Samstag, 7. März 2020

Sonnenschein und Eierkuchen







Wie stark Liebe und eine Beziehung sind, machen nicht die Sonnenschein und Eierkuchen Tage aus, sondern die, an denen es donnert, kracht, hagelt und stürmt! An denen die Seelen sich gegenseitig zermetzeln, zerreißen und nur noch kleine Fetzen und Scherben übrig bleiben, denn bei guter Laune und Beatles Musik kann man die meisten Arschlöcher sogar ertragen, aber dann wenn es unbequem wird, wenn man nur noch weg will, wenn man nur die Flucht im Kopf hat, dann kommen die wahren Stärken einer Beziehung zu tragen, tauchen aus dem Nichts auf und verkünden, wie es wirklich um die Beteiligten steht.


Genau deshalb verstehe ich nicht, warum wie Haie im Meer, plötzlich Doms auftauchen, als hätten sie Blut gewittert, und durch wortwörtliche Aussprache und angedeutete Munkeleien verkünden, sie seien präsent und verfügbar.

Blut fließt manchmal im übertragenem Sinne wirklich, Seelenblut und Tränenblut und dennoch, auch wenn man zweifelt oder sich sogar sicher ist, dass es keinen Sinn mehr hat, kann der andere den Sinn wieder hervorgraben, abstauben und mit einem Schleifchen dem anderen in die Hand drücken und solche Situationen sind es, die die Beziehung so ungemein beugsam, manchmal fast bist zum Bersten verbiegen und dennoch nicht brechen lassen!

Weil mein Herr dann, woher auch immer er diese Kraft nimmt, wieder auf mich zukommt und mir durch Wärme, Nähe, fürsorgliche Worte zeigt, warum es eben doch kein Entkommen gibt und dass ich in Wahrheit gar nicht weg möchte.

Er macht es mir dann behaglich und gemütlich und umschmeichelt mich und zeigt die Vorzüge auf, was wir miteinander haben, was uns ausmacht, was für uns besonders ist und was uns verbindet, so sehr verbindet, dass selbst der schlimmste Streit uns nicht trennen kann.

Er öffnet mich dann wieder, lässt vorsichtig nach und nach mehr werdend Gefühle in mich strömen, die mich füttern, gefügig machen und anlocken.


Mein Halsband ausziehen hat ihn nicht wirklich interessiert, sagt er, denn es ist ein Symbol für etwas, dass ich nicht ablegen kann.
Ich kann das materielle Halsband ablegen, aber unsere Bindung nicht, unseren Pakt, Schwur, Versprechen, oder wie auch immer man es benennen möchte, das kann ich nicht ablegen, deshalb war es in seinen Augen wohl auch nicht so tragisch, wie für mich.


Es sind die Regentage, nicht der Sonnenschein, die es zeigen. Die Unwetter, nicht die Sommertage. Die Abgründe, nicht die Höhenflüge. Die Höllen die man durchschreitet, nicht die Wolke 7 auf der man schwebt.

Und wir gingen durch Höllen, stürzten in Abgründe und durchlebten Unwetter und an jedem einzelnen wuchsen wir mehr zusammen, verbanden uns mehr miteinander und erfuhren mehr, was wir wirklich aneinander haben. Was bedeuten wenige Augenblicke voller Zweifel, wenn man ganze Dekaden voller Gewissheit hat?

Es sind die Katastrophen, bei denen man aneinander festhalten muss, auch wenn es manchmal nur der eine tut, während der andere sich klein wie eine Kugel macht und nicht dazu in der Lage ist.




Der letzte riesige Streit brachte so viele Früchte hervor, als dass ich ihn nicht missen möchte.

Mein Herr hat seine eigene, persönliche Perspektive entdeckt, unseren gemeinsamen Weg gefunden und einen Blickwinkel, der nicht nur zu ihm passt, sondern seine Scheuklappen abgenommen hat und ihn nun seine Position einnehmen lässt, die uns beiden bisher fehlte.



Bereits jetzt hat sich schon einiges geändert, so nahm er mir gestern zeitweise mein gemütliches Bodenkissen weg ("Es muss doch nicht immer gemütlich sein für dich...") und ließ mich auf dem brutalen Sisalteppich knien. Klingt harmlos, ist es aber nicht, da er höllisch weh tut, selbst am nächsten Tag noch, wenn man wieder kniet. Bisher achtete er sehr auf meine Bequemlichkeit. Und er ließ mich dort gestern lange knien, bis meine Beine zitterten und noch etwas länger und unterbrach es lediglich, weil es spät wurde und wir ins Bett gingen.


Auch heute bekam ich mein geliebtes Bodenkissen erst später wieder. Davor legte er das Fake Fell vor die Couch und dies musste genügen. Es genügte, mein Herz hüpfte vor Glück.

Wir teilen uns manchmal das Tisch abräumen auf, je nachdem ob er Zeit hat oder nicht mache ich es sogar lieber alleine und heute sagte er, er möchte es alleine machen. Da ich normalerweise in solchen Situationen gerne heimlich doch mithelfe und ihm das bewusst war, schickte er mich aufs Fell und als ich noch schnell mein Handy schnappen wollte, verbot er es mir und wies mich an, mich schon mal daran zu gewöhnen, dass es eben nicht immer eine Ablenkung gibt und ich üben soll, mal nichts zu tun.

Nichts tun klingt einfach, aber für jemandem der immer herum wuselt und was macht, ist es verdammt schwierig.
Ich kniete auf meinem Fell, musste ertragen (ja, mir fällt es sehr schwer), dass mein Herr den Tisch abräumt und schaute ein wenig aus dem Fenster. Die Wolken zu beobachten war gar nicht so schlecht, man entdeckt, wenn es so fluffige Wattewolken sind, auch durchaus Strukturen, die einen mit etwas Fantasie an Tiere, Menschen und Gegenstände denken lassen.

Besonders schön ist es auch immer, wenn mein Herr mich mit unter die Dusche nimmt und einseift. So gründlich, hingebungsvoll und ausschweifend, jede Stelle mehrfach berührend, reibend und streichelnd. Eine Ganzkörperstreicheleinheit! Die bekam ich heute auch und ich genoss es, genoss es so sehr, als dass es viel zu schnell vorüber war und fragen, ob ich mehr bekomme, wollte ich dann doch nicht, da ich nicht fordernd sein wollte.

Der Alltag holte mich heute, Dank meines Herrn, auch nicht ein, wie sonst üblich, sondern er nahm mich zum Beispiel beiseite, als ich in Streß geriet, immer wieder und ließ mich knien, vergessen was ich eben noch für so wichtig hielt und erklärte ausdrücklich, sobald ich wieder bemerke, dass es für mich streßig wird, soll ich mir bei ihm eine kleine Pause holen, wobei das nicht nötig war, weil er mich zwischendurch innehalten ließ, indem er mich auch mal in den Arm nahm, dann wieder kräftig in meine Haare oder meinen Nacken packte und mich spüren ließ, wer ich bin und wo mein Platz ist.

Mein kleines Highlight war heute ein Spaziergang an meinem geliebten Bach!

Wir fuhren mit Leine am Halsband los, wobei wir sie auch im Wald dran ließen und so durch den Matsch stapften und uns freuten, als wir sahen, dass der Bach nun doch wieder feinsten Sand auf dem Grund besaß, deshalb nahmen wir uns vor, spätestens im Frühjahr wieder vorbeizuschauen.

Wenn mein Herr mich an der Leine führt, macht es mich glücklich, weil es sich richtig anfühlt, als würden alle Zahnrädchen ineinander greifen und alles in mir im Einklang funktionieren. Wir gingen so durch den Wald, redeten in Ruhe über dies und das, witzelten herum und spürten endlich wieder, warum wir einander auch ohne DS Beziehung mögen. Dass wir nicht nur Herr und Sklavin sind, sondern eben auch Freunde. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, mich auf die Knie zu begeben und ihn von unten anzuhimmeln, wobei er es sich dann nicht verkneifen konnte, mir einen Finger in den Mund zu stecken, den ich mit meiner Zunge zu umspielen begann. Ich liebe diese kleinen unauffälligen Gesten, die man überall in der Außenwelt einfließen lassen kann.
Die Harmonie schenkte mir Energie und Zuversicht und die Natur rückt manches in einem ohnehin in bessere Bahnen, so dass ich etwas erholter wieder beim Auto ankam.

Trafen wir auf Leute? Nein, aber selbst wenn, ich glaube in dem Moment wäre es egal gewesen, weil wir so beieinander waren, dass es keine Rolle gespielt hätte.

Bei Pizza und einem Film verbrachten wir einen ruhigen und schönen Abend, ich auf meinem doch wieder erlaubten Bodenkissen, mein Herr auf dem Sofa, mit der schönen Lederleine in der Hand, so dass wir auch sichtbar und spürbar verbunden waren.
Ich glaube, wenn der Kater auf seiner einen Seite sitzt und ich mich auf seiner anderen Seite befinde, dann ist die Welt meines Herrn ziemlich in Ordnung. Jedenfalls sah er heute endlich mal wieder glücklich aus und das erfüllt etwas in mir, ganz tief in mir und schenkt mir eine intensive Zufriedenheit, dann erfahre ich, warum sich doch alles irgendwie lohnt und dass ich auf meinem richtigen Platz bin. Neben ihm, an seiner Seite, wo er mich haben möchte und wo ich sonst fehlen würde.


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