Dienstag, 10. März 2020

Gut im Griff





Im Moment läuft alles so rund und herrlich harmonisch, einfach nur zum Genießen!


Mein Herr arbeitet und feilt an unserem neuen Regelwerk herum, hat seinen Zugang dazu verinnerlicht und weitet es weiter aus, so dass es nun endlich im Alltag übergreifend ist und unsere Rollenverteilung stabil gehalten wird, ohne dass man bewusst daran denken muss, es Mühe macht, sondern wohltut, Sicherheit gibt und man sich wohl fühlt. Genuss, statt ackern.


Gestern waren wir viel unterwegs und sonst hatte ich arge Probleme damit, weil mein Platz mir fehlte und ich das Gefühl hatte, dass ich die Rolle eines Stinos spielen muss.
Statt dessen bekam ich kleine Ruhe-Inseln, für die ich zur Seite genommen wurde, knien durfte und mir meine Position bewusst gemacht wurde. Dadurch konnte ich durchatmen, meinen Fokus korrigieren und mich meiner Aufgaben besinnen.

Fokus auf meinem Herrn haben, ganz wichtig! Er profitiert sehr von seiner Umstellung und Umstrukturierung. Durch die Ruhe, die ich wieder finden konnte, diene ich ihm besser, denn in Situationen, in denen er einen Ruhepol braucht, der ihn beruhigt, andere Blickwinkel zeigt und besonnen ist, bin ich zur Stelle. Es ist ein Geben und Nehmen, ausgeglichen und für beide profitabel.

Wenn ich ihn brauche, ist er präsent, holt mich quasi ab und weist mich liebevoll zu seinen Füßen zurecht. Wenn er mich braucht, bin ich die entspannte Stimme in seinem Ohr, die Ruhe schenkt und aufzeigt.


Meine Regeln verändern sich im Moment, werden mehr, aber auf eine Weise, die sich homogen einfügt und nicht bewusst beachtet werden muss, sondern an die man eher automatisch denkt.


Im Moment bestückt er ein Büchlein mit einer ausführlichen Form der Philosophie, die hinter dem Regelwerk steckt und genauen Beschreibung der Regeln selber. Er kristallisiert unser neues Mantra dabei heraus und merkt durch die Anwendung im Alltag direkt, wo er noch ein wenig feilen muss, was gut funktioniert und wo er mehr Augenmerk drauf legen sollte.

Eine Beziehung ist natürlich agil und nicht starr, es wird immer kleine Anpassungen geben, allerdings muss es für uns ein stabiles Regelwerk geben, dass sich wie ein roter Faden durch unser Leben zieht, uns miteinander verbindet, sich mit uns verwebt und ein neues Gefüge dadurch entsteht, welches unsere Beziehung darstellt.

Klare Rollenverteilung.
Klare Aufgaben.
Klare Regeln.
Klarheit, so dass sich im Alltag wenige Fragen stellen und das Halt gibt, man auch nicht aufgeschmissen ist, wenn der Herr gerade mal nicht verfügbar ist und man immer weiß, was zu tun ist.


Was wir beim ersten Kennenlernen schon beschrieben, wird nun endlich wirklich umgesetzt, in der Form, die wir uns damals vielleicht nicht exakt ausgemalt hatten, da wir nur das Ziel vor Augen hatten, den Weg aber nicht beachteten.

Es tut so gut, wenn man knien durfte, gedeutet bekommt, dass man sich erheben darf und wenn man sich zur Türe wendet, gefragt wird: "Wo gehst Du nun hin und was wirst Du tun?"
Für jede Minute Rechenschaft abzulegen und um Erlaubnis bitten zu müssen.

Jeden Tag entspanne ich etwas mehr, komme ich mehr zur Ruhe, kann mich mehr öffnen und dadurch eine bessere Sklavin sein.

Ich bin meinem Herrn für diese Möglichkeiten äußerst dankbar und ein wenig stolz darauf, dass ich an ihn glaubte (und noch glaube) und mich nicht abbringen ließ, auch und vor allem, wenn es gerade nicht gut lief, sondern der Weg voller Steine war.

Nicht auf die Stimmen hörte, die mir sagten, er würde es nie schaffen, es würde nicht in ihm stecken, es sei ihm eben nicht gegeben.

Ich sah es in ihm, sah auch, dass er keinen Zugang findet und gab ihm Zeit und Raum und ließ meine Zweifel von ihm zerstreuen und mich darauf besinnen, dass ich zu Anfang bereits ein Bauchgefühl hatte, dass es nicht nur bloß funktionieren kann, sondern auch noch wundervoll werden kann, so wie wir es uns immer erträumt hatten und endlich ernten wir auch mal positive Gefühle und fühlen uns bestätigt, in dem was tun.

Ich bin sehr stolz, dass ich nicht einen 08/15 Herrn habe, der die üblichen Regeln benutzt, ohne sich selber Gedanken zu machen, sondern mühsam suchte und schaute was zu uns passt und unsere Bedürfnisse erfüllen wird. Dass er sein gesamtes Leben für uns umstellte, seine bis dahin wichtige Struktur verlor und sich komplett neu orientieren musste und es, zwar oft mit Mecker-Tiraden tat, aber er tat es! Man kann kaum mehr von einem Menschen verlangen.

Was bringt es, wenn ich Kleiderregeln habe, Verhaltensregeln und sonst was, wenn es eigentlich nur abgekupfert ist und nicht so ganz zu einem passt, nur damit man in ein weit verbreitetes BDSM Bild passt?
Wir passen da vermutlich mit unserem nun eingeschlagenem Weg nicht ganz ins Bild, außer unsere Rollenverteilung, jedoch ist das auch nie unser Ziel gewesen.

Eine funktionierende TPE Beziehung war das Ziel und das ist nur möglich, wenn man sich von den stereotypischen Strukturen abwendet und die Mühe macht, quasi das Rad für einen selber neu zu erschaffen. Riesen Arbeit, viel Zeit, noch mehr Aufwand und Gefühlschaos ohne Ende, aber es hat sich gelohnt, es macht sich bezahlt.

Nun sind wir ein Team, arbeiten zusammen und bereits jetzt erreichen wir gemeinsam mehr, als vorher und unser Umfeld verändert sich mit uns und wo vorher Regenwolken waren, kommen einzelne Sonnenstrahlen hervor, die mehr versprechen.

Ich kann meine Dankbarkeit nicht in Worte fassen, aber werde es meinem Herrn zeigen und zu spüren geben :) Jeden Tag, so oft es nur geht, so intensiv ich nur kann.






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