Donnerstag, 9. Januar 2020

Service

Was ist Service für mich?

Ich nehme mal unser Zvieri als Beispiel, weil es schön passt und mir die Idee darüber zu schreiben, bei der Zubereitung kam :)








Ich sagte meinem Herrn, ich habe ein Hüngerchen. Wir essen jedoch erst abends warm, daher fragte ich, ob er auch ein Brötchen haben möchte.

In meinem Kopf rattert es los, was er mag, was wir da haben, wie man das kombinieren kann.

Er gibt eine positive Antwort, also frage ich, was für ein Brötchen er möchte und sage, welche noch da sind.

Er wollte gerne ein Mohnbrötchen. Wäre nur noch eins da und wäre es meine liebste Brötchensorte, hätte ich eine riesige Lust darauf, würde ich es ihm nicht sagen, sondern verzichten. Würde ich es ihm sagen, wäre er meistens so lieb und würde es mir gönnen, aber er soll es mit Genuss essen können, also sage ich nichts weiter. Ebenso, wenn nur noch wenig von etwas da ist, bekommt er entweder alles, oder den Großteil, denn er ist mein Herr und es steht ihm zu.

Den Geschmack meines Herrn kenne ich recht gut, ich muss nicht fragen, was er darauf haben möchte, statt dessen überlege ich, wie ich es optimieren kann.

Beispiel: Er mag im Moment gerne gekochte Eier mit Maggi, also nehme ich diesen Gedanken und verfeinere ihn, mache auf eine Hälfte seines Brötchens nicht nur das Ei mit Maggi, sondern kleingeschnittene Gürkchen, darunter Remoulade mit Kräutersenf. Die Gurke schnibbel ich klein, ebenso die Tomate und Paprika vom anderen Brötchen, weil ich weiß, er mag es lieber, als wenn es größere Stücke sind. Ich mag gerne die Cherrytomaten halbiert, eher große Stücke. An diese Details denken, sich die Zeit nehmen und extra klein zu schneiden, wie er es mag, ist ein Teil vom Service.

Dann lege ich alles auf einen Teller, daneben die Trauben, aber nicht die abgegriffenen, wo bereits viele kahle Stellen sind, denn die nehme ich für mich, er hingegen bekommt die schöneren, volleren.

Der Teller soll ihm gefallen, Lust darauf machen, sein Leben bereichern.

Ein Glas zu Trinken dazu, er sagt es nie, aber trinkt zu wenig und wenn ich daran denke, es einfach dazu stelle, kann er es stehen lassen, oder er trinkt es und hilft seinem Körper. Schöner Nebeneffekt, ich trinke selber auch mehr, weil ich dadurch an mein Trinken erinnert werde :)

Ich nehme alles, bringe es rüber in sein Büro, stelle mich hin und warte schweigend, bis er mich anspricht oder Augenkontakt sucht. Dann stelle ich es hin und freue mich, wenn er erst gedankenverloren, weil er nicht wirklich hingesehen hat sich bedankt, dann wirklich schaut und strahlend sagt, wie schön er es findet, oder wie lecker es aussieht oder dergleichen. Für diesen kurzen Moment, habe ich mir vorher die Gedanken gemacht, mir Mühe gegeben. Für eine kleine Freude meines Herrn.

Das war jedoch nur ein Beispiel. Ich versuche es in allem, was mein Herr mir sagt, so umzusetzen. Meistens im Hintergrund, ohne das er es bemerkt.

Anderes Beispiel. Mein Herr schmiss heute morgen seinen Schlafanzug aufs Bett. Ich glaube, er hatte ihn zwei oder drei mal an und ich habe Waschtag, also nahm ich ihn, wusch ihn, jetzt gerade steckt er im Trockner, danach lege ich ihn zusammen und unter sein Kopfkissen. Er hat dann seinen Schlafanzug (keine Sorge, er hat theoretisch mehrere) frisch und duftend zur Verfügung und muss sich weder einen neuen herausnehmen, noch Gedanken dazu machen, denn das glaube ich, genießt mein Herr sehr. Sich um die kleinen Dinge im Alltag keine Gedanken machen müssen. Wie wenn ich ihn nicht erst frage, was er genau auf seinem Brötchen möchte, was er zu trinken möchte usw.

Anderes Beispiel. Er ließ mich letztens Quittungen sortieren. Ich kann die stupide sortieren und fertig. Statt dessen bringe ich System in die Sache, so dass er es später einfacher hat. Ich sortiere sie, fixiere sie ordentlich, damit sie nicht durcheinander geraten, stecke sie in in monatsbeschriftete Umschläge und lege sie ihm gut sichtbar hin. So weiß er wo welcher Monat liegt, wenn er sie raus holt, kommen sie dennoch nicht durcheinander und es sieht ordentlich aus.

Diese Detailverliebtheit ist es, was ich Service nenne. Nicht eine Sache einfach erledigen, sondern sich Gedanken machen, verbessern, vereinfachen, weitsichtig sein. Alltag abnehmen, nicht nerven mit Fragen, im Hintergrund bleiben, dennoch immer zur Stelle sein.

Eben war er hier, sagte er hat Lust auf einen Kaffee, ging wieder, hat ihn vergessen?
Service ist auch, dass ich gestern seine Lieblingskaffeebohnen besorgt habe und heute morgen extra die restlichen Bohnen, aus der Kaffeemaschine einzeln herausgesammelt habe (man kommt schlecht dran), damit er den besseren Kaffee direkt trinken kann.
Ich mache ihm nun seinen Kaffee, bringe ihn ihm und freue mich, wenn er mich anstrahlt und bedankt und damit mein Herz schneller schlagen lässt, denn dafür bin ich seine Sklavin, denn das ist meine Aufgabe, denn das nenne ich eine Service-Sklavin sein.

Und nein, es waren nur Beispiele, dahinter steckt viel mehr. Es ist nur ein kleiner Einblick, ein kleiner Einblick den ich anhand von Dingen ermögliche, die mir gerade in den Sinn kamen, aber es ist so so sooooooo viel mehr...




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