braucht, um eigene Fehler eingestehen zu können, war ihnen nicht vergönnt.

Manche sind eben auch in ihrem Denken so einsichtsresistent, dass sie lieber immer wieder gegen eine Wand laufen, anstatt sich sagen zu lassen, dass zwei Meter daneben eine Türe ist.

Jedenfalls bin ich immer ganz froh, wenn mein Herr einen Freund trifft und mit dem reden kann, der ihm dann den Kopf gerade rücken kann, so dass ich es nicht machen muss.

Wenn das nicht der Fall ist, bin ich leider oft sehr spät damit dran und das macht es nur schwieriger.

Also, eine Notiz an mich selber:

Es ist gut, wenn eine Sklavin auch beratend auftreten kann, aber dann auf den Ton, Körpersprache und Wortwahl achten, so dass es angemessen ist. Es macht einen Unterschied, ob man jemandem etwas vor die Füße kotzt, oder es als Geschenk überreicht, auch wenn der Inhalt der selbe ist :)



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