Freitag, 29. Mai 2020

Wert-Schätzung und Wertschätzung






Mein Haustierchen, das gerne in verschiedenen Foren/Chats unserer wunderbaren Subkultur chattet, bekommt dort regelmäßig das Angebot, sich "abwerben" zu lassen, d. h. weiterzuziehen zu einem anderen Herrn, der selbstredend über Qualitäten verfügt, die ihn maßgeblich attraktiver machen. Besonders "ausgefuchste" Exemplare der "hostile takeover"-Dominanz machen dann auch den – mitunter, fürchte ich, ernst gemeinten – Vorschlag, eine Art Ablösesumme zu zahlen; die Sklavin wird taxiert und ein Preis in den Raum gestellt. Sie erfährt Wert-Schätzung so wie eine Ware oder Dienstleistung, ihr wird ein monterärer Wert beigemessen.

Zu diesem Denken der Wert-Schätzung hat der Philosoph Immanuel Kant alles Nötige gesagt: "Im Reiche der Zwecke hat alles entweder einen Preis, oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde." Wer in dieser Weise wert-schätzt, nimmt der Sklavin ihre Würde, sie wird ein (beliebiger) Gegenstand, der jederzeit ausgetauscht werden kann gegen einen anderen Gegenstand.

Diese Art der Wert-Schätzung hat keine Sklavin verdient; Ihre Hingabe verdient echte Wertschätzung, die ihr ihre Würde nicht nimmt, sondern im Gegenteil anerkennt, dass ihr Dienen, ihre Unterwerfung, ihre Hingabe eine besondere Form von Würde ausdrücken. Und das bedeutet: Sie in ihrer Einzigartigkeit annehmen, in ihren (ganz individuellen) Bedürfnissen, Sorgen und Wünschen. Das heißt nicht, dass ich sie nicht auch je nach Situation als "Schlampe" oder "Fickfleisch" tituliere, aber sie ist dabei immer MEINE Schlampe und MEIN Fickfleisch, und ich will auf sie achtgeben und sie in ihrer Unterwerfung achten, denn nicht weniger hat sie verdient.

Diese echte Wertschätzung besteht zunächst in erhöhter Aufmerksamkeit (nein, ich sage nicht, dass mir das immer gelingt, aber das ist eigentlich die Zielmarke). Ja, TPE heißt, dass ich bestimme und verfüge – in allen Bereichen und ohne Widerspruch (was nicht heißt, dass nicht auch einmal die Gegenargumente geäußert werden), aber das entbindet mich nicht von der Verantwortung. Im Gegenteil: Wer bestimmt, muss auch die Konsequenzen und Auswirkungen im Blick haben. Deshalb war es mir früh ein Anliegen, Haustierchen dazu zu ermuntern, ihre Bedürfnisse zu äußern. Und ich bin sehr froh und auch stolz auf sie, dass sie dies gehorsam befolgte (so etwas fällt ihr deutlich schwerer als den Arsch für Schläge hinzuhalten).

Echte Wertschätzung bedeutet aber auch: Immer wieder das verbalisieren, was sie – ohne selbst viel Aufheben darum zu machen – für mich täglich tut. Meine Sklavin ist eine echte Service-Sklavin, die ihr Selbstverständnis unter anderem daraus zieht, dass sie mir wirklich zu Diensten ist, mir das Leben erleichert, den Haushalt organisiert. Das tut sie teilweise so geräuschlos, dass man es fast für selbstverständlich halten könnte. Aber das ist es nicht! Gehorsam mag bei einer Sklavin conditio sine qua non sein, aber die Achtsamkeit und die Umsicht, mit der sie ihre Aufgaben erledigt, sind keine Selbstverständlichkeiten. Wenn ich eine Videokonferenz habe, steht wie von Zauberhand ein frischer Tee auf meinem Schreibtisch und ein kleiner Teller mit Keksen. Das ist Service, über den ich mich immer wieder freue.

Service kann aber auch andere Formen annehmen: Sexuell zu Diensten sein, jederzeit bereit genommen zu werden; als Nicht-Masochistin meine sadistischen Impulse zu ertragen, wenn ich etwa ihre Fotze mit der Peitsche oder dem Slapper traktiere; sich selbst kontinuierlich fortbilden und für Vielerlei interessieren; mir die Schönheit der Welt auch in kleinen Dingen zeigen; immer und immer wieder für mich da sein (in der Not oder wenn ich einfach mal ihre Ansprache brauche) – und manchmal auch: mir den Kopf gerade rücken (ja, auch das!).

All diese Facetten ergeben erst das Gesamtbild der hingebungsvollen Sklavin, die "über jeden Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet", die sich mir in allem schenkt und gerade darin ihre Würde bewahrt.



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