Sonntag, 7. Juli 2019

So müde




Gestern lief es noch schlechter als erwartet, so dass mein Herr mich nachts einsammeln, aufsammeln musste und wir noch bis keine Ahnung, 4 Uhr unterwegs waren oder so und ich bin müde, so so müde, seelisch müde.

Der Umzug schlaucht mich und raubt mir gefühlt alles.

Die Autofahrten (neue und alte Wohnung, hin und her) sind kleine Ruheinseln, weil man nichts machen muss. Man sitzt da, kann Musik oder ein Hörbuch hören, muss nicht reden. Man kann ein wenig stricken, oder häkeln, kann entspannen, vielleicht dösen und vor allem, ich habe so gut wie immer eine Leine an meinem Halsband beim Fahren. Wenigstens etwas kontinuierliches. Etwas das ich genieße und das mir Ruhe schenkt, für kurze Momente jedenfalls.

Seit gestern darf ich auch nicht mehr vorne sitzen. Haustiere gehören auf die Rückbank.
Ursprünglich ein befremdlicher, unangenehmer Gedanke, aber dann hatte ich mich heute eingenistet und mich ein wenig abgeschottet wohl gefühlt.

Wir hörten ein Hörbuch, er fuhr, ich häkelte. Schön wars :)

Nach wie vor, sind wir in der Findungsphase. Regeln die funktionieren finden, für beide funktionieren. Tagespläne die für beide Sinn ergeben, Halt und Struktur. Rituale die Struktur stiften und den jeweiligen Platz aufzeigen.

Ich bemühe mich, nicht immer kommt es an. Oft erscheint es uns beiden, in zwei verschiedenen Welten, nebeneinander her zu leben. Der eine versteht den anderen nicht, Missverständnisse, Unverständnis.

Es ist, neben dem Alltag her, so anstrengend! So Kräfte raubend!

Nichts ist kontinuierlich, weil mal der eine, mal der andere nicht daran denkt, dass ich nicht gefragt habe, wo ich sitzen darf, oder wenn ich einfach ohne ein Wort den Raum verlasse.

Früher legte er es mir immer als Falle aus. Ich möchte ihn reinlegen, ihn in eine Falle tappen lassen und prüfen.

Klar prüft man mal, will seine Regel durchgesetzt wissen, will spüren, dass man nicht die einzige ist, die daran denkt, sondern es eingefordert wird, aber statt dessen gab es direkt Konflikt, was keinem etwas bringt.

Jetzt ist es eher, dass ich lieber nichts sage, wenn es mir auffällt, damit er mir nicht sagt, ich würde es extra gemacht haben, oder sich überprüft fühlt, oder oder oder... wie im Moment. Ich sitze in meiner Ecke und hatte nur gefragt, ob ich mal bitte 30min für mich haben kann (um hier zu schreiben sagte ich nicht) und nach seinem "Ok" setzte ich mich, ohne zu fragen ob ich darf, in meine Ecke.

Vielleicht ist es einfach zu viel verlangt, so wie ich auch nicht unbedingt immer an alles denken kann und es manchmal nicht einmal möchte.

Wie auch immer, ich bin unendlich müde, unendlich ausgelaugt und der Umzug ist nur ein Teilgrund.

Was bringt es mir, wenn ich mit Halsband da sitze und keiner da ist, der es benutzt... *schaut den Ring neben sich an, der schon immer unbenutzt ist*

Aber er sagt, so darf ich nicht denken. Ob er den Ring, um ein Beispiel zu nennen, benutzt oder nicht, ist seine Sache und hat mich nicht zu interessieren. Ich würde zu viel Kontrolle haben und sie nicht abgeben wollen.

Bei Hunden ist es sehr einfach. Es gibt einen Rudelführer. Im Idealfall ist es der Besitzer, aber wenn der Besitzer keine Ahnung hat, oder sich nicht durchsetzt, was weiß ich, dann übernimmt der Hund den Posten und nicht einmal, weil er super gerne Alpha sein möchte, sondern weil der Job getan werden muss, weil es einfach jemand tun muss.
So ist es auch bei mir. Ich gebe Kontrolle sehr gerne ab, wenn da jemand ist der sie beansprucht, aber gefühlt ist da nur sehr selten jemand.







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