Samstag, 17. August 2019

Kranke Welt

Es  ist schon faszinierend, wie Menschen miteinander umgehen.
Respekt und Höflichkeit fällt im Chat und ähnlichen Plattformen irgendwie weg und viele Menschen zeigen ihr wahres Gesicht, wobei das vermutlich zu einfach formuliert ist, denn ich glaube nicht einmal, dass Menschen so Arschlöcher sind, wie sie sich im Chat präsentieren!

Im realen Leben müssen sie womöglich immer nett zu jedem sein, weil sie vielleicht bei Aldi an der Kasse arbeiten und dann zuhause, in der Anonymität eines Chats, denken sie sich: "Oh, jetzt kann ich mal zurück schlagen!" und dabei ist dann egal, auf wen.

Früher war es anders. Viel weniger Chatter waren unterwegs, da noch nicht jeder Internet hatte und es noch teuer war und es auch gar nicht soooo viele Plattformen gab! Eher kleine Gruppen, jeder kannte jeden und man hatte es vielleicht auch nicht unbedingt nötig? Keine Ahnung, aber in der heutigen Zeit, gibt es im BDSM Chat allgemein wenige Themen. Entweder will irgendwer erklären was wirklich SM ist, weil andere es ja falsch machen, oder es werden Rezepte ausgetauscht, oder und das ist der häufigste Fall, es wird gestritten. Streitgründe sind dabei relativ egal, es wird irgendwas herum gedreht, erfunden oder aus der Luft gegriffen, Hauptsache man kann seinen Frust ablassen. Traurig. Dabei merken diese Menschen nicht einmal, was für Rückschlüsse es auf sie zulässt. Mir tun sie leid, scheinbar haben sie ja sonst nichts im Leben und keine andere Möglichkeit.
Ich wünsche jedem, dass er glücklich werden kann, wenn er es noch nicht ist und es keinem so schlecht gehen muss, als das er es an fremden anderen auslassen muss.

So, aber nun zu dem eigentlichen Thema, was ich heute auf der Seele habe.

Ans Bett gefesselt sein.








Wie geht ein/e Dom damit um, wenn der Sklave /die Sklavin krank ist?

Das habe ich schon öfter als Thema gehabt und wir reden hier nicht von mal erkältet sein, leider.

Ich bin chronisch krank und mir geht es öfter körperlich nicht so gut, durch meine Krankheit, trotzdem möchte ich gerade dann unbedingt dienen, egal wie, denn man möchte sich diese Schwäche nicht eingestehen können, aber wie geht man als Herr damit um?

Ich schrieb letztens auch mit einem anderen Dom, bei dem es umgekehrt ist. Er ist krank und seine Sklavin brauch trotzdem ihren täglichen Input.

Beide Fälle sind nicht einfach, denn auch kranke Menschen möchten gerne ihre Bedürfnisse befriedigt haben, egal was der Körper gerade dazu sagt.

Ich wünsche mir sehr oft von meinem Herrn mehr Rücksichtslosigkeit, aber er macht sich dann Sorgen und weiß nicht recht wie er es einschätzen soll. Er liebt mich und möchte mich nicht dauerhaft beschädigen, trotzdem jedoch sich nehmen, was wir beide so dringend brauchen. 

Kommunikation und Vertrauen ist auch hier wieder, wie in allen Bereichen, die wichtigste Stelle.
Mein Herr muss mir vertrauen können, dass ich ihm ehrlich sage, wie es mir gerade geht und was möglich ist, was besser ein andermal passieren sollte und umgekehrt, ich muss ihm vertrauen können, dass er trotzdem sein Mitgefühl im Griff hat und mich nicht zu soft behandelt.

Aus seiner Sicht kann ich schlecht berichten, aber ich kann mir gut vorstellen, dass man sich eben doch Gedanken macht und Sorgen, ob man zu hart ist, oder eben dem geliebten Menschen lieber gutes tut, als harten BDSM zu betreiben, aber trotz allem sind doch da wieder und noch immer diese nagenden Bedürfnisse!

Kein leichtes Thema.

Reden, reden, reden.

Reden bringt Sicherheit und Vertrauen.

Man kann den anderen besser einschätzen.

Und man muss auch ehrlich zu sich selber sein können und eingestehen, was vielleicht leider nicht geht, auch wenn man Lust darauf hat.

Mit der Zeit, lernt man sein Gegenüber besser lesen und weiss intuitiv, was an dem Tag so machbar ist :)


Noch so ein schwieriges Thema ist, wenn man ins Krankenhaus muss, dort keine Ketten in der Nacht trägt und gerade in dieser Unsicherheit, so gerne ein wenig Vertrautheit hätte, aber es so gut wie gar nicht möglich ist.

Ich dachte eigentlich, dieses Jahr wäre ich durch, aber nun muss ich doch nochmal ins Krankenhaus für ein paar Tage und mir graut es jetzt schon davor. Alleine schlafen, ohne meinen Herrn, ohne seine Nähe, ohne Ketten, ohne Leine, ohne alles.

Wie machen andere das?

Ich suche immer ein wenig nach Strategien und Ersatz, aber meistens bringt es eh nicht viel, da die Möglichkeiten sehr gering sind.

Augen zu und durch, wird es wohl wieder heißen.

Davor und danach umso doller treiben :)

Vielleicht fällt meinem Herrn ja noch etwas passendes ein und man hat heute ganz andere Möglichkeiten, kann chatten, telefonieren, Videoanrufe starten und natürlich vorbei kommen. 
Die Angst nimmt es mir nicht, aber ein wenig leichter ist es doch, wenn man weiß, man hat diese Wege. Kein Ersatz für die alltägliche Routine, natürlich nicht, aber vielleicht ein Trostpflaster?

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg... manchmal muss man ihn einfach finden und ich suche noch weiter...





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