Weisheit Besonnenheit Mut Gerechtigkeit
Herrschaft ist vor allem Herrschaft über sich selbst. Nur wer sich selbst beherrscht, wer Macht über sich selbst hat, kann überhaupt Macht über andere haben. Nun ist niemand frei von Schwächen; gerade Wut oder Angst können dazu führen, dass man die Herrschaft über sich selbst verliert – man handelt oder reagiert unbeherrscht. Niemand kann sich davon freisprechen, solche Momente zu erfahren. Nicht der Mangel an Schwächen macht Stärke aus, sondern der Umgang mit ihnen. Erst dort zeigt sich die Herrschaft über sich selbst, im Umgang mit den eigenen Schwächen. Die alten Stoiker haben viel über diese Selbstbeherrschung nachgedacht – auch und gerade darüber, was im eigenen Machtbereich liegt. In der Erkenntnis über die eigenen Grenzen liegt das eigentliche Freiheitspotenzial. Was kann ich beeinflussen, was liegt nicht im Bereich meiner Einflussnahme? Die Aufklärung über die Beherrschung der eigenen Affekte und ihre Einordnung – darin liegt die Leistung der antiken Stoa. Und sie gibt uns Tuge...