Sonntag, 16. Februar 2020

Rituale




Unser Morgenritual. Er sitzt auf der Bettkankte, ich knie so vor ihm, oder wenn er es wünscht, wende ich mich, so dass er einen freien Blick auf meinen Hintern hat, je nachdem.

Es tut gut, denn so spüre ich direkt nach dem Aufstehen bereits meinen Platz.

Er löst die Ketten, ich knie mich so vor ihm nieder, er schaut auf mich herunter, streift durch mein Haar, oder greift es fest. Manchmal schiebt er mir seinen Fuß unter den Kopf, manchmal seine Hand, erwartet dann einen Kuss und bekommt ihn umgehend. Immer redet er dabei mit mir, sagt, dass ihm gefällt was er sieht, bespricht wie der Tag gleich weiter gehen wird, oder erwähnt Vergehen, die noch abgestraft werden müssen.

Ich genieße dabei die Ruhe, die in mich kehrt und entspanne. So könnte ich ewig knien.

Meistens endet es allzu früh und der Alltag beginnt.


Der Alltag ist wohl für jede Sklavin schwierig, denn man verliert zu schnell den Platz aus den Augen, also kann sich glücklich schätzen, wer dann Corner Time bekommt, in der man erinnert wird und sich besinnen kann, oder andere Helferlein :)

Vergangene Nacht überlegte mein Herr laut, wie es wohl wäre, in einer Gesellschaft wie z.B. Gor, in der es eben normal ist, dass man eine Sklavin ist. Man bräuchte diese Helferlein nicht, da einen jeder so behandelt, man permanent so wahrgenommen wird und es dadurch spürt.


Natürlich kann man intern zuhause vieles machen, aber auch Rituale drohen alltäglich zu werden, daher finde ich es sehr wichtig, dass man verbalisiert, darüber spricht, es wieder sichtbar und fühlbar macht.

Zum Beispiel fuhren wir letztens mit der Bahn und ich küsste seine Hand, die sich festhielt vor mir und legte meinen Kopf auf seinen Arm. Zuhause erklärte er, wie gut ihm diese Geste gefallen hat, dass sie unauffällig war und dennoch meinen Platz zeigte :) Die kleinen Dinge bewusst erleben und hervor heben, da man nicht überall einfach knien kann.

Schön wäre es natürlich, würde man in einer toleranteren Gesellschaft leben, in der man machen kann, wonach einem der Sinn steht, aber viele BDSMler haben damit ja untereinander bereits Probleme, dann kommen einem Stinos geradezu offen vor.





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