Montag, 16. Dezember 2019

Das letzte Einhorn


Einhörnchen im Bettchen


Ich liebe Einhörner und nicht erst seit es den riesigen Hype gab, nein, von klein auf schon. Der Hype ermöglicht es mir lediglich, dass ich besser an Einhörner ran komme.

Irgendwann fielen mir die Parallelen zum BDSM auf.
Es gibt viele Frauen, die ihre Sub-Seite lediglich im Bett bzw beim Sex ausleben möchten. Dann gibt es noch einige die meinen, sie seien eine Sklavin, aber sich als Wunschzettel-Sub entpuppen, also: "Ja Sklavin schon, aber!" und dann folgt eine Liste von Einschränkungen bzw Wünschen. Auch gibt es noch die wirklichen Sklavinnen, die ihren Herrn wirklich bestimmen lassen, freie Hand lassen, es wirklich leben wollen, ohne Grenzen, ohne Tabu-Listen, ohne Ausreden. Die nenne ich gerne Einhörner unter den Sklavinnen, weil sie einfach sehr selten sind und man sie noch seltener zu Gesicht bekommt.

Ja, das ist verallgemeinert geschrieben und zwischen den Kategorien gibt es noch unendlich viele Abstufungen, jedoch wollte ich es einfach halten, also Verzeihung, wenn ich wen auf den Slips getreten bin, das wollte ich nicht, musste ich allerdings in Kauf nehmen. Auch schreibe ich von Sklavinnen und lasse Sklaven aus, weil das nochmal eine andere Geschichte ist.

Die Geschichte vom letzten Einhorn eignet sich hervorragend, um sie mit wirklichen Sklavinnen zu vergleichen.

Meist gehen sie als Stute in den Massen unter und erkannt werden sie erst, wenn sie ein künstliches Horn aufgesetzt bekommen, da die Masse nicht mehr an richtige Sklavinnen glaubt. Dann müsste man die Wunschzettel-Subs als Stute mit künstlichem Horn sehen, die vorgibt etwas zu sein, was sie nicht ist.

 Ok, die Metapher mit dem roten Stier passt nun nicht in mein Konzept, aber was soll's, nichts ist perfekt :)


Hier und da findet man mal welche, aber z.B. im Chat ist so gut wie keine davon. Warum eigentlich? Auch kommt es mir so vor, als gäbe es innerhalb der BDSM Community noch eine parallele Gesellschaft, die sich abgrenzt und unsichtbar ist, weil sie mit den anderen weniger gemein hat und es ihnen vielleicht schlicht zu blöd ist, immer wieder erklärt zu bekommen, wie "richtiger" SM funktioniert, oder ähnliches.

Im Prinzip ist die jetzige BDSM Szene wie ein Kleingartenverein. Es gibt jede Menge Klugscheißer, die anderen erklären, wie BDSM zu sein hat und Meinungsfreiheit ist lediglich so lange erlaubt, wie die Meinung mit der der anderen überein stimmt: "Meinungsfreiheit ja gerne, aber nur wenn Du unserer Meinung bist."

Ironisch ist, dass sich zeitgleich überall alle beschweren über die anderen. Keiner sagt mal: "Oh, der Chat/Forum/was auch immer ist aber nett, ich mag die Menschen, der Umgang ist toll!" Eigentlich schimpfen alle über alle, wie beim Auto fahren. Immer sind die anderen die Idioten. Warum? Beim Auto fahren ist es einfach, weil scheinbar den anderen nicht die Fehler verziehen werden, die man selber vielleicht auch schon machte, weil es rücksichtslose, egoistische Fahrer gibt, die weder auf ihr eigenes Wohl, aber noch weniger auf das der anderen achtet und weil alle immer im Hektik und Eile sind.

Teile davon treffen sicher auf die Community zu, jedoch sicher nicht alle.
Ein Miteinander ist in unserer Gesellschaft immer schwieriger und immer häufiger hingegen ist es, dass sich andere in ihrer Meinung bestätigen wollen, indem sie sie anderen aufdrängen und ein Gegeneinander erzeugen.
Den anderen einfach mal sein lassen, ist komplett aus der Mode geraten und eine Randerscheinung geworden.

Wer mich nicht gerade beleidigt, oder obszön anschreibt, kann immer eine nette Antwort erwarten, ganz einfach, weil ich das alte Sprichwort im Kopf habe, man solle andere behandeln, wie man selber gerne behandelt werden möchte.

Wie schön wäre es in einer Welt zu leben, in der man zu seinen Schwächen stehen kann, nicht etwas darstellen muss, was man nicht ist, den anderen sein lassen kann, wie er ist, auch wenn er vollkommen anders tickt und jeder von jedem akzeptiert werden würde?

Aber nun bin ich ganz weit vom Thema abgekommen :)

Einhörner gibt es doch, unter uns, überall, man muss sie nur sehen wollen, auch ohne künstliches Horn, indem man noch glaubt und träumt und wirklich hinsieht, nicht nur die Oberfläche betrachtend, sondern tief rein schaut :)

Schöne Weihnachtszeit allen noch!

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