Montag, 11. Mai 2020

Dominanz

Dominanz bedeutet für jeden etwas anderes.

Einmal sagte eine Dom über meinen Ex-Herrn: "Der ist gar nicht dominant, ich habe versucht mich virtuell von ihm dominieren zu lassen, er konnte es nicht!"

Naja, dass sie damit eher ihre eigene Intelligenz in Frage stellt, war ihr vielleicht nicht unbedingt bewusst, anders kann ich es mir nicht erklären.

Wenn ich nicht dominiert werden möchte, kann man mich nicht dominieren, so einfach ist das.

Dominanz lässt man zu, man gewährt sie, ermöglicht sie. Folgen kann man nur freiwillig und wenn man von einem virtuellen Erlebnis redet, ist es doch noch viel offensichtlicher. Wie kann ich jemanden nur durch Worte zu etwas bringen? Durch seinen eigenen Willen. Wenn der nicht möchte, hat man keine Chance.

Dazu kommt noch, dass für jeden andere Dinge dominant sind, jeder legt es an seinen persönlichen Vorlieben und Facetten fest. Was der eine mega dominant findet, ist für den anderen total lächerlich.

Hat man soweit erst einmal gedacht, geht es weiter mit einer gewissen Grenze an Dominanz.

Wie viel Dominanz braucht eine Sklavin?

Theoretisch ja keine. Eine Sklavin folgt, Punkt. Wofür dann noch Dominanz?

Diese Überlegung kam mir gestern.

Ich legte mich aufs Bett und weiß eigentlich, dass ich nicht ungefragt aufs Bett darf. Eigentlich müsste mein Herr mich dann, wenn er es bemerkt runter scheuchen. Eigentlich hat er da mittlerweile keine Lust mehr drauf und legt sich einfach daneben.

Ist er dadurch weniger dominant?
Ich finde ja!

Er sagt nein!
Warum sagt er nein?
Weil es ihn nervt und er nicht von den Regeln dominiert werden möchte und es ihm so keinen Spaß macht.

Nun geht es in zwei Richtungen. Regeln die keinen Spaß machen sollten keine Existenz in einer Beziehung haben, denke ich jedenfalls, und worin soll ich seine Dominanz spüren, wenn er erwartet, dass ich alles brav erledige und nichts falsch mache?
Wenn ich mich an alle Regeln halte, alles ordentlich verrichte, nichts vergesse, zu seiner vollkommenen Zufriedenheit, woran merke ich dann überhaupt, dass ich dominiert werde?

Normalerweise mache ich dann, wenn ich zu wenig DS bekomme, weil ich eigentlich wirklich sehr brav bin, etwas wovon ich weiß, ich darf es nicht, um meinen Platz gezeigt zu bekommen.
Das kann man einfach vermeiden, indem man mir anderweitig meinen Platz zeigt, so dass ich es nicht nötig habe. Wenn es nunmal soweit kam und ich ihn nicht mehr spüre, nicht anders gezeigt bekam, dann mache ich sowas eben und was passiert bei meinem Herrn? Er hat da keinen Bock drauf, macht nichts, zeigt ihn mir nicht, ist höchstens genervt, oder bemerkt es nicht, jedenfalls kommt keine Reaktion.

Welche Chance habe ich dann?

Bin ich brav, läuft alles normal, wie bei jeder Beziehung. Ich halte mich an die Vorgaben und es wird hingenommen oder ich bekomme ein "Das hast Du schön gemacht." was mir rein gar nichts gibt.

Wenn ich nicht brav bin, kommt auch keine Reaktion.

Dann kommt die Frage in mir auf: "Woran merke ich, dass ich einen Herrn habe und keinen stino Mann?"

Wo ist also die Grenze die eine Sklavin bei der Dominanz braucht? Denn sonst könnte sie ja jeden Kerl, ob dominant oder nicht, nehmen und sich einreden, wenn sie brav ist, ist sie eine tolle Sklavin.

Dominanz lässt man selber zu als Sklavin, keiner kann mich dominieren, wenn ich nicht will. Ich komme also meinem Herrn gestern entgegen, will brav sein, lege mich nicht ins Bett (obwohl er eh nicht reagieren würde), sondern in mein Hundebett, in das ich immer darf und schreibe da mein reales nur für mich bestimmtes Tagebuch und lese was. Er kommt vorbei, schaut nach mir, findet es schön, wie bequem und gemütlich ich es habe und geht wieder.

Schaler Nachgeschmack bleibt.

Wo spüre ich seine Dominanz?

Wie weit muss ich meine Grenze herabsetzen, damit ich irgendwas davon spüren kann?

Wenn ich meine Regeln befolge und es passiert nichts und ich befolge sie nicht und wieder passiert nichts, wie sinnvoll ist es dann Regeln zu haben?

Ich stecke mal wieder in einer Sinnkrise fest.

Wenn ich brav bin, habe ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, auch wenn es sich anfühlt, als würde ich mich selber dominieren...



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